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28.08.20 Tarangire Nationalpark

Leider war es morgens bewölkt, sodass der Sonnenaufgang Nichts zu bieten hatte. Da hat sich mein frühes Aufstehen für mich leider nicht gelohnt, wohl aber für meine treuen Leser, die in den Genuss eines neuen Reiseberichts kamen.
Bevor wir wieder in unseren Schaukelnden Jeep gestiegen sind, haben wir das zur gleichen Gruppe gehörende Maweninga Tented Camp besucht, dass nur 5 Minuten zu Fuß entfernt liegt. 16 Zelte, nicht mehr ganz so neu und großzügig wie im Ormatai Camp, wo wir nächtigen durften, der Ausblick ist aber fast noch schöner.


Auf dem gleichen Hügel liegt die Lemala Mpingo Ridge Lodge, allerdings nicht mit Ausblick auf den Lake Burunge, sondern in die Ebene des Tarangire mit dem gleichnamigen Fluss, der Lebensader des Parks in Trockenzeiten. Die 15 Unterkünfte sind eine Art Bungalows mit Zeltcharakter, sehr großzügig und geschmackvoll. Die großen Terrassen laden zu stundenlanger Entspannung ein. Das Sofa kann mittags zu einem gemütlichen Bett für die Siesta hergerichtet werden – Moskitonetz inklusive – und eine Innen- und eine Außenbadewanne ermöglichen „stereobaden“;-) Der große Infinity Pool bietet eine ebenso großartige Aussicht in den Park wie die „Main Area“ mit Lounge und Restaurant. Auch so ein Ort, wo ich ganz gut 3 Nächte hätte bleiben können, nur um zu sitzen und zu gucken. Mein persönliches Highlight hier: der „Umkleideraum“ zum Spabereich! Eine von Felsen eingerahmte höher gelegene Terrasse mit „Open Air Toilette“ – „Lu with a View“!


Aber nichts mit Aussicht genießen, es ging weiter über die ruckeligen Pisten zurück in die Ebenen, wo wir auf das Hinweisschild der Tarangire Kuro Treetops Lodge stießen. Wir dachten erst, dass hier noch gar Nichts zu besichtigen ist, da es noch sehr nach Baustelle aussah. Doch die Lodge (derzeit eigentlich eher ein Camp) ist schon eröffnet. Mit 10 von später einmal 25 Zelten und einem Restaurantzelt, das eigentliche Restaurant wird gerade auf einem Felshügel, quasi in einen großen Baum gebaut. Die „Zeltzimmer“ befinden sich auf Terrassen direkt an den mächtigen Stämme von alten Baobabbäumen. Die Räume sind großzügig und mit allem ausgestattet, was man in einem 5*Hotel erwartet. Besonders gut gefallen haben mir der aufgehängte Korbsessel auf der Terrasse und die wunderbare Außendusche mit Blick in die Steppe. Bei der Aussicht wird der Wasserverbrauch sicherlich hoch sein, unter der warmen Dusche stehen und in die Steppe schauen, das sind doch auch Momente für die Ewigkeit;-). Ansonsten ist mir persönlich der Grandhotelstil mit der roten Plüsch-Chaiselongue und den Vorhängen wie bei Oma Grete eine Spur zu viel.


Nach 14 Tagen Jeepreise waren wir irgendwie alle erledigt und beschlossen schon gegen 14:30 Uhr in unser nächstes und letztes Camp zu fahren. Keiner hatte mehr große Lust auf das Geschaukel beim Gamedrive, zumal wir das Dach des Jeeps wegen der vielen Tse Tse Fliegen geschlossen hatten. Heute also kaum Tierfotos, nur die Elefantenfamilie mit den 3 Kleinen im Video, die unseren Weg kreuzte.


Im Kuro Tarangire Camp von Nomad standen alle Mitarbeiter wieder Spalier als wir ankamen. Das Camp hat nur 6 Zelte und das Restaurant- / Loungezelt und ist einfach, aber sehr geschmackvoll gestaltet. Ich glaube dem alten Hemingway hätte es gefallen, vor Allem die gut bestückte Bar, von der aus man uns gleich einen Drink anbot – das war mir nun wirklich noch zu früh;-).


Ich habe dann etwas völlig Verrücktes getan. 90 Minuten lag ich auf der Liege auf unserer Terrasse (Bonna und ich haben uns ein Zelt geteilt) und habe einfach nichts gemacht außer zu gucken. Ein bisschen schlechtes Gewissen hatte ich ja schon, es war ja noch kein Bericht geschrieben. Aber es war herrlich an diesem warmen Tag in einer leichten Brise zu liegen und den Busch zu beobachten. Die Impalas, die immer näher kamen, die Meerkatzen, die mich scheu aus Büschen und Bäumen beobachteten, die Giraffen, die in der Ferne vorbeizogen und dazu das Konzert der Vögel und Insekten.

Für 17:30 Uhr hatten wir unsere Dusche bestellt und das warme Wasser wurde pünktlich in unsere „Bucketshower“ gefüllt. Ich habe die Dusche draußen genossen, Bonna ist lieber in die Dusche innerhalb des Zeltes gegangen. Besonders gut hat uns gefallen, dass durch die vielen Fenster soviel Licht ins Zelt kam.


Um 18 Uhr war es dann doch Zeit für einen Gin Tonic, von den gemütlichen Kuhfellsesseln in der Lounge wechselten wir nach 30 Minuten zum Lagerfeuer und genossen ein letztes Mal dieses unvergleichliche „Buschfeeling“ – ich werde diese Abende sehr vermissen!!!


Ein weiteres Pärchen (Mitarbeiter einer Lodge in der Serengeti) waren noch im Camp, hatten aber wohl ein ganz frühes Abendessen auf der eigenen Terrasse, sodass wir wieder mal alleine im Restaurant saßen und das köstliche Essen aus der „Buschküche“ genossen. Danke Nomad Tanzania für einen weiteren wunderschönen Abend.
Lala Salama – gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

17.08.20 Mkomazi Nationalpark

Nach einem kurzen Frühstück sind wir gegen 7 Uhr für einen kurzen Game Drive in den Mkomazi gefahren. Es war fast die ganze Zeit bewölkt und nicht das richtige Licht für gute Fotos – aber wir haben ja noch einige Tage vor uns 😉 Heute war Zebra und Giraffentag! Im Mkomazi Park ist es schön zu sehen, wie wenig die Tiere an Autos gewöhnt sind. Alle Tiere sind auf Abstand bedacht – social distancing 😉 – und sind meist in Bewegung, und das liegt hier nicht an Corona, sondern an der Tatsache, dass hier generell wenig Besucher sind.


Wir gehen davon aus, dass sich das bald ändern wird und planen ein eigenes Zeltcamp im Mkomazi Nationalpark zu errichten. Wir haben uns bereits ein wunderschönes Grundstück über 2 km² gesichert und fast alle Genehmigungen beisammen. Wir werden mit zwei oder drei Zelten starten und dann der Nachfrage entsprechend aufrüsten.


Im Januar soll das kaum bekannte Nashorn Projekt in Mkomazi für Parkbesucher geöffnet werden. Toni Fitzjohn hat in den letzten 18 Jahren den Bestand an Nashörnern auf über 40 (genaue Zahlen sind uns nicht bekannt) gebracht. Gelungen ist dies durch die rigorose Abschottung in diesem großen aber unbekannten Park. Die Nashörner waren im Mkomazi durch Wilderei komplett ausgerottet, die Elefanten bis auf einige wenige ebenfalls. 1992 begann Toni Fitzjohn hier mit Spitzashörnern aus Südafrika eine erfolgreiche Zucht in einem 50 km² großen abgesperrten Bereich.
Nun ist ein weiteres Gehege mit 12 km² im Park errichtet worden, in den 5 – 6 -Nashörner umziehen werden, die dann auf Pirschfahrten entdeckt werden können. Die anderen verbleiben in der großen „Aufzuchtstation“. Wir hoffen als Campbetreiber noch Sonderrechte für einen Besuch im großen Gehege zu bekommen, aber ob das wirklich umgesetzt wird bleibt fraglich.


Der 3.245 km² große Mkomazi Nationalpark entstand 2008 aus dem Mkomazi – Umba Game Reserve und hat eine Länge von 130 km von West nach Ost und eine Breite von bis zu 41 km. Auf mehr als der halben Länge grenzt Mkomazi an den Tsavo West Nationalpark in Kenia, sodass ein großes Ökosystem für die wandernden Tiere geschaffen wurde. Landschaftlich ist der Mkomazi Park sehr abwechslungsreich, im Norden sind die großen Ebenen nach Kenia, sehr gut zu sehen vom hoch gelegenen Vitewini Picknickplatz, im Süden grenzen die bis zu 2.200 Meter hohen Usambara und Pare Berge an. Ebenso die Höhenunterschiede von 300 – 1600 Metern bieten viel Abwechslung in den Landschaften. Bei manchen Fotos könnte man denken, sie seien im Ngorongoro Krater gemacht, so ähnlich ist die Kulisse. Vogelliebhaber kommen in diesem Park auf ihre Kosten, über 450 verschieden Arten wurden hier gezählt.
Zu sehen gibt es hier Zebras, Giraffen, Elefanten, kleine Kudus, Eland-, Oryx- und Kuhantilopen, Büffel und auch Löwen und Leoparden – wobei man diese wohl nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Wenn das Nashornprojekt für Safari Gäste öffnet gibt es mit ganz, ganz viel Glück die Möglichkeit, die Big Five (Nashorn, Elefant, Büffel, Löwe und Leopard) hier zu sehen, dazu noch die ebenfalls sehr seltenen Wildhunde, für deren Bestandssicherung es hier ebenfalls ein Projekt gibt.
Wir bekamen nur die Elefanten zu sehen, eine größere Gruppe der Elandantilopen (die größte) und Dikdik (die kleinste Antilopenart), Zebras, Giraffen, Impalas und einige Vogelarten. Wir sind an „unserem“ Grundstück vorbeigefahren – komisch, nach dem gestrigen Wanderausflug wollte niemand mehr auf den höchsten Punkt hochlaufen, wo ich mir eine Plattform mit gemütlichen Stühlen für den Sundowner vorstelle. Die ersten Schritte, wenn wir uns in Bewegung setzen, erinnern an John Wayne, wenn er nach einem 12stunden Ritt vom Sattel steigt 😉


Um 11 Uhr haben wir den Park verlassen und sind in zwei Stunden nach Moshi gefahren, wo wir unser Mittagessen an einem Restaurant abgeholt haben – es wurde uns quasi ins Auto geliefert. Samosas, Eggchop, frischer Saft. Kurze Pause und weiter ging´s zur Kia Airport Lodge, wo Isolde und ich noch Gepäck stehen hatten. Um 14:45 Uhr haben wir Isolde verabschiedet, die sich mit Ethiopian Airlines über Addis Abeba nach Frankfurt aufmachte, während wir uns in Richtung Arusha Nationalpark zur African View Lodge aufmachten.


Nach einer kurzen Besichtigungstour und gutem Kaffee ging´s weiter nach Arusha. Durch Stau, ein Treffen von Said mit seinem ehemaligen Chef und Stop im Supermarkt kamen wir im Sonnenuntergang endlich im Haradali Homestay an. (Ich liebe die Besuche im Supermarkt, aber diesmal habe ich drauf verzichtet – Corona lässt grüßen) Die neuen Gästezimmer und der Pool sind wirklich wunderschön geworden, zum Fotografieren war es leider schon zu dunkel. Die ganze Familie war da – Saids Eltern, die ein bisschen auf die Kinder aufpassen, die 3 Mädels, die durch die Schulschließung in Kenia bis mindestens Ende des Jahres betroffen sind, das adoptierte Mädchen aus der Verwandtschaft und die beiden Jungs, die sich sehr freuten mich wieder zu sehen. Jetzt konnte ich mich von einen Großteil meines Gepäcks entledigen – diverse Bücher für eine Gästebibliothek, 2 Ferngläser für die Jeeps, ein Laptop für Suzy von Kinder-in-Tansania e.V. und kleine Geschenke für die Kinder. Nach dem Abendessen haben ich ein bisschen mit den Jungs gespielt, was sie sehr genossen haben. Im Bett noch ein bisschen Fotos sortiert und spät geschlafen. Lala Salama – gute Nacht!

 

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk