12.05.18 – Out of Africa

Der Weckruf kam wieder in der Dunkelheit. Meine morgendliche Routine, Aufstehen im Dunkeln, Verzicht auf Open Air Dusche an der frischen Luft, packen, frühstücken und los zum Game Drive. Eigentlich hatten wir uns Hunde und Katzen gewünscht, also Windhunde und Raubkatzen, unser Guide Max bekam aber die Info, das ein Nashorn gesichtet wurde. Da alle Camps der Gruppe in privaten Konzessionen verfügen, dürfen die Jeeps quer durch den Busch fahren. Hohes Gras und Büsche, die an Salbei erinnern, aber um einiges größer sind, stellten kein Hindernis dar. Jetzt zeigte sich der Vorteil, wenn man groß ist. Max konnte auf der Fahrertür sitzen und trotzdem noch Gas geben. So hatte er bessere Sicht und hat den Koloss in einiger Entfernung erspähen können. Für die massige Gestalt sind diese Tiere erstaunlich flott und wir verloren es sehr schnell aus den Augen in der Buschlandschaft. Ob jemandem ein Foto gelungen ist, auf dem der graue Körper eindeutig als Nashorn zu identifizieren ist, bleibt abzuwarten. Der Leopard blieb uns versagt, aber immerhin hatten wir die anderen der Big Five – Elefant, Büffel, Nashorn und Löwe – gesehen. Unsere Pirschfahrt endete direkt am Airstrip, wo wieder eine kleine Maschine auf uns wartete, die uns 5 Damen in unser letztes Camp – Moremi Crossing – fliegen sollte. Es ist so schön, diese großartige Landschaft von oben sehen zu können. Ich muss immer an Meryl Streep und Robert Redford denken und die Filmmusik aus „out of Africa“ geht mir nicht aus dem Kopf. Auf den kurzen Flügen, die zwischen 15 und 25 Minuten dauern, wird in niedriger Höhe geflogen und man kann Elefanten, Büffel und Giraffen von oben erkennen. Schade, dass die Flugzeit so kurz ist. Der Transfer zum Moremi Crossing, wies schon darauf hin, was uns erwartet. Als „Wassercamp“ gibt es hier keine Pirschfahrten, sondern Mokoro- und Bootstouren oder Walking Safaris. Ein kurzer Spaziergang entlang des Flugfeldes brachte uns zum Boot, das uns zur Lodge bringen sollte. Wie auch schon in den vorherigen Camps wurden wir von der singenden Belegschaft begrüßt und bekamen die üblichen kalten Tücher für die Hände und den Welcome Drink, während wir über die Sicherheitsbestimmungen und Ablaufplan des Camps informiert wurden. Nach einem schnellen Lunch konnten wir unser Zelt beziehen und die warme „Sonnendusche“ nutzen. Warzenschweine und Paviane zogen an meinem Zelt vorbei und ein Elefant stand malerisch im grünen Gras. Das Nachmittagsprogramm bestand aus kurzer Mokoro Fahrt und längerem Bush Walk. Geführt wurden wir von Amos, der große Sicherheit ausstrahlte, 2 weitere Guides sicherten uns nach hinten ab. Die Begegnung mit Gazellen und Vögeln sind schön, aber eine (Gott sei Dank) kleine Büffelherde sorgte schon für etwas Anspannung. Der Aschetest zeigte uns an, dass der Wind günstig stand und wir uns der Herde nähern konnten. Trotzdem Zeit, mal nach der Sicherheit zu fragen. Im Gegensatz zu unseren Buschspaziergängen in Simbabwe war nämlich kein Gewehr zu sehen. Die einzige „Waffe“ ist ein Gegenstand, der wie ein Kugelschreiber aussieht und wie ein Gewehr knallen kann. Wir hofften, dass eine Kostprobe dieses Geräusches nicht von Nöten sein würde. Von einem verlassenen Termitenhügel beobachteten wir die mächtigen Büffel, wie sie uns beobachteten. Anscheinend sahen wir friedlich aus und rochen nicht allzu übel – die Büffel blieben ruhig und wir könnten in großem Bogen um sie herum laufen. Die übersichtliche Steppe wurde von einem kleinen Waldstück unterbrochen. Die Spuren der Büffel und Nilpferde, die das Wäldchen als Rastplatz nutzen, ließen ein mulmiges Gefühl aufkommen. Nachdem wir einige Baumarten kennen gelernt haben, ging es wieder zurück in die Steppe, wo uns eine große Elefantenherde erwartete. Obwohl einige Jungtiere in der Gruppe waren, blieben die grauen Riesen ruhig und entspannt – gute Gelegenheit für Selfie mit Elefant. Leider war die Sonne schon sehr tief und wir mussten zum Mokoro zurück, bevor die Nilpferde zum Grasen an Land kommen würden. Dort angekommen standen die mittags bestellten Drinks bereit. Unsere Guides und Poler (die Männer die, die Mokoros staken) hatten gute Laune, schließlich sind wir alle heil dem Busch entronnen und haben uns gut unterhalten. Den Sonnenuntergang konnten wir im Mokoro erleben mit Blick über den Fluss und die Steppe. Was für eine Stimmung, ich glaube ich habe auf dieser Reise mindestens 200 Sonnenuntergangsfotos gemacht, aber es wurde wirklich täglich zelebriert. Ich sollte das vielleicht beibehalten, es ist sehr entspannend! Vor dem Abendessen gab es eine kurze Show der Belegschaft, die wir schon ein bisschen fürchteten, hat man doch ab und an den Eindruck, dass ein Programm abgespult wird. Dieses Mal aber konnte man jedem die Freude an Gesang und Tanz ansehen – es hat wirklich Spaß gemacht ihnen zuzusehen. Tanzend wurde jeder Gast von einem Besucher zum Tisch gebracht. Suppe und Nachtisch wurden wie jeden Abend im Okavango Delta serviert, den Hauptgang mit Fisch, Huhn und Gemüse gibt es am Buffet. Satt und müde ging jede in ihr Zelt und erwartete das letzte Buschkonzert dieser Reise. Mit der Taschenlampe konnte ich einige Nilpferde erkennen, viele weitere hören, wie sie durch das Wasser ans Ufer kamen. Das Löwen- und Hyänengebrüll habe ich verschlafen.

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk
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