Reise Tansania 2017 – northern circuit

Morgen geht es los!

Die Taschen sind schon fast fertig gepackt, die Flüge eingecheckt, Reisepässe liegen bereit und die Visa sind erteilt.
Wir freuen uns, Samstag Mittag am Strand von Jambiani – Sansibar zu liegen.
Wer weitere Berichte noch gar nicht erwarten kann, stöbere doch noch mal in den Reiseberichten des letzten Jahres!
Kategorie: Reise Tansania 2017 - northern circuit | von: Martina Volk

20. + 21.10.2017 – Ein gelungener Start sieht anders aus!

Pünktlich fertig, kein Stau auf dem Weg zum Flughafen, alles hätte so schön sein können. Die Aussage beim Check In: „das sollten Sie schaffen!“ sorgte für erste Unruhe. Auf den Anzeigetafeln war noch alles nach Plan. War es übrigens auch immer noch, als wir mit einer Stunde Verspätung endlich einsteigen konnten.
War der Anschluss in Amsterdam noch zu schaffen? Was, wenn Oma und Opa alleine nach Sansibar fliegen müssten, weil wir zu viel Verspätung hatten. Dann der Anruf aus Düsseldorf, auch dort wurde kurzfristig eine Stunde Verspätung gemeldet. Oh, oh, Oma und Opa sind nicht so schnelle Läufer…
To tell a long story short – nicht Oma und Opa flogen alleine nach Sansibar, sondern wir. Die Senioren hatten es nicht geschafft, was leider auch der mangelnden Hilfsbereitschaft und schlechten Kommunikation am Amsterdamer Flughafen geschuldet war. Sie wurden schon vor erfolgter Landung in Amsterdam auf den nächsten Tag umgebucht, während unsere Maschine nach Nairobi noch auf Passagiere wartete. Als es dann endlich losgehen sollte, war der Slot verpasst und wir mussten nochmals 20 Minuten warten. Die Beiden hätten es somit locker geschafft, wenn man sie mal hätte gehen lassen. So saßen Sie sprichwörtlich und „in echt“ im Regen, wurden in ein Hotel verfrachtet und haben den heutigen Tag in Amsterdam verbracht.
Wir erreichten Nairobi pünktlich (18 Grad und Regen – das Haar sitzt) und bestiegen kurze Zeit später, mit schicken Regencapes ausgestattet, unser Flugzeug nach Sansibar, dass auf dem Rollfeld bereit stand.
Die Temperaturen auf Sansibar waren dann schon eher so, wie man sich das vorstellt: 28 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit und leichte Brise (das Haar sitzt).
Mit Spannung erwarteten wir die Einreise – würden sie eine Gelbfieberimpfung verlangen oder nicht. Heiß diskutierte die Touristikbranche über dieses Thema, gelöst wurde die Frage nicht und die Vermutung, dass gelegentliche Kontrollen rein willkürlich geschehen, scheint zu stimmen (will hier der ein oder andere sein Taschengeld aufbessern?) Wir wurden also nach den Impfpässen gefragt, ich hatte sie auch in der Hand und fragte meinerseits, warum man die sehen wollte, es gäbe doch keine Impfpflicht, und konnten anstandslos passieren. (Wir haben zwar die Impfung, aber wollten es mal ausprobieren)
In Jambiani angekommen, erwartete uns der traumhafte Strand, das türkisfarbene Meer hatte sich gerade zu seiner „Ebbe-Siesta“ zurückgezogen und Alex unser „Rezeptionist“ in der 5 Zimmer Herberge „Melik ́s“ versorgte uns mit frischem Saft und zeigte uns das Zimmer.
In alten Erinnerungen schwelgend gab es Mittag in der Red Monkey Lodge, wo man immer noch erfreulich günstig einkehren, toll essen und unter Beobachtung der Colobus Affen den fantastischen Ausblich genießen kann. Großer Burger mit selbstgemachten Pommes, Spaghetti Bolognese und Avocadotoast + 2 Fanta und ein Bier für umgerechnet € 17,- – da kann man nicht meckern. Das Meer kam immer weiter zurück und breitete diese unglaubliche Farbpalette der Türkistöne aus. Baden bei geschätzten 33 Grad – wenn ich jetzt immer noch behaupte das Haar sitzt, wird es berechtigte Zweifler geben – etwas chillen, am Strand spazieren und den „sansibarischen Almauftrieb“ vor unserem Melik ́s Hotel betrachten.
Samstagabend, alle sind rausgeputzt und vertreiben sich die Zeit am Strand und bewundern die Dorfhelden beim Fitnesstraining, eine riesige Musikbox sorgte für entsprechende Beschallung. Zum perfekten Abend fehlten (außer einem schönen Cocktail, den leider keiner an den Strand brachte) aber Oma und Opa, die sich wieder auf den Weg zum Amsterdamer Flughafen machen, statt mit uns die sportlichen Jungs und hübschen Mädchen zu bewundern. Hoffentlich seid Ihr morgen da!!!!!

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22.10.17 Murphys Gesetz

Muss das ausgerechnet meine Eltern treffen? Als ich gestern im Bett lag, war wieder eine der seltenen Gelegenheiten, ins Internet zu kommen. „Schau ́n wir doch mal auf die Abflugtabelle in Amsterdam!“ „Ihr Flug hat eine Stunde Verspätung“ – das lässt nichts Gutes ahnen.
Nachts um 1:00 Uhr dann der Anruf meines Mannes: „Helmut hat aus Amsterdam angerufen – Maschine hat einen Schaden, Flug gestrichen.“
Zurück in ́s Hotel, diesmal ohne Gepäck, das war ja schon eingecheckt und konnte nachts nicht mehr zurück gegeben werden.
Meine Befürchtung, dass sie jetzt entnervt aufgaben und wieder nach Hause fahren, hat sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Tapfer stehen sie auch heute wieder am Flughafen und sind erstmal bis Nairobi gebucht für heute Mittag. Glaube, Liebe, Hoffnung – doch die Hoffnung stirbt zuletzt!
Wir drücken die Daumen und sind traurig, genauso wie der Himmel über Sansibar, der es immer wieder etwas regnen lässt, bei 28 Grad aber nicht so ein Problem. Wir haben ein schönes Frühstück mit viel frischem Obst genossen, haben von den Dorfkindern eine Kokosnuss bekommen, waren schon im Dorfshop und werden gleich am Strand in Richtung Paje spazieren und nachmittags versuchen Kuza Cave zu finden – eine Höhle mit Frischwasser, in der man baden kann. Und beten, dass die Odyssee der tapferen „Oldies“ endlich ein Ende findet.
Update 12:50 Ortszeit: Die Großeltern haben einen Flug für heute mittag und sollen nachts in Sansibar landen. Jetzt hilft nur noch beten!

Wir wanderten 4 km den Strand entlang in Richtung Paje, haben den Fang der Fischer bestaunt, die Frauen in ihren bunten Kleidern bei der Algenernte betrachtet, die Kunst der Webervögel beim Nestbau bewundert und im Spice Island Hotel auf der „Seebrücke“, genannt Jetty Bar, über dem Indischen Ozean gechillt. Gelegentlicher Nieselregen bei 28 Grad war da auch egal.
Kuza Cave war unser nächstes Ziel. Gefunden auf Facebook – ist doch manchmal auch für etwas nütze – mussten wir nur noch einen Taxifahrer finden, der das gesuchte Ziel auch findet. Kannte zwar keiner, aber google.maps und ein paar Hinweisschilder haben uns den Weg gewiesen. Leider dauert in Afrika alles etwas länger und wir kamen erst gegen 17 Uhr an – eine Stunde vor Sonnenuntergang. Unser Taxifahrer war dann erfreulicherweise sehr neugierig und hat mit uns das Abenteuer gemeinsam bestanden. Durch ein kleines Stückchen tropischen Wald gelangten wir an eine windschiefe aber stabile Brücke die zu einer Tropfsteinhöhle führte. Die Decke ist schon lange eingestürzt, sodass Tageslicht hereinkommt. Wir kletterten in die Höhle und konnten dort in kristallklarem Süßwasser schwimmen und die Stalaktiten an der Decke betrachten, während wir auf die Stalagmiten im Wasser aufpassen mussten, um uns nicht aufzuschürfen. War eine tolle Kulisse, leider für gute Fotos schon zu dunkel. Auch der Taximann nahm ein Bad (im Gegensatz zu uns musste er auch kein Eintrittsgeld bezahlen) und wartete geduldig die Musiksession der Jungs mit den „Höhlenmenschen“ ab, bevor er uns in ́s Hotel zurück brachte. Auf Wunsch der Jungs gab es Pizza am Strand, danach Live Musik in der Bar daneben. Die Atmosphäre in Jambiani ist sehr relaxt, die Beachboys akzeptieren ein nein und die Jungs sind happy! Es ist toll zu sehen, wie sie mit den Einheimischen quatschen, interessiert sind und die fremde Kultur erleben.
Flug von Oma und Opa gerade gecheckt – pünktlich in Nairobi gelandet, wir hoffen sie gegen 3 Uhr nachts endlich zu sehen!

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23.10.2017 – So langsam nehmen wir Fahrt auf

01:35 die erfreuliche Nachricht auf dem Handy: „Habe Deine Eltern empfangen, leider müssen Sie jetzt noch die Papiere für das verlorene Gepäck ausfüllen“. Kurz vor 3 Uhr nachts kamen sie dann endlich an – ohne Gepäck, aber das sind sie ja seit Freitag schon gewohnt, denn in Amsterdam hat man es ihnen in den 2 Tagen nicht ausgehändigt. Oma wurde von mir versorgt, Opa hat am nächstem Morgen ein frische Shirt von unserem netten holländischen Nachbarn bekommen. Dann begannen die Nachforschungen: Chat mit KLM, „wir müssten uns an Kenya Airways wenden, die hatten schließlich den letzten Flug nach Sansibar“. Entnervte Mail an meine Partnerin, mit der Bitte um Hilfe. Auch schwierig, Kenia Airways ist telefonisch nicht erreichbar. Die Jungs und ich sind dann zum verabredeten Schnorchelausflug los und die beiden „Alten“ sind am Strand entlang spaziert und sinnierten über die nächsten Tage ohne Gepäck, kauften sich Zahnbürsten im Dorfshop und versuchten etwas zu entspannen.
Unser Ausflug war toll, mit einer Dhow aus Mangoholz und 2 Skippern ging es los. Erstmal zu Fuß, da Ebbe war, dann unter Segel – erstaunlich schnell diese kleinen Dinger. Auch Skipper Basti machte seine Sache gut. Nach anfänglicher Skepsis und ein bisschen Angst konnten wir alle die Unterwasserwelt am Riff genießen. Riesige Seeigel, bunte Fische, riesige Muscheln und Seesterne zur Deko. Der Rückweg durch das flache Wasser forderte unsere Schiffsbesatzung, manchmal zogen und schoben sie das Boot durch die Ebbe und der Rest des Weges erfolgte dann wieder zu Fuß.
Leider immer noch keine Nachricht vom Gepäck. Emails hin und her, Diskussionen, wann und wo man was wohl kaufen könnte und wie der Plan aussieht, sollte das Gepäck gar nicht mehr auftauchen. Wir waren so beschäftigt, dass wir gar nicht bemerkten, dass jemand 2 Taschen hinter uns abstellte. He saved our day!!! Was für eine Erleichterung!
Erstmal ein schönes Mittagessen mit Blick auf das „Indische Wattenmeer,“ frischer Fruchtsaft für die Damen und Bierchen für den Opa. Das wird noch, mit dem Urlaub, auch wenn es stürmisch werden soll – wir sind jetzt alle da, alle haben frische Unterhosen und von nun an wird alles besser. Während ich schreibe, sind die Dorfhelden wieder bei ihren sportlichen Strandübungen, die Musik ist gut und laut und wir gehen jetzt zur Happy Hour nach Nebenan!

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24.10.2017 So schön kann Urlaub sein

Ein freier Tag – unbeschwert und wider Erwarten sonnig. Die Wettervorhersage hat uns Sturm und Gewitter versprochen, bekommen haben wir Sonne und eine frische Brise.
Gestern Abend haben wir die Jam Session in der Red Monkey Lodge besucht. Mittlerweile herrscht deutsche Gründlichkeit und ein bisschen Charme geht verloren. Es muss Eintritt bezahlt werden, es gab ein Armbändchen und für die Getränke mussten erstmal Wertmarken gekauft werden – erinnert ein bisschen an die Schulfeste unserer Kinder – uncool!
Die Musiker waren aufgrund der Wetteraussichten unter Dach und kaum zu sehen, aber gut zu hören. Sie werden bunt zusammen gewürfelt, Sansibaris und Touristen, einer gibt den Takt vor, die anderen folgen, Noten gibt es nicht – warum auch? Klingt trotzdem gut, das Publikum ist begeistert und wir betreiben unsere Studien. Massai lieben blonde Frauen und blonde Frauen scheinen Massai zu lieben. Die komplette EU scheint hier vertreten, dazu Sansibaris und Massai, Grenzen verschwinden und jeder kommuniziert mit jedem – so schön könnte das Leben überall auf der Welt sein.
Wanderung durch das „weiße Watt“ , Oma hat noch nie Einsiedlerkrebse gesehen – jetzt schon. Viele kleine Seesterne, Muscheln und flitzende Krabben (Red Bull verleiht Flüüüügel!). Wir haben die „Algenplantagen“ bewundert, die von den Frauen des Dorfes in ihren langen, bunten Kleidern „bewirtschaftet“ werden. Die Algen wachsen an Schnüren, die zwischen Holzstöcken gespannt werden, sie werden teils geerntet, Ableger werden neu angeknotet und die Frauen laufen gebückt durch das flache Wasser oder sitzen im Wasser, wie wir in der Badewanne – wobei wir dabei keine langen Kleider tragen.
Die stolzen Massai haben für uns ihren „mobilen Shop“ geöffnet und wir haben ein paar Souvenirs gekauft; große, schlanke Männer – Stiefoma Anneliese hätte gesagt „die haben stöckskes Beene!“ Alle sind super nett, erzählen aus ihrem Leben und sind auch an unserem interessiert. Das Ganze vor traumhafter Kulisse – Es ist einfach ein Traum.
Auf dem Weg zum Mittagessen haben wir noch den Kampf kleiner Affe gegen Krähe beobachtet, noch größere und schnellere Krabben gesehen und die ersten Kinder, die in ihren Schuluniformen nach Hause kamen.
Nachmittags füllt sich der Strand dann wieder mit der Dorfbevölkerung, die Kinder spielen, die Frauen sitzen zusammen und unterhalten sich und wir haben unseren ersten Pflichttermin – Happy Hour bis 18:00 Uhr! Der erste Tag, an dem wir sagen können: „Hakuna Matata“ – Ohne Sorgen!

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25.10.2017 Haraka haraka haina baraka – Eile mit Weile

Nach einem guten Abendessen wollten wir unsere Sachen packen und natürlich den Bericht veröffentlichen , den ich geschrieben habe, während wir auf das Essen gewartet haben. Es dauert halt manchmal etwas länger „pole pole“ (langsam, langsam) oder unsere neueste Suaheli Vokabel: „Haraka haraka haina baraka“ (Eile mit Weile oder schnelle Geschwindigkeit hat keinen Segen) Essen war sehr lecker, Wein (aus Neuseeland) war ok und wir spazierten über den Strand zurück. Wieso war unser Hotel so dunkel? Stromausfall! Daran hat sich auch bis zu unserer Abreise heute morgen nichts geändert. Also musstet Ihr leider auf meinen Bericht warten – Haraka haraka haina baraka – denn ohne Strom kein Internet.
Die Nacht war sehr stürmisch und es fing an zu regnen, leider so schräg, dass ich im Bett nass wurde. Also Fensterläden schließen und schwitzen. Morgens sah es nicht besser aus, aber immerhin ist es früh hell und wir konnten packen. Das Frühstück, für 08:00 Uhr bestellt, war natürlich nicht fertig, obwohl sie dafür keinen Strom benötigen, sie kochen ja mit Gas (Haraka haraka haina baraka). Unser Fahrer kam pünktlich um 09:00 Uhr und wir fuhren fast pünktlich ab. Die Besichtigung einer Gewürzfarm stand an. Eigentlich ein schönes Erlebnis, aber bei Regen durch den rutschigen, matschigen Boden zu stapfen war schon eine Herausforderung. Hinterher wussten wir aber, wie glücklich wir zu diesem Zeitpunkt waren, denn der Regen steigerte sich zu einem tropischen Regenguss. Gott sei Dank waren wir da schon in unserem Hotel Tausi Palace in Stone Town angekommen.
Auf der Farm haben wir all die tollen Gewürze gesehen, für die Sansibar so bekannt ist: Ingwer, Kukuma, Zitronengras, Nelken, Muskat, Pfeffer, Chilli, Safran, Minze, sogar ein Currybaum, dessen Blätter die Grundlage für die Currymischungen sein sollen.
Weiter ging die Fahrt durch die ärmlichen Dörfer, die bei Regen einen noch traurigeren Eindruck machten, bis in die Hauptstadt Sansibars – Stone Town. Getreu unserem neuen Motto wollten wir erstmal abwarten, ob sich das Wetter bessert. Unseren Plan heute zur Prison Islands zu fahren, um die Riesenschildkröten zu besuchen, hatten wir da schon abgehakt. Auf dem Dach des Hotels haben wir dann erstmal gut zu Mittag gegessen und warten jetzt immer noch darauf, dass es endlich zu regnen aufhört und wir noch ein bisschen in der Stadt schlendern können. Sieht aber irgendwie nicht danach aus. Alles eilt hier mit Weile, nur die Regenzeit hat zu früh begonnen – schade eigentlich!

Nachtrag 25.10.2017 Die dunkle Seite Sansibars

Im Regen haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt erlaufen. Hafen, House of Wonder, das Fort und zum Trocknen: Zanzibar Coffee House. Herrlicher Kaffee, toller Kuchen, netter Service und es war trocken. Auf dem Markt haben wir uns noch mit Gewürzen eingedeckt, den Fisch und Fleischmarkt haben wir ausgelassen, um uns den Appetit zum Abendessen nicht zu verderben.
Eigentlich wollten wir den nächsten Programmpunkt auslassen, Oma und Opa aber hatten diesen dunklen Teil Sansibars noch nicht kennengelernt und zum Bummeln in den kleinen Gassen mit den Shops, war es sowieso viel zu nass. Also doch den Eintritt bezahlt und in die düstere Vergangenheit Sansibars eingetaucht. Die Tropeninsel war der Hauptumschlagplatz für Sklaven in Ostafrika. Ca 200 Jahre von den Portugiesen betrieben und 200 Jahre vom Oman, der zeitweise sogar seine Hauptstadt von Muskat nach Sansibar verlegt hate. Bis zu 15.000 Sklaven wurden hier jährlich verschifft. Wieviele vorher an den Strapazen der Gefangenschaft und nachher auf der Schiffsreise verstarben geht in die Millionen. Eine anglikanische Kirche wurde später auf dem Sklavenmarkt errichtet. Der Altar steht auf genau dem Ort, wo die Sklaven zur Strafe ausgepeitscht wurden, ein Opfertisch dort, wo der Auktionator sass. Zwei Zellen, in denen die Sklaven zusammengepfercht 2-3 Tage auf die Auktion warten mussten sind noch erhalten und lassen in den Abgrund der menschlichen Seele schauen. Viele überlebten diese Tortur nicht, die anderen aber haben ihre Stärke bewiesen und konnten zu einem guten Preis verkauft werden. Erst 1873
konnte der Sklavenhandel auf Sansibar durch die massive Intervention von Bischoff Steer und dem Entdecker Livingston und gegen Zahlung von 100.000 Pfund an den Sultan von Oman beendet werden. Als wir aus dem Museum rauskamen regnete es zu unserer Überraschung immer noch. Mittlerweile war es dunkel geworden – aber so richtig, da wir wieder einmal Stromausfall hatten. Mit unseren drei ca. achtjährigen Führern erreichten wir unser Ziel durch die stockdunklen, schwimmenden Gassen – das Africa House Hotel, offensichtlich mit einem leistungsfähigen Generator ausgestattet, empfing uns mit hellem Licht, einer überdachten Terrasse, guten Cocktails und hervorragendem Essen. Die netten und gut gelaunten Kellner (und die Drinks) hoben unsere Stimmung wieder und wir hatten einen netten, hellen und trockenen Abschluss des Tages. Nur noch 200 Meter durch den Regen und wir hatten unser Hotel erreicht. Dank Generator gab es auch hier Licht und warmes Wasser. Nach dem durchweichten Tag sehr angenehm.
Wie Ihr schon gemerkt habt, wird das mit den Fotos wieder nichts. Internet gibt ́s Dank Stromausfall entweder gar nicht oder so schlecht, dass die Bilder nicht hoch geladen werden. Sobald es geht, werden die Berichte aber bebildert.

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26.10.2017 – Es regnet – und jetzt wieder nicht

Gefühlt haben wir jetzt locker die Regenmenge des Berliner Rekordregens diesen Sommers. Frühstück auf der Dachterrasse war etwas windig und ungemütlich, aber trocken. Mit unserem Gepäck haben wir uns wieder durch einen tropischen Starkregen zum Auto gekämpft, welches leider nicht in die engen Gassen vorfahren kann. Überflutete Fußballplätze, Straßen und Gehwege unter Wasser, nasse Schulkinder und Passanten die von den vorbeifahrenden Autos klitsch nass gespritzt werden. Auf die Frage, ob das jetzt die nächsten Wochen so weiter geht, war die Antwort unseres Fahrers, dass das jetzt ja noch der leichte Regen sei. Es ist das erste mal, dass ich nicht traurig bin, diese an sich so farbenfrohe, jetzt aber in Berliner grau getauchte Insel zu verlassen. Auch am Flughafen hat der Regen wohl so einige Funktionen unter Wasser gesetzt, sodass jetzt alle (nassen) Taschen händisch untersucht wurden. Ziemliches Chaos in der nassen „Vorhalle“, aber jetzt sitzen wir am Gate, warten auf den Abflug der vor 5 Minuten hätte sein sollen und schauen dem Regen zu. Haraka, haraka haina baraka.
Nur 20 Minuten Verspätung. Gelandet in Arusha bei Sonne – oh, wie schön! Erwartet wurden wir von meiner Partnerin Fransisca, unserem Fahrer Heriel und unseren Freunden Caroline und Hans, die die nächsten Tage mit uns auf Safari gehen. Auf dem Weg zu unserer traumhaften Maramboi Lodge, haben wir uns das Neubauprojekt von Fransisca, ihr neues Wohnhaus und Büro, angesehen und an einem schönen Picknickplatz unsere Lunchboxen verzehrt. Weiter ging es durch trockene Landschaften, vorbei an den Herden der Massai bis zur Maramboi Lodge. Wir wohnen in Luxus Zelten mit Blick über die weite Steppe. Begrüßt wurden wir mit einem kalten Bier und einigen Gnus, Zebras, Walzenschweinen und Gazellen. Den gleichen Blick gibt es auch vom Infinity Pool aus. Da in der Lodge gerade einige bauliche Maßnahmen durchgeführt werden – das Restaurant und die Lobby werden erneuert, gibt es Drinks und Essen jetzt am Pool (ist eh viel schöner) und für die Unannehmlichkeiten (die wir nicht wirklich haben) gibt es freie Getränke. Könnte schlimmer kommen. Morgen um 07:00 Uhr geht es los zu unserer ersten Safari in den Tarangire Park, ich freue mich schon auf die Elefanten.
PS: Internet lässt auch hier zu wünschen übrig – wird nichts mit Fotos, glaubt mir einfach:
Es ist ein Traum!

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27.10.2017 – Tarangire

Was für ein Luxus! Man sitzt in der Steppe mit Blick auf die Berge, um uns herum Zebras, Gnus, Gazellen, Warzenschweine und Strauße. Im Zelt für mich und die Jungs drei Betten mit gemütlichen Matratzen und kuscheligen Kissen und Decken, der Blick vom Bett nach draußen in die Traumszenerie. Das Abendessen gestern ließ keine Wünsche übrig, für die Jungs das Grillbuffet und die Mädels Tilapiafilet, Suppe, Gemüse, diverse Nachspeisen und Nachtische. Heute morgen dann früh aufstehen, der Wecker ging um 5:50 Uhr, die Jungs aus dem Bett zu kriegen ist noch schwieriger als Jana letztes Jahr;-)
Im frühen Morgenlicht gab es Frühstück am Pool, bevor wir gegen 07:00 Uhr zum Tarangire Park aufbrachen. Obwohl ich ja letztes Jahr dort war, erinnerte mich nicht viel daran. Der Tarangire ist zu einem Rinnsal geschrumpft und führt teilweise gar kein Wasser mehr. Wo wir letztes Jahr im Februar durch das Wasser fahren mussten, konnten wir jetzt von der Furt auf trockenen Boden schauen. Die mächtigen Baobab Bäume werden in der Trockenzeit kahl und zeigten vereinzelt leichtes grün oder Blüten. Für Tierbeobachtungen war es jetzt weit aus ergiebiger, war doch jetzt das Gras verdorrt und die Tiere sammelten sich an den wenigen Wasserstellen. Wie erwartet sahen wir viele Elefanten, dafür ist der Park bekannt. Eher unüblich waren die Katzen, ca 25 Löwen und vier Geparden bekamen wir vor die Linse. Dazu sehr viele Zebras, Gnus, Büffel, Giraffen, Affen und zahlreiche Antilopen Arten – von der größten, der bis zu 800 kg schweren Elan Antilope, bis zum 5 kg schweren Dikdik. Nach einem wolkigen Anfang wurde es ganz schön warm, aber die Regenschauer gingen an den Bergen runter und wir blieben verschont. Zum Abschluss des Tages lockte der Pool mit Aussicht, eine warme Dusche und jetzt genieße ich die Abendstimmung bei Gin Tonic.

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28.10.17 Vom Regenwald an ́s tiefe Loch

Langsam entwickele ich mich zum Feindbild meiner Söhne. Wecken 05:50 Uhr, anziehen, Taschen packen, Frühstück und Lunchbox bestücken. Ich habe nie gesagt, dass eine Safari Erholungsurlaub ist. Körperlich definitiv, aber geistig ist das Fahren und Erleben durch und in dieser Natur wie ein Neuladen des Akkus. Der Maynyara Park, den wir nach ca. 45 Minuten ist landschaftlich ein solcher Gegensatz zu dem trockenen Tarangire Park von gestern. Schon die Anfahrt durch das Hochland mit Reisfeldern und Kaffeeplantagen hat die Steppenlandschaft vergessen gemacht. Im Park selbst geht es an steilen, mit tropischen Pflanzen und riesigen Bäumen bewachsenen Hängen hinab. Heute wurden im wahrsten Sinne die Affen losgelassen, riesige Familienverbände von Pavianen und anderen Arten, haben uns immer wieder anhalten lassen. Elefanten schritten durch diesen tropischen Wald und waren oft nur zu hören, aber nicht zu sehen. Auf der Ebene angekommen, kamen die Wasservögel zum Vorschein, Pelikane, Flamingos und viele bunte Vögel, die ich nicht benennen kann. Ein paradiesischer Anblick waren die grasenden Nilpferde, umarmt von Zebras und Gnus und hunderten von Vögeln. Im Hintergrund zwei Weißkopffischadler und über uns kreisende Störche und Geier; ja, auch die dürfen in ́s Paradies einer muss ja aufräumen! Unser Picknick fand wieder etwas erhöht statt, mit traumhaftem Blick auf den ziemlich geschrumpften See und in den Wald, der immer wieder den Blick auf die Elefanten freigab. Die berühmten baumkletternden Löwen, haben wir leider auch heute nicht zu Gesicht bekommen. Unser Mittagstief fegten einige Elefanten davon, die direkt auf unserem Fahrtweg standen und fraßen. Unser Jeep stoppte und wir beobachteten sie stillschweigend. Sie ließen sich gar nicht stören und setzten ihren Imbiss fort. Einer war sehr neugierig und kam uns sehr, sehr nah. Ein komisches Gefühl, wenn der Rüssel über dem Jeep erscheint. Wir rochen wohl trotz der Hitze noch ganz gut und durften passieren. Um 14:30 Uhr fuhren wir aus dem Park zur Ngorongoro Conservation Area und legten einen Stopp am Fotopunkt ein, um einen ersten Blick in den berühmtem Krater zu werfen. Beeindruckend und großartig. 20 Minuten später hatten wir einen ähnlichen Blick von der Bar unseres Serena Hotels am Kraterrand, diesmal stilvoll mit Gin Tonic. Zur Freude der Jungs wird auch morgen der Wecker wieder früh klingeln. 05:30 Uhr, ich freu mich schon auf die Diskussionen, wieso das jetzt wieder nötig ist.

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29.10.17 – Das achte Weltwunder mit Bibi und Babu

Es ging – mit dem Aufstehen. Kurz nach 6 Uhr brachen wir auf, um in den Krater zu fahren. So früh morgens hat man den Vorteil, fast alleine in diesem wunderbaren Kleinod zu sein. Von oben sieht der Krater so leer und ruhig aus, aber unten war das Leben bereits erwacht. Massen von Zebras, Gnus und Gazellen, elegante Sekretärsvögel und Kraniche, Löwen und Hyänen, Schakale und Affen. Der starke Wind hat uns leider das Erlebnis einer Nashornbegegnung verwehrt, es ist den Riesen einfach zu laut in den großen Ohren und sie blieben in irgendwelchen Tälern. Ich hatte aber ein anderes Highlight für meine Reisegruppe bestellt – Frühstück im Krater. An der ausgewiesenen Picknick Stelle, wo einige Gruppen mit ihren Pappboxen zum Frühstück standen fuhren wir weiter. Es wurde vorher gescherzt, dass es heute wohl keine Eierspeisen geben würde, aber da wurde mein Organisationstalent unterschätzt. Hinter einer kleinen Erhöhung war unser Frühstück vorbereitet – ein gedeckter Tisch mit passenden Stühlen, eine mobile Buschküche und 3 Servicekräfte servierten uns gekühlten Sekt, Cerealien, frisches Obst und 4 verschieden Säfte. Auf einem glühenden Grill wurden Eierspeisen nach Wunsch zubereitet. Würstchen, Bohnen, Kartoffeln, Muffins und Toast waren vorbereitet. Überraschung gelungen, Nashorn vergessen, es war ein ganz großartiges und intimes Erlebnis. Selbst die Jungs waren beeindruckt. Der Hippopool beeindruckte mit den mächtigen Leibern, die Seite an Seite vor sich hin dösten, einige quälten sich ans Ufer und zeigten sich in ihrer ganzen Schönheit. Leider hatten wir noch einen weiten Weg in die Serengeti vor uns, sodass wir den Krater um 12:30 Uhr verließen. Im Februar eine interessante Fahrt, da zu dieser Zeit viele Tier der Migration in den Ngorongoro Highland zu finden sind. Für uns gab es diesmal außer viel Geruckel auf der Schotterpiste, Staub, Staub und nochmals Staub. Die Hügelkette im Hintergrund blieb für uns verborgen, ab und an sahen wir die großen Herden der Massai, Rinder, Ziegen und Schafe und ein paar bunte Farbtupfer der Kleidung ihrer Hirten. Die beiden LKW vor uns konnten wir nach 30 Minuten endlich überholen. Nach 2 Stunden erreichten wir das Serengeti Tor – ein wichtiger Fotostopp. Weitere 30 Minuten durch die staubige Serengeti brachte uns zum CheckIn Punkt mit der schönen Aussicht auf dem Kopje (Hügel). Auf dem Weg zum KatiKati Camp, einem Zeltcamp im Busch, begegneten wir den ersten großen Herden der Migration, ca. 3000 Gnus und einigen Elefantengruppen. Die Leoparden auf dem Baum waren leider weit entfernt, aber mit Fernglas gut auszumachen. Im Camp wurden wir herzlich begrüßt und bezogen unsere Zelte. Nicht auf Stelzen, sondern direkt unten im Busch, mit Toilette und Dusche (muss 10 Minuten vorher angemeldet werden, damit der Wasserbehälter mit warmem Wasser aufgefüllt werden kann). Als es dunkel wurde gab es Busch TV (Lagerfeuer) mit Tee oder Bier und der Tag mit den vielen schönen Eindrücken konnte etwas verarbeitet werden. Im „Restaurantzelt“ wurde uns ein köstliches Essen serviert und die beiden Senioren bekamen ihre neuen Namen verpasst: Bibi und Babu – auf Suaheli Oma und Opa, klingt irgendwie viel schöner. Um 21:30 war im Camp die letzte Solarleuchte erloschen und man hörte nur noch die Geräusche aus dem Busch: Grillen, nachtaktive Vögel, Elefanten, Löwen und Hyänen konnte ich ausmachen. Eine tolle Atmosphäre mitten im Busch.

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