Reise Kenia – Tansania 2019

23.01.2019 – Grenzüberschreitung Kenia/Tansania – Abschied

Nach den gestrigen Diskussionen war die Stimmung etwas gedämpft im Wagen, als wir um 06:20 Uhr auf unseren letzten gemeinsamen Game Drive aufbrachen. Nach 5 Minuten, wir erfreuten uns gerade an der schneebedeckten Kuppe des Mount Kilimanjaro, als Geoffrey eine Löwin mit 3 Jungen erspähte. Die kurze Zeit, bevor sie sich hinter den Büschen zurück zogen reichte gerade mal für zwei Fotos, aber die sind bezaubernd. Der wahrscheinliche Vater und eine weitere Löwin lagen in einem Busch am Straßenrand, fühlte sich aber von den anfahrenden Jeeps gestört und verschwand ebenfalls mit seiner Gefährtin im hohen Grün. Elefantenherden zogen über die Steppe, mit ihnen Gazellen, Zebras und Gnus. Heute waren die Flamingos zwar in der Sonne, aber leider weit vom befahrbaren Ufer entfernt. Unsere Fahrt ging in die trockene, flache Steppe, die an die Serengeti erinnert. Geoffrey hatte wohl Hoffnung Geparden zu erspähen, leider wurde sie nicht erfüllt. Einzelne Hyänen, Elefanten, Zebras und Büffel in weiter Ferne und viel flaches Nichts, jetzt sah es aus wie in den Salzwiesen der Nordseeküste. Eine Schakalfamilie mit spielenden Jungen unterhielt uns, während wir unser mitgebrachtes Frühstück im Wagen verzehrten. Auf dem Weg zum Tor zogen noch zwei Giraffen über die Ebene, dann war unser Game Drive beendet. Eine Gruppe Marabus auf dem Weg zur Lodge war uns noch einen Stopp wert. Ich sitze zum Schreiben am Kilimanjaro View Point und schaue auf das leergefegte Buschland, der Kilimanjaro ist wie ausradiert, einfach weg. Auf meiner langen Fahrt heute nach Arusha werde ich den mächtigen Berg ja fast umrunden, ich hoffe, er zieht nochmal sein Wolkenkleid aus.

45 Minuten dauerte die Fahrt bis zur Grenze in Tarakea, fast ebenso lange der Aus- und Einreiseprozess. Das Elektronische Visum wurde anstandslos akzeptiert, die Gelbfieberimpfung kontrolliert und schon konnte ich mit Fransisca, meiner Partnerin und Heriel unserem Fahrer im Jeep Richtung Arusha losfahren.

Der Abstieg von den Mädels war herzlich, der von unserem Fahrer etwas frostig – aus uns werden keine Freunde mehr.

In Tarakea haben wir kurz angehalten, Fransisca ist hier geboren und wir haben den Mann ihrer Tante besucht. Die Fahrt ging durch eine wunderschöne, sattgrüne, hügelige Landschaft mit kleinen Dörfern. Kurz vor Moshi zeigt sich auch die schneebedeckte Kuppe des Kilimanjaro in der Dämmerung. Nach 4,5 Stunden kamen wir im lauten, staubigen und quirligen Arusha an, wo Fransisca Mann Said uns mit einem Tintenfisch Eintopf erwartete. Auf dem Sofa lag der kleine Zayed – 5 Monate und Sizu begrüßte mich freudig, mit seinen 2,5 Jahren schon ein richtiger Mann;-)

Satt und müde fiel ich nach einem langen Tag ins Bett.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

24.01.2019 – Arbeitstag in Arusha – Ausschlafen – gibt´s nicht

Ausschlafen findet einfach nicht statt. Nachts lärmen die Hunde, die dann auf den Hof gelassen werden, um Wache zu schieben. Ab 5 Uhr schreien der Muezzin und die Hühner um die Wette, ab 6 Uhr wird es ruhiger, um 6:30 klingelt der Wecker. Duschen, Frühstück und ab ins Büro. Der kleine Zayed bleibt mit dem Kindermädchen und der Schwiegermutter zu Hause und Sizu wird im Kindergarten abgeworfen. Die private Einrichtung (nennt sich eigentlich Schule) betreut Kinder ab einem Jahr in englischer Sprache und dürfte unter manch deutschen Müttern puren Neid hervorrufen. Was ist es in Deutschland doch oft für ein Zirkus, man sucht einen Parkplatz, zerrt das müde Kind aus dem Auto, geht rein ins Gewusel, zieht das Kind aus und die Hausschuhe an. Dabei hört man das Geschrei und Gehäule von anderen oder schlimmer noch, von seinem eigenen Kind. Durchgeschwitzt und abgekämpft setzt man sich nach 20 Minuten ins Auto und fährt zur Arbeit. Hier wird einem das Tor geöffnet, man fährt vor den Eingang und das schlafende Kind wird von einer Erzieherin aus dem Auto ins Haus getragen. Mutti bleibt im Auto sitzen und ist in einer Minute wieder weg. Wow! Was für ein Service – kostet aber für tansanische Verhältnisse auch ein Vermögen.

Ich hatte soviel mit meinen laufenden Vorgängen zu tun, dass wir kaum zum Reden kamen, wenn man den ganzen Tag auf die Pirsch geht, kriegt man halt nur das Nötigste erledigt. Um 12 Uhr bekamen wir kurzen Besuch von Kunden, die auf dem Weg von Sansibar über den Flughafen Arusha nach Tarangire unterwegs waren. Nach 8 Tagen Jambiani auf Sansibar wirkten sie schon tiefenentspannt und bereit für ein paar Abenteuer. Mittags haben wir einem Edelsupermarkt besucht, um uns unser Mittagessen zu kaufen. Absolut westlicher Standard, hätte eine Abteilung im KaDeWe sein können, liebevoll aufgeschichtetes knickfrisches Gemüse, Obst, Salat und Kräuter, eine große Kühltheke mit Milchprodukten, verschiedene Brotsorten, von Feta mit Spinat, über Sonnenblumenbrot bis zu Ciappata. Und eine Theke mit Snacks, Smoothies und Obst zum Mitnehmen. Köstlich! Und für unsere Verhältnisse immer noch günstig – solange man bei den lokalen Produkten bleibt.Wir haben bis abends um 19:00 Uhr im Büro gesessen und uns dann durch den Feierabendverkehr von Arusha gequält. Die Straßen sind teils gut, zum Teil in einem jämmerlichen Zustand. Riesige Gesteinsbrocken lagen aufgeschichtet neben den Sandpisten – ein gescheiterter Versuch Straßen aus großen Steinen zu bauen, die dann mit Sand zugeschüttet wurden. Nach 2 Jahren wird jetzt alles wieder raus gerissen und die Chinesen bauen eine Teerstraße. Es ist warm, staubig und die Augen brennen mir, liegt wohl an den Öllichtern und unzähligen Grills und Feuern, die den Straßenrand säumen. Nachdem Said sich durch den aberwitzigen Verkehr gekämpft hat, erreichten wir ein für Tansania typisches Grillrestaurant. Auf gem großen Grill lagen Berge von Fleisch – wir entschieden uns für Hühnchen und Ziegenrippchen. Dazu frischer Salat und ein kaltes Serengeti Bier – Herrlich!

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25.01.2019 – Arbeitstag in Arusha – Arbeiten und Hotelbesichtigungen

Gleiches Morgenprogramm wie gestern – kurz bevor der Wecker klingelt bin ich endlich wieder eingeschlafen. Nachdem wir Sizu im Drivethrough Kindergarten abgeworfen haben, fuhren wir auf die Hauptstraße in Richtung Nairobi, um uns ein Hotel namens Mama Vicky anzuschauen. In der Nähe des SOS Kinderdorfes liegt das kleine Hotel mit nur 12 Zimmern, mitten im Grünen. Sehr hübsche Zimmer mit gemauerten und bunt angemalten Betten, einfach aber geschmackvoll. Vom Hotel aus werden kostenlose Spaziergänge, Besuche auf dem Markt oder in dem SOS Kinderdorf angeboten, ein Mitarbeiter begleitet die Gäste – kostenlos. Wer ein nettes Hotel im Grünen, mit guter tansanischer Küche und einer strategisch günstigen Lage zur Weiterfahrt Richtung Tarangire oder Serengeti sucht, ist hier bestens aufgehoben. Ich habe mir noch Liegestühle für den Garten gewünscht und Kissen für die etwas unbequemen Stuhllehnen – alles andere war perfekt.

Im Büro wartete David auf uns, ein deutschsprachiger Fahrer, der gerne für uns arbeiten würde, also haben wir gleich ein Bewerbungsgespräch geführt. Netter Kerl, jetzt müssen wir schauen, was wir für ihn tun können.

Mittags habe ich gelernt, wie man in einem Reiskocher Nudeln mit gebratenem Hähnchen und Gemüse zubereitet – auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.

Beim Arbeiten konnte ich den Bauarbeitern zusehen, einige waren fleißig, zumindest den Geräuschen nach, anderen konnte man beim Gehen die Schuhe besohlen. Dazu passt, dass Fransisca von der neuesten Studie berichtete, dass die Tansanier die faulste Nation in Afrika seien.

Abends quälten wir uns wieder durch den unsäglichen Verkehr – ich wollte noch die Outpost Lodge besichtigen. Es war das ehemalige Wohnhaus der Familie Grzimek und das erste B&B in Arusha. Zur Lodge gehören das Mambo Restaurant, ein Pool und ein schöner Garten. Jedes Zimmer hat draußen einen gemütlichen Sitzbereich, die Zimmer selbst sind einfach, aber sauber und zweckmäßig. Eine schön Unterkunft, wenn man Arusha zu Fuß erkunden möchte. In der gleichen Straße, ca. 200 Meter entfernt haben wir in einem neuen indischen Restaurant (Tandoor) gegessen, hervorragend! Auf dem Rückweg durch die quirlige Stadt, in der das Wochenendleben tobte gingen mir 1000 Gedanken durch den Kopf. Ist es nicht skurril, dass ich mit meinen tansanischen Freunden, das ehemalige Wohnhaus vom deutschen Bernhard Grzimek besichtige, danach indisch essen gehe und bei der Rückfahrt durch den afrikanischen Trubel Musik von Julio Iglesias höre? Die Welt ist längst zusammengewachsen – irgendwie ist alles in einem Topf, wie beim Reiskocher heute mittag – und gleichzeitig droht sich alles wieder auseinander zu entwickeln, aufgrund von Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Egoismus. Ich genieße meine Zeit hier in diesem Durcheinander aus Menschen, Nationalitäten und Einflüssen.

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26.01.2019 – Safari im Tarangire Nationalpark – Es geht wieder in den Busch

Gleiches Morgenprogramm wie gestern – ich kann mit diesen Geräuschen nicht schlafen, Hunde bellen und jaulen, Hähne krähen, der Muezzin ruft. Nächstes Mal wird Fransiscas neues Haus fertig sein, dann bleibe ich vielleicht mal länger und genieße die Ruhe und den Blick auf den Mount Meru.

Ein kurzer Zwischenstopp im Büro und dann kam meine Freundin Anna eingeflogen, die bereits ein paar Tage auf Sansibar gechillt hat. Mit Heriel und dem Jeep wollten wir in Richtung Tarangire Park fahren und vorher noch beim Edelsupermarkt etwas zum Mittagessen kaufen. Gerade hatte ich mit Anna und Fransisca noch über sie gesprochen (Anna hat ihr Bücher mitgebracht) und jetzt steht sie an der Kasse als wir den Markt betreten: Steffi Metz! Sie ist seit 8 Monaten mit ihren beiden Kindern in Afrika unterwegs (ihre spannende Reise ist auf Facebook zu verfolgen: Lebenstraum Afrika) und seit einigen Wochen in Arusha. Wir haben vor ihrer Reise telefonisch Kontakt gehabt, uns immer mal wieder geschrieben und eigentlich hatte ich geplant, sie in Arusha zu treffen. Leider habe ich bei meinem Arbeitspensum und meinem regen afrikanischen Familienleben keine Zeit gefunden. Trifft man sich halt im Supermarkt – so wie zu Hause die Nachbarn. Irgendwie wird diese Reise immer skurriler.

Nach 90 Minuten Fahrt über die gut ausgebaute Straße kamen wir am Tarangire Park an, den wir morgen besuchen werden. Wir haben uns heute zwei Lodges angesehen. Das Burunge Tented Camp liegt wunderschön am Burunge See, der heute rosa weiß geschmückt war von den Flamingos. Der Lobby/Restaurantbereich ist wunderschön gestaltet, eine große Terrasse, auf der  man auch draußen essen kann, ein Pool und 38 Zimmer in Zelten, die unter den Makutidächern angenehm temperiert waren. Von der Burunge Lodge fährt man in ca 30 Minuten durch kleine Dörfer und Felder (inklusive afrikanischer Massage) bis zum Sangaiwe Gate zum Tarangire Park. Während der Regenzeit nutzt man aber besser den Umweg über die Hauptstrasse.

Die nächste war die Simba Lodge, nur 24 Zimmer /Zelte die in einer (derzeit) unglaublich grünen Landschaft liegen. Der See ist nur von einem Ausguck in der Nähe des Pools zu sehen, dafür kommen viele Wildtiere zur Lodge. Wir haben uns zu Fuß noch an eine Gruppe Elefanten angepirscht, die unweit der Lodge durchzogen. Die Zelte haben nach vorne große Scheiben, so kann man vom Bett in die Natur schauen – leider wird es so früh dunkel. Bis zum Sangaiwe Gate fährt man nur 10 Minuten, muss aber zur Anfahrt über die Rumpelpisten der kleinen Dörfer und Felder.

Unser heutiges Domizil, die Sangaiwe Lodge liegt an einem Hügel und die Aussicht über den Burunge See ist einfach grandios. Was für ein Panorama! Der See, die Bruchstelle des Rift Valleys und der Tarangire Park. Unser Zelt muss bergauf erwandert werden, bietet einen Traumblick, ein großes Bad (schlecht beleuchtet, aber schminken muss man sich eh nicht) und 2 bequeme Betten.

Ich glaube, heute Nacht werde ich endlich gut schlafen! Ich höre Grillen, Vögel und auch eine Hyäne, viel besser als, Huhn, Hund und Muezzin!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

27.01.2019 – Safari im Tarangire Nationalpark – Es grünt so grün…

05:40 aufstehen, 06:00 Frühstück, 06:30 Abfahrt – ok es wurde 06:40. Morgen sollen wir aber pünktlich sein – nix mehr pole pole, langsam langsam. Jetzt sind wir in Tansania auf Safari und hier sorgt unser lieber Heriel dafür, dass wir so viel wie möglich sehen. Nur 2 Minuten dauerte die Fahrt zum Gate und 5 Minuten später waren wir im Tarangire Park. Aufgrund der Regenfälle der letzten Zeit, war alles unglaublich grün. Die mächtigen Baobab Bäume haben dunkelgrüne Kronen, die Wiesen sind saftig grün und glänzten in der Morgensonne vom Tau. Blühende Gräser in beige und rosa zauberten im Gegenlicht eine unwirkliche märchenhafte Stimmung. Dazu ein paar Antilopen und man hätte sich kaum gewundert, wenn das Rotkäppchen um die Ecke gebogen wäre. Buschland wechselt sich ab mit flachen Grasebenen, aber fast allgegenwärtig sind die Jahrhunderte alten Baobab Bäume – was könnten sie für Geschichten erzählen. Wild wird der Park am Tarangire Fluss, der sich einen breiten Lauf gegraben hat, der jetzt allerdings nur mit einem Rinnsal gefüllt war. Es gibt mehrere Abbruchkanten, die der Landschaft etwas raues verleihen, dann wieder schlängelt sich der Fluss entlang von Palmenhainen und es sieht fast lieblich aus. Wofür der Park aber bekannt ist, ist seine hohe Elefantenpopulation – wir schätzen, dass wir heute an die 500 dieser mächtigen Tiere gesehen haben. Elefanten in allen Lebenslagen: wandernd und fressend, trinkend im Fluß, badend in den Wasserlöchern des Sumpfes, suhlend in den Matschlöchern und sich (und uns, da wir im Jeep direkt vor ihnen standen) mit Sand bewerfend.

Unser „Pflichtprogramm“ bestand in der Besichtigung von 2 Lodges und dem öffentlichen Zeltplatz. Letzterer war bereits verlassen, aber wir haben uns den Kochbereich (man muss jegliches Equipment mitbringen), die Toiletten (na ja…) und den erfreulich sauberen und komfortablen Duschbereich (hier gibt es auch eine schöne Toilette!) angesehen. Um das Camp herum waren Impalas und Affen, aber kein Zaun – jeder hat Zutritt, da überlegt man, ob man nachts wirklich noch mal vor die Tür muss… (Die Tarangire River Lodge, unweit des Maingates, besticht durch ihre einzigartige Lage. Von der Lobby aus erahnte man schon den Panoramablick. Durch die erhöhte Lage bot sich eine 180 Grad Sicht über den Fluss und die unendliche Weite des Parks, wieviele „Grüns“ gibt es eigentlich? Die Gäste schlafen in den 35 recht kleinen, aber komfortablen Safarizelten, die von Makuti Dächern (die afrikanische Variante von Strohdächern) vor der größten Hitze geschützt werden. 5 Bungalows runden das Übernachtungsangebot ab. Es gibt einen Pool und eine große Terrasse, ein hervorragender Platz für einen Sundowner.

Die Tarangire Sopa Lodge besteht aus 75 Zimmern, die in mehreren Rundbauten untergebracht sind. Die Lobby und das Restaurant sind entsprechend groß, dass sie bis zu 150 Gäste aufnehmen kann. Als wir die Lodge mittags besucht haben wirkte alles sehr idyllisch: am wunderschön gestalteten Pool (mit einer Insel, auf der auch Liegen standen) waren die Tische gedeckt und die Grillmeister warteten auf die Mittagsgäste, Klippschliefer und Affen turnten über das Gelände, aber es ist eine große Lodge, die sicherlich nicht mehr so idyllisch wirkt, wenn sie gut besucht ist.

Zu unserem Mittagspicknick sind wir zum großen Sumpf gefahren. Eine Spiegelglatte Ebene in grün mit großen Elefantenherden, die die Wasserlöcher zum trinken, baden und spielen nutzten und wir guckten vom Picknickplatz zu. Lunch with elefants – wie herrlich! Ach ja, vor lauter Elefanten ganz vergessen – Löwen haben wir auch gesehen, einer lag (wie gebucht) malerisch im Baum. Dann gab es da noch den ganz, ganz, ganz kleinen Elefanten – vielleicht 2-3 Tage alt, der noch ganz wacklig auf den Beinen war und zwischen Mutter und Tante (oder großer Schwester) Schutz und Halt suchte. Wie rührend die Beiden das Kleine mit ihren Rüsseln geleitet haben und wie fürsorglich auch der Rest der Herde beim Weiterziehen dem Zwerg begegnete. Was für großartige Tiere das sind. Hoffentlich gelingt es, sie zu schützen vor dem irrsinnigen, sinnlosen Töten für den lukrativen Elfenbeinhandel. Ein Straußenkindergarten querte unseren Weg, bestimmt 20 Kleine und 5 große Straußen flitzten, von unserem Jeep aufgetrieben, durch das Gras, ein sehr lustiger Anblick, da sie im Zickzack zu „entkommen“ versuchten.

Die eleganten Giraffen zeigten sich zahlreich, aber Gnus und Zebras blieben von der Bildfläche verschwunden, sie befinden sich derzeit weiter östlich, außerhalb des Parks, dabei hatte Anna sich so sehr auf die gestreiften Tiere gefreut. Aber Heriel, wäre nicht Heriel, hätte er ihr diesen Wunsch nicht erfüllt. Kurz vor Ausfahrt aus dem Park standen sie mit einigen Impalas im tiefstehenden Sonnenlicht zum Fototermin bereit. Einziger Wermutstropfen beim Tarangire sind die Tse Tse Fliegen, die an einigen Stellen massiv auftreten und zu manch einem verwackelten Foto verleiten.

Bislang hat ja nur Heriel gearbeitet, jetzt war es an uns, sich einer körperlichen Herausforderung zu stellen. Wir erklommen den Berg – ok Hügel unserer Lodge bis zur Spitze, um den Sonnenuntergang zu erleben. Der fiel zwar, aufgrund einiger tiefstehender Wolken unspektakulär aus, die Aussicht da oben war aber genial. Über das endlose grün des Tarangire Parks, den Burunge und den Manyara See bis zur Bruchstufe des Rift Valley auf der einen Seite und das Acker und Weideland der M auf der anderen Seite. Pro Strecke sind wir ungefähr eine halbe Stunde gelaufen, teilweise steil und auf losem Schotter, hier war definitiv wieder pole pole angesagt. Unser Führer hatte uns Mbugwe ber mit einem Wanderstock ausgerüstet, den wir auch gut gebrauchen konnten. Alles in allem eine schöne, schweißtreibende Abendaktivität. Den Pool zu nutzen hatten wir wieder keine Zeit, wir wollten ja frisch geduscht beim Abendessen erscheinen. Das war übrigens an beiden Abenden sehr lecker und wird aus großen Schüsseln am Tisch serviert.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

28.01.2019 – Safari im Lake Manyara Nationalpark – Freud und Leid liegen nah beieinander

Heute durften wir eine halbe Stunde länger schlafen, Frühstück erst um 06:30 Uhr – fast schon ein  Luxus. Dazu dieser Blick über das grüne Baumdach des Tarangireparks und die immer gut gelaunten Geister der Lodge, so fängt die Woche gut an.

Die Fahrt zum Südende des Lake Manyara Nationalparks dauerte ungefähr 90 Minuten, eine wunderschöne Strecke, die allerdings nur befahrbar ist, wenn es nicht geregnet hat. Wir begegneten vielen fröhlichen Schulkindern und kamen uns vor wie die Royals, die stundenlang aus ihren Kutschen winken. Die Arbeit auf den fruchtbaren Äckern waren in vollem Gange, Ochsengespanne, kleine Traktoren, Fahrräder und Mopeds fuhren über die Sandpiste und alle wirkten beschäftigt, aber entspannt und fröhlich. Was für ein Unterschied zu unseren grauen Großstädten, in denen die Menschen keinerlei Notiz voneinander nehmen, wenn sie morgens gemeinsam in der S-Bahn sitzen und in ihrem Smartphone versinken oder sich gegenseitig im Straßenverkehr anraunzen. Fast schon ein bisschen beschämend zu sehen, wie herzlich und offensichtlich zufrieden die Menschen hier sind, obwohl sie in unserem Verständnis so wenig besitzen. Oder besitzen sie einfach viel mehr mit ihrem pole pole und Hakuna Matata? Alles geschieht in Ruhe und anscheinend im Hier und Jetzt, keine Hektik, kein Stress, wenig Besitz, aber fruchtbare Äcker vor der Tür und durch die Lage am Rande der Ngoronogo Highlands immer genügend Wasser. Die Reisfelder erinnerten sehr an Asien, es fehlten nur die Strohhüte und man könnte meinen, durch Bali zu fahren.

Der Manyara Park liegt an der Bruchkante des Riftvalleys, den größten Teil bildet der Manyara See, der durch die starken Regenfälle im letzten Jahr derzeit gut gefüllt ist. Dichtes Buschland und flache Ebenen zum See bietet den unterschiedlichsten Tieren ihren Lebensraum. Unsere erste Tiersichtung, von den Affen am Parkeingang abgesehen, war wie eine Fata Morgana. Unsere Augen spielten uns einen Streich, denn damit haben wir gar nicht gerechnet. Ein Pavian? Nein, es läuft wie ein Hund! Aber was uns auf der Sandpiste entgegen kam und dann leider im Busch verschwand, bevor wir zur Kamera greifen konnten, war ein Leopard. Den hatte auch Heriel lange nicht im Manyara gesehen. Wer in den Manyara Park kommt, in der Hoffnung auf viele Tiere, wird etwas enttäuscht sein. Wer sich aber an Landschaften, Vögeln, unterschiedlichen Vegetationsformen und tollen Ausblicken erfreuen kann, ist hier richtig. Unser erster Stop war eine Holzbrücke, die in den See gebaut ist. Von hier kann man Nilpferde, Pelikane, Flamingos, Störche und alle möglichen anderen Wasservögel sehen. Auf der einen Seite die raue und steile, aber dicht bewachsene Grabenkante, auf der anderen die Weite des flachen alkalischen Sees. Die Nilpferde halten sich im Bereich der Frischwasserzuläufe auf, die Flamingos bevorzugen das alkalische Wasser. Derzeit sind nur wenige zu sehen, wir hoffen sie alle am Natron See anzutreffen. Direkt bei der Brücke ist eine heiße Quelle, die durch vulkanisches Gestein auf 70 Grad aufgeheizt wird. Die mitgeführten Mineralien und Bakterien tauchen die Uferzone in ein braun, grünes Farbenspiel.

Die einzige Lodge innerhalb der Parkgrenzen ist die im Wald gelegene Tree Lodge von Andbeyond. Wenn ich einen Ort für gestresste Manager, kurz vor dem Burnout finden sollte – dass wäre der Platz! Die acht Unterkünfte verteilen sich weitläufig im Wald und ähneln Baumhäusern in Bootsform. Drum herum nur das Grün des Waldes und ein paar Affen, die durch die Bäume klettern. Die Zimmer sind wunderschön und liebevoll gestaltet, an alles wurde gedacht: Moskitonetze, Schminkspiegel, Badewanne, Außendusche, Bademantel und -schlappen, Regenschirm und Gummistiefel in 2 Größen. Für abends war das Lagerfeuer vorbereitet und der Schweinebraten verschwand um 10 Uhr in einer Feuertonne, die mit Glut gefüllt war und schmorte dann bis zum Abendessen in Niedriggarmethode vor sich hin. Ein zauberhafter Ort inmitten der grünen Wildnis.

Weiter ging unsere Parkerkundung. Zebras, Giraffen, eine Gruppe Elefanten, Paviane und andere Affenarten, Horn- und alle möglichen andere Vögel. Faszinierend ist die Vegetation, von mannshohem Elefanten oder Pfeifengras, über weite, abgegraste Ebenen und Buschland bis zu riesigen knorrigen Feigenbäumen. Kleine Bäche kommen aus den Highlands und versorgen Pflanzen und Tiere mit frischem Wasser und der Regenwald spielt seine eigene lautstarke Musik.

Am frühen Nachmittag verließen wir den Park und wollten in Mto wa mbu (übersetzt Mückenfluss) noch ein Camp anschauen, dass wir aber ungepflegt und verwaist vorfanden. Heriel wusste noch eine Alternative der Moivaro Camps, dass wir uns stattdessen anschauten – einfach, sauber, nett.

Unsere nächste Station verschaffte uns dann einen dicken Kloss im Hals – der Besuch der Tagesbetreuung und der Wohngruppe verwaister Kinder, die vom Verein Kinder-in-Tansania e.V. unterstützt wird. Im Rahmen unserer privaten Weihnachtsfeier haben wir Spenden gesammelt und zusätzlich ein Patenkind „adoptiert“, die mit unserer Hilfe ihr Studium fortsetzen kann. Der Vater ist letztes Jahr gestorben und die verzweifelte Mutter, die nie Geld verdient hat, sah sich jetzt mit einer studierenden Tochter, 2 weiteren Kindern + einem Enkelkind völlig überfordert. Die schnelle Hilfe, die über die fantastische Suzy, die vor Ort alles koordiniert, zuteil wurde, ließ sie Hoffnung schöpfen, dass sich immer ein Weg auftut, so verzweifelt die Lage auch ist.

Der Verein in Deutschland unterstützt Suzy mit den notwendigen finanziellen Mitteln, um Kindern in Karatu ein Umfeld zu bieten, in dem sie spielen und lernen können, wo es eine kostenlose warme Mahlzeit gibt und eine soziale Gemeinschaft gepflegt wird. Im Vergleich zu der Wohngruppe, ca. 200 Meter entfernt, gehen diese Kinder nachmittags nach Hause. In der Wohngruppe befinden sich derzeit 5 Mädchen und 2 Jungs, die von Suzys Tochter betreut werden. Mit liebevoller, aber strenger Hand, werden sie hier erzogen und lernen die Fähigkeiten, die man neben der Schule so braucht: Waschen, putzen, kochen. Die Älteste in der Wohngruppe ist 14 oder 15, die Kleinste um die 2 Jahre. Ein 7 Monate altes Baby, dass wir in der Tagesbetreuung gesehen haben, wird wohl bald dazu kommen, ihre Mutter ist gerade verstorben und die Verwandten sehen sich nicht in der Lage zu helfen. Die „Bürgermeister“ der Regionen greifen gerne auf die Institutionen zurück, eine regelmäßige finanzielle Unterstützung gibt es allerdings nicht. Ab und an eine Spende, aber nichts auf das man sich verlassen kann. In Arusha ist eine weitere kleine Gruppe für behinderte Kinder, die dort die Behindertenschule besuchen. 4 Kinder werden dort betreut, da sie aufgrund ihrer starken Beeinträchtigung nicht in dem Internat wohnen können. Ein Junge zum Beispiel ist blind, ein Mädchen leidet an Diabetes, ein weiteres ist halbseitig gelähmt. Obwohl Suzy schon lange mit den Kindern arbeitet, merkt man wie nah ihr ihre traurigen Schicksale gehen und wir konnten sehen, dass die Tränen blitzten, wenn sie von Vergewaltigung, ungewollten Schwangerschaften und Prügel durch den Stiefvater berichtet. Die nächsten Projekte sind eine Solaranlage für die Tagesbetreuung und behindertengerechte Spielgeräte für die Gruppe in Arusha. Als Mitglied des Vereins in Deutschland werden wir weiter versuchen zu helfen und auf dem Laufenden zu bleiben.

Unsere Lodge für die nächsten 2 Nächte ist die Endoro Lodge – wunderschön am Rande des Ngorongoro Waldes am Hang gelegen muss man etwas bergauf laufen, um in die großzügig gestalteten Bungalows (20 an der Zahl) zu gelangen. Unser Dreitbettzimmer war ca 50 Quadratmeter groß, mit Dusche innen und außen, Badewanne, Kamin mit Sesseln davor und einer großen Terrasse mit Blick ins Grüne. Ein großer Pool mit Blick in die Gärten, wo Papayas, Mangos und Avocados wachsen, ein Lagerfeuer beim Restaurant, dass zu einem gemütlichen Sundwowner einlädt. Die Bungalows sind alle mit Efeu bewachsen, genauso wie die Grundstücksgrenzen. Ein wunderschöner Ort inmitten der Natur. Allerdings fährt man von der Hauptstraße gut 15 Minuten über buckelige Sandpisten – African Massage inklusive. Bis zum Gate der Ngorongoro Conservancy braucht man 35 Minuten. Zimmer perfekt, Personal nett, Essen super, Aussicht toll – wir empfehlen es gerne weiter.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

29.01.2019 – Lodgebesichtigungen rund um Karatu – Schöner Wohnen

Der heutige Vormittag war für Lodge Besichtigungen reserviert. Die erste Unterkunft war das St. Cathrine Monastery. Strategisch günstig, gut 5 Minuten von der Ngorongoro Conservancy  entfernt. Von der Hauptstraße fährt man 2 Minuten in das bäuerlich geprägte, fruchtbare Hinterland, bis man an einem wunderschönen Blumengarten ankommt. Wir wurden von Schwester Noella, die für den Betrieb des Gästehauses zuständig ist herumgeführt. Was für ein Gegensatz zu einem Klosterbetrieb in Deutschland – soviel Freude und Warmherzigkeit! Die Zimmer liegen im Kreuzgang des Klosters, in dessen Mitte der Kräuter- und Gemüsegarten liegt. Sie sind sehr einfach, aber sauber und mit eigenem Bad und können bis zu 100 Personen aufnehmen. Es gibt einen großen Speisesaal – die Unterkunft wird mit Vollpension angeboten – wo  es auch Bier und Wein zum Essen gibt. Ein wunderschöner Ort, der mit soviel Liebe gestaltet und geführt wird.

Die zweite Unterkunft ist die Rhotia Valley Lodge, wie die Endoro Lodge abseits gelegen und etwas mühsamer erreichbar. Die Fahrstrecke bis zur Ngorongoro Conservancy dauert ebenso um die 35 Minuten. Die Lodge und das angrenzende Kinderheim, das derzeit 70 Kinder (vor Ort und im Internat) betreut, ist das Projekt zweier holländischer Ärzte, die nach ihrer Pensionierung nach einer Aufgabe suchten, die sie erfüllt und die etwas bewegt. 15 Safarizelte auf einem Hügel bieten tolle Aussichten, auch hier ein wunderschön angelegter Garten, der die Lodge mit biologisch angebautem Gemüse, Salat und Kräutern versorgt. Das Restaurant mit großer Außenterrasse ist ebenfalls wie ein großes Safarizelt gestaltet und bei gutem Wetter können die Seitenwände hochgezogen werden, sodass man wie auf einer überdachten Terrasse sitzt. Ein schöner Pool mit traumhafter Aussicht auf Felder und Wälder rundet das Angebot ab. Hier kann man gut ein paar Tage verweilen, einfach nur ausruhen und genießen, oder eine geführte Wanderung zur 90 Minuten entfernten Coffee Lodge, an der Hauptstraße von Karatu machen und dort das Mittagessen einnehmen. Die Coffee Lodge ist ebenfalls ein Projekt der beiden engagierten Holländer, hier können die Jugendlichen aus dem Kinderheim erste Arbeitserfahrungen sammeln. Es wird hier gebacken, die Lunchboxen für die Lodge und Kleinigkeiten zum direkten Verzehr zubereitet und natürlich bester tansanischer Kaffee serviert. Auch dieses Kleinod hat einen schönen Ausblick und ist liebevoll gestaltet.

Weiter ging es zur nah gelegenen Marera Lodge, wieder nah an der Hauptstraße gelegen und somit verkehrsgünstiger als die Endoro und Rhotia Valley Lodge. Wer statt grüner Wildnis einen super gepflegten Garten mit einem Blumenmeer bevorzugt, ist hier richtig aufgehoben. In 14 Bungalows sind 28 großzügige Zimmer untergebracht. Besonders schön fanden wir das große Moskitonetz, dass den gesamten Schlafbereich abtrennt. So kann man mit den Kindern Händchen halten, auch wenn sie in einem separaten Bett liegen. Auch hier ein Kamin mit gemütlichen Sesseln und eine Veranda mit Schaukelstühlen und Blick in den parkähnlichen Garten, in dessen Mitte der gepflegte Pool liegt. Unglaublich, wie die Pflanzen hier gewachsen sind, von der Erstellung der ersten Marketingbilder der neuen Lodge im August letzten Jahres bis heute liegen Welten.

Die letzte Lodge auf unserem Plan ist Gibb´s Farm, 1929 im Besitz eines Deutschen, wird hier immer noch eine Kaffeefarm betrieben. Der Ausblick dieses Kleinods geht über die Kaffeeplantage, den Ngorongoro Wald und den tropischen Garten oder besser gesagt Park. Die Zimmer hier sind ebenfalls in Cottages mit viel Privatsphäre untergebracht. Ein bisschen Laura Ashley Stil, großzügige Badezimmer, Kamine, wunderschöne Bilder und viele Dekoelemente schaffen ein besonderes Wohlfühlambiente. Der Restaurantbereich mit den riesigen Fenstern schafft den Eindruck inmitten der Natur zu sitzen, aber auch draußen sind kleine Tische liebevoll eingedeckt. Die Einladung zum wunderschön angerichteten und köstlich aussehenden Lunchbuffet haben wir ausgeschlagen, da unsere, ab heute mitreisende Freundin Martina 2, auf dem Weg zur naheliegenden Endoro Lodge war. Gibb´s Farm kann maximal 50 Personen beherbergen, die Gäste sind, wie der jetzige Eigentümer zu 90 % betuchte Amerikaner, die sich diesen Luxus leisten.

Alle Lodges, die wir besichtigt haben, sind eine Reise wert. Überall sind wir auf nette, teils sehr fröhliche Menschen gestoßen, je nach Vorliebe und Budget, sollte für jeden das Richtige dabei sein.

Zurück in unserer Lodge, Martina 2 war gerade angekommen, haben wir erstmal unser Mittagessen genossen und uns dann für eine Wanderung zu den Elefant Caves aufgemacht. Einen Kilometer von unserer Lodge beginnt die zweistündige Wanderung, auf der ca. 200 Höhenmeter gemeistert werden müssen. Durch den Ngorongoro Wald, auf den Trampelpfaden von Elefanten und Büffeln (die uns aber nicht begegneten) ging es mit leichter Steigung bergauf bis wir an einen Wasserlauf kamen, an dem die Elefanten Höhlen liegen. Bis vor 2 oder 3 Jahren waren es wohl wirklich noch Höhlen, die die Elefanten gegraben haben, um an die mineralhaltige Erde zu gelangen. Der steile Berg ist dann irgendwann abgerutscht und jetzt sieht es eher aus, als würde hier Erde abgebaut. Die Elefanten haben wieder neue Löcher gegraben, die ich aber nicht als Höhlen bezeichnen würde. Hunderte von weißen und ein paar gelbe Schmetterlinge kamen zum Trinken an den kleinen Fluss. Weiter ging die Wanderung zu einem Wasserfall, der über 40 Meter in die Tiefe stürzt, von oben betrachtet ganz schön hoch! Etwas weiter durch den Wald sahen wir den Wasserfall nochmal in seinem ganzen (schmalen aber tiefen) Ausmaß.

Es tat gut, sich mal wieder ein bisschen zu bewegen – ein schöner Ausflug, aber ohne Tiersichtungen, dafür viel Grün und tolle Aussichten auf die Kaffeeplantagen und ins Tal.

Ein weiterer schöner Tag geht zu Ende in einem wunderschönen Land.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

30.01.2019 – Safari im Ngorongoro Krater – Frühstück mit Elefant, Lunch mit Rhino und das Wunder der Geburt oder der perfekte Tag

Stockdunkel war es, als wir um 06:00 Uhr in den Jeep stiegen. Die Rumpelstraße runter bis zur Hauptstraße und dann nach Norden Richtung Ngorongoro. Das Gate zur Conservancy erreichten wir um 06:50 Uhr. Eine gute Stunde später erreichten wir die Abfahrt zum Krater. Vorher stoppten wir am Aussichtspunkt. Auf der einen Seite gibt es die spektakuläre Aussicht in den Krater, auf der anderen Seite ins Tal. Einen weiteren Stop haben wir am Denkmal für Michael und Bernhard Grzimek eingelegt, die soviel für den Tierschutz in Tansania erreicht haben. Das Denkmal wurde von einer Büffelherde „bewacht“, die es umkreist hatten und im hohen Gras fast verschwanden.

Der Weg in den Krater ist schmal und holprig. Von oben sieht man nur Landschaft, eine scheinbar leere Ebene mit Wasser, Sumpf und Gras. Wunderschöne Blumen blühten am Wegesrand und bizarre Bäume ragten in den blitzblauen Himmel.

Je weiter wir runter zum Kraterboden kamen, umso mehr Tiere tauchten wie aus dem Nichts auf. Gazellen, Elan, Thomson und Grand Gazellen, Gnus, Zebras und viele Vögel bevölkerten die saftigen Wiesen. Unsere Frühstücksboxen haben wir auf einem Hügel verzehrt, unser Blick ging auf einen Sumpf, in dem wir mehrere große Elefanten beobachten konnten. Was für ein schöner Ausblick beim Frühstück und wir waren ganz allein mit uns und der Natur, die Jeep Schlangen konnten wir in der Ferne erkennen, wie in Berlin an der Ampel.

Wie wir später „erfahren“ haben, galten die Schlangen einem stattlichen Mähnenlöwen und seinem kleinen Harem, leider in (für unsere Kameras) nicht sehr fotogenem Abstand. Die 2. Schlange entstand durch 3 Nashörner, die am Rande des Kraters aus den Büschen kamen und sich unter die Gnus und Zebras mischten.  Lange standen wir, um ein Gnukalb zu beobachten, dass gerade geboren worden war. 5 Minuten nach der Geburt versuchte es bereits sich aufzurichten. Nach einigen Fehlversuchen und (das müssen wir zugeben) sehr lustig anzusehenden Stürzen, stand es auf seinen langen, dünnen und wackeligen Beinen. Die Mutter fraß einen Teil der Plazenta, auf den Rest freuten sich schon die zahlreichen Geier und Schakale.

Es ist unglaublich, wie schnell so ein Tier, wortwörtlich mitten im Leben steht, nach einer Stunde kann es bereits so schnell wie seine Mutter galoppieren. Muss es auch können, sonst wäre sein Leben schnell wieder vorbei. Das 2. Neugeborene heute war ein Zebra. Als wir es entdeckten stand es bereits auf seinen wackeligen Beinen und vollführte ein Lauftraining, immer um die Mutter herum, die sich erstmal den Bauch vollschlug. Runde pro Runde wurde es sicherer, blieb aber immer ganz nah an der Mutter. Die Zebrakinder haben genauso lange Beine wie ihre Mütter und wenn sie immer nah an der Mutter bleiben, sind sie von den Raubkatzen schwer als Fohlen und somit als leichte Beute erkennbar.

Der Kraterboden ist um diese Jahreszeit mit reichlich saftigem Gras und viel Wasser bedeckt. Kein Wunder, dass sich so viele Pflanzenfresser an diesem Ort, mit paradiesischen Lebensbedingungen sammeln. Und kein Wunder, dass dieses optische Paradies auch so viele Touristen anzieht, die dieses, wenn auch teure Wunder der Natur besuchen. Unsere Mittagspause hatten wir am Hipp Pool geplant, dort aber dann lediglich die Toiletten benutzt. Ich habe über 70 Jeeps gezählt, das war uns eindeutig zu viel. Unser toller Guide startete also den Motor wieder und wir fuhren in die tierärmeren und somit auch weniger befahrenen Gebiete des Kraters. Nach 20 Minuten entdeckte unser „Adleraugen“ Guide ein weiteres Nashorn, das in ca. 400 Metern Entfernung zu einer Wasserstelle lief – wir hatten unseren Ort für unsere Mittagspause gefunden!

Das tolle am Krater ist, dass man eine Vielzahl an unterschiedlichsten Tieren an einem begrenzten Ort erleben kann, aber es erinnert durch seine natürlichen Grenzen, den imposanten Kraterwänden, die dem Fotografen eine tolle Hintergrundkulisse bieten,  an einen Safaripark – die vielen Jeeps erwecken ebenfalls diesen Eindruck. Dennoch ist der Besuch in diesem Weltnaturerbe wunderschön und beeindruckend. Die vielen Tiere, Pflanzenfresser und Vögel, die unglaubliche Landschaft, das Farbenspiel der Wolken auf den grünen Hügeln und Kraterwänden, die Flamingos auf dem See und nicht zuletzt die vielen Kälber und Fohlen der Gnus und Zebras.

Kurz vor der Ausfahrt vom Krater sahen wir dann noch eine Raubkatze ganz nah. Ein Serval, etwas größer als eine Hauskatze zog an uns vorbei – sehr hübsches Muster.

Nur 3 Minuten von der Ausfahrt am Kraterrand lag unser Zeltcamp für diese Nacht – das Angata Tented Camp. 9 Zelte, als Unterkünfte und ein großes als Lounge und Restaurant. Die Männercew freute sich offensichtlich über unseren Besuch, wir waren die einzigen Gäste und dann auch noch alle weiblich und sehr fröhlich. Wir wurden so rührend umsorgt – es war eine reine Freude. Nach dem Sundowner gab es Busch TV, ein Riesen Lagerfeuer, dass uns an dem kalten Abend wärmte. Beim Essen wurde das Zelt geschlossen und unser frierender Heriel bekam einen extra Heizstrahler. Das Essen war super lecker, mit Fisch hatte hier oben in 2.400 Metern keiner gerechnet;-) Die Jungs hatten frische Brötchen und Kuchen für uns gebacken, unsere Betten waren mit dicken zusätzlichen Decken bestückt und die Wärmflasche wärmte unseren Schlafanzug, den wir unbewusst aber schlau schon aufs Bett gelegt hatten. Draußen hatten wir einen fantastischen Sternenhimmel, drinnen war es so dunkel, wie wir es lange nicht erlebt haben. Auch nach längerer Augengewöhnung sahen wir – Nichts! Nada! Niente!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

31.01.2019 – Safari Serengeti Ndutu Gebiet – Wie viele Gnus siehst Du?

Unsere Nacht im Angata Camp war wunderbar und wir sind nicht erfroren. Das Frühstück um 06:00 Uhr war köstlich und wir haben in einen wunderschönen Sonnenaufgang geschaut. War das herrlich in dieser Ruhe – derzeit sitze ich in der Thorn Tree Lodge, wunderschöne Lage, weiter Blick in die Steppe und eine junge amerikanische Reisegruppe. Das Gekreische als sie ihre Zelte bezogen, war lauter als wenn die Models aus Germanys Next Top Model in die Modelvilla ziehen.

Zurück zum Angata – es war so schön ruhig und wir wurden so herzlich bewirtet und auch verabschiedet: „thank you for staying and keep your smiles!“

06:30 Uhr ging es wieder los, am Rande des Kraters vorbei und auch an den Massaidörfern. An der Kante des Grabenbruchs, standen die Giraffen – wie auf der letzten Reise auch, ein Panorama sondergleichen und wieder muss ich daran denken, dass unsere Ururururvorfahren einen fantastischen Platz ausgesucht haben, um die Menschheit zu begründen. Weiter ging es über die Ngorongoro Highlands und die ersten Zebras und Gnus erschienen. Martina 2 und Anna hatten es nicht glauben wollen, aber wir sahen tausende und abertausende von Gnus, Zebras und Thomson Gazellen. Dieses Schauspiel muss man selbst erlebt haben, auf Fotos ist das nicht zu beschreiben. Im Gegensatz zum Krater, waren hier noch keine Kälber geboren, die Gnus können die Geburt bis zu 4 Wochen zurückhalten, bis die lang ersehnten Regenfälle kommen – bis dahin ziehen sie im Zickzack durch das Gebiet um den Ndutu See, immer in die Richtung aus der sie den Regen vermuten. So weit das Auge reicht, sieht man Tiere, mal weit verteilt, mal in langen Reihen durch die Landschaft ziehend. Diese Unbedingtheit, die diese Tiere vorantreibt, finde ich immer wieder beeindruckend.

Drei Lodgebesichtigungen standen noch auf dem Plan – das Heritage Camp, die Ndutu Luxury Lodge und die Ndutu Safari Lodge – Beschreibung kommt später, wir sind täglich so lange unterwegs, dass ich kaum zum Schreiben komme.

Der Game Drive abseits der Migration war nicht sehr ergiebig und so sind wir zur Mittagspause mitten in eine der großen Herden gefahren und haben dort unsere Lunchboxen verzehrt.

Danach sind wir in die Serengeti gefahren und haben erstmal unseren Begrüßungslöwen gesehen, ein stattlicher Mähnenlöwe direkt an der Fahrpiste. Den Rest des Rudels hat Heriel, drei Ecken weiter im Schatten gefunden. Die Damen samt Nachwuchs, leider mehr oder weniger regungslos.

Ein Gepard aus weiter Ferne, Affen, Elefanten und die traumhaften Giraffen, die über die weite Steppe ziehen. Leider hatte Anna nach dem Ngorongoro Krater schon gesagt, „das war der schönste Tag in diesem Jahr!“. Die vielen, vielen Tiere waren so beeindruckend und der Tag war wieder so traumhaft, dass jetzt ein Kopf an Kopf Rennen der schönsten Tage beginnt.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

01.02.2019 – Safari und Ballonfahrt in der Serengeti – Es ist so schön und es hört nicht auf!

Nach einer geräuschvollen Nacht mit Hyänengeheul und Löwengebrüll klingelte für die Martinas heute morgen um 04:40 Uhr der Wecker – Ballonfahren stand auf dem Programm, 05:15 Uhr wurden wir abgeholt und mit anderen Gästen zum Abfahrtsort gebracht. Erfreulicherweise waren wir die letzten auf der Tour und wir erreichten die 3 großen Ballone nach 45 Minuten. Unterwegs sahen wir einen Fuchs und einen Hasen – mehr hat die „Nachtpirschfahrt“ nicht hergegeben. Die Körbe der Ballone sind recht groß und fassen 12 oder 16 Personen, die in je 4 „Abteile“ gesteckt werden. Der Korb liegt auf der Seite und man legt sich quasi hinein. Um kurz nach halb sieben, pünktlich zum Sonnenaufgang ging die Fahrt los. Unser kanadischer Pilot schaffte es, den Ballon genau über den Seronera Fluss zu steuern, den er in niedriger Höhe überflog, sodass der Gestank der Hippos bei uns ankam. Die beiden anderen Ballone hatten eine andere Richtung eingeschlagen, komisch, ich dachte immer, der Wind weht für alle gleich. Die Morgenstimmung schwebend in dieser großartigen Landschaft zu erleben war traumhaft. Tiere sahen wir allerdings kaum, nur Kleinvieh und zum Ende hin eine weit entfernte Giraffe und ein paar Büffel. Der gesamte Flug (oder Fahrt) erfolgte relativ dicht über dem Boden, lediglich einmal stieg der Ballon auf 200 – 300 Meter auf und ermöglichte eine noch bessere Sicht auf die Weitläufigkeit der Serengeti. Die Landung nach einer Stunde war ein bisschen rumpelig, aber gut und wir krabbelten nacheinander alle wieder aus dem Körbchen. Es war ein schönes Erlebnis in dieser wundervollen Kulisse, um diese Jahreszeit sollte man aber besser den Flug ab Ndutu machen und somit die Möglichkeit haben, über die großen Herden zu fliegen.

Die Begleitfahrzeuge waren schnell vor Ort und wir fuhren zum vorbereiteten Buschfrühstück, wo bereits für die drei Ballone Tische gedeckt und der Sekt bereitstand. Alles war perfekt organisiert, bis hin zur „lu with a view“ – zwei Toiletten, die zur vorderen Seite offen waren und den Blick in die Steppe frei gaben. Für mich hätte der Anschluss etwas privater sein können, mit ungefähr 40 Gästen kam etwas „Biergartenatmosphäre“ auf – schöner wäre, wenn jeder Ballon separat sein Buschfrühstück serviert bekäme, aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau.

Heriel und Anna haben uns eingesammelt und wir gingen sofort über zum Game Drive per Auto. Die Beiden hatten morgens einen Leoparden erspäht, den wir jetzt aber nicht mehr antrafen, nur das halbgefressene Warzenschwein hing noch im Baum. Mittlerweile sahen wir ein paar mehr Tiere – Giraffen, Elefanten, Antilopen. Einen anderen Leoparden haben wir anhand der „Jeepaustellung“ gefunden. Er lag 100 Meter von der Straße entfernt auf einem Baum, der eigentlich viel zu dünne Äste hatte und sehr unbequem aussah. Wir hofften, dass er seinen Standort verläßt, aber nach einer ganzen Weile beschlossen wir weiter zu fahren. Eine halbe Stunde ging es ohne nennenswerte Tiersichtungen durch die Steppe, aber mittlerweile weiß ich, dass bei solchen scheinbar ziellosen Fahrten immer etwas Schönes am Ende wartet. und so war es auch diesmal – ein Baumhaus! Aber nicht für uns Menschen, sondern für Löwen. Vier Prachtexemplare lagen in dem großen Baum, auf unterschiedlichen Ebenen und ihre Bäuche waren offensichtlich gut gefüllt. Wie herrlich ihnen beim dösen zuzuschauen. Ab und zu wurde mal ein Kopf gehoben, oder ein Auge geöffnet, selten auch mal die Liegeposition geändert. Ansonsten genossen sie offensichtlich ihren Platz ohne piksendes Gras und Krabbelkäfer und mit einer frischen Brise unter dem schattigen Baum. 200 Meter weiter lag der Rest des Rudels unter einem Baum, ebenfalls vor sich hin schlummernd, bis auf 2 Wächterinnen, die den halbgefressenen Fang des Vortages, einen Büffel. bewachen mussten. Unser Picknickplatz lag auf einem kleinen Hügel mit Rundblick über die Serengeti, herrliche Ruhe und weite Sicht.

Wir hatten an dem Nachmittag nochmal Löwen, bei dem Leoparden schauten wir just in dem Moment vorbei, als er den unbequemen Baum verließ und bei zwei Elefantenherden blieben wir lange stehen, um sie ausgiebig zu studieren – ich bin immer wieder fasziniert über ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Mittlerweile haben wir uns geeinigt, dass nicht der schönste Tag in diesem Jahr, sondern die schönste Woche gekürt wird – es ist ein Traum!

Wir freuten uns auf unsere schöne Zeltlodge, mit Blick auf die Steppe. Ein kaltes Bier zum Sonnenuntergang und die Ruhe genießen – so war der Plan. Leider reiste eine Gruppe junger Volontärinnen aus USA und Äthiopien an – ungefähr 20 an der Zahl. Ich habe dann das Bier auf später vertagt und bin erstmal ins Zelt zum Duschen gegangen. Dort angekommen hörte ich ein langanhaltendes Kreischen – die Damen bezogen ihre Zelte. Auch beim Essen wurde es sehr, sehr laut und selbst als ich im Bett lag, wurde ich immer noch in meiner Ruhe gestört. Die Damen im Nachbarzelt hatten sich Filme oder Serien runtergeladen, die dann noch lautstark geschaut wurden – also Oropax in die Ohren, aber dann hört man die Tiere nicht und das ist eigentlich das Schönste!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk
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