Aktueller Reiseblog

13.11.2019 Arusha – Kilimanjaro Flughafen – meine große afrikanische Familie

Frühes Aufstehen gewohnt, bin ich um 06:45 Uhr aufgestanden und habe ein paar ruhige Minuten auf dem Balkon verbracht und meinen Bericht vom 11.11.19 Korrektur gelesen. Versendet ist er immer noch nicht. Erst ging das Internet nicht, dann war kompletter Stromausfall und als der Generator eingeschaltet war, sind wir in die Stadt gefahren. Ich wollte noch Gewürze kaufen und einer Bekannten mit einer verlorenen tansanischen SIM Karte weiterhelfen (Dank überbordender Bürokratie gescheitert. Andererseits ist es auch gut, wenn mittlerweile alles registriert und kontrolliert wird. Die Korruption wird auf jeden Fall immer weiter erschwert.), Fransisca wollte zur Bank, Saids Vater haben wir zu einer Beerdigung gefahren und Saed von seiner internationalen Vorschule abgeholt. Das kann dauern;-) Für meinen Sohn wollte ich eigentlich noch eine Kleinigkeit zum 13. Geburtstag (Hurra – endlich Teenie!) kaufen, aber nach meiner 8. oder 9. Afrikareise fiel mir nix mehr ein, was ich ihm mitbringen konnte. Von Fransisca gibt es ein paar Leder „FlipFlops“. Er darf meine Gewürze nutzen – vor Allem den Zimt liebt er;-)

Es war dann schon gegen 14 Uhr, als wir wieder zu Hause ankamen. Zum Mittag hatte ich mir Samosas gewünscht, die frisch und knusprig angeliefert wurden – köstlich!!! Danach schnell unter die Dusche, Tasche packen und gucken, wie viel Platz noch in der Sporttasche ist, die ich einchecken wollte. Für eine Freundin sollte ich Stoffreste von Schneidern besorgen, die sie für ihre tollen upcycling Blusen verwenden will (interessiert, was das wohl wird? Siehe https://hemds-up.de. Fransisca und Said hatten also ihre Kontakte spielen lassen und ich saß vor 2 riesigen Tüten mit bunten Stoffresten. Soviel Platz hatte ich natürlich nicht und ich suchte mit Raida zusammen die schönsten und größten Stücke raus. Um 16:00 Uhr wollten wir los – am Flughafen wollten wir uns noch die KIA Lodge ansehen. Wie immer dauerte es noch, ich habe dann ein bisschen mit Bonna und den Mädels im Büro gequatscht und auf meine beiden Fahrer gewartet. Um 16:30 Uhr haben wir dann mit den „Familienfotos“ angefangen und um 16:45 Uhr ging es dann los.

Über die neue Umgehungsstraße um Arusha herum erspart man sich viel Zeit und den dichten Verkehr in der quirligen Safarihauptstadt. Stattdessen geht es durch neue Wohngebiete und viel Natur. In der tiefstehende Sonne sah die Landschaft wunderschön aus. Durch den Regen der letzten Zeit  war alles saftig grün, die Baumblüte bei vielen Bäumen hatte begonnen und es leuchtete in rot, gelb, blau und weiß.

Nach einer Stunde erreichten wir den Flughafen und kurz danach auch die KIA Airport Lodge. Obwohl die Lodge auf dem Flughafengelände liegt, fühlt man sich auf dem großen Gartengelände, auf dem 21 Bungalows mit je 2 Zimmern verteilt sind, fernab von jeglichem Trubel. Lediglich die startenden und landenden Flugzeuge sind zu hören, aber der Flugbetrieb hält sich ja in Grenzen. Da der Kilimanjaro International Airport aber auch nachts in Betrieb ist, empfiehlt es sich Oropax einzupacken. Die Zimmer sind einfach, aber sauber, die Badezimmer könnten mal eine Erneuerung vertragen. Absoluter Pluspunkt ist die Nähe zum Flughafen, besonders bei sehr frühen oder späten An- und Abreisen. Der Garten ist wunderschön und üppig und der Poolbereich auf einer kleinen Anhöhe sehr, sehr schön. Von dort oben kann man einen weiten Blick in die Ebene und auf den Kilimanjaro genießen, wenn er denn „wach“ ist und sich hinter den Wolken zeigt. Tat er leider nicht, dafür aber gab es einen Regenbogen auf der „Kiliseite“ und den traumhaften afrikanischen Sonnenuntergang auf der Flughafen Seite. Das nenne ich mal eine würdige Verabschiedung! Die von Fransisca und Said erfolgte nach dem Abendessen in der KIA Lodge am Flughafen. Fransisca werde ich Ende Januar in Berlin sehen und Said spätestens Ende Juni, wenn es zum Urlaub mit meiner Familie nach Tansania geht.

Nach gut drei Wochen reisen in Tansania bin ich wie immer etwas traurig, meine afrikanischen Freunde zu verlassen, freue mich aber sehr auf meine Familie in Berlin – auf die Temperaturen und die winterliche Dunkelheit natürlich nicht.

Unsere Reise war sehr anstrengend, wir haben 5.170 Kilometer zurückgelegt auf teils sehr anstrengenden Pisten (meine inneren Organe sind glaube ich immer noch nicht alle wieder auf ihrem angestammten Platz und ich hatte einige Anflüge von Seekrankheit;-), haben 17 mal die Unterkunft gewechselt und sind immer sehr früh aufgestanden. Wir haben unglaublich viel gesehen und wieder einmal die Weite des Landes mit seiner großartigen Natur erleben dürfen. Auch wenn die dieses mal von uns besuchten Parks nicht den Tierreichtum der Serengeti haben und Sichtungen in der Regenzeit schwieriger sind, hatten wir tolle Tierbegegnungen. Mein Highlight war die Begegnung mit den Schimpansen im Gombe Park und mit den Wildhunden im Selous – beide Spezies fehlten noch auf meiner Liste. Immer wieder waren wir in Naturparadiesen und konnten diese ganz allein genießen, wie zum Beispiel die Blumenwiesen im Kitulo, die Wasserfälle mit spektakulärer Aussicht in Udzungwa oder die Weitsicht mit Bergumrandung im Mkomazi – alles auch ohne spektakuläre Tiersichtungen eine Reise wert. Solange die Straßenbauprojekte im Süden noch nicht abgeschlossen sind, werden die dortigen Parks sicherlich noch sehr wenig besucht sein. Dass dürfte sich aber ändern, wenn die Infrastruktur kurze Fahrtwege und -zeiten ermöglicht.

23 Tage unterwegs in unterschiedlichsten Unterkünften – wir haben in einfachen lokalen Unterkünften, in abgelegenen Zeltcamps und komfortablen Lodges geschlafen und gegessen, jeden Salat und jeden Eiswürfel genossen: keine Übelkeit, kein Durchfall! Mücken wurden erst ab Bagamoyo ein kleineres Problem und bei meiner Strandwanderung habe ich einige Stiche an den Füßen und Unterschenkeln bekommen, allerdings nicht von Mücken, vielleicht Strandflöhe? Tse Tse Fliegen waren in Katavi, Ruaha und Selous manchmal nervend, aber wir hatten ja einen Jeep, den man bei Bedarf auch schließen und mit Klimaanlage fahren konnte. Fransisca hatte allerdings allergisch auf die Stiche der Tse Tse reagiert und bekam ziemlich starke Schwellungen. Ansonsten haben wir unseren Roadtrip gut überstanden, hatten tolle Gespräche unterwegs und sind dankbar, das Alles gemeinsam erlebt haben zu dürfen. Mädels, wohin geht unsere nächste Tour???

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

12.11.2019 Mkomazi – Arusha

Mit gepackten Lunchboxen ging es los in den Mkomazi Nationalpark, der nur 6 Kilometer vom Elephant Motel entfernt ist. Der Mkomazi ist um diese Jahreszeit sehr grün und die Ebenen sind mit hohen, teils sehr schönen Gräsern bewachsen. Die Pare und Usambara Berge bilden eine tolle Kulisse hinter den großen offenen Graslandschaften. Der Park bildet ein Ökosystem mit dem Tsavo West in Kenia und die Tiere wandern in diesem riesigen Gebiet hin und her. Mkomazi war lange ein Schauplatz der Wilderei, das Spitzmaulnashorn war im Park ausgerottet und 1989 wurden gerade noch 11 Elefanten gezählt. Ein Zuchtprogramm mit Nashörnern aus Südafrika begann unter strengen Schutzmaßnahmen, ebenso ein Wildhundprogramm. Bei unserem langen Gespräch mit dem Chef des Parks wollten wir die Möglichkeiten für unsere Kunden eruieren, die dieser Park bietet. Derzeit sind die Nashörner in einem eingezäunten und bewachten Gebiet von 50 qkm. Ein neues kleineres Gehege mit 13 qkm wurde bereits eingezäunt, in das zukünftig ein kleiner Teil der Nashörner gebracht wird, die dann von Touristen besucht werden können. Der Mkomazi wäre dann ein Park, in dem die Big Five gesichtet werden können. Wie schon im Juni war ich begeistert von der Landschaft und den Ausblicken, die weit bis nach Kenia in den Tsavo Park gehen. Was für eine Weite und Einsamkeit. Ein Auto kam uns am Gate entgegen, dass den Park verließ, ein Weiteres ist uns nicht begegnet. Aus der Ferne haben wir Zebras gesehen, etwas näher waren teilweise die Giraffen, von denen ca. 30 in einer Ebene zu finden waren, Elands mit bis zu 900 kg die größten und Dik Diks mit ca. 5 kg die kleinsten Antilopen. Elefanten haben wohl kurz vor uns den Weg gequert, wir fanden frische Spuren und Dung, von den sanften Riesen aber war keiner zu sehen – schade! Wie machen die das bloß so gut unterzutauchen bei der Größe? Gegen 09:00 Uhr kam Fransiscas Mann Said und ihre älteste Tochter Rauda aus Arusha und wir wanderten ein bisschen mit einem bewaffneten Ranger durch den Park und erarbeiten uns im hügeligen Gelände tolle Ausblicke. Stundenlang könnte ich hier sitzen und den Blick genießen, meditative Kraftorte!

Eigentlich wollten wir bis abends im Park bleiben, wieder im Elephant übernachten, am nächsten Tag nach Moshi um dort ein paar Besorgungen zu machen und mich dann am Flughafen in der KIA Lodge in einem Tageszimmer unterbringen, in dem ich mich vor meinem Rückflug am Abend noch duschen und sortieren könnte. Die kleinen Jungs von Fransisca waren aber abwechselnd krank mit Fieber und wir beschlossen die Nacht in Arusha zu verbringen. So brachen wir gegen 15 Uhr auf, der Kilimanjaro zeigte uns während der Fahrt kurz seine weiße Spitze über den Wolken. In Moshi genossen wir noch hervorragenden Kaffee und Kuchen im Coffee House und erreichten Arusha gegen 20 Uhr. Die Freude der Kinder war groß, als Mama wieder da war. Der kleine Saed (3 Jahre) und die Mädels Rauda (16), Raida (12) und Raifa (9), kamen uns schon auf dem Hof entgegen, der kleine kranke Zaem (1) lag schlafend auf dem Sofa. Er wachte erst später auf und präsentierte uns seine neu erlernte Fähigkeit: Laufen ohne Festhalten. Die Mädels sind vor 2 Wochen aus Kenia gekommen, wo sie in ein Internat gehen, jetzt sind bis Januar die langen Schulferien in Kenia.

Von Heriel musste ich mich leider schon verabschieden, er war wie immer ein großartiger Fahrer und Guide und mittlerweile ein guter Freund. Auch er freute sich sehr auf seine Frau und die 3 Jungs (4 und die Zwillinge 6 Monate). Jetzt hat er erst mal frei und viel Zeit für Alle.

Ich genoss erstmal eine ausgiebige Dusche und sortierte mein Gepäck für den Rückflug am nächsten Tag. Von dem Kuchen war ich noch so satt, dass ich eigentlich auf das Abendessen verzichten wollte. Geht bei afrikanischer Gastfreundschaft gar nicht und ich konnte dann der frischen Avocado nicht widerstehen, die ich mir mit Saed teilte. Dann noch einchecken für den Flug und müde wie immer ins Bett. Meine letzte Nacht in Tansania – Lala Salama!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

11.11.2019 Bagamoyo – Same

Am Morgen sollte Bagamoyo erkundet werden. Ich dachte eigentlich an einen Stadtrundgang zu den ehemals deutschen Gebäuden aus der Kolonialzeit. Wir liefen in die Stadt und fragten an einem Kiosk, wo wir Wasser kauften, nach einem Guide. Dort wurde uns empfohlen nach Kaole  zu fahren, um uns die Ruinen einer persischen Siedlung aus dem 13. Jahrhundert anzuschauen. Fransisca verhandelte mit einem Bajajfahrer und für 15.000 Tansanische Schillinge bekamen wir Hin- und Rückfahrt zu dem 5 km entfernten Museum. Bajaj heißen in Tansania die 3rädrigen Gefährte mit Vespa Motor und ich saß auf der Hinfahrt als Sandwich zwischen Fransisca und Heriel eingeklemmt. Als ich vor der Rückfahrt meinte, nicht wieder in der Mitte zu sitzen, ging Heriel nach vorne zum Fahrer. Aber es würde mit steigender Sonne ja nicht angenehmer, eingeklemmt über die Hoppelpiste zu fahren;-)

In Kaole hatten sich die Perser im 13. Jahrhundert niedergelassen um Tauschhandel zwischen Afrika und Asien zu betreiben. Die Grundmauern der Moschee, eines Wohnhauses einer höher gestellten Person und mehrere Gräber wurden hier gefunden und ausgegraben. An der Moschee gibt es einen Wasserbrunnen der angeblich nie austrocknet und trotz der Nähe des Meeres nicht salzig ist. Wenn man in diesem Wasser badet oder sich wäscht, würden die nächsten Vorhaben gut gelingen. Wir nutzten also die Möglichkeit, eine ausgiebige Projekt- und Wunschliste mit dem kühlen Wasser abzuarbeiten und uns gleichzeitig zu erfrischen.

Das Grab eines jungen Mädchens, das im Alter von 14 Jahren verstorben sei, gilt ebenfalls als Wunscherfüller, sodass wir auch dort kurz im Schatten verharrten, bevor wir um den über 500 Jahre alten riesigen Baobab Baum gelaufen sind. Im Uhrzeigersinn natürlich, wir wollten ja unser Leben verlängern, entgegen würde man es verkürzen. Das Ganze passte gut zu unserem Gespräch am Vorabend, als es um Hexen, Dämonen und Geister ging. Da stellte ich wieder einmal fest, wie unterschiedlich wir doch immer noch ticken – sehr spannende Unterhaltung!

Die ganzen Gebäude und Grabstätten in Kaole sind aus Korallenstein und einem „Klebstoff“ der ebenfalls aus pulverisierten Korallen gewonnen wird. In dem kleinen Museumshaus gibt es noch Fundstücke, die den Handel mit Asien, z.B. China belegen. Dort wo früher die Schiffe beladen wurden, ist heute ein Mangrovenwald, man vermutet, dass die Ausbreitung der Mangroven eine Verlagerung des Hafens nach Bagamoyo verursachte.

Zurück in Bagamoyo ging es in die alte Karawanserei, wo es eine kleine Ausstellung über den Sklavenhandel Ostafrikas gibt. Eintritt für Ausländer, wie auch schon in Kaole TSH 20.000, ca. 8 €.

Ob mehr Touristen kommen würden, wenn es günstiger wäre? Da ich mich in einem Buch registrieren musste, konnte ich sehen, dass gestern ein ausländischer Besucher da war und ich am heutigen Tag die Erste war.

Wir bekamen einen Vortrag über den Sklaven- und Elfenbeinhandel in Ostafrika, deren Zentren in Bagamoyo, Pangani und Kilwa waren. Von dort wurden die Sklaven, die einen hohen Preis versprachen zum Sklavenmarkt nach Sansibar gebracht, die anderen blieben zum Arbeitseinsatz auf dem Festland. Was für ein grausames Geschäft, das offiziell erst 1922 beendet wurde. Zur deutschen Besatzungszeit gab es für die Sklaven immerhin die Möglichkeit sich frei zu kaufen, wenn man denn Verwandte hatte, die einem den Freibrief bezahlten oder einen Missionar fand, der die Summe übernahm. Uns völlig unbekannt war die Tatsache, dass die Sklaverei die Menschen an der Küste bis heute prägt, so werden zum Beispiel Hochzeiten zwischen einer Familie, die von Sklaven abstammt und einer „normalen“ Familie nicht toleriert. Wer Landwirtschaft betreibt, wird als Sklave bezeichnet, schließlich wurde man als Sklave auf die Felder der Herren geschickt. Ich habe mich schon oft gewundert, warum die Menschen in diesem sehr fruchtbaren Teil Tansanias nicht Obst und Gemüse zur Selbstversorgung anbauen – man will nicht an die Zeit der Sklaverei erinnert werden. So bleiben ganze Generationen wohl arm und fröhnen zu einem größeren Teil dem Müßiggang. Laut meiner Freunde aus dem Norden, sind die Menschen von der Swahili Küste größtenteils schlichtweg faul. Ein ebenfalls spannendes Thema, was ich gerne mal etwas ausgiebiger eruieren würde.

Als wir gerade die Karawanserei verlassen wollten, ich hatte ja eigentlich noch die „Altstadt“ auf meinem Plan, gab es einen sehr heftigen Wolkenbruch und wir waren froh, das Heriel zwischenzeitlich den Jeep geholt hatte. Da wir noch eine lange Fahrtstrecke vor uns hatten, beschlossen wir aufzubrechen, es war ja auch schon 11:00 Uhr. Es blieb trocken und wir kamen für tansanische Verhältnisse flott voran. Eine halbe Stunde Mittagspause gönnten wir uns und kamen um 18:30 Uhr in Same im Elephant Motel an. Die tropische Hitze Bagamoyos war verschwunden, es schien auch kurz vorher geregnet zu haben und es hatte angenehme Temperaturen. Das Essen im Elephant ist gut und günstig (Hauptgericht zwischen 10.000 und 20.000 Schilling). Die Zimmer sind nicht gerade neu, aber sauber und für den Preis völlig in Ordnung. Da wir am nächsten Morgen um 06:30 los fahren wollten, ging es (wie fast immer) früh ins Bett.

Lala Salama

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

10.11.2019 – Selous – Bagamoyo

Im Gegensatz zu Fransisca habe ich erstaunlich gut geschlafen und kam gut aus den Laken, als um 06:00 Uhr der Wecker klingelte. Auch früh am Morgen ist es schon sehr warm und schwül, es hatte wohl kurz zuvor geregnet.

Unser Ziel heute war Bagamoyo, kurzfristig mal Hauptstadt von Deutsch Ostafrika. Die erste Stunde war die Piste erstaunlich gut (der Lieferverkehr für das Staudammprojekt nutzt diese ebenfalls), die 2. Stunde war allerdings wieder sehr ruckelig und für Fahrer und Beifahrer anstrengend (komisch! Auch diese Strecke nutzen die LKW, was für eine Tortur!). Starker Regen hatte auch wieder eingesetzt und wir kamen uns eine zeitlang vor, wie in einem U-Boot. Die schlammige Brühe ging über den ganzen Jeep und ich dachte an die armen Touristen, die jetzt im Boot oder den offenen Jeeps auf Safari im Selous Park waren. Nach gut 2 Stunden erreichten wir die Hauptstraße und weitere 2 Stunden später Dar es Salaam. Sonntags ist ja weniger Verkehr, also wählten wir die kürzere Route durch die Stadt. Dort herrschte keine sonntägliche Ruhe, sondern ein ziemliches Gewusel, Geschäfte hatten geöffnet und Märkte lockten Besucher und Lieferanten an. Es dauerte also doch eine ganze Zeit, bis wir die Stadt am Indischen Ozean wieder verlassen konnten (aber wohl kein Vergleich zum Verkehr unter der Woche). Wie überall im Land, konnte man aber auch in Dar Fortschritte bei der Infrastruktur erkennen. Expressbusse verkehren auf eigenen Fahrspuren in der Stadt, um den Individualverkehr zu entlasten.

Unser Ziel erreichten wir um 14:30 Uhr und checkten dort in der Travellers Lodge ein. Die Lodge besteht aus dem überdachten Restaurant-/Barbereich und kleinen, einfach ausgestatteten Cottages, die in dem großen Garten verteilt sind. Unser Cottage hatte Meerblick, ein sauberes Bad, Sitzmöglichkeiten und Tische im Schlafzimmer, dass mit 2 Betten inklusive Moskitonetzen bestückt war. Zum Meer hin gab es eine Terrasse mit 2 Liegestühlen. Wir haben uns erstmal was zu Essen bestellt und dann unser Cottage bezogen. Nach einer halben Stunde wanderten wir durch den grünen Palmengarten wieder zurück und bekamen einen frischen Fisch aus dem Indischen Ozean vor unserer Haustür.

Danach hat Fransisca schon mal ihr Bett getestet – ein bisschen geschlummert und telefoniert – während ich einen ausgiebigen Strandspaziergang gemacht habe. Halb Bagamoyo war schon da, es war ja schließlich Sonntag und Familien saßen am Strand, die Kinder spielten und turnten im Sand und einige Mutige stürzten sich in die Fluten. So richtig sauber war der Strand nicht, etwas Plastikmüll und Hinterlassenschaften vom Picknick, wie z.B. die Schalen der Wassermelonen und auch Algen und Seegras aus dem Meer. Hier gibt es nur wenig Tourismus und im November noch weniger als in anderen Monaten, keine großen Strandhotels, die die Strände säubern, kaum Souvenirverkäufer (nur einen gesehen) und nur eine Handvoll Muzungus (Fremde). Die Einheimischen waren freundlich, die Kinder neugierig und man lächelte sich zu oder begrüßte sich. Eine sehr schöne Stimmung zur untergehenden Sonne. Auf unserer Terrasse habe ich noch ein bisschen geschrieben und um 20:00 Uhr haben wir uns mit Heriel im Poa Poa zum Abendessen verabredet. Wir wanderten also durch das dunkle Bagamoyo und fanden das Restaurant nach 15 Minuten. In dem kleinen Garten war nur ein Tisch besetzt und es wurde wirklich schöne afrikanische Musik gespielt (leider nur vom Band). Zur Orientierung: 1 Bier, 1 Malzgetränk, 1 großes Wasser, 1 Kaffee, 2 x Fisch und 1 x Chapati Wrap mit Gemüse und Hühnchen kosteten $ 17,-.

Bis kurz vor unser Hotel begleitete uns Heriel, der ein Zimmer im Dorf genommen hatte und wir kamen sicher wieder in der Lodge an. Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher oder gar bedroht gefühlt, alle Menschen denen wir begegneten waren hilfsbereit und nett.

Für unsere Verhältnisse ging es spät ins Bett – es war schon nach 22:00 Uhr;-)

Lala Salama

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

09.11.2019 Selous und Umgebung

05:45 Uhr, der Wecker klingelt und draußen dämmert es bereits. Ein schneller Kaffee und ein Keks und dann galt es sich auch schon an der Rezeption einzufinden. Ich hatte mich zum Bushwalk angemeldet, ein englisches Ehepaar ebenso (ah! die Briten sind noch in der EU – ich habe seit fast 3 Wochen keine Weltnachrichten mehr mitbekommen;-). Begleitet wurden wir von einem Mitarbeiter der Lodge und einer älteren, sehr gemütlichen „Rangerin“, die mit ihrem Gewehr unseren kleinen Trupp anführen sollte. Mit dem offenen Safari Jeep fuhren wir zum nahegelegenen Airstrip direkt am Mtmere Gate und wurden dort in die Wildnis entlassen. Unser Walk erinnerte an die Achtsamkeitsspaziergänge, die in meiner Nachbarschaft von dem Buddhistischen Haus angeboten werden. Schlendern ist flott dagegen;-) In den 2,5 Stunden Walk haben wir gefühlt einen Kilometer zurückgelegt, es hätte trotz der schwülen Wärme ruhig etwas sportiver sein können. Unser Guide aber hatte ein großes Wissen und konnte alle Fragen beantworten. Da meine beiden Begleiter noch keinen Spaziergang im ostafrikanischen Busch gemacht hatten, gab es viele Fragen und sie freuten sich über die ausführlichen Antworten. Ein Regenschauer zwang uns zu einer Pause unter einem großen Baum, die telefonisch angeforderten und gelieferten leuchtend gelben Regenjacken brauchten wir aber nicht – so blieb unsere „Kükenprozession“ den Tieren erspart;-). Ich erfreute mich an der Landschaft und den Tieren und konzentrierte mich darauf, dass meine Schuhe nicht allzu nass wurden. Was bin ich froh über meine hohen Lederboots, die anderen waren in flachen Turnschuhen unterwegs, bei dem Wetter schwierig.

Zurück in der Lodge haben wir erstmal gefrühstückt, Fransisca hatte früh schon etwas gearbeitet und nach einer guten Stunde waren wir soweit das Camp mit gepackten Taschen wieder zu verlassen. Unser Jeep aber nicht. Fransisca hatte ja extra den neuen Jeep für die Tour gewählt, um die Schwachstellen aufzuspüren und eine Weitere ist jetzt das Schloß des Kofferraums. Auch nach vielen Versuchen wollte das Schloss einfach nicht mehr schließen und wir haben die Taschen im Innenraum verstaut und die Tür von innen zugebunden. Die Firma, die den Toyota umgebaut hat, bekommt noch einiges zu tun…

Jetzt ging es also endlich los auf den River Circuit entlang des Flusses. Nach einiger Zeit kehrten wir um, Tiere gab es keine zu sehen und der Weg war vom Regen so durchgeweicht und teils unter Wasser, dass wir kein Risiko eingehen wollten. Einer der Fahrer hatte Heriel erzählt, dass am Vortag ein Jeep steckengeblieben ist. Nach der vielen Fahrerei war bei uns auch irgendwie die Luft raus und wir beschlossen, noch einige Unterkünfte außerhalb des Parks zu besichtigen.

Mein Fazit nach dem Besuch des Selous: Riesiger Park, der leider noch nicht sehr erschlossen ist. Tiersichtungen sind in der Regenzeit Glücksache und brauchen Zeit, Geduld und einen ortskundigen Fahrer. Alles 3 hatten wir (außer gestern mit den Wildhunden) nicht, aber wir waren ja auch nicht zum Tiere gucken hier, sondern um Fahrtwege, Unterkünfte und deren Angebote und Safarimöglichkeiten zu erkunden. Am Gate folgte wieder der längere Smalltalk, bei dem man auch immer etwas Wissenswertes erfährt. Gegen 12 Uhr waren wir aus dem Park und schauten nach den Hinweisschildern zu den unterschiedlichen Camps und Lodges. Mittlerweile goss es wieder wie aus Eimern und manche Zufahrt stand komplett unter Wasser, die haben wir dann eben nicht besucht – „Hakuna Matata“. Wie gesagt, wir waren nach 2,5 Wochen und über 4000 Kilometern im Jeep mittlerweile ein bisschen auf Sicherheit bedacht – der „Stallgeruch“ kam näher und jeder freute sich auf zuhause. Steckenbleiben oder einen abgesoffenen Motor war das letzte was wir jetzt noch gebrauchen konnten.

In der Kinga Lodge blieben wir zum Mittagessen – sehr lecker und toll angerichtet. Der große Lounge- und Restaurantbereich ist sehr geschmackvoll mit lokalen Stoffen und ausgefallenen Tischen gestaltet. Die Bandas sind einfach, aber mit gutem Standard, leider zum großen Teil mit Blick in den Garten und ich auf den mächtigen Fluss. Ein kleiner Pool steht auch zur Verfügung bei dem schwülen Wetter sicherlich sehr angenehm.

Wir selber sind im Selous River Camp abgestiegen und haben die Familien „Mudhut“ mit 2 Schlafzimmern direkt neben dem Pool- / Restaurantbereich bekommen. Vor der Lehmhütte gab es eine kleine Terrasse mit Liegestühlen und ein Sofa mit dicken Kissen – leider alles nass. Innen hätten wir uns etwas mehr erwartet. Die Zimmer waren sehr einfach, in meinem gab es immerhin einen kleinen Tisch fürs Gepäck und einen Stuhl, bei Fransisca gab es nur einen Stuhl und 2 Betten. Die Fenster sind mit Mückengaze versehen, leider an den Rändern nicht schließend und alle möglichen Mitbewohner waren schon vor uns da. Mehrere Geckos (stören nicht, fressen ja immerhin Mücken), ein Tausendfüßler und alles mögliche fliegende Kleingetier. Gut dass es Moskitonetze gab, die allerdings mal eine Wäsche vertragen hätten. Die Dusche war warm, das Waschbecken viel zu klein für eine Wäsche zwischendurch, aber bei einem mehrtägigen Aufenthalt kann man günstig Wäsche zum Waschen abgeben. Es hätte etwas sauberer sein können, meine Mama würde sagen: „Kein Wunder wenn nur Männer putzen, die haben kein Auge dafür und putzen runde Ecken.“ Alle Hütten sind am Fluß entlang gebaut und haben je nach Vegetation einen schönen Blick zum Rufiji. Bar, Restaurant und Pool sind einfach aber geschmackvoll gestaltet.

Ich habe Fransisca zu einer Bootsfahrt auf dem Rufiji überreden können, die uns vom Camp angeboten wurde. Obwohl sie Angst hatte vom Krokodil gefressen, oder von einem Nilpferd gekentert zu werden, ist sie tapfer mit mir ins Boot gestiegen, hat sich strategisch klug genau in die Mitte gesetzt und die Fahrt nach kurzer Zeit sichtlich genossen – geht doch!

Der Rufiji hatte eine ordentliche Strömung und der kleine Dieselmotor musste ganz schön kämpfen flußaufwärts. Am Ufer der kleinen Inseln im Flussbett nisten viele gelbe Webervögel und wir konnten sie bei ihrem kunstvollen Nestbau beobachten. Eisvögel (schwarz weiß und bunte), Colobus Affen (die schwarz weißen mit den ernsten Gesichtern), Nilpferde und Krokodile ganz, ganz nah. Der Himmel bildete spektakuläre Wolken, blieb aber erfreulicherweise trocken und die Natur um uns herum war weit und schön. Der Fahrtwind ließ die Temperaturen besser ertragen, unser Kapitän und Guide war sehr aufmerksam und wusste viel Wissenswertes zu erzählen. Wenn es jetzt noch einen leisen Elektromotor geben würde, wäre es perfekt gewesen;-)

Den Sonnenuntergang über der gegenüberliegenden Flussseite konnten wir vom Pool aus genießen – schön!

18:30 Uhr war eigentlich eine gute Zeit für ein Glas Wein. Also ab zur Bar und dort ein bisschen arbeiten. Dort traf ich auf andere „Muzungus“ (Fremde) und habe mich mit dem Paar aus Norwegen unterhalten, schreiben kann ich auch morgen noch – ich bin angekommen im Pole Pole Rythmus;-)

Auch beim Abendessen haben wir uns dann zu viert an den Tisch gesetzt, weitere Gäste waren nicht anwesend und uns über Tansania und Lebensgeschichten ausgetauscht. Immer wieder spannend, was für Geschichten man begegnet, ich könnte noch viel erzählen, hätte ich die Zeit dazu.

Wir kehrten zu unserer „Mudhut“ zurück und versuchten beim Öffnen der Türe keinen der Geckos, Falter oder sonstigem Kleingetier Einlass zu gewähren, war ja schon genug los in der Hütte. (Draußen flogen übrigens Glühwürmchen – ewig nicht gesehen.) Die Moskitonetze waren bereits unten und die Luft innen drin schien sauber zu sein. Also ab ins Bett, eine Runde schwitzen und hoffentlich bald einschlafen. Lala Salama!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

08.11.2019 Selous Game Reserve – African Massage Stufe 12 von 10;-)

Ein gemütliches Frühstück mit Aussicht auf den Fluss, ich wählte frisches Obst mit Joghurt und selbstgerechtem Müsli, dazu ein Saft und frisch gebrühter Kaffee, so fängt ein guter Safari Tag an. Die Lodge war so nett uns einen ihrer Guides zu „borgen“, damit wir nicht wieder im Busch verloren gehen.

Wir würden auf die beste Route für einen Gamedrive in der Gegend gehen – leider war es die Strecke, die wir schon am Abend zuvor vergeblich getestet hatten. Es ging also wieder über Stock und Stein und wir wurden auf schon fast vertraute Art durchgerüttelt. Zu sehen bekamen wir nicht viel, ein paar Giraffen und Impalas, Nichts was der Strapaze wert war. Unsere besorgte Frage, ob wir diesen Weg auch wieder zurück müssten, wurde leider bejaht;-( Wir beschlossen die Gelegenheit zu nutzen und das in der Nähe liegende Nomad Sand River Camp zu besuchen. Nachdem wir in Katavi und Ruaha so tolle Erfahrungen mit Nomad machen durften, schien ein Besuch sinnvoll. Im Gegensatz zu den Zeltcamps ist das Sand River eine permanente Lodge gelegen am Rufiji Fluss, mit Aussicht auf weite Sandbänke. Der Loungebereich ist mit gemütlichen Sofas bestückt und der etwas höher gelegene Restaurantbereich bietet einen tollen Blick. Ein kleiner Pool lädt in der heißen Mittagszeit zum Verweilen ein, die großen Bäume bieten reichlich Schatten. Die Zimmer /Bungalows sind zum Fluss hin offen, eine etwas erhöhte Lage hält ungebetene Gäste aus den Zimmern fern. Auch das Badezimmer ist offen und man bekommt das Gefühl in der Wildnis zu schlafen, mit allem Luxus den ein gutes Hotel zu bieten hat. Leider waren alle Zimmer belegt und wir konnten nur eines besichtigen, aus dem die Gäste gerade ausgecheckt hatten. Fotos bekommen wir noch zugeschickt, ich kann nur die Aussicht und das Bad bieten, mehr durften / sollten wir nicht fotografieren. Ist ja auch verständlich, die Lodge möchte sich perfekt präsentieren.

Alles in Allem eine wunderschöne Unterkunft, in etwas unwegsamem Gelände. Der Airstrip ist nah, aber für Safaris muss man ins unwegsame Gelände. Wer aber nach einer längeren Safari einen schönen Ort zum Entspannen sucht, ist hier sehr gut aufgehoben.

Wir machten uns also auf den ungemütlichen Rückweg. Zum Mittagessen waren wir im Serena Tented Camp eingeladen, die zweite Unterkunft im Selous. Das Zeltcamp liegt weiter flußaufwärts in der Nähe von Stieglers Gorch, wo derzeit der umstrittene Staudamm gebaut wird. Die Arbeiten haben bereits begonnen und das Gelände um den Damm ist abgesperrt. Folgende Informationen haben wir im Laufe unserer Aufenthaltes im Selous Game Reserve zum Staudamm und Park bekommen (nicht verifiziert):

Die Fällung von 2 Millionen Bäumen wurde glücklicherweise gestoppt, da die Fläche des Stausees verkleinert und den landschaftlichen Gegebenheiten angepasst wurde, um möglichst wenig Wald zu verlieren. Stromleitungen im Park sind schon im Bau und der gesamte Lastwagenverkehr zur Baustelle verläuft durch den Park. Große Gebiete des Selous Game Reserves werden nach und nach in einen neuen Nationalpark umgewandelt, der Julius Nyere Nationalpark heißen wird. Dazu gehören auch Gebiete, in denen derzeit Großwildjagd betrieben wird, sowie der gesamte Bereich des Stausees – diese Erweiterung dient vor Allem zum Schutz des größten Energieprojekt des Landes. Sobald Tananpa den Park übernehmen wird, wird die Infrastruktur des Parks sicherlich verbessert werden – mehr Routen für Gamedrives, bessere Zufahrtswege, eine Beschilderung im Park und eine vernünftige Karte des Parks wären wünschenswert. Überall auf unserer Reise haben wir Straßenbauprojekte gesehen oder von den Plänen gehört. Der Süden soll mit neuen Parkgates und kürzeren Fahrtwegen zu einem konkurrenzfähigen Safarizirkel ausgebaut werden und mehr Touristen anziehen.

Das Serena Selous Tented Camp liegt ebenfalls an einem kleinen Fluss, der jetzt aber nahezu ausgetrocknet war. Die von außen schlichten Zelte auf einer Plattform bieten von innen den gleichen gediegenen Luxusstil der Serena Mivumo Safari Lodge. Teppiche, ein riesiges Bett mit vielen Dekokissen und schweren Möbeln im Kolonialstil. Das köstliche Essen wurde uns im Restaurant am Pool serviert und wir haben dort den nächsten längeren und heftigen Regenguss gut überstanden.

Um nicht wieder im Dunkeln unsere nächste Unterkunft suchen zu müssen, sind wir gegen 15 Uhr aufgebrochen. Unseren Guide haben wir am Gate zu Stieglers Gorch abgesetzt und wir machten uns auf den Weg zum Rufiji River Camp, das wie auch die Katavi Wildlife Lodge, die Ruaha River Lodge und das Stanley´s Kopje zu den Camps der Familie Fox gehört. Unser Weg führte uns zurück zum Matambwe Gate und von dort aus in Richtung Mtmere Gate. Die Fahrtwege waren weitaus besser als am Morgen und es zeigten sich auch mehr Tiere. Immer wieder gab es große Lichtungen mit Giraffen, Zebras, Impalas, Gnus und Warzenschweinen. Direkt vor dem Rufiji River Camp war eine große Lichtung, wo wir uns die Zeit nahmen (unser Camp hatten wir schließlich gefunden;-) und den Pavianen zuschauten, das sind schon sehr witzige Gesellen! Auch die Giraffen stellten sich geduldig für eine Photosession zur Verfügung und wir freuten uns am Ende einer langen Fahrt über die Unterhaltung. Das Rufiji River Camp erinnert ein bisschen an das Katavi Wildlife Safari Camp, dieses mal mit Blick über den Fluss anstelle der Steppe. Wir bekamen wieder ein Familienzelt, hier waren die beiden Zimmer über die Badezimmer verbunden, von denen eines eine Dusche, das andere eine Badewanne hatte. Auf der Terrasse wieder ein kleiner Plungepool und gemütliche Liegen. Perfekt! Lediglich die Aussicht auf den Fluss war etwas zugewachsen. Da fehlt der hauseigene Elefant, der sich ein bisschen um den Strauchschnitt kümmert. Offiziell ist es wohl nicht erlaubt die Büsche für eine bessere Aussicht zu schneiden, man ist schließlich in einem Naturpark. Vom Lounge und Poolbereich hatte man allerdings einen schönen Blick über den Fluss, leider war die Sonne hinter dichten Wolken versteckt, sodass der farbenfrohe Sonnenuntergang über dem Fluss leider ausfiel.

Nach diesem heißen und feuchten Tag freute ich mich auf eine Dusche, meine Hosen auch und ich beschloss sie zu waschen, nachdem ich das Waschpulver im Bad gefunden hatte. Hätte ich mir auch sparen können – durch den regelmäßigen Regen war die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass die Hosen auch 2 Tage später noch nass waren;-).

Vor dem Abendessen blieb gerade noch Zeit die Emails zu checken, zu beantworten und ein bisschen zu schreiben. Es war angenehm leer im Camp, außer unserem waren nur 2 weitere Tische besetzt. Suppe und Nachtisch wurde serviert, den Hauptgang gab es am Buffet und um 21 Uhr waren alle in ihren Zelten verschwunden – ein Safaritag beginnt schließlich früh! Mein Wecker wurde auf 05:45 Uhr gestellt – Lala Salama.

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

07.11.2019 Mikumi – Selous

Es war bewölkt morgens und die Steppe war bis auf ein paar Giraffen wie leer gefegt, als wir oben beim Frühstück saßen. Heute war Abschiedstag, Linda musste abends leider nach Hause fliegen – heimische Pflichten rufen! Da wir erst gegen 10 Uhr in Morogoro sein mussten, war es etwas gemütlicher am Morgen und wir brachen erst gegen 08:30 Uhr auf. Wir hatten eine Sondergenehmigung, um direkt von Stanley´s Kopje aus die 6 Kilometer zur Hauptstraße fahren zu dürfen, normalerweise darf man den Park derzeit nur am Maingate verlassen, was ein Umweg von mindestens einer halben Stunde gewesen wäre. Ein weiteres Gate in Richtung Stanley´s ist aber in Planung.

Nach 90 Minuten erreichten wir Morogoro, von wo aus Linda mit dem Bus nach Dar es Salaam fahren wollte. Ein bisschen mulmig war ihr schon, als sie das wuselige Treiben am Busbahnhof sah. Es gibt mehrere Buslinien und jede hat Ticketverkäufer die auf Provisionsbasis arbeiten und dementsprechend nachdrücklich auf Kundenfang gehen. Da ist es sehr hilfreich einen Einheimischen an der Seite zu haben, der die guten von den schlechten Buslinien unterscheiden kann und auch noch das Ticket besorgt. Linda wurde also mit ihrem Koffer in einen Bus gesetzt, der Busbegleiter und der Fahrer wurde darum gebeten, auf Linda aufzupassen. Telefonnummern wurden ausgetauscht, sodass Omari, der Linda in Dar es Salaam in Empfang nehmen sollte, mit dem Buspersonal abstimmen konnte, wann der Bus ankommt. Betreutes Reisen sozusagen, und Linda wurde sichtlich entspannter. Da sie die einzige „Mzungu“ (Fremde) im Bus war, sollte Omari sie auch gut erkennen können, sicherheitshalber schickten wir ihm auch noch ein Foto.

Omari war der Fahrer auf unserer ersten Safari vor 5 Jahren und wir haben die ganzen Jahre den Kontakt gehalten, wovon Linda jetzt profitieren konnte. Sie wurde nach ca. 4 Stunden Fahrt in Dar in Empfang genommen und von Omari dann später zum Flughafen gebracht – alles hat wunderbar geklappt und während ich das schreibe, sitzt Linda bereits in Amsterdam bei ihrer Familie.

Wir selbst hatten eine weitere lange Tour vor uns, es sollte von Morogoro in den Selous Park gehen. Eigentlich wollte ich im Auto schreiben, aber nachdem wir das quirlige Morogoro verlassen haben, wurde die Straße, bzw. Piste „arbeitsuntauglich“. 4 Stunden Dauergerüttel durch wieder einmal landschaftlich tolle Gegend und wir erreichten das Matambwe Gate. Dort gab es dann erstmal unsere Lunchboxen, wurde auch Zeit – es war mittlerweile 14:30 Uhr. Zur Unterhaltung hatte man uns eine Warzenschweinfamilie organisiert, die teils streitend, teils friedlich grasend durch die Gegend wuselte. Der bürokratische Akt der Anmeldung in den Park dauerte wieder etwas und es war bereits 16:00 Uhr, als wir endlich aufbrachen, um unsere Unterkunft, die Serena Mivumo Safari Lodge zu finden, die 56 Kilometer vom Gate entfernt liegen sollte. Es ging über eine ruckelige, aber ganz gut fahrbare Piste teils recht flott voran, tierisches gab es relativ wenig zu sehen, einige Giraffen, Impalas, Zebras und wir schreckten richtig auf, als Heriel nach einer Stunde in die Bremse trat. Wildhunde! Direkt an der Piste! Wir konnten es gar nicht fassen, was für ein Glück!

Das kleine Rudel bestand aus 4 Hunden und 3 Welpen. Offensichtlich war gerade ein Impala erlegt worden. Drei Große fraßen rechts von uns und die Welpen wurden von der Mutter auf der linken Seite versorgt. Gerade stritten sie sich um den Kopf und Hals des armen Impalas, zerrten von allen Seiten, waren aber wohl noch etwas überfordert mit der dargebotenen Form des Abendessens. Die Mutter kam immer wieder von rechts nach links gelaufen, um Nachschub zu bringen, laut Heriel würgen sie bereits Gefressenes für die Jungen wieder hoch. Sobald eines der „Großen“ in die Nähe der Welpen kam, wurde das Winseln der Kleinen lauter. Als Hundeeltern, wäre ich mit der Zeit ganz schön genervt von dem hohen Fiepen der Welpen;-)

Was für eine tolle Show der Hunde, genau wie unser Oskar zu Hause, ging es nach dem Fressen erstmal zum Trinken und dann wird sich ausgiebig gewälzt. Ich hätte noch länger bleiben wollen, aber wir wollten ja im Hellen ankommen und Sonnenuntergang ist um 18:30 Uhr, also rissen wir uns los und fuhren weiter. Der Selous ist kein Nationalpark, sondern ein Gamereserve, das heißt, die Natur ist nicht so geschützt wie im Nationalpark und auch die Infrastruktur ist sehr schlecht ausgebaut. Was leider fehlte, waren Hinweisschilder zu unserer Lodge, nach den Beiden ganz am Anfang, war nichts mehr zu finden. Als wir an einer Weggabelung ankamen, mussten wir uns also für eine Richtung entscheiden und schauten auf das Handyfoto, das wir von dem ausgehängten Parkplan gemacht haben, mehr Infomaterial gab es nicht. Für Heriel und mich war klar, dass wir laut Plan nach links abbiegen mußten, Fransisca entschied sich für rechts, aber eher gefühlsmäßig, als nach Plan. Die Piste wurde immer schlechter bis hin zu abenteuerlich. Einmal fürchteten wir schon steckenzubleiben, nachdem der 4X4 eingeschaltet war, schaffte es der Jeep aber aus dem Schlammloch rauszukommen. Bei all dem Gekurve, durch Schlamm und über Geröll und Fels, hat Heriel noch einen Leoparden im Wald entdeckt (wieder die Frage – wie schafft er das bloß?), der sich dann auch noch gleich von seinem Ast erhob und vom Baum herunterkam. In der Dämmerung und hinter diversen Büschen leider kein Fotomotiv. Nachdem wir ca. 15 Kilometer auf diesem Hindernisparcours zurückgelegt hatten, wurde uns Allen klar, dass wir nicht dort sind, wo wir sein wollten. Die ganze Zeit über hatte Fransisca versucht, telefonisch in der Lodge um Hilfe zu bitten, es gab aber kein Netz – von Internet ganz zu schweigen. Plötzlich klingelte ihr Telefon, ein Guide brauchte Hilfe am Ngorongoro Gate. Das Problem wurde gelöst und wir wussten jetzt, dass an genau dieser Stelle telefoniert werden kann. Nachdem wir uns schon überlegt hatten, wie wohl so eine Nacht im Jeep inmitten des Busches sein würde, hatten wir nach mehreren Versuchen und Nummern endlich den Manager der Serena Lodge am Telefon, der uns nach Heriels Schilderungen orten konnte. Die ganzen 15 Kilometer mussten wir zurückfahren, wir hätten doch nach rechts abbiegen müssen;-(

Mittlerweile war es dunkel, was die Rückfahrt nicht einfacher machte, aber Heriel meisterte auch diese Fahrt mit seiner stoischen Ruhe, während wir hinten weiter heftigst durchgeschüttelt wurden. An der verhängnisvollen Kreuzung erwartete uns ein Jeep der Lodge und fuhr mit uns den knappen Kilometer bis zu unserem Ziel, dass wir so knapp verpasst hatten. Wir waren alle sichtlich erleichtert, unbeschadet angekommen zu sein.

Wir konnten unser Zimmer beziehen – eine Art Blockhaus am Fluss mit luxuriösem Interieur, ein großes Bad mit Badewanne, eine Terrasse mit Liegen und einem kleinen Pool. Erinnerte mich an alten Kolonialstil und war mir ein bisschen zu viel, Fransisca aber liebte es sofort.

Das Abendessen war sehr gut und vornehm – serviert wurde mit Silberhaube – ein bisschen Unterhaltungsprogramm vom singenden Safariguide und ein ausführliches Gespräch mit dem Manager, über die Lodge, den Park (da waren wir uns alle einig – dieser Park sollte nur mit guter Ortskenntnis befahren werden!!!), Tansania und die Welt. Wieder ein laaaaanger Tag – ab ins Bett!

Lala Salama

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

06.11.2019 Mikumi – zurück zum Anfang

Gegen 07:30 Uhr sind wir mit gepackten Lunchtüten losgefahren. 80 Minuten dauerte die Fahrt über die Ruckelpiste bis zum Ort Mikumi und weitere 15 Minuten brauchten wir bis zum Maingate (derzeit auch das einzige) zum Mikumi Park. Die Landstraße verläuft durch den ganzen Park und die Tiere müssen die Straße queren, wenn sie vom nördlichen in den südlichen Park möchten. Hoffentlich halten sich möglichst viele Fahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung! Für das Überfahren eines Tieres gibt es hohe Strafen, die in die tausende von Dollar geht, je nach Größe des Tieres – wenn man denn erwischt wird.

Wir fuhren erst in den südlichen Teil des Parks. Wie schon von der Hauptstraße aus gesehen ist es  aufgrund der Regenfälle von Mitte Oktober sehr grün, die Wiesen saftig wie bei uns im Mai und wir sahen Zebras, Giraffen und Impalas schon auf der Fahrt. Unser erstes Ziel, die Vuma Hill Lodge, liegt auf einer dicht bewachsenen Anhöhe und bietet einen weiten Blick ins Tal. Wunderschöne Safarizelte mit großen Terrassen, ein Swimmingpool und ein Restaurant- / Loungebereich mit Aussicht. Obwohl man nur 7 Kilometer von der Hauptstraße entfernt ist, ist man mitten im Busch.

Wir sind zum Maingate zurück gefahren und haben unseren Gamedrive im nördlichen Teil des Mikumi Parks fortgesetzt. Kurz hinter dem Gate ist der Airstrip des Parks, eine stattliche Giraffe stand direkt an der Piste, als wäre sie der Tower des „Flughafens“. Auch eine kleine Elefantengruppe stand bereit, um die über uns hereinfliegenden Passagiere des kleinen SAL Flugzeugs zu empfangen. Unser Adlerauge Heriel hat einen Leoparden im Baum entdeckt, der ungefähr 100 Meter von der Straßen entfernt mit dickem Bauch auf einem Ast hing. Wie macht Heriel das bloß immer? Wir hätten den von alleine nie bemerkt.

Im saftigen Gras waren große Impala Herden, Zebras und Giraffen und die ersten Gnus, die wir auf der Reise sahen. Auch Warzenschweine waren reichlich vertreten. Picknick gab es am Hippopool, wo ein paar Nilpferde und Krokodile vor sich hin dösten

Ich war ein bisschen sentimental – in diesem Park hatte ich vor gut 5 Jahren meine allererste Safari, damals mit meiner Familie, meinem Mann und den beiden Jungs, zu der Zeit 7 und 11 Jahre alt. Gebucht hatte ich auf der ITB bei Fransisca meiner jetzigen Partnerin, vor knapp 3 Jahren haben wir Nature Responsible Safari GmbH in Deutschland gegründet und auf dieser Reise bin ich das 7. Mal in Tansania. Ich hatte immer den Traum mal nach Afrika zu reisen und auf Safari zu gehen, aber das mein Leben eine solche Wendung nehmen würde, hätte ich niemals gedacht. „Inschallah“ würde Fransisca sagen, Schicksal, Karma? Was auch immer, ich liebe dieses Land, habe eine große afrikanische Familie gewonnen und liebe meine Arbeit.

Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch Mitte Oktober 2014, wo es sehr trocken war, bot der Park uns alle Grüntöne der Farbskala. Landschaftlich wunderschön, aber schwieriger um Tiere zu sehen. Sie sind sie im dichten Gebüsch gut getarnt und finden überall Wasser. Die Wasserstelle, die vor 5 Jahren wie das Paradies auf Erden wirkte, da hier so viele unterschiedliche Tiere zusammentrafen, war jetzt ein verlassener mit Wasserlilien bewachsener Tümpel.

Wir checkten in Stanley´s Kopie ein, eine kleine Lodge mit 12 Zelten, die auf Plattformen um einen Hügel gebaut sind und wir bekamen dasselbe Zelt, in dem ich auch vor 5 Jahren schon war.  Leider zogen dieses mal keine Büffelherden auf dem Weg zur Wasserstelle vorbei, lediglich vom Restaurant und Loungebereich der Lodge, die mit dem Pool oben auf dem Hügel sind, habe ich vier Büffel und Giraffen gesehen. Der Blick von dort oben ist ein Traum und geht weit in die ebene Steppe. Schön wieder hier zu sein, wenn es auch nur für einen Tag ist. Stanley´s Kopje wird für mich immer ein besonderer Ort sein – hier, wo Alles begann!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

05.11.2019 Udzungwa Mountains National Park – Wanderung zu den Sande Wasserfällen oder durch die Sauna zum Abkühlbecken

Die Nacht war ganz schön laut. Musik und Stimmen aus dem Dorf, Lastwagen von der Straßenbaustelle – die Ruckelpiste in den Udzungwa Bergen wird zur Asphaltieren vorbereitet – und die tierischen Nachbarn machten ziemlichen Krach. Der Namensgeber der Hondo Hondo Lodge ein großer Hornbill Vogel (ich habe vergessen wie die auf deutsch heißen) macht ein Geräusch das eine Mischung aus Babygeschrei und Katzenjammer ist. Der Tree Hyrax (Baum Klippschliefer) stößt Laute aus, die an ein lautes Hämmern erinnern, ein unspezifziertes Tier machte sich im trockenen Laub hinter meinem Bastzaun zu schaffen. Irgendwann beschloss ich, doch die Ohrenstöpsel zu nutzen, obwohl ich die Naturgeräusche eigentlich sehr mag. Am nächsten Morgen wachte ich früh auf und drehte eine Runde durch den Garten der Lodge, die aus 6 Zelten, einigen Bandas (mit Gemeinschaftsdusche und Toilette – wer also nachts nicht draußen spazieren mag, sollte die teureren Zelte wählen), das Bad ist zwar auch außen, aber direkt mit dem Zelt verbunden. Für Reisende mit kleinem Geldbeutel steht auch ein Campingplatz mit Duschen und Toiletten bereit.

Der Himmel war blau, die Sonne schien und der Blick auf die dicht mit Regenwald bewachsenen Berge war wunderschön. Nur einen Kilometer von der Hondo Hondo Lodge liegt der Rangerpost, wo wir unseren Guide für die Wanderung treffen sollten. Der „Oberranger“ freute sich über unseren Besuch und erzählte uns viel über den Park und die Infrastrukturmaßnahmen, besonders den Straßenbau. Nicht nur der bereits von ca. 8000 Touristen besuchte östliche Teil des Parks soll über Asphaltstraßen erreichbar sein, sondern auch der derzeit kaum erschlossene westliche und südliche Teil. Das Selous Game Reserve (dort darf noch gegen hohe Gebühren gejagt werden) ist nur 15 Kilometer von Udzungwa entfernt, derzeit fährt man aber einen Riesenumweg über Mikumi und Morogoro, um zum Selous zu gelangen.

Um 09:15 Uhr ging es endlich los und nach ein paar hundert Meter war uns allen klar, das die Wanderung eine schweißtreibende Aktion werden sollte. Die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch, wie gewohnt ging es bergauf und die körperliche Anstrengung brachte mich mehr zum Schwitzen als ein Saunabesuch. Der Regenwald ist sehr schön, wir hörten viele Vögel, sehr selten sahen wir sie auch, genauso wie die Affen – 12 Arten soll es hier geben, darunter 2 endemische, die es also nur in den Udzungwas gibt, aber bunte Schmetterlinge flatterten an uns vorbei. Unser Guide Philippo konnte uns viel über die unterschiedlichen Bäume und Pflanzen, sowie ihre medizinische Wirkungen erklären, beschränkte sich aber auf einige wenige, besonders interessante. Seine Erfahrung lehrte ihn wohl, dass die bergauf schnaufenden Touristen eh nicht sonderlich aufnahmefähig sind. Es gab auch ein paar erholsame Bergabstrecken, aber das Wissen, dass wir den Höhenunterschied auch wieder nach oben bewältigen mussten, trübte die Freude darüber erheblich ein. Wir waren sehr langsam unterwegs und trotzdem klitschnass geschwitzt, als wir beim ersten Wasserfall ankamen. Dieser war 30 Meter hoch und versprühte eine erfrischende Kühlung. Mitten im Wald eine Oase, die zum meditieren einlädt. Zum zweiten Wasserfall ging es noch ein bisschen bergauf, Fransisca beschloss, dass unsere Fotos ausreichen, blieb unten und wartete auf uns. Der Weg für uns hat sich aber gelohnt, 70 Meter fällt das Wasser hier und in dem natürlichen Pool hätte man baden können. Philippo meinte aber, der 3. Wasserfall eigne sich besser. So blieb es bei einem Fotostopp und wir machten uns nach einer Viertelstunde wieder auf den Weg. Gegen 13:30 Uhr erreichten wir den Platz, den Philippo für unser Mittagspicknick ausgesucht hatte. Ein kleiner Campingplatz mit Toiletten und Wasserversorgung liegt knapp oberhalb des Wasserfalls und ich dachte wir würden uns dort an den Tisch setzten. Wir liefen aber daran vorbei, ein kurzes Stück bergab und kamen auf eine felsige Plattform, direkt oberhalb der Wasserfälle. Wow – zum Heulen schön!!! Ein Panoramablick 500 Meter oberhalb der Ebene in der das Dorf Sanje, die Zuckerrohrplantagen und Reisfelder liegen, bis zu den Hügeln vom Selous. Wir setzten uns auf die warmen Steine, eine angenehme Brise wehte, wir packten unsere Lunchpakete aus und genossen diesen ganz besonderen Ort. Jeden einzelnen Schweißtropfen war dieser Moment wert! Ich hätte Stunden dort sitzen können, unfassbar schön und wir konnten alles ganz alleine genießen.

Nutzte nix, wir mussten weiter – die Tage hier sind einfach zu kurz;-). Es ging bergab für 15 – 20 Minuten, als wir an einer Gabelung ankamen. 20 – 25 Minuten zum Fuß des großen Wasserfalls, an dessen Beginn wir unsere Pause gemacht haben. Fransisca pausierte wieder und lief das kurze Stück bis zum Aussichtspunkt, Linda, Philippo und ich liefen bergab und wieder bergauf und erreichten unser Ziel bereits nach 10 Minuten. Ein Pärchen mit ihrem Guide schwammen schon im Naturpool unterhalb des mächtigen Wasserfalls, der in Stufen 170 Meter herab fällt. Was für eine Kulisse für ein Bad. Als wir badebereit waren, hatten die anderen das Wasser bereits wieder verlassen, sodass Linda und ich den Pool für uns alleine hatten. Das Wasser war kalt und sehr! erfrischend, was für ein perfekter Ort für ein Bad! Nach 5 Minuten unseres Rückwegs, hätte ich erneut eine Abkühlung gebrauchen können und wäre am Liebsten zurück gegangen, aber wir wanderten tapfer weiter. Fransisca hatte die Zeit am Aussichtspunkt genossen und im Schatten die Füße hochgelegt. Wieder vereint ging es ins Tal bis ins Dorf Sanje, wo Heriel uns erwartete. Es war ein bisschen rutschig und man brauchte eine gewisse Trittsicherheit um heil unten anzukommen.

Wir fuhren wieder zurück zum Ranger Post und hätten kein besseres Timing haben können. Dort angekommen gab es einen kurzen, aber heftigen Regenguss und ich war froh, nicht mehr auf dem Abstieg zu sein. Wir wollten und noch das Bienenprojekt ansehen, dass die Elefanten daran hindern soll, die Felder der Bauern zu zerstören. Aufgrund des Regens besichtigten wir vorher noch die Ranger Bandas – Twiga Lodge genannt. Sehr einfach und ziemlich muffig, aber mit etwas lüften, dürfte man auch dort eine Nacht überstehen. Als wir beim Bienenprojekt ankamen, war der Regen fast vorüber und wir spazierten ein bisschen ins Grüne, bis wir an den ersten Bienenkästen ankamen. Die Konstruktion ist denkbar einfach, die einzelnen Bienenkörbe sind mit einem dickeren Draht, der in knapp 2 Metern Höhe angebracht ist, verbunden. Wenn der Elefant dagegen stößt, fliegen die Bienen aus, der Elefant mag sie gar nicht und zieht sich wieder zurück. Da sie ein extrem gutes Gedächtnis haben, werden sie keine weiteren Versuche starten, um dort durch zu kommen und zukünftig einen anderen Weg einschlagen. Um die Bienen in die Kästen zu locken, wird Bienenwachs reingelegt und die Bienen ziehen in der Regel ein, ohne das der Mensch nachhelfen muss. Die Kooperative, die in der Hand von 10 Mitgliedern ist, ist für die Erhaltung des „Bienenzauns“ zuständig, kann aber auch den Honig ernten und verkaufen. Eine „Win Win Situation“ für alle.

Gegen 18 Uhr erreichten wir unsere Lodge, gerade genug Zeit zum Duschen, Elektronik laden und die Taschen für den nächsten Tag packen. Um 19:00 Uhr gibt es Abendessen und dann verabschiedet sich das Personal, um gegen 21 Uhr nach Hause zu gehen. Für uns heißt das – ab ins Zelt und ins Bett, nach einem langen Tag machten wir das auch gern.

Lala Salama!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk

4.11.2019 Ruaha – Udzungwa Nationalpark

Wieder eine lange Fahrt. Um acht Uhr ging es los, nachdem wir beim Frühstück von Giraffe und Impalas verabschiedet wurden. Bei der Ausfahrt machten wir noch eine kurzen Fotostopp an der Brücke über dem Ruaha und machten uns auf den Weg nach Iringa. Unterwegs wollte Linda noch an einem Souvenirshop in einem der kleinen Dörfer anhalten und ich habe natürlich auch noch ein paar Kleinigkeiten gefunden. Das Aussuchen ging relativ schnell, das Bezahlen war wie so oft ein Prozess. Die junge Dame holte erstmal eine Fachkraft, die mit uns die Preise verhandelte. Wir addierten die einzelnen Summen gleich im Kopf zusammen und gaben ihm dann unser Endergebnis. Das war ihm irgendwie zu schnell und wieder wurde jedes Teil genommen, der offizielle und der verhandelte Preis genannt, dann kam er Durcheinander und fing wieder von vorne an. Wieso war auch der Taschenrechner kaputt, wird er sich gedacht haben und wieso kommen die so früh am Morgen, da ist mein Gehirn noch nicht auf Höchstleistungen getrimmt;-)

Er hätte die EInzelbeträge auch aufschreiben können, seine Assistentin stand mit Block und Stift parat, aber er schaffte es. ich zahlte meine 83.000 Schillinge und jetzt war Linda dran. Gleiches Spiel und es dauerte insgesamt 40 Minuten, bevor es endlich weiterging.

3,5 Stunden nach Abfahrt erreichten wir Iringa. Linda wollte noch Geld vom Automaten holen, Fransisca direkt vom Bankschalter – das dauert. Erst mit Hilfe des Managers, den Fransisca bereits kannte, weil sie ihre Bankgeschäfte etwas beschleunigen wollte – schließlich sitzen Kunden im Auto;-), bekam auch Linda Geld aus dem Automaten. Es war also mittlerweile 12:30 Uhr, als wir endlich Iringa verließen und uns auf den Weg in Richtung Udzungwa Berge machten. Bergrauf, bergrunter, auf der engen Straße immer wieder von Lastwagen gebremst ging es durch kleine Dörfer, bewaldete Berge und grüne Täler. Es ist erstaunlcih, wie schnell sich die Landschaften hier ändern – eben noch flach und trocken, ist man kurze Zeit später im grünen Bergland unterwegs. Nach einer kurzen Mittagspause in der wir unsere Lunchboxen verzehrten, erreichten wir gegen 16:30 Uhr im strömenden Regen den Ort Mikumi, von wo aus wir in die Udzungwa Berge abbiegen mußten.

Hier wird viel Landwirtschaft betrieben, Bananen und große Zuckerrohrfelder konnten wir von der Straße aus sehen. Alles saftig grün und auch vor den kleinen Häusern war der ein oder andere Garten für den eigenen Bedarf angelegt. Die Sandpiste zu unserer Lodge Hondo Hondo (Hornbill Vogel) war sehr matschig und rumpelig. Besserung ist aber in Sicht – wie so viele andere wird auch diese Straße mit Asphalt versehen werden. Den Wasserfall zu dem wir morgen wandern werden, haben wir von unten schon gesehen. Hoffentlich bleibt es trocken. Von unserer Unterkunft haben wir noch nicht viel gesehen, wir kamen ja erst um kurz vor 18 Uhr an und aufgrund des bewölkten Wetters war es schon recht dunkel. Gebucht hatte man uns ein Zimmer mit Gemeinschaftsbad und bekommen haben wir erfreulicherweise 3 „Luxuszelte“. Safarizelte mit Außendusche, alles unter einem großen Makutidach, das den Regen abhält.

Seit unserer Ankunft hat es nicht mehr geregnet, das Abendessen haben wir draußen genossen und wir hoffen, dass es Morgen trocken bleibt, damit wir es bis zum Wasserfall schaffen.

Jetzt geht es ab ins Zelt  – Lala Salama

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk
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