seronera

24.08.20 Serengeti Seronera

Bonna und ich starteten unseren „Early Morning Gamedrive“ um 06:00 Uhr in der Dunkelheit. Es war nach recht kühl und die Serengeti relativ leer. Eine Hyäne, ein paar Antilopen, das war´s. Rund um den Seronera Fluss trafen wir auf einige Nilpferde, die vom Land zurück ins Wasser gingen, wo sie in größerer Zahl zusammentreffen, verraten Sie sich durch ihren sehr strengen Geruch. Zum Ende unseres Ausflugs wurden wir dann doch noch mit 4 Geparden belohnt, die teils spielend an uns vorbei zogen.


Im Camp haben wir gemütlich gefrühstückt, bevor wir mit gepackten Taschen wieder aufbrachen, wir hatten noch ein paar Stationen auf unserem Plan. Zuerst fuhren wir zur Frankfurter Zoologischen Gesellschaft, die in der Serengeti eine Außenstation hat. Den Verantwortlichen Rian Labuschagne fanden wir letztlich im Fahrzeugbereich der Ranger. Glücklicherweise hat er sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit uns genommen, dass für alle von uns sehr lehrreich war und uns nochmals aufgezeigt hat, dass der fehlende Tourismus nicht nur den Menschen schadet, die nun keine oder kaum Arbeit haben, sondern auch den Tieren in den Nationalparks. Ohne die Einnahmen aus den Eintritts- und Campinggebühren in den Parks, fehlt es derzeit an Allem. Der Staat hat andere Sorgen und eine Unterstützung für die Parks und die Ranger gibt es kaum bis gar nicht. Die Gesellschaft zahlt (unter vielem Anderen) für Benzin und Reifen der Ranger, damit sie ihre wichtige Aufgabe im Naturschutz aufrecht erhalten können. Mit sinkenden Einkommen steigt die Zahl der Wilderei für „Bushmeat. In drei Tagen wurden in Kogatende, der nördlichen Serengeti 450 Fallen gefunden und entfernt. Ziel der Fallen sind häufig die Gnus, die ja in großer Zahl durchziehen, Opfer werden aber auch alle anderen Tiere, die in den Fallen landen.


Unsere nächste Station war das Tortillis Camp. Wir hatten etwas Mühe das Camp zu finden, die Beschilderung in der Serengeti ist sehr bescheiden und teilweise gibt es dieselben Namen mehrfach. Über Telefon haben wir eine genaue Beschreibung bekommen und die eindringliche Warnung nicht am Parkplatz auszusteigen – es sind Löwen in der Nähe. Das Tortillis Camp liegt in einer sehr wilden Gegend, mit vielen Bäumen und Sträuchern. Wir sahen viele Büffel, Giraffen und Antilopen auf dem Weg. Der Manager freute sich über die Abwechslung und die Möglichkeit ein bisschen erzählen zu können und uns das Camp zu zeigen. Die 14 Zelte liegen rechts und links von dem Restaurant und Loungezelt. Die Löwen konnten wir von unserem Spaziergang aus sehen und erledigten alle Wege etwas zügiger als üblich;-).
Als wir aus dem sicheren Jeep aus etwas näher fuhren, war klar, dass wir uns keine Sorgen hätten machen müssen. Das Rudel hatte einen großen Büffel erlegt, der stolze Mähnenlöwe war schon in der Ruhephase nach dem üppigen Mahl, drei andere mühten sich noch mit dem „unhandlichen“ Mittagessen.


Unser Mittagessen haben wir am Picknickplatz vom Visitor Center genossen, nachdem wir ein kurzes Treffen mit der Tanapa Chefin der Serengeti hatten (Tanapa managt die Nationalparks in Tansania). Wer schon mal da war, kennt den Trubel dort und die dicken Hyraxe (sehen aus wie Murmeltiere), die sich über die Lunchboxen der Touristen freuen.
Jetzt war hier gähnende Leere und die Hyraxe hatten den Platz für sich eingenommen und chillten auf den Tischen und Banken. Selbst zum Betteln waren sie zu bequem – irgendwie lustig, wie die Natur auf Änderungen reagiert.

Wie immer dauerte alles viel länger als sonst und es wurde schon knapp mit der Zeit. Wir haben uns noch das Corona Notfallcenter / Erste Hilfe Station angesehen. Für die Erstversorgung ist hier gesorgt, ein Verdachtsfall auf Corona wurde hier noch nicht eingeliefert.
Auf dem direkten Weg ging es dann zum Naabi Hill, wo wir aus der Serengeti aus- und in die Ngorongoro Conservancy eincheckten. Es war schon nach 17 Uhr, als wir uns zu den Ngorongoro Highlands aufmachten. Zwei Geparde, die quasi am Wegesrande auf uns gewartet zu haben schienen, haben uns ein paar Minuten aufgehalten. Sie zogen an uns vorbei in die Steppe, es schien als ob sie jagen wollten, aber wir mussten weiter.

Die Olduvai Ndogo Lodge erreichten wir kurz vor 18:30 Uhr, den Sundowner Walk hatten wir leider verpasst, aber den Sonnenuntergang haben wir gerade noch gesehen. Die Lodge besteht aus acht wunderschönen Zelten mit Blick in die unendlich weite Steppe. Vom obersten Punkt des Hügels hat man fast einen Rundumblick. Ein großes Lagerfeuer wurde von den Massai angezündet und wir haben uns über das Leben, die Sitten und die Veränderungen durch die Moderne im Leben der Massai unterhalten.


Das Essen (wie immer zu reichlich) war fantastisch und auch dieser Tag ging mit vielen Eindrücken in dieser unglaublichen Natur zu Ende. Ab ins Bett – um 07:00 Uhr wird Morgen gewandert. Lala Salama – gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

23.08.20 – Von Grumeti nach Seronera in die zentrale Serengeti

Das Abendessen im Grumeti Hills war köstlich und künstlerisch wertvoll. Der Koch hat für uns ein Viergänge Menu gezaubert und alles wunderschön angerichtet. Wieder mal waren wir die einzigen Gäste, es ist wirklich ein Jammer. Wo sonst funktioniert Social Distancing so gut wie auf Safari. Alles ist offen und an der frischen Luft, man ist mehr oder weniger nur mit den Insassen des eigenen Jeeps zusammen und trotzdem gibt es die Reisewarnung.

Unser Tag hat wieder mal früh begonnen, um 06:30 Uhr hatten wir einen Kaffee und herzhafte Zimtschnecken und sind dann von der Grumeti Hills Lodge in Begleitung eines Guides von der Lodge und eines bewaffneten Rangers los spaziert.


Grumeti ist eine WMA – Wildlife Management Area – im Gegensatz zu den Nationalparks ist hier z.B. Offroad Driving erlaubt (aber Vorsicht! Auch hier liegen viele Felsen und Steine). Auch Nachtfahrten werden angeboten. Das Grumeti Hille verfügt hierfür über Elektro Jeeps, die die Tiere nicht so sehr stören. Das Scheinwerferlicht, mag den ein oder anderen beim Schlummern stören, aber die nachtaktiven Tiere lassen sich wohl nicht stören. Fransisca und Said hatten sich auch noch die Solaranlage mit gut 200 Solarpanelen zeigen lassen (während ich den Sonnenuntergang genossen habe). Das ganze Camp inklusive Pool und die Elektrofahrzeuge wird über Solar betrieben, für das Brunnenwasser gibt es eine Osmoseanlage, die das Wasser in Trinkwasserqualität aufbereitet. Das nenne ich mal Nature Responsible!


Interessant war auch der Blick von oben. Wie mit einem Lineal gezogen war der uns naheliegende Teil der Ebene grün und das dahinter liegende Gebiet goldbraun mit trockenem Gras bewachsen. In der WMA, wie auch in den Nationalparks werden immer wieder mal Gebiete abgebrannt. Den Bäumen scheint es nicht zu schaden und nach den ersten Regenfällen wird alles wieder saftig grün. Macht man das nicht, bleiben die alten, trockenen Gräser stehen und das neue, saftige Gras, das die kleineren Antilopen bevorzugen, tut sich schwer zu wachsen. Die größeren Tiere entgehen den Flammen, aber kleine, langsame Tiere werden ihnen unter Umständen zum Opfer fallen. Des einen Freud des anderen Leid, auch hier in der Wildnis.
Auf unserer Wanderung sind uns Zebras, Giraffen, Topis und Impalas begegnet, für den alten Büffel haben wir einen Umweg gemacht, man zieht sich den Zorn dieser Tiere besser nicht zu. Nach knapp 90 Minuten endete unser Spaziergang am Grumeti Fluss, wo ein Frühstück auf uns wartete. Kann ein Tag schöner beginnen, als an einem sonnigen Morgen unter einem schattigen Baum am Flussufer zu sitzen und bewirtet zu werden? Auf einer mobilen, mit Kohle betriebenen Kochstation wurden Eierspeisen zubereitet, dazu gab es Toast, Pancakes, Obst und Cerealien. Dazu Kaffee, Tee, Milch und Saft. War das herrlich! Sogar eine Camping Toilette war da und wie überall eine Handwaschstation- es wurde an alles gedacht! Im Gegensatz zu den Kollegen am Ngorongoro Gate, waren die Paviane sehr sittsam und haben uns ungestört gewähren lassen.


John hat uns gegen 09:30 Uhr eingesammelt und wir sind zum Grumeti Migration Camp gefahren, um uns das Camp anzusehen. Sehr schöne Lage am Hügel, mir aber eine Spur zu viel Stein und indisches Design. Unser nächster Stopp, eigentlich nur 10 Minuten entfernt, musste etwas auf uns warten. Eine Elefantenherde kreuzte unseren Weg und das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Kurz danach entdeckten Bonna und Said ein Löwenrudel, das so gut getarnt in den Felsen lag, dass es kaum zu erkennen war. Wir zählten 15 Tiere und der Chef war noch nicht mal zu sehen. Wer weiß, ob er nicht auch noch Damen seines Harems bei sich hatte.


In der Simba Lodge, in die wir nun mir Verspätung ankamen, hatte man natürlich Verständnis, dass wir bei den Löwen verweilt haben – heißt doch Löwe auf Suaheli Simba!
Hier gibt es neben des großen Lobby-Restaurant-Pool Areals 15 Zelte und ein Steinhaus mit 6 Zimmern. Auch wenn die Zelte mit der Außendusche authentischer sind, die Aussicht aus dem Steinhaus ist der Hammer. 180 Grad Blick über die Grumeti Ebene – Wahnsinn!


Von allen Lodges fährt man ca. 45 Minuten bis zum Ikoma Gate und fährt direkt von der WMA in die Serengeti. Auf unserem Weg zu unserem heutigen Camp haben wir einen Abstecher zur Four Seasons Lodge gemacht. Ich wollte mir diese Luxusunterkunft mal ansehen, um zu verstehen, warum die Übernachtungen hier so teuer sind. Der Abstecher hat uns zu einer schönen Begegnung mit einem alten Elefantenbullen verholfen, aber ansonsten nichts gebracht.

Die Lodge war verschlossen. Ein Gärtner (allein auf weiter Flur mit Maske) schickte uns zur Personaleinfahrt. Dort saß ein schmucker Wachmann mit Handschuhen und Maske und musste nachfragen, ob wir eintreten dürfen. Durften wir nicht – also wieder zurück und ins Thorntree Camp gefahren. Hier wohnen Bonna und ich in einem der drei Familienzelte, haben erstmal ausgiebig geduscht und geschrieben, den Sonnenuntergang und das Lagerfeuer genossen. Unser Camp hat insgesamt 14 Zelte, ein Restaurant/Bar Zelt mit Wifi, 24 Stunden Strom und warmes Wasser.
Jetzt warte ich auf das Abendessen, bevor es früh ins Bett geht. Lala Salama – Gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk