30.10.2019 – Von Katavi nach Mbeya – 520 km oder zurück in die Vergangenheit

Heute Morgen bestätigte sich, was Justin schon vermutete. Er hat vor 5 Jahren in Stanley´s Kopje im Mikumi Nationalpark gearbeitet, die Lodge gehört ebenfalls zur Fox Gruppe. Mikumi war mein erster Park, den ich in Tansania besucht habe, als Tourist im Familienurlaub und Justin hat damals unser erstes Familienfoto des Urlaubs bei unserer Ankunft gemacht. Mit auf dem Foto unser damaliger Fahrer Omari, der mit Justin befreundet ist. Wir mussten also heute früh erst mal mit Omari telefonieren, mit dem ich all die Jahre über in Kontakt geblieben sind. Wir hatten schon mal eine komische Situation, als wir mit Freunden in Wien deren Safari Fotos aus dem Selous anschauten und ich feststellte, dass wir mit demselben Fahrer unterwegs waren. Omari hatte dann schnell ein Foto mit beiden Familien über WhatsApp bekommen und war sehr verwundert. Wie klein die Welt doch geworden ist. Unsere Fahrt endet heute in Mbeya und Fransisca hat ein Hotel für uns gebucht, in genau dem Hotel (einer Art Country Club) haben wir nach unserer Safari einen Tag mit den Kindern am Pool verbracht. Bei der Reise damals habe ich mein Herz an Tansania verloren und jetzt komme ich mit meiner Partnerin Fransisca zum Anfang zurück – im Rahmen einer Rundreise. Fühlt sich für mich jetzt auch wie eine runde Sache an 😉

Die ersten Kilometer ging es durch den Park, es waren schon wieder dunkle Wolken zu sehen und ein entferntes Donnern, doch für uns blieb der Tag heute trocken. Der Hippopool unter der Brücke machte einen etwas besseren Eindruck und der Gestank war um eine Nuance erträglicher. Eine Giraffe verabschiedete uns noch am Straßenrand und schon haben wir den Park wieder verlassen.

Mein Fazit zu Katavi: Reisende, die schon Safarierfahrung haben und denen es in der Serengeti bereits zu voll ist, sind in diesem Park gut aufgehoben. Man braucht entweder ein großes Reisebudget, um auf angenehme Weise in den Park zu fliegen und sich in einem All Inclusive Paket von den Lodges verwöhnen zu lassen, Gamedrive inklusive, oder viel Zeit, um den Park auf unsere Art, oder gar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Übernachten kann man in den 3 von uns besuchten Camps und Lodges, in den Bandas der Ranger oder auf den öffentlichen Campingplätzen. Obwohl wir leider keine Wildhunde und auch nicht den angeblich oft in der Katavi Wildlife Lodge gesichteten Leoparden gesehen hatten, hatte wir großartige Safaritage. Ich habe die Weite und die geringe Besucherzahl sehr genossen. In den 3 Tagen haben wir nicht mehr als 20 „Wazungus“, also Fremde/Touristen gesehen. In unserer Lodge waren außer uns noch 3 Gäste, damit kann ich leben;-).

Erfreulich war die Tatsache, dass die Hauptstraße, die wir nach ca. 40 Minuten erreichten, asphaltiert ist. Im Gegensatz zu dem Stück vom Park nach Uvinza, dass wir vor 3 Tagen befahren hatten. Bis Tunduma ging die Fahrt störungsfrei, in der großen Stadt aber stauten sich die LKW, die nach Sambia ausreisen wollen. Die Landschaft war anders als nördlich des Parks, eher Steppe und Buschland, einiges an Landwirtschaft, die auf sehr traditionelle Weise betrieben wird. Mit der Hacke geht’s aufs Feld und wer Glück hat, kann mit dem Ochsengespann pflügen – die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Zwischendurch wieder großartiges Panorama mit Hügeln, Ebenen und Weitsicht. Die ganze Fahrt über wieder kein Internet, außer für 10 Minuten in Sumbawanga, einer Kleinstadt. in Tunduma hatten wir wieder Signal, leider nur aus Sambia – für uns nicht nutzbar;-(

Ich bemerke: In Tansania reisen und arbeiten ist nicht einfach!
Unterwegs sieht man viele Fußgänger und Fahrradfahrer, in den Städten Bajajis (die kleinen dreirädrigen Fahrzeuge mit Vespa Motor, woanders Dalla Dalla oder TukTuk genannt), Motorräder, Busse und Autos. Lasten werden mit dem Fahrrad transportiert, in Handkarren gezogen oder auf dem Kopf getragen. In den Dörfern sind Wasserpumpen, die manuell betätigt werden müssen, um an das kostbare Nass zu gelangen, diese Aufgabe scheint Frauen und Kindern vorbehalten zu sein und ich stehen immer, wie geschickt die Frauen die vollen Eimer (15 Liter oder mehr) auf dem Kopf balancieren, oft mit Baby auf dem Rücken. Die Schulkinder laufen in ihren Uniformen in großen Gruppen am Straßenrand entlang, traurig, dass wir morgens so viele Kinder bei anderen Beschäftigungen sehen mussten.

Mbeya erreichten wir nach knapp 10 Stunden, es war angenehm von den Temperaturen, schließlich liegt es auf 1700 Metern Höhe. Ein kurzes Bad im Pool, ausgiebige Dusche, Abendessen, Emails und Angebote schreiben, Hotel besichtigen, Bericht fertig schreiben und um 24 Uhr Licht aus. 

Lala Salama