Jambo Martina,
ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich nach unserer Reise jetzt das „Du“ benutze. Die von dir organisierte Reise nach Tansania hat unser Weltbild in einem sehr positiven Sinne erweitert und wir haben uns bei Nature Responsible Safari wirklich wie in einer großen Familie gefühlt – Danke.
Wir können es kaum fassen, dass es uns bei der Vielfalt der Anbieter gelungen ist, Nature Responsible Safari zu finden. Von der ersten Minute in Tansania bis zum Abflug von Sansibar nach Nairobi haben wir uns bestens aufgehoben gefühlt. Sehr nachhaltig hat uns die positive Lebenseinstellung, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen in Tansania beeindruckt. Das erste Mal in Afrika, keine Ahnung, wie die Menschen dort „ticken“, irgendwelche imaginären Vorstellungen von Afrika und beschränkte Englischkenntnisse – das waren unsere Voraussetzungen.
Mit deiner Hilfe ist es uns gelungen, zumindest einen kleinen Einblick in die afrikanische Wirklichkeit zu bekommen. Acht Tage hatten wir die Gelegenheit, mit Mohamed auf Tour zu gehen. Es waren wunderbare Tage! Acht Tage musste Mohamed uns ertragen, und er hat sich wahrlich meisterhaft geschlagen. Acht Tage haben wir ihn mit unseren Fragen gelöchert, und bei jedem kleinen Vogel hat er für uns angehalten. Wenn wir jetzt irgendwo Afrika hören, ist da immer auch das Bild von Mohamed. Für uns ist er das Beispiel eines jungen, dynamischen und aufstrebenden Afrikas: Freundlich, unbeschwert, wissbegierig und zielstrebig. Natürlich, das klingt nach rosaroter Urlaubstouristenbrille. Aber liebe Martina, vergleich das mal mit der deutschen Realität! Da fahren drei Lehrer und ein Ingenieur nach Afrika und haben einen Guide, welcher so wissbegierig ist, deutsche Zungenbrecher zu lernen (Fischers Fritze… Brautkleid-Blaukraut und andere…) und kann die dann am anderen Morgen frei sprechen. In Deutschland einfach unvorstellbar. Wie du schon merkst, Mohamed hat sich perfekt auf uns eingestellt, und wir sind als Reisegruppe bestimmt nicht einfach (3 Lehrer…). Mit solchen Mitarbeitern kann die Firma nur wachsen. Falls du Kontakt zu Mohamed hast – die allerbesten Grüße von uns aus dem kalten Deutschland!
Ein paar Worte zur Reise selbst, zu unseren Erlebnissen, Begegnungen und den Unterkünften möchte ich natürlich auch noch gerne loswerden. Die anderen drei werden sich vermutlich über den Roman, den ich hier verfasse, amüsieren und mir vorhalten, dass ich mich mal wieder nicht kurz fassen konnte… – aber egal, die 14 Tage Tansania waren wirklich beeindruckend, und ich hoffe, dass ich das irgendwie authentisch rüberbringen kann.
Haradali-Lodge, Ankunft am 12.10.2025 In der Haradali-Lodge haben uns das Team um Fransisca und ihrer Tochter mit großer Freundlichkeit empfangen. Trotz unserer fast dreistündigen Verspätung gab es noch ein leckeres Mittagessen, und wir wurden über den Ablauf der nächsten Tage informiert. Am Pool und in den sehr großen, geräumigen und luftigen Zimmern konnten wir erst einmal langsam ankommen. Pole Pole – diese Worte werden uns noch an vielen Stellen unserer Reise begegnen und vielleicht prägen sie uns auch ein wenig für die Zukunft. Hoffentlich. Pole Pole – das erinnert mich an einen alten Spruch, den ich vor vielen Jahren mal irgendwo gelesen hatte: „Ihr in Europa habt die Uhren, aber wir in Afrika haben die Zeit.“
Arusha-Nationalpark, 13.10.2025 Mohamed ist noch unterwegs. Wir fahren mit Emanuel. Auch er spricht ein erstaunlich gutes Deutsch, und wir staunen, dass es möglich war, noch einen zweiten deutschsprechenden Guide zu organisieren. Es ist Montagvormittag, auf dem Weg zum Arusha-NP fahren wir durch das Zentrum Arushas. Die Rushhour ist gerade vorbei, das Leben auf den Straßen pulsiert. Afrika. Eigentlich sollte man jetzt nicht im Auto sitzen… Aber unser Plan ist ein anderer, und so bleibt nur das Autofenster… Vom Flugzeug aus haben wir schon den Kilimandscharo gesehen und den Mount Meru auf dem Weg zur Haradali-Lodge von der Straße aus fotografiert. Im Arusha-NP haben wir den ersten Kontakt zu Flora und Fauna. Wir lassen es auf uns wirken. Kleine Wanderung zum Wasserfall mit bewaffnetem Ranger im Nationalpark. Erste Sichtungen von Giraffen, Zebras, Warzenschweinen und Büffeln. Mein Fuß erlaubt mir nicht, mitzugehen. Ich bleibe an der Rangerstation, versuche ein paar Vögel zu fotografieren und beobachte die Träger, die das Gepäck der Touristen auf den Mount Meru schleppen.
Beim Mittagessen versucht eine Meerkatze, etwas von unserer Verpflegung abzubekommen. Mit einer Geschwindigkeit, welche man dem kleinen Affen nicht zugetraut hätte, sprang er auf unseren Mittagstisch und war genauso schnell wieder weg. Aber Pech gehabt, unsere Lunchboxen hatten wir gerade sicherheitshalber zugeklappt. Am Nachmittag fahren wir noch zu den Momela-Seen. Flamingos, der heilige Ibis, viele Wasservögel und auf dem Weg Paviane, welche uns zum Anhalten zwingen. Da wir uns an den Seen ein wenig vertrödeln, schaffen wir es leider nicht mehr in den Krater. Die Rückfahrt geht schon in den Abend. Für den Rückweg nehmen wir die neu gebaute Umfahrung von Arusha. Wir hängen an den Fenstern und saugen Afrika in uns ein. Sonnenuntergang. Dichter Verkehr. Schulkinder auf dem Heimweg, Händler am Straßenrand. Viele neu gebaute Häuser, selten fertig. Viele Fragen. Viele Fotos. Perfektes Abendessen auf der Wiese. Geschmackserlebnis Obst – wir werden wohl nie mehr in Deutschland Papaya, Mango etc. im Supermarkt kaufen. Zum Schluss scharfer Corona-Tea. Mal schauen, ob wir den zu Hause auch so hinbekommen. Mit einem kleinen Bier klingt der Abend am Pool aus. Wir freuen uns auf die nächsten Tage.
Montagabend ist Mohamed mit einer gemischten Gruppe aus der Serengeti zurückgekehrt. Dienstag früh muss er mit uns schon wieder los. Das ist nicht Pole Pole. Irgendwann fragen wir ihn auch danach. Überzeugend erklärt er uns seine Motivation. Auf dem Beifahrersitz liegt ein Bestimmungsbuch für Vögel. Mohamed geht gut vorbereitet mit uns auf Safari. Er liebt seinen Job. Wenn ich die nächsten Tage in der gleichen Ausführlichkeit wie bisher beschreibe, wird es doch noch ein Roman, aber es sollte doch nur ein kleines Fazit werden. Also ab jetzt nur noch in Kurzform.
Tarangire NP mit der Elephant Lodge, 14.10. und 15.10.2025 Das Sinnbild Afrikas für mich persönlich, geprägt durch frühkindliche Literatur – der Baobab-Baum. Sehr schöne Exemplare im Tarangire NP. Natürlich oftmals mit den dominanten afrikanischen Elefanten, welche wirklich hautnah direkt am Auto vorbeizogen. Unvergessliche Bilder. Die Krönung: Elephant Lodge. Die wilden Elefanten direkt hinter dem Pool und abends in Sichtweite des Lagerfeuers. Elefanten, Warzenschweine, Antilopenherden und Paviane dann unmittelbar von der eigenen Dachterrasse beobachten zu können, war ein Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Zusätzlich am zweiten Tag badende Elefanten, eine Straußenfamilie, Steppenadler, Schlangenadler, diverse Geier und als Highlight der Sekretär.
Lake Manyara NP, 16.10.2025 Es war trocken genug, um die südliche Route zu nehmen. Schmale Straßen durch kleine Dörfer, manchmal direkt am Seeufer entlang. Der Wasserspiegel ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Zukünftig wird diese Route wohl irgendwann nicht mehr möglich sein. Viele Vögel, Affen, Elefanten, Büffel, Wasserböcke, wir sehen die ersten Flusspferde. Pause an einer heißen Quelle. In weiter Entfernung ein chillender Leopard auf einem Baum.
Haradali Ngorongoro Home Lodge Sehr, sehr schöne Anlage. Als Erstes nutzen wir ausgiebig den Pool. Ein Abendessen, welches Maßstäbe setzt und uns absolut begeistert. Das Rezept vom Spinatsalat erfragen wir beim Koch, und ebenso werden die Zutaten vom Gemüsesalat sogleich notiert. Besonders interessant das Dressing. Der Koch freut sich und gibt gerne Auskunft. Und immer wieder diese umwerfende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Auf in die Serengeti Die ersten Kilometer noch befestigte Straße. Dann Waschbrettpiste. Die nächsten Tage wird das normal sein. Afrikanische Massage. Vorbei am Ngorongoro-Krater. Die Straße führt direkt am Kraterrand entlang bis fast in 2500m Höhe. Der Blick in den Krater bleibt uns heute verwehrt. Es herrscht dichter Nebel, und Wolken hängen am Kraterrand. Im weiteren Verlauf führt die Straße fast 1000m abwärts Richtung Serengeti. An Bergdörfern der Massai vorbei geht es weiter zum Naabi Hill Gate, dem Eingangstor zur Serengeti.
Game Drive Mohamed schaltet das Funkgerät ein. Unverständliche Kommunikation auf Suaheli. Mohamed hat einen Plan. Kurze Zeit später sehen wir am Horizont eine Toyota-Verkaufsausstellung. Wir stellen uns dazu und erleben ganz nah, gerade noch rechtzeitig, wie ein Leopard seinen Schlafplatz in einer Akazie verlässt und in der Steppe verschwindet. Wahnsinn. Wenn Mohamed die nächsten Tage das Funkgerät benutzt, prägen wir den Begriff „er muss den Buschfunk abhören“.
Seronera Moyo Tented Camp Direkt in der zentralen Serengeti, ziemlich dicht am Orangi River gelegen. Wie schon in der Elephant Lodge gibt es in jedem Zelt ein Funksprechgerät, um nach Sonnenuntergang eine Begleitung anzufordern. Auf dem Rückweg vom Abendessen steht dann auch ein Büffel direkt vor uns. Unsere obligatorische Begleitung muss ihn erst verscheuchen. In der Nacht werden wir dann wach, weil die Büffel direkt vor unserem Zelt grasen und mit ihren Hörnern immer wieder an den Holzunterbau der Zelte stoßen. Natur pur.
Wir einigten uns mit Mohamed darauf, möglichst früh zum Sonnenaufgang zu starten und das Frühstück unterwegs zu machen. Über die Mittagszeit waren wir dann wieder im Camp, und wir starteten dann gegen 16 Uhr zur zweiten Tour. Es war eine sehr gute Entscheidung, die Frische des Morgens zu nutzen und die heiße Mittagszeit im Camp zu verbringen. Stimmungsvolle Bilder bei tollem Licht sind so entstanden.
Serengeti Game Drive – drei Tage Wildnis und das Gefühl, es gibt viel zu viele Jeeps in der Serengeti. Relativierend muss man aber sagen, dass die Jeeps für die Tiere scheinbar zur Landschaft gehören und in den meisten Fällen fühlten sie sich offensichtlich auch nicht gestört. Aber das Gefühl bleibt – auch wir sind Touris im Jeep… Trotz diesem Gefühl war die unmittelbare Nähe zu den Tieren eine faszinierende Erfahrung.
Einige Highlights muss ich erwähnen: Löwen bei der Paarung, mit sechs Jungen auf den Kopjes und am frühen Morgen mit einem gerissenen Gnu, keine 100m hinter unserem Zelt im Moyo Camp. Abends kurz vor Sonnenuntergang dann zwei Geparden, welche unsere Aufmerksamkeit erregten. Ungerechterweise finden die vielen Gnus, Zebras, Giraffen, Elefanten und eine Vielzahl von Antilopen hier keine Erwähnung. Keine Erwähnung finden auch die Flusspferde und Krokodile, Adler, Geier und Hyänen. Und dass wir am Orangi River einen Waran fotografieren konnten, wollte ich ebenfalls nicht erwähnen :-).
Pakulala Safari Camp Ngorongoro Tolle Unterkunft am Kraterrand. In der Nacht galoppieren die Zebras zwischen den Zelten hindurch. Wenn man duschen will, sagt man Bescheid, und dann gibt es warmes Wasser durch Schwerkraft auf Zuruf. Für uns wird nach dem Abendessen noch einmal das Lagerfeuer entfacht, und wir machen die Bekanntschaft von Munga. Überraschenderweise stellt sich heraus, dass Munga gerade seine Prüfung zum Mathe- und Physiklehrer bestanden hat und jetzt die Zeit bis zu seiner Einstellung mit einem Job im Pakulala Camp überbrückt. Das gab natürlich ein großes Hallo, sitzen da doch gerade drei Mathe-/Physiklehrer aus Deutschland am Lagerfeuer. Stundenvorbereitung, Klassenstärke, Lehrpläne – das waren jetzt die Themen am Lagerfeuer. Es war eine sehr herzliche und tolle Stimmung, und wieder einmal sind wir später mit einem Lächeln im Gesicht eingeschlafen.
Ngorongoro-Krater Serengeti kompakt ohne Giraffen und Geparden. Da wir wieder sehr früh gestartet sind, gehören wir zu den Ersten im Krater und haben beste Lichtverhältnisse. Wir haben Glück und bekommen sogar ein Nashorn vor die Linse. Damit hatten wir kaum noch gerechnet. Viele Flamingos und Wasservögel. Große Herden von Gnus, Büffeln und Antilopen. Einige Löwen und ein paar herumstreunende Tüpfelhyänen. Ein besonderes Highlight sind für uns dann noch die Kronenkraniche direkt am Weg.
Back to Reality Nach einer Woche mit täglicher afrikanischer Massage können wir noch ein paar Tage Erholung gebrauchen. Sansibar wartet. Der Abschied von Mohamed fällt schwer. Er war für uns der perfekte Guide, und wir hatten viel Spaß miteinander. Wir hoffen, dass er unsere Einschätzung teilt.
Villa Juliana Für uns die richtige Unterkunft, um langsam wieder zu sich zu kommen, die vielen Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten. Baden, Lesen, Bilder sortieren. Jetzt Pole Pole in Slowmotion. Wasser morgens 28°C, abends 30°C. Wem am Abend frisch wird, der geht noch einmal baden… Das Personal ist auch hier wieder überaus freundlich und hilfsbereit. „Magicman“, unsere Bedienung, liest uns die Wünsche von den Lippen ab und ist, noch bevor wir den Wunsch geäußert haben, schon zur Stelle. Da will man nicht mehr weg. Trotzdem geht der Urlaub irgendwann zu Ende.
Der letzte Tag in Stonetown Das Hotel direkt am Hafen war der perfekte Ausgangspunkt, um die Altstadt auch selbstständig zu erkunden. Pulsierende Stadt. Viele Touristen. Die kleinen Gassen laden zum Schlendern ein. Mehr als einmal verlaufen wir uns hoffnungslos. Wir finden das Zanzibar-Cafe. Über den Dächern der Stadt genießen wir unseren Kaffee mit leckerem Kuchen.
Kleine Episode zum Schluss Der Fahrer, welcher uns zur Gewürzfarm und ins Hotel brachte, fragt uns irgendwann, ob wir denn auch ein bisschen Suaheli können. Sicherlich erwartete er die üblichen Floskeln: Jambo, Pole Pole, Hakuna Matata etc. Wir haben dann aber gesagt: Kahawa na maziwa. Er war so überrascht und musste so lachen, dass wir Angst um unser Taxi hatten. Kahawa na maziwa. Für Außenstehende vollkommen sinnfrei. Aber wer von uns Vieren das hört, hat sofort ein Lächeln im Gesicht.
Danke für die Reise