serengeti

24.08.20 Serengeti Seronera

Bonna und ich starteten unseren „Early Morning Gamedrive“ um 06:00 Uhr in der Dunkelheit. Es war nach recht kühl und die Serengeti relativ leer. Eine Hyäne, ein paar Antilopen, das war´s. Rund um den Seronera Fluss trafen wir auf einige Nilpferde, die vom Land zurück ins Wasser gingen, wo sie in größerer Zahl zusammentreffen, verraten Sie sich durch ihren sehr strengen Geruch. Zum Ende unseres Ausflugs wurden wir dann doch noch mit 4 Geparden belohnt, die teils spielend an uns vorbei zogen.


Im Camp haben wir gemütlich gefrühstückt, bevor wir mit gepackten Taschen wieder aufbrachen, wir hatten noch ein paar Stationen auf unserem Plan. Zuerst fuhren wir zur Frankfurter Zoologischen Gesellschaft, die in der Serengeti eine Außenstation hat. Den Verantwortlichen Rian Labuschagne fanden wir letztlich im Fahrzeugbereich der Ranger. Glücklicherweise hat er sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit uns genommen, dass für alle von uns sehr lehrreich war und uns nochmals aufgezeigt hat, dass der fehlende Tourismus nicht nur den Menschen schadet, die nun keine oder kaum Arbeit haben, sondern auch den Tieren in den Nationalparks. Ohne die Einnahmen aus den Eintritts- und Campinggebühren in den Parks, fehlt es derzeit an Allem. Der Staat hat andere Sorgen und eine Unterstützung für die Parks und die Ranger gibt es kaum bis gar nicht. Die Gesellschaft zahlt (unter vielem Anderen) für Benzin und Reifen der Ranger, damit sie ihre wichtige Aufgabe im Naturschutz aufrecht erhalten können. Mit sinkenden Einkommen steigt die Zahl der Wilderei für „Bushmeat. In drei Tagen wurden in Kogatende, der nördlichen Serengeti 450 Fallen gefunden und entfernt. Ziel der Fallen sind häufig die Gnus, die ja in großer Zahl durchziehen, Opfer werden aber auch alle anderen Tiere, die in den Fallen landen.


Unsere nächste Station war das Tortillis Camp. Wir hatten etwas Mühe das Camp zu finden, die Beschilderung in der Serengeti ist sehr bescheiden und teilweise gibt es dieselben Namen mehrfach. Über Telefon haben wir eine genaue Beschreibung bekommen und die eindringliche Warnung nicht am Parkplatz auszusteigen – es sind Löwen in der Nähe. Das Tortillis Camp liegt in einer sehr wilden Gegend, mit vielen Bäumen und Sträuchern. Wir sahen viele Büffel, Giraffen und Antilopen auf dem Weg. Der Manager freute sich über die Abwechslung und die Möglichkeit ein bisschen erzählen zu können und uns das Camp zu zeigen. Die 14 Zelte liegen rechts und links von dem Restaurant und Loungezelt. Die Löwen konnten wir von unserem Spaziergang aus sehen und erledigten alle Wege etwas zügiger als üblich;-).
Als wir aus dem sicheren Jeep aus etwas näher fuhren, war klar, dass wir uns keine Sorgen hätten machen müssen. Das Rudel hatte einen großen Büffel erlegt, der stolze Mähnenlöwe war schon in der Ruhephase nach dem üppigen Mahl, drei andere mühten sich noch mit dem „unhandlichen“ Mittagessen.


Unser Mittagessen haben wir am Picknickplatz vom Visitor Center genossen, nachdem wir ein kurzes Treffen mit der Tanapa Chefin der Serengeti hatten (Tanapa managt die Nationalparks in Tansania). Wer schon mal da war, kennt den Trubel dort und die dicken Hyraxe (sehen aus wie Murmeltiere), die sich über die Lunchboxen der Touristen freuen.
Jetzt war hier gähnende Leere und die Hyraxe hatten den Platz für sich eingenommen und chillten auf den Tischen und Banken. Selbst zum Betteln waren sie zu bequem – irgendwie lustig, wie die Natur auf Änderungen reagiert.

Wie immer dauerte alles viel länger als sonst und es wurde schon knapp mit der Zeit. Wir haben uns noch das Corona Notfallcenter / Erste Hilfe Station angesehen. Für die Erstversorgung ist hier gesorgt, ein Verdachtsfall auf Corona wurde hier noch nicht eingeliefert.
Auf dem direkten Weg ging es dann zum Naabi Hill, wo wir aus der Serengeti aus- und in die Ngorongoro Conservancy eincheckten. Es war schon nach 17 Uhr, als wir uns zu den Ngorongoro Highlands aufmachten. Zwei Geparde, die quasi am Wegesrande auf uns gewartet zu haben schienen, haben uns ein paar Minuten aufgehalten. Sie zogen an uns vorbei in die Steppe, es schien als ob sie jagen wollten, aber wir mussten weiter.

Die Olduvai Ndogo Lodge erreichten wir kurz vor 18:30 Uhr, den Sundowner Walk hatten wir leider verpasst, aber den Sonnenuntergang haben wir gerade noch gesehen. Die Lodge besteht aus acht wunderschönen Zelten mit Blick in die unendlich weite Steppe. Vom obersten Punkt des Hügels hat man fast einen Rundumblick. Ein großes Lagerfeuer wurde von den Massai angezündet und wir haben uns über das Leben, die Sitten und die Veränderungen durch die Moderne im Leben der Massai unterhalten.


Das Essen (wie immer zu reichlich) war fantastisch und auch dieser Tag ging mit vielen Eindrücken in dieser unglaublichen Natur zu Ende. Ab ins Bett – um 07:00 Uhr wird Morgen gewandert. Lala Salama – gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

23.08.20 – Von Grumeti nach Seronera in die zentrale Serengeti

Das Abendessen im Grumeti Hills war köstlich und künstlerisch wertvoll. Der Koch hat für uns ein Viergänge Menu gezaubert und alles wunderschön angerichtet. Wieder mal waren wir die einzigen Gäste, es ist wirklich ein Jammer. Wo sonst funktioniert Social Distancing so gut wie auf Safari. Alles ist offen und an der frischen Luft, man ist mehr oder weniger nur mit den Insassen des eigenen Jeeps zusammen und trotzdem gibt es die Reisewarnung.

Unser Tag hat wieder mal früh begonnen, um 06:30 Uhr hatten wir einen Kaffee und herzhafte Zimtschnecken und sind dann von der Grumeti Hills Lodge in Begleitung eines Guides von der Lodge und eines bewaffneten Rangers los spaziert.


Grumeti ist eine WMA – Wildlife Management Area – im Gegensatz zu den Nationalparks ist hier z.B. Offroad Driving erlaubt (aber Vorsicht! Auch hier liegen viele Felsen und Steine). Auch Nachtfahrten werden angeboten. Das Grumeti Hille verfügt hierfür über Elektro Jeeps, die die Tiere nicht so sehr stören. Das Scheinwerferlicht, mag den ein oder anderen beim Schlummern stören, aber die nachtaktiven Tiere lassen sich wohl nicht stören. Fransisca und Said hatten sich auch noch die Solaranlage mit gut 200 Solarpanelen zeigen lassen (während ich den Sonnenuntergang genossen habe). Das ganze Camp inklusive Pool und die Elektrofahrzeuge wird über Solar betrieben, für das Brunnenwasser gibt es eine Osmoseanlage, die das Wasser in Trinkwasserqualität aufbereitet. Das nenne ich mal Nature Responsible!


Interessant war auch der Blick von oben. Wie mit einem Lineal gezogen war der uns naheliegende Teil der Ebene grün und das dahinter liegende Gebiet goldbraun mit trockenem Gras bewachsen. In der WMA, wie auch in den Nationalparks werden immer wieder mal Gebiete abgebrannt. Den Bäumen scheint es nicht zu schaden und nach den ersten Regenfällen wird alles wieder saftig grün. Macht man das nicht, bleiben die alten, trockenen Gräser stehen und das neue, saftige Gras, das die kleineren Antilopen bevorzugen, tut sich schwer zu wachsen. Die größeren Tiere entgehen den Flammen, aber kleine, langsame Tiere werden ihnen unter Umständen zum Opfer fallen. Des einen Freud des anderen Leid, auch hier in der Wildnis.
Auf unserer Wanderung sind uns Zebras, Giraffen, Topis und Impalas begegnet, für den alten Büffel haben wir einen Umweg gemacht, man zieht sich den Zorn dieser Tiere besser nicht zu. Nach knapp 90 Minuten endete unser Spaziergang am Grumeti Fluss, wo ein Frühstück auf uns wartete. Kann ein Tag schöner beginnen, als an einem sonnigen Morgen unter einem schattigen Baum am Flussufer zu sitzen und bewirtet zu werden? Auf einer mobilen, mit Kohle betriebenen Kochstation wurden Eierspeisen zubereitet, dazu gab es Toast, Pancakes, Obst und Cerealien. Dazu Kaffee, Tee, Milch und Saft. War das herrlich! Sogar eine Camping Toilette war da und wie überall eine Handwaschstation- es wurde an alles gedacht! Im Gegensatz zu den Kollegen am Ngorongoro Gate, waren die Paviane sehr sittsam und haben uns ungestört gewähren lassen.


John hat uns gegen 09:30 Uhr eingesammelt und wir sind zum Grumeti Migration Camp gefahren, um uns das Camp anzusehen. Sehr schöne Lage am Hügel, mir aber eine Spur zu viel Stein und indisches Design. Unser nächster Stopp, eigentlich nur 10 Minuten entfernt, musste etwas auf uns warten. Eine Elefantenherde kreuzte unseren Weg und das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Kurz danach entdeckten Bonna und Said ein Löwenrudel, das so gut getarnt in den Felsen lag, dass es kaum zu erkennen war. Wir zählten 15 Tiere und der Chef war noch nicht mal zu sehen. Wer weiß, ob er nicht auch noch Damen seines Harems bei sich hatte.


In der Simba Lodge, in die wir nun mir Verspätung ankamen, hatte man natürlich Verständnis, dass wir bei den Löwen verweilt haben – heißt doch Löwe auf Suaheli Simba!
Hier gibt es neben des großen Lobby-Restaurant-Pool Areals 15 Zelte und ein Steinhaus mit 6 Zimmern. Auch wenn die Zelte mit der Außendusche authentischer sind, die Aussicht aus dem Steinhaus ist der Hammer. 180 Grad Blick über die Grumeti Ebene – Wahnsinn!


Von allen Lodges fährt man ca. 45 Minuten bis zum Ikoma Gate und fährt direkt von der WMA in die Serengeti. Auf unserem Weg zu unserem heutigen Camp haben wir einen Abstecher zur Four Seasons Lodge gemacht. Ich wollte mir diese Luxusunterkunft mal ansehen, um zu verstehen, warum die Übernachtungen hier so teuer sind. Der Abstecher hat uns zu einer schönen Begegnung mit einem alten Elefantenbullen verholfen, aber ansonsten nichts gebracht.

Die Lodge war verschlossen. Ein Gärtner (allein auf weiter Flur mit Maske) schickte uns zur Personaleinfahrt. Dort saß ein schmucker Wachmann mit Handschuhen und Maske und musste nachfragen, ob wir eintreten dürfen. Durften wir nicht – also wieder zurück und ins Thorntree Camp gefahren. Hier wohnen Bonna und ich in einem der drei Familienzelte, haben erstmal ausgiebig geduscht und geschrieben, den Sonnenuntergang und das Lagerfeuer genossen. Unser Camp hat insgesamt 14 Zelte, ein Restaurant/Bar Zelt mit Wifi, 24 Stunden Strom und warmes Wasser.
Jetzt warte ich auf das Abendessen, bevor es früh ins Bett geht. Lala Salama – Gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

21.08.20 Serengeti Kogatende – zweiter Versuch das River Crossing am Mara Fluss zu erleben

Wie immer auf Safari, klingelte der Wecker früh um 6:00 Uhr. Leider gab es heute nicht den persönlichen Weckservice mit Kaffee oder Tee. Die ersten Anzeichen der Dämmerung waren draußen über dem Fluss schon zu sehen. Schnell haben wir uns fertig gemacht und sind zum Frühstück gegangen. In dem offenen Raum war es noch ganz schön kalt, so dass wir uns nicht lange aufgehalten haben. Wunderschön war der Sonnenaufgang direkt über dem Fluss. 

Um kurz nach sieben sind wir losgefahren, Fransiska hat sich entschieden, in der Lodge zu bleiben um etwas zu arbeiten. Um kurz nach sieben sind wir losgefahren und hatten aufgrund der kühlen Temperaturen das Dach erst noch zugelassen. Morgens ist es noch ganz schön kalt, vor allem im Fahrtwind. Die erste Stunde haben wir nicht viel gesehen, außer ein paar Gazellen und Gnus. Die Raubkatzen verrieten nur durch die zahlreichen Kadaver, dass sie in der Nähe sein müssten. Irgendwann hatte John ein Ziel und gemeinsam mit einem anderen Jeep machten wir uns auf die Suche nach dem großen Fragezeichen. Die Fahrer sagen nicht immer auf welcher Suche sie sind, um a) die Kunden zu überraschen und b) nicht zu enttäuschen, wenn das Gesuchte nicht gefunden wird. Wir haben erraten, dass es sich wohl um Geparden handeln muss, die wir auch tatsächlich nach einer guten halben Stunde zwischen den Büschen am Flussufer entdeckten. Es war ein Bruderpaar, dass sich durch die mittlerweile fünf Jeeps nicht stören ließen und ein bisschen schmusten, ein Stück gemeinsam spazierten, sich unter einen Busch in den Schatten legten, wieder ein Stück liefen, bis sie das Flussufer herunter gingen und unserem Blickfeld entschwanden. Was für wunderbare und elegante Tiere!



Weiter ging unsere Fahrt durch Kogatende am Ufer des Mara Flusses entlang. Es waren wieder mehr Gnus zu sehen. Die Herde, auf deren Crossing gestern einige, teils vergeblich, gewartet haben ist noch weiter gezogen und hat den Fluss gegen 18 Uhr an einer anderen Stelle überquert. Eigentlich hätten da schon alle Gamedrives beendet sein müssen, aber derzeit scheint es nicht so viele Kontrollen zu geben.
Gegen 12:30 trafen wir auf eine große Gruppe Gnus, die sich am anderen Mara Ufer auf einer Klippe sammelten. Während unseres Mittagessen im Jeep beobachteten wir die für uns völlig unverständliche Choreografie der Gnus und einiger Zebras. Die Herde zog nach links und dann nach rechts, einige blieben stehen, um dann umso schneller hinterher zu rennen. Diverse Jeeps warteten in einiger Entfernung, um die Tiere nicht zu stören. Immer wieder dachten wir, dass es jetzt los geht und die Tiere den Fluss überqueren, aber der eine Mutige, der den Anfang machen muss, war leider noch nicht gefunden. Verständlich – warten im Fluss ja nicht nur die Krokodile sondern auch Nilpferde, die ebenfalls sehr unangenehm werden können, sobald sie sich gestört fühlen.
Die Herden werden oft von Zebras angeführt, die über ein größeres Erinnerungsvermögen verfügen. Wenn es aber zur Flussüberquerung kommt, werden die Gnus vorgelassen. Sie folgen erst, wenn die Krokodile satt sind.


Nach über einer Stunde sind einige Zebras die Klippe runter zum Wasser gelaufen, die Gnus folgten sofort und nach einiger Zeit war die kleine Landzunge voll. Doch anstatt den Fluss zu queren, gingen die ersten Gnus die Klippen wieder hoch. Es herrschte ein ziemliches Gedränge bis die Zebras nach links abschwenkten und über flaches Gelände weiterzogen. Die Herde teilte sich, einige gingen wieder zurück auf die hohe Klippe nach rechts, die anderen zogen nach links.
Wieder einige Zeit später zogen die von der rechten Klippe ins freie Gelände und machten nicht mehr den Eindruck heute auf die andere Seite zu wechseln. Also fuhren wir wieder nach Westen, von Crossing Point Nummer 7 zu 6, in der Hoffnung, dass die andere Gruppe sich heute noch auf zu anderen Ufern macht. Es wurde 16, es wurde 16:30 Uhr. Ca. 10 Autos folgten der Herde, das gleiche machte auch eine kleine Gruppe Gnus auf unserer Flussseite. Sie fanden wohl ihre Gruppe zu klein und hofften auf Verstärkung.
Irgendwann gab die kleine Gnuherde auf, wir aber folgten weiter – alle Jeeps langsam hintereinander her – ein bisschen wie im Disneyland, wo die Menschen in kleinen Booten oder Karren im gleichen Abstand durch die animierte Welt befördert werden.
Vielleicht hätten wir auch aufgeben sollen. Aber gestern ist die Herde nach einigem Wandern ja auch noch über den Mara Fluss gekommen.
Leider hat alles Warten und Hoffen nichts genutzt, jedes Tier blieb auf seiner Seite des Flusses. So kann es gehen aus Safari, mal sieht man unglaublich viel ohne großartig suchen zu müssen und mal bringt man soviel Geduld und Zeit auf und wird doch nicht belohnt. Ein Grund wieder zu Kommen ;-)!
Wir sind den Fluss noch weiter entlang gefahren und haben immer wieder Gnus gesehen, die aber nicht zur Mutprobe über den Fluss bereit waren. Endlich kamen wir am kleinen „Flughafen“ an, mit der einzigen Toilette weit und breit. Hätte ich gewusst, dass das Warten auf die Gnus vergeblich war, hätte ich mich nicht so lange gequält und wäre schon früher hier gewesen. Alternative ist natürlich immer die Buschtoilette, aber wenn alle Jeeps so schön zusammenstehen, um auf die Herden zu warten, ist das irgendwie auch blöd 😉


Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es in normalen Zeiten hier sein mag. Laut John sind dann hunderte von Jeeps unterwegs – jetzt haben wir den ganzen Tag maximal 20 gesehen. Meine Frage, ob es öfters zu Unfällen kommt, wenn alle Fahrer mit Abstand vom Fluss auf das Crossing warten und dann auf einmal losfahren, um ihren Kunden die bestmögliche Sicht auf das Spektakel zu ermöglichen, wurde eindeutig mit ja beantwortet. Ich bin froh, dass wir genau jetzt die Möglichkeit hatten hier zu sein, auch wenn wir das Crossing nicht erlebt haben. Als die Gnus mittags die Klippe runter (und dann auch wieder hoch) sind, konnte man ja schon ganz gut erahnen, wie es sein würde, wenn die Tiere wirklich in den für sie gefährlichen Fluss springen.


Es ging jetzt wieder zurück zur Lodge. Nach einem kurzen Regenschauer war die Sicht ganz klar und die Sonne tauchte die Ebenen, die teils goldfarben waren – wie reifes Korn – und teils leuchtend grün an den Stellen die vor ca. 4 Wochen abgebrannt wurden. Unsere Kunden berichteten vor drei Wochen von großen, schwarzen, verbrannten Flächen. Nach einigen kurzen Regenschauern explodiert die Natur wieder und das Grün kommt leuchtend aus dem schwarzen Boden geschossen. Dunkelgraue Regenwolken, gleißendes Sonnenlicht, das saftige Grün, ein Regenbogen und die leuchtenden Zebras und zahlreichen Gnus zauberten eine stimmungsvolle Szenerie. Nach über 11 Stunden Safari kamen wir zum Sonnenuntergang in der Lodge an. Emails checken, duschen, Abendessen, das Nötigste arbeiten und müde ins Bett inmitten der unfassbaren Natur Tansanias. Lala salama – gute Nacht!

 

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

20.08.20 Serengeti Kogatende

Ein perfekter Morgen auf Safari beginnt mit einem Kaffee oder Tee, der ins Zimmer / Zelt gebracht wird. Im Lamai Serengeti gibt es eine Luke von außen, wo das „Heißgetränk“ reingestellt wird, welches man von der Zimmerseite aus rausnehmen kann.
Heute habe ich den „Corona Tee“ gewählt“ – sehr scharf nach Ingwer, Zimt und Kräutern schmeckend. Die Tansanier glauben, dass damit alles ungesunde vernichtet wird. In der Tat, war der Tee so scharf vom Ingwer, dass ich das Gefühl hatte, es brennt mir den Rachenraum weg – und das noch vor 06:00 Uhr!
Der Ranger von Nomad hat uns begleitet. Gestern hatte ich schon gedacht, dass er mir bekannt vorkam, vor allem der Name Pius und mittags habe ich dann die Fotos gecheckt – Pius hat mich schon auf meiner Walking Safari in Ruaha im Oktober 2019 begleitet. Er arbeitet eigentlich dort, aber aufgrund von Corona, ist das Camp noch geschlossen. Das ist wirklich traurig zu sehen – alle Camps haben kaum Buchungen, normalerweise sollte um diese Jahreszeit fast alles ausgebucht sein.


Unser Morgen verlief spannend, unsere beiden Guides standen über Funk mit einem weiteren Fahrer von Nomad in Verbindung, der mit einem professionellen Fotografen unterwegs war – irgendwas hatten die Beiden bereits entdeckt. Das Gelände hier ist hügelig, es gibt viele Gräben und überall sind größere und kleinere Felsen und große Steine, als hätte ein Riese in seine Kiste gegriffen und die Steine wahllos in die Gegend geworfen. Zwei junge Leoparden kamen uns entgegen, liefen am Auto vorbei und tollten die Wiese herunter. John, unser Fahrer wollte ihnen folgen und „Rumms“! saßen wir fest. Vorwärts, rückwärts, Vierradantrieb – nichts funktionierte. Sofort kam der Nomad Jeep mit dem Fotografen, der die Leoparden nun ziehen lassen musste, zur Hilfe. Von hinten geschoben, von vorne geschoben – nichts. Alle Männer raus aus den Autos und gucken. Abschleppseil angebracht, Abschleppseil gerissen und immer dieses furchtbarre knarrende Geräusch, wenn der Jeep über den Felsen kratzte. Pius suchte jetzt zwei große Steine, auf die das Hinterrad versuchen sollte hochzufahren. Drei Männer dirigierten John vor, zurück, Lenkrad links, Lenkrad rechts und tatsächlich, wir bekamen wieder freie Fahrt. Toll zu sehen, wie die Fahrer zusammenhalten, sobald einer in Not ist, wird geholfen. Und wie schön, dass es doch nicht ganz so einsam in der Serengeti ist.

Nach dem Schreck entdeckten wir noch einen jungen Leoparden auf einem Felsen liegen, der sich geduldig fotografieren und filmen ließ. Ob es einer von den Beiden vorher gesehenen war, kann ich nicht sagen. Meine kleine Lumix Kamera hat leider den Geist aufgegeben – ich fotografiere jetzt nur noch mit dem Handy und habe noch die Videokamera – und verlasse mich auf Saids Fotokünste.


Jetzt war es aber Zeit für´s Frühstück, das auf dem Jeep unter einer Akazie angerichtet wurde. Pius hatte sogar noch Klappstühle für uns mitgenommen und wir genossen ein tolles Frühstück mit Blick auf den Marafluss. Das sind Momente, die man ewig festhalten möchte!
Nachdem wir uns gestärkt hatten ging unsere Pirschfahrt weiter und wir sahen (wie man hier so schön sagt) das Übliche: Zebras, Gnus, Elefanten, Giraffen, unterschiedliche Antilopen, Geier und Hyänen. Die Löwen, der Gebrüll wir die Nacht über gehört haben und an deren Beuteresten sich die Hyänen und Geier vergnügten, bekamen wir nicht zu sehen.
Am Marafluss hatten sich schon einige Jeeps eingefunden, da eine Herde Gnus auf der anderen Flussseite den Eindruck machten diesen queren zu wollen.


Eigentlich geht die Migration jetzt in Richtung Norden nach Kenia in die Massai Mara, diese Gruppe war offensichtlich auf dem Weg zurück nach Süden. Einige kräftige Regenschauer in den letzten Tagen bringen die Tiere wohl durcheinander, die Gnus folgen meist dem Regen und haben ein feines Gespür dafür. Alle Jeeps warteten ein ganzes Stück vom Ufer entfernt, um die Tiere nicht zu verschrecken. Einmal in Bewegung ist die Herde wohl nicht mehr (oder nur schwer) zu Stoppen und die Autos preschen nach vorne, damit die Gäste das Spektakel der Flussquerung sehen können.
Die Gnus wirkten etwas unentschlossen, die Positionen wurden mehrfach gewechselt, aber kein Tier näherte sich dem Mara Fluss, in dem wir die Nilpferde und Krokodile schon erspäht haben.
Nach einer Zeit beschlossen wir nicht länger zu warten und zum Lunch wie verabredet in die Lodge zu fahren. Wir haben uns noch die Familienzimmer angesehen, ein paar Fotos vom Pool gemacht und uns schweren Herzens aus der wunderschönen Lamai Lodge und den herzlichen Mitarbeitern verabschiedet.


Unser erster Stopp war bei den Giraffen, eigentlich nichts Spektakuläres, aber ein jüngerer Bulle, wollte eine ältere Dame beglücken. Ob es seine Unerfahrenheit war oder man als Giraffenbulle einfach größer sein muss entzieht sich meiner Kenntnis. In der halben Stunde wo wir zuschauten, mühte er sich redlich aber ohne Erfolg. Ein älterer Bulle schlenderte vorbei, sah sich das Geschehen aus der Nähe an und spazierte weiter. Wäre er ein Mensch gewesen, hätte er wahrscheinlich den Kopf geschüttelt 😉
Ansonsten gab es auf unserem Weg zu unserer nächsten Unterkunft, der Mara River Post Lodge nichts Besonderes zu sehen, außer natürlich Zebras, Gnus, Gazellen und wunderschöne Landschaft.
Die Mara River Post Lodge ist die letzte Unterkunft im Westen von Kogatene, der nördlichen Serengeti und liegt direkt am Mara Fluss. Von jedem Zelt aus, kam man den Fluss sehen, der hier eine Kehre macht, sodass auf jeder Seite des Hügels 8 Zelte sind, die jeweils über ein eigenes Restaurant verfügen. So kann man größere Gruppen von Individualreisenden trennen und es wirkt persönlicher und privater. Der Pool wird von beiden Seiten genutzt und die dazu gehörende Terrasse bietet fast einen Rundumblick.
Die Zelte sind schön und zweckmäßig eingerichtet, alle haben Blick auf den Mara Fluss und das Solarsystem sorgt für 24 Stunden warmes Wasser und Strom.


Beim Abendessen wurden wir mit einem drei Gängemenue verwöhnt und lauschten unter dem großen Strohdach dem Regen und Gewitter draußen.
Müde fielen wir in unsere Betten, Fransisca und Said in einem Zelt, Bonna und ich in dem daneben. Lala Salama – gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

19.08.20 Vom Lake Natron zur Serengeti

Wir waren ja schon vorgewarnt, da Kunden diese Strecke nach den vielen Regenfällen auch schon gefahren sind. Um kurz nach 6 sind wir los und um 13:30 waren im am Kleins Gate der Serengeti angekommen. Eine Stunde hatten wir Pause gemacht, Frühstück, Tankversuch (Diesel war aus), Apotheke und „Supermarkt“ für Wasser. Supermarkt auf dem Dorf ist eine kleine Bude, so groß wie bei uns ein Bäcker.


Das war keine African Massage, das war der Schleudergang. Trotzdem: der Schlenker zum Lake Natron ist der Mühen wert. Aber ich muss gestehen, dass die Tour eine ganz schöne Tortur ist – nicht nur für den Fahrer, auch für die, die hinten durchgeschüttelt werden. Das Wasser ist augenscheinlich in Sturzbächen runtergekommen und hat die Sand-, Schotter und Felspisten ausgewaschen und teils ausgehöhlt. Immerhin gab es tolle Landschaften und neben den Nutztieren wie Kuh, Ziege, Schaf, Esel, Dromedar auch Zebras, Giraffen, Perlhühner und Antilopen zu sehen. Unser Mittagspicknick machten wir direkt am Kleins Gate und sahen von dort schon Gnus und Zebras. Um 14:30 ging die Fahrt weiter durch die nördliche Serengeti in Richtung Westen zum Mara Fluss.


Beim Anblick der vielen Zebras und Gnus habe ich die Strapazen der Anreise fast schon wieder vergessen. Diese Vielzahl an Tieren ist einfach unglaublich und sucht seines Gleichen. Zwischendurch mal eine Giraffe, ein paar Elefanten, Büffel, Topis, Impalas, Sekretärvögel, eine Hyäne (beim Schreiben höre ich gerade auch welche), Warzenschweine, Geier und kurz vor unserem Ziel, der Lamai Serengeti Lodge von Nomad Tanzania, ein paar Klippspringer – Leibspeise der Leoparden.


Die Camps von Nomad sind uns seit unserer Reise im Oktober 2019 schon bekannt und der außerordentliche und persönliche Service hat uns da schon begeistert.
Als wir ankamen standen 3 fröhlich winkende Männer mit Gesichtsmasken! Und schwankend wie Seemänner kletterten wir 11 Stunden nach Abfahrt am Lake Natron aus dem Jeep. Das erste Mal auf der Tour erfolgte hier die (eigentlich) vorgeschriebene Prozedur mit Fiebermessen und Händewaschen, bevor es in die Lodge ging.


Wow! Ist das schön! Das Design, die Liebe zum Detail, dieser Ausblick! So sieht der Traum von einer Safariunterkunft aus und wir dürfen das jetzt bis morgen genießen. Nach einem ausführlichen, aber eloquenten Briefing, ging es kurz auf die „Zimmer“. Es gibt 10 einzeln stehende Unterkünfte auf Plattformen, die hinten gemauert und nach vorne zur Serengeti nur mit Moskitogaze versehen sind, sodass man von überall, selbst von der Dusche und der Toilette in die Serengeti guckt.

Schnell feste Schuhe anziehen – wir waren zum Sundowner Spaziergang geladen. Es ging auf den höchsten Felsen (Kopje) des Hügels, so ein großer, abgerundeter auf dem eigentlich ein Löwe liegen müsste. Gut beschützt standen wir auf diesem exponierten Felsen, die Serengeti uns zu Füßen und konnten nur noch gut bewacht genießen.


Vor dem Abendessen trifft man sich am Kaminfeuer, serviert wurde auf der Terrasse, das Essen und der Rotwein waren fantastisch, der Service liebevoll und aufmerksam, aus der Dunkelheit hört man die Tiere und über uns funkeln die Sterne. Besser geht nicht!!!
Danke Nomad Tanzania für diesen großartigen Abend.
Ich liege jetzt im Bett und höre Gnus, Löwengebrüll, das Lachen der Hyänen und ganz viel Gezwitscher und Gezirpe. Oh ja, die Fahrt hat sich gelohnt! Lala Salama – gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk