Reise Simbabwe – Botswana 2018

01.05.18 Die lange Anreise zur schönen Aussicht

Gut 24 Stunden hat mich die Anreise gekostet. Durch den 90. Geburtstag meiner Schwiegermutter erfolgte der Start gestern um 10:30 in Zell am See. Die Fahrt führte durch eine wunderschöne Frühlingslandschaft und hat mich wieder in dieses „Frühlingserstaunen“ versetzt.
Was für eine Kraft ist da am Werk, die unsere mitteleuropäischen, grauen Winterlandschaften in so kurzer Zeit in ein buntes Paradies mit tausenden Grüntönen, weiß und rosa blühenden Bäumen und gelbgesprenkelten, satten Wiesen verwandelt? Ich liebe den Frühling mit seinem spektakulären Wandel so sehr, dass ich mich fast überwinden musste, die Reise nach Afrika anzutreten. Aber meine Ziele wie die Viktoria Fälle und das Okavango Delta sind natürlich Argument genug! Meine Anreise von München über London nach Johannesburg verlief unproblematisch. Auf der Kurzstrecke bietet BA in der economy keinerlei Service. Auf der Langstrecke wurden wir aber mit gutem Essen und Wein verwöhnt. Der Sitzabstand war erfreulich groß und die Filmauswahl reichlich – allerdings keine Filme auf deutsch. Der Transit in Johannesburg ist recht Zeitintensiv, sodass mindestens 2 Stunden Übergangszeit einkalkuliert werden sollten. Weiter ging es mit South African Airways, Sandwich und Getränke wurden gereicht und ich habe den Ausblick auf die afrikanische Steppe genossen. Die Gischt der Viktoria Fälle war beim Landeanflug zu sehen, mehr aber leider nicht. Die Einreise nach Simbabwe verläuft ebenfalls afrikanisch. Die Visaerteilung verläuft in der Regel problemlos, aber dauert – sodass man auch hier bis zu 2 Stunden einplanen muss, bevor man endlich in den Transferbus steigen kann. 3 meiner Mitreisenden sitzen jetzt mit mir im Bus und genießen die afrikanische Massage auf holprigen Straßen. Die Sonne scheint und es ist nicht wärmer als die letzten Tage in Deutschland – ca 23 Grad. Die Gorges Lodge liegt oberhalb des Sambesis, der eine eindrucksvolle Schlucht gegraben hat. Gorges Lodge hat 10 Chalets, aufgereiht an der Kante der Schlucht, sodass man mit einem traumhaften Ausblick aufwachen kann. Little Gorges besteht aus 5 Zelten, ebenfalls mit Blick auf den Sambesi. Die Veraux Adler zogen am Himmel ihre Kreise, wir bekamen viele Infos über diese stattlichen Vögel von Chris dem Manager und Gin Tonics in mehreren Varianten. Gleich stehen noch traditionelle Tänze und Dinner auf dem Programm, bevor wir in unserem Luxuszelt dem Rauschen des Sambesis lauschen.

Kategorie: Reise Simbabwe - Botswana 2018 | von: Martina Volk

02.05.18 – Morgendusche – und Diinner mit Elefanten

Der Himmel über der Schlucht leuchtete glutrot als unser Wecker um 6:00 läutete. Ich habe beim Rauschen des Sambesis herrlich geschlafen und unsere Befürchtung nachts zu frieren hat sich nicht bewahrheitet. Zum Frühstück zogen die Adler an uns vorbei, die Ausschau hielten nach Nahrung – bevorzugt Klippschliefer, die sich morgens zum Aufwärmen auf die sonnigen Steine legen. Um 7 Uhr gab es eine herzliche Verabschiedung und unser Frühstück konnte sich auf der halbstündigen Holperfahrt über die Sandpiste gut im Magen verteilen. 15 Minuten weiter auf einer Asphaltstraße kamen wir bei den Viktoriafällen an. Der weitläufige Park besteht aus Regenwald und der felsigen Uferregion.
Wir wurden eindringlich gewarnt, dass es wirklich nass werden würden, aber was uns dann erwartete, damit haben wir nicht gerechnet. Ausgestattet mit langen, schwarzen Regenmänteln watschelten wir wie Pinguine umher. An den ersten Aussichtspunkten konnten wir die schnell fließenden Wassermassen noch gut sehen, je weiter wir zu den Hauptfällen kamen, umso weniger konnten wir das Wasser sehen. Eindrucksvoll hat es uns aber seine Existenz gezeigt – es hat aus blauem Himmel sintflutartig auf uns herab geregnet. Im Regenwald gab es dadurch viele kleine Regenbogen. Über einen Kilometer führt der Weg mit insgesamt 16 Aussichtspunkten bis zu der Brücke die über den Sambesi führt und die Grenze zu Sambia bildet. Unglaubliche Wassermassen donnern um diese Jahreszeit bis zu 108 Meter in die Tiefe. In 3 1/2 Tagen kommt soviel Wasser an den Hauptfällen herunter, wie New York in einem Jahr verbraucht. Die daraus entstehende Gischt nahm uns heute leider die Sicht und durchnässte uns bis auf die Haut. Der Weg über die mit einer Art Schilf bewachsenen Ebene erinnerte mich an die Wattwiesen an der Nordsee, Wind und Regen inklusive. Auch wenn wir vieles nur erahnen konnten, ist es für mich ein eindrucksvolles Erlebnis gewesen.
Die Kraft der Natur war überall zu hören und teilweise zu sehen – und wie es David Livingstone einst erging, als er die Fälle das erste Mal unvorbereitet sah, kann man nur erahnen. Wir befindend uns auf einer Inforeise und die Imvelo Lodges möchten uns soviel zeigen wie möglich, also haben wir Victoria Falls um 10:10 Uhr bereits wieder verlassen und fuhren Richtung Osten, vorbei am Flughafen in Richtung Hwange Nationalpark. Ich fühlte mich in meine Kindheit zurück versetzt – Kohleabbau, wie im Ruhrpott. Das war der Anblick kurz vor dem Tor des Nationalparks. Hoffentlich verbleibt dieser verschont! Knapp 2 Stunden dauerte die Fahrt bis dahin und wir wurden von unserem Safari Guide begrüßt, der auch den offenen Jeep mitgebracht hatte. Das Gepäck wurde verladen und auf´s Dach geschnallt, meine nicht ganz ernst gemeinte Antwort, was wir trinken wollten:“ kaltes Bier!“ wurde prompt umgesetzt und wir fuhren mit eisgekühltem Zambesi in den Park. Ob es Show war oder ernst? Unser Bier tranken wir dann außerhalb des Jeeps, da ein technisches Problem an den Bremsen eine Sparstrumpf erforderlich machte. Nach 10 Minuten war das Problem behoben, der Reifen wieder dort wo er hingehörte und weiter ging’s. Grünes Buschland mit niedrigen Bäumen ließ uns kaum etwas erspähen, aber ab und an kreuzte ein Kudu, Impala oder Elefant unseren Weg. An einem wunderschönen See gab es ein köstliches Mittagessen, an einem anderen See den ersten Gin Tonic mit badenden Nilpferden. Unsere Überfahrt zur Lodge dauerte bis kurz vor 5, sodass wir uns schon wieder beeilen mussten, um pünktlich beim Sun Downer zu sein. Mitten in der Steppe war eine hervorragende Bar aufgebaut und wir Mitten in der Steppe war eine hervorragende Bar aufgebaut und wir bekamen viele Informationen über den Park und die dort lebenden Tieren. Zurück in der Lodge wurden wir von den Elefanten begrüßt, die das dortige Wasserloch regelmäßig frequentieren. In der Trockenzeit sollen hier bis zu 400 Tiere am Tag zu beobachten sein. Heute haben wir einige von ihnen gesehen, teilweise sehr nah, was immer ein Erlebnis ist. Dinner mit Elefanten, da schmeckt es noch mal so gut. Ich liege jetzt alleine in meinem wunderschönen Zelt, habe leider keine Zeit die tolle Badewanne zu nutzen, lausche dem Busch Konzert und freue mich auf einen neuen Tag, der für uns morgen um 5:30 Uhr beginnt.

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03.05.18 – Buschspaziergang und Eisenbahnfahrt

05:45 wurde ich freundlich geweckt und ein kleines Frühstück wurde serviert, bevor wir zu unserem Buschspaziergang aufbrachen. Unsere Gruppe hatte sich geteilt, 3 waren mit dem Jeep unterwegs, 3 gingen zu Fuß auf die Pirsch. Wir waren froh, dass die Sonne schien und die
Temperaturen langsam nach oben kletterten. Abends und morgens ist man in dieser Jahreszeit froh über warme Kleidung. Fleecejacken und Westen sind angebracht auch auf den Jeeptouren, da es ihm Wind ganz schön kühl ist. Unser Spaziergang führte uns vom Camp über die
Elefantenpfade zu wunderschönen Wasserstellen. Dichtes Buschwerk und hohe Gräser schränkten unsere Sicht sehr ein – ein komisches Gefühl, wenn man weiß, was alles hier lebt. Frische Leoparden- und Hyänenspuren, Elefantendung überall, (sagt man das so?) Zebraäpfel
und Büffelhinterlassenschaften haben wir entdeckt – da war es schon gut, dass wir von 2 bewaffneten Guides begleitet wurden. Merkwürdige Pfeile – im deutschen Wald würde man auf Schnitzeljagd als Kindergeburtstag tippen – haben sich als Spuren von Störchen oder Kronenkranichen entpuppt. Wildes Basilikum und alle möglichen Heilpflanzen wurden uns erklärt, aber größere Tiere haben wir leider nicht erspäht. Tröstlich für uns – die andere Gruppe hat auch nichts gesehen. Wir hatten wenigstens Bewegung, auch wenn der Spaziergang an die
Achtsamkeits-Spaziergänge der buddhistischen Mönche und ihren Seminarteilnehmern in meiner Nachbarschaft erinnerte. Eine ganze Stunde hatten wir nun zu unserer freien Verfügung – ich habe die Außendusche genossen, die Tasche gepackt, Emails gecheckt und schon war es an der Zeit mein wunderbares Zelt wieder zu verlassen. Nach unserem 2. Frühstück mit frisch bereiteten Eierspeisen, wurden alle Taschen wieder im Wagen verladen und wir wurden durch die Mitarbeiter der Nehimba Lodge herzlich verabschiedet. Sie haben uns wirklich in der kurzen Zeit verwöhnt und mit extremer Gastfreundschaft betreut. Die Pirschfahrt in Richtung Süden hat uns nicht allzu viele Tiersichtungen beschert. Allerlei bunte Vögel, Adler, ein paar Zebras und Gnus. Die Vegetation änderte sich, das Buschland wich größeren Bäumen und die ersten Akazien zeigten sich. Eigentlich gehören Giraffen dazu, doch die zeigten sich leider nicht. Eine Elefantenherde kreuzte noch unseren Weg, war aber leider nicht mit unserer Anwesenheit einverstanden, sodass wir uns genötigt sahen umgehend weiter zu fahren. Bis nach Dete haben wir 2,5 Stunden gebraucht, wo unser nächstes Transportmittel auf uns wartete. Der Elefant Express wurde von Imvelo Lodges gekauft und steht nun für den Transport der Gäste der Imvelo Lodges zur Verfügung. Ein köstliches Mittagessen wurde serviert, gekühlter Weißwein und später der obligatorische Gin Tonic – als Malariaprophylaxe versteht sich. Die kleine Dieseleisenbahn rumpelt mit maximal 40 km/h durch die Landschaft, jeder durfte mal fahren und wir kamen uns vor wie bei Jim Knopf und der Lokomotivführer. Auf dem Weg sahen wir Paviane, Impalas, Giraffen und die seltenen Säbelantilopen. 84 km ging es durch den Hwange Nationalpark, wie so oft in Afrika dauerte alles etwas länger als geplant und unsere Ankunft verzögerte sich. So sind wir am „Zielbahnhof“ ausgestiegen und gleich vom Zug in den Safarijeep gestiegen, um das restliche Tageslicht auszunutzen. Weise Entscheidung, denn Sibs unser Guide hat für uns eine Gruppe von 7 Junglöwen aufgespürt, die in der Abendsonne dösten. Endlich mal Raubtiere – wenn Sie auch wie kuschelige Steifftiere aussahen. Unser Bomani Camp erreichten wir erst im Dunkeln, hatten 20 Minuten, um die Zimmer zu beziehen und etwas frisch zu machen und haben uns dann mit Marc, dem Eigentümer der Imvelo Lodges getroffen. Bei gutem Wein gab es eine Präsentation über die Geschichte der Safari Lodges und das beeindruckende Engagement der Firma in den lokalen Communities. Es werden Schulen gebaut, die Menschen aus den Gemeinden werden ausgebildet und angestellt, Ein Zahnarzt und Brillenprojekt organisiert, und, und, und. Morgen schauen wir uns alles an. Zum Dinner erwartete uns ein schön gedeckter Tisch im Freien, guter Wein und köstliches Essen. Es ist immer wieder faszinierend, man ist scheinbar am Ende der Welt in großartiger Natur und wird fürstlich bewirtet und verwöhnt. Schreiben konnte ich nicht mehr, bis 22:00 dauerte das Essen und der Wecker am nächsten Morgen wird um 5:30 Uhr klingeln. Frühstück um 6:00 Uhr, bis dahin muss gepackt sein!

Kategorie: Reise Simbabwe - Botswana 2018 | von: Martina Volk

04.05.2018

Ich muss noch von gestern Nachmittag berichten. Außer den Löwen in der Dämmerung war uns noch nichts Spektakuläres begegnet. Morgens hatten wir als Highlight eine Gepardin (eine von geschätzt 90 in ganz Simbabwe), die sich die Eisenbahnschienen als Aussichtspunkt ausgesucht hatte. Sie lief auf die Gleise, hielt ein bisschen Ausschau, zeigte sich von allen Seiten, setzte sich gemütlich und ließ sich schließlich im Gleisbett nieder. Sie nutzte das einzige Zeichen der Zivilisation zur Tarnung. Hinter den Schienen war sie für Beutetiere nicht zu sehen und sie konnte entspannt abwarten, bis sich Ihr Mittagessen den Schienen näherte. Ab und zu hob sie den Kopf, mehr brauchte sie nicht zu tun. Ob ihre Taktik aufging oder der nächste Zug zu früh kam, haben wir leider nicht mehr erfahren. Wir hatten eine Verabredung mit den Kindern des Dorfes. Gemeinsam mit 2 weiteren Autos von Imvelo fuhren wir zur Dorfschule und sammelten unterwegs immer mehr Kinder ein, die sich singend und strahlend einen Platz in den Autos suchten. Unser Jeep war am Ende mit Sibs, unserem fantastischen Safariguide, Matthew unserem wunderbaren Reisebegleiter von Imvelo, uns sechs ladies und 18 Kindern beladen. Mit lautem Gesang, Lachen und Hupen wurde viele Runden durch das Dorf gefahren, bevor die Kinder sich im Schulgarten aufreihten und nochmals für uns tanzten. Eine Gruppe junger Frauen und Männer hatten traditionelle Tänze mit Trommeln und Gesang einstudiert und wir durften der Uraufführung beiwohnen. Es war eine tolle Stimmung mit viel Freude auf beiden Seiten. Imvelo hat einen großen Karton mit Marmeladenbroten mitgebracht, die wir an die Kinder verteilen durften, die sich brav und ordentlich in einer langen Schlange anstellten. Abgerundet wurde der Besuch beim Dorfoberhaupt Mr Johnson und seiner Frau Dorothee, die uns nicht nur viel über ihre Kultur erzählten, sondern uns auch zeigten wie sie lebten. Das war zu unserem Erstaunen sehr großzügig, allein die Größe der Küche von Dorothee würde manche deutsche Hausfrau neidisch machen. Auch ein Besuch des Marktes, der nur aus Kunsthandwerk bestand und auf dem wir Dorothee als Geschäftsfrau wiedersahen gehörte zum Dorfprogramm. Unser Lunch erwartete uns an einer Senke, die jetzt nach der Regenzeit mit Wasser gefüllt war. Eine wunderschöne Szenerie mit Seerosen und Wasserlilien, davor 2 schön gedeckte Tische und weiter abseits 2 Massageliegen. Wie immer auf der Reise gab es gutes Essen, kalten Weißwein oder Gin Tonic (wegen der Malaria). Unsere Mitreisende Ali, spezialisiert auf Reitsafaris, kam mit Dennis und Sharon auf ihren Pferden dazu. Imvelo hat eine Partnerschaft mit den Pferdebesitzern und es werden Reitprogramme angeboten. Mitten im Busch ein Lunch mit wunderbarem Service. und einer kurzen Entspannungsmassaage danach, war irgendwie unwirklich, aber ein tolles Erlebnis. 90 Minuten in unserer neuen Unterkunft der Camelthorne Lodge reichten zum Zimmerbeziehen, „auffrischen“, Emails checken, Fotos posten und Kaffee trinken. 16 Uhr ging es wieder in den Jeep. Ein Elefant ganz nah am Weg, der die Bäume schüttelte, um die Früchte runter zu holen, das uns schon bekannte Löwenrudel, dieses Mal waren die Halbstarken in Begleitung ihrer Mütter. Kurze Aufgeregtheit als unser Jeep sich näherte, danach war Gruppenkuscheln angesagt. Eine Giraffe stand Fotomodell im stimmungsvollen Licht der untergehenden Sonne und dann tauchte ein einsamer Elefant auf. Der Jeep stoppte und Sibs entschied, dass jetzt die Zeit gekommen ist, uns zu erklären, wie man sich zu Fuß an einen Elefanten anpirscht. Ich kann nur sagen, der Herr versteht sein Handwerk – unbemerkt schlichen wir dem Riesen immer näher, und ich wette, dass wir uns alle fragten, ob diese Riesen wirklich so sanft sind, als er 15 Meter an uns vorbei schritt. Matthew zeigte uns den Sinn der Buschregel: die Gefahr kommt selten von vorne, sondern meist von hinten, also schau immer auch nach hinten, wenn Du vorne fasziniert etwas betrachtest. Von uns deutschen Stadtmädels unbemerkt, näherte sich aus entgegengesetzter Richtung ein weiterer Elefant – wie gut dass die zwei Männer so gut auf uns aufpassen. Unseren Sundowner hatten wir bei unserer aufregenden Pirsch zwar verpasst, aber dafür ein cooles Gruppenfoto vor dem Elefanten bekommen. Gin und Tonic wurde später am Lagerfeuer serviert, Dinner under the stars war wie immer köstlich und 3 von uns brachen dick eingemummelt zum Nightdrive auf. Afrikanische Känguruhs, Minihüpfer, die sich wie Kängurus fortbewegen aber ein bisschen wie Kaninchen aussehen, sahen wir fast an jeder Ecke, Elefanten und einer Büffelherde im Dunklen zu begegnen, lässt die Müdigkeit schnell vergehen und die Kälte fast vergessen. Müde und frierend ging es gegen 22:45 ins Zimmer, dass durch den offenen Kamin schön aufgewärmt war. Ich brauche glaube nicht erklären, warum ich nichts mehr geschrieben habe.

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05.05.2018

Luxus – der Wecker klingelte erst um 6:00 Uhr. 6:30 Frühstück, aufgrund der morgendlichen Kälte drinnen, 7 Uhr Abfahrt. 4 von uns zur Pirschfahrt, Ali und ich zum Reiten. Ich wollte die Möglichkeit nutzen den simbabwischen Busch vom Pferderücken zu erkunden. Wenn auch nur für 90 Minuten, es war toll und schreit nach Wiederholung. Mehrtägige Reitsafari wird auf meiner ToDo- Liste ergänzt! 09:45 Ankunft in der Lodge, duschen, packen, 10:25 Brunch, 11:15 Abfahrt zum Elefant Express, der uns in gut 2 Stunden durch den Busch wieder nach Dete brachte. In Deutschland undenkbar, dass ein mit Kohle beladener Güterzug rückwärts zum Ausweichgleis fährt, um eine kleine Touristenbahn durchzulassen, aber in Afrika ist alles möglich. In Dete mussten wir uns schweren Herzens von Sibs verabschieden, der uns mit seinem Wissen und seiner fantastischen Art ein paar unvergessliche Tage bereitet hat. Mit einer Gruppe Nordamerikanern sitzen wir jetzt in einem Kleinbus auf dem Rückweg nach Victoria Falls, wo uns die letzte Station unserer Imvelo Tour am Sambesi erwartet –  hoffentlich noch bei Tageslicht. Reiseblog auf dem Handy im wackelnden Bus schreiben, ist übrigens nicht einfach!

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06.05.18 – Es gibt viele Hotels Victoria Falls

Sonnenaufgang über dem Sambesi – was für eine Stimmung!
Die Zambezi Sands Lodge liegt direkt am „Mighty Zambezi“.
Wie wir beim Paddeln gestern Nachmittag feststellen konnten, ist der Wasserstand und die Fliessgeschwindigkeit in dieser Jahreszeit sehr hoch. Carina und ich mussten sich dieser Herausforderung gemeinsam in einem Boot stellen, die anderen waren je mit einem Guide im Boot. Anfangs war uns sehr mulmig zumute. Das Kopfkino bietet folgende Varianten: wir erreichen aufgrund der Strömung das Ufer nicht rechtzeitig und rauschen bis zu den Viktoria Fällen durch. Wir kentern und die Krokodile sind schneller als wir. Wir stoßen mit einem Nilpferd zusammen. Die Guides haben uns versichert, dass alles sicher ist und wir legten ab. Nach einigen Minuten hatten wir unser Boot im Griff und konnten den Sonnenuntergang auf dem Sambesi genießen. Das Wasser war warm, sodass es nicht allzu schlimm war, dass unsere Hosen beim Paddeln pitschnass wurden. Die morgendliche Szenerie, wenn die Sonne durch den aufsteigenden Nebel scheint und der mächtige Strom vorbei rauscht hat etwas Magisches. Ich könnte tagelang dort verweilen und Millionen von Litern Wasser an mir vorbei ziehen lassen. Doch getreu dem Motto:“der frühe Vogel fängt den Wurm“, brachen wir um 7:00 Uhr auf zu einem Busch Walk. Es ist so interessant die ganzen Spuren zu lesen. In der Nacht waren dort viele Elefanten unterwegs, Giraffenspuren waren zu sehen und sehr große, sehr frische Löwenspuren. Zur Freude unseres Guides ( zu unserem Schutz bewaffnet) entdeckten wir auch frische Leopardenspuren von einem bisher unbekannten Weibchen. „There is a new girl in town!“. Während ich den Bericht schreibe, stecken wir übrigens auf einer Sandpiste in Sambia fest. Unser Fahrer ist mit einem entgegenkommenden Pickup auf dem weichen Sand zusammen gerutscht. Nachtrag: nach 15 Minuten rangieren sind die Autos um einige Kratzer reicher, aber erfolgreich getrennt. Wir haben die Büsche, in denen wir die Löwen vermuteten, unversehrt umrundet und kamen ans Ufer des Sambesi, wo ein Buschfrühstück auf uns wartete. Eine köstliche Henkersmahlzeit bevor wir uns von unseren wunderbaren Gastgebern der Imvelo Lodges verabschiedet mussten. Wir hatten 6 Tage und 5 Nächte in unterschiedlichen Lodges, hatten ein wahnsinniges Programm, so viele herzliche und gastfreundliche Menschen kennen gelernt – mir kommt es vor, als wäre ich schon drei Wochen unterwegs. Danke an Imvelo, Marc, Matthew, Sibs, Gica ….und alle anderen Beteiligten für eine großartige Zeit und die vielen Eindrücke und Erlebnisse, die ich mitnehmen darf! Um 11 Uhr waren Carina und ich bereits wieder in Victoria Falls (schon toll was man alles machen kann, wenn man so früh aufsteht!) und luden unser Gepäck im legendären Victoria Falls Hotel ab. Kurz nach dem CheckIn ging es los zur Site Inspection, der Besichtigung von diversen Hotels und Lodges in und um Victoria Falls. So richtig Lust hatten wir ehrlich gesagt nicht, aber wir sind ja nicht (nur) zum Vergnügen hier. Abschließend kann ich sagen, dass die Pflicht auch mal zur Freude werden kann! Man wird z.B. mit dem Speedboat zur Victoria Falls River Lodge gefahren und genießt eine 15 minütige Fahrt auf dem Sambesi inklusive Tiersichtungen. Wunderschön designte Unterkünfte, traumhafte Ausblicke und ein extra Camp auf einer Insel für ungestörte Zweisamkeit ohne Kinder. Für alle die noch nicht verheiratet sind, definitiv ein Ziel für die Flitterwochen! Um uns die Fahrt über die holprigen und staubigen Pisten zu ersparen wurden wir mit dem Boot auch noch zur nächsten Lodge auf der Liste gebracht. Die Old Drift wurde erst 4 Tage vorher eröffnet, und erneut fühlten wir uns, als würden wir durch ein „Schöner Wohnen“ oder „Ambiente“ Magazin spazieren. Unser Zeitplan war viel zu eng und wir kamen mit ziemlicher Verspätung im Elefant Camp an. Unser geplanter Lunch dort wurde ersatzlos gestrichen, komisch war doch erst 16:45!? Stattdessen durften wir an einer besonderen Begegnung teilhaben – meet and greet mit Sylvester, benannt nach dem Guide, der vor zwei Jahren ein kleines Kätzchen im Busch gefunden hat. Der Kleine wurde von Hand aufgezogen und ist jetzt ein stattlicher 60 kg Gepard. Da er nie „Jagdunterricht“ hatte, kann er zwar Beutetiere fangen, aber nicht töten. So ist er, als er ausgewachsen war zum Elefant Camp gekommen, wo er auf dem Gebiet des Victoria Fall Nationalpark spazieren gehen kann, sich theoretisch auf ein Rendezvous einlassen könnte und dann, ganz fauler Kater zum Essen nach Hause kommt. Zum Fototermin mit uns war er angeleint, ein wunderschönes, riesiges Tier. Ich habe noch nie so einen großen Geparden gesehen. Ausnahmsweise durften wir ihn auch streicheln und wissen jetzt, dass sie viel weicher aussehen als sie sind. Weiter ging unsere Besichtigungstour vom West Camp, einer exklusiven Erweiterung für kleine Gruppen. Essen wurde weiterhin durch stramme Haltung ersetzt. Aber einen Drink bekamen wir immerhin, es war ja auch schon nach 17 Uhr. Endlich konnten wir unsere Zimmer beziehen und sind nach kurzem Boxenstop auf dem schnellsten Wege zum Lookout Cafe zum Essen gefahren. Die spektakuläre Aussicht konnten wir leider nur noch erahnen, aber das Essen kam erfreulich schnell und war ebenso köstlich wie der Pinotage. Ein weiterer großartiger Tag in Simbabwe ging zu Ende.

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07.05.18 Paradies in Sambia und Flug der Engel

Sonnenaufgang auf der Terrasse des Victoria Falls Hotels – was für ein Anblick! Die Sonne steigt durch die Gischtwolken des fast 2 km langen Wasserfalls nach oben. Bis zu 900 Meter soll diese hoch steigen, um dann als Regen wieder auf die Erde zu kommen. Um 7:00 Uhr saßen wir beim Frühstück in der Jungel Junction, eines der Hotelrestaurants. Das üppige Buffet konnten wir auf der sonnigen Terrasse mit Blick auf die Gischtwolke und die legendäre Sambesi Brücke genießen. Um 8:00 Uhr war unsere Zeit im geschichtsträchtigen Kolonialambiente auch schon wieder vorbei und wir starteten unsere zweite Etappe der Lodgebesichtigungen. Über die Sambesi Brücke, die wir zu Fuß überqueren durften, ging es nun nach Sambia. Von der Brücke bot sich noch mal ein toller Blick auf die Fälle und das Wildwasser dahinter, wo der Sambesi einigen scharfe Kehren in der tiefen Schlucht vollzieht. Abenteuerlustige starten hier zu Wildwasserrafting. Wer dann noch nicht genug hat kann sich an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia beim Bungeejumping in die Schlucht stürzen. Ich war bereits mit dem Blick nach unten zufrieden! 5 Lodges standen auf unserem Plan, die alle in 20 – 40 Minuten von den Viktoria Fällen zu erreichen sind, einige sogar mit Helikoptertransfer, den die Gäste im Anschluss an einen Rundflug über die Wasserfälle dazu buchen können. Auch Boottransfers können organisiert werden. Die Lodges in Sambia sind ebenso fantastisch am Sambesi gelegen (ganz komisch übrigens, wenn der Fluss plötzlich in die andere Richtung fließt) und unser Streifzug durch das „Ambiente Magazin“ ging weiter. Wunderschöne Pools – mit Sambesi Wasser gefüllt – großzügige Terrassen mit schönen Loungemöbeln, geschmackvolle Zelte und Zimmer. Auch hier paradiesische Vethältnisse für Hochzeitspaare, die hier in den Genuss von privaten Sunsetcruises auf dem Sambesi, privatem Dinner und freistehender Badewanne auf ihrer Terrasse – Sambesiblick inklusive – kommen können. Ob Thorntree River Lodge, Toka Leya oder Tongabezi, alle sind wunderschön gestaltet, bieten traumhafte Ausblicke, umfangreichen Service und laden zum Verweilen ein. River Club bietet wieder kolonialen Charme mit pektakulärem Ausblick vom Bett auf den Sambesi. Absolut hingerissen waren wir von der Waterberry Lodge. Mit nur sieben Zimmern in einem wunderschönen, perfekt gepflegten Garten, sehr persönlich. 3 Zimmer haben Blick auf den Fluss, eines davon stand leider unter Wasser, da der Sambesi durch ausgiebige Regenfälle in Angola, dieses Jahr einen besonders hohen Stand hat. Die Zimmer sind einfach, sauber und sehr geschmackvoll. Vielleicht liegt es am deutschen Manager, der an diesen Standort sein Herz verloren hat und nach Sambia gezogen ist, oder an dem äußerst liebenswerten Empfang, wir haben uns sofort wie zu Hause gefühlt. Dabei wussten wir nicht, was uns noch erwartete. Ein kurzer Spaziergang durch den Garten über einen teilweise überfluteten Weg – Barfuß ist bei den Temperaturen ja sehr angenehm – führte uns zum Farmhouse. Dieses bietet 4 Schlafzimmer mit Bad, ein großzügiges Wohnzimmer, Küche (die zur Freude von Mutti nicht nur mit allen Gerätschaften, sondern auch noch mit einem Koch ausgestattet ist), eine Terrasse mit Sitzgelegenheiten und einen traumhaften Pool. Das ganze ist ab 4-10 Personen mit vollem Service und Ausflugsprogramm zu buchen. Ich kann nur sagen: „vergesst die Finca auf Mallorca, auf nach Sambia!“ Zurück in Simbabwe checkten wir in den Victoria Falls Safari Club ein, schnappten uns die Kameras und fuhren wieder los. Flight of the angels nennen sich die Helikopter Flüge über den Victoriafällen. Dieses Abenteuer haben Carina und ich uns noch gegönnt, da wir die Fälle bei unserem Besuch letzten Mittwoch – uns kommt es vor wie vor einem Monat, soviel haben wir seitdem gesehen und erlebt – ja eher gespürt als gesehen haben. Nicht billig, aber es hat sich absolut gelohnt. Was für ein Anblick auf den riesigen Strom, die in dieser Jahreszeit durchgehenden Fälle und die enge Schlucht dahinter, die sich im Zickzack durch das Land gefräst hat. Wow!!! Zurück im Hotel wurden wir von einer Dame unserer Agentur vor Ort begrüßt. Mit Blick über die endlose Buschlandschaft kann man bei einem Gin Tonic hervorragende Geschäftsmeetings abhalten! Fast übergangslos wurden wir zum Abendessen abgeholt – duschen und umziehen war bei unserem Terminplan mal wieder nicht drin, ein Hoch auf die Katzenwäsche! Es war bestimmt gut gemeint und eine Erfahrung wert, dass man und ins Boma Restaurant geladen hatte, aber im Nachhinein wären wir lieber in unserer stilvollen und ruhigen Lodge geblieben. Die asiatischen und amerikanischen Gäste hatten offensichtlich ihren Spaß an afrikanischen Tänzen, gemeinsamem Trommeln, Weissagung und Zöpfchen flechten, ich habe mich nach der Ruhe im Busch und dem großartigen Sternenhimmel zurück gesehnt.

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08.05.18 – bye bye Carina und Simbabwe

Heute hätte ich mal ausschlafen können, aber meine innere Uhr ist jetzt auf 5:30 Uhr programmiert. Ja nichts verpassen und das Tageslicht ausnutzen. So konnten wir ein gemütliches Frühstück mit Blick über den Busch genießen, ein bisschen arbeiten und wieder die Taschen packen. Carina flog heute nach Hause und ich bin um 11:15 Uhr in den Transferbus nach Kasane / Botswana gestiegen. Nach 2 Stopps in Victoria Falls ging es in gut einer Stunde an den Grenzübergang. Die Einreiseformalitäten erfolgten recht schnell und die ganze Besatzung des Busses marschierte zu Fuß mit Gepäck über die Grenze, wo alle in unterschiedlichen Fahrzeugen weiter transportiert wurden. Ich wurde zum Flughafen von Kasane gebracht, wo ich an einen anderen Fahrer übergeben werden sollte. 20 Minuten später waren die österreichischen Mitfahrer angekommen und ich wurde zum Old House gebracht, einem sehr schönen kleinen Bed and Breakfast. Aus organisatorischen Gründen habe ich meine geplanten Übernachtungen der nächsten 2 Tage umgebucht und bin weiter in die Chobe Safari Lodge gefahren. Geplant wurde eine Flussfahrt auf dem Boot für heute und ein Gamedrive im Chobe Nationalpark morgen. Gott sei Dank kam ich zu spät und das große Boot der Lodge war schon unterwegs. So kam ich in den Genuss einer privaten Pirschfahrt mit tollen Tiersichtungen im Chobe Park heute Nachmittag und einer privaten Bootstour morgen früh. So muss ich nicht mit den großen Reisegruppen, die hier im Hotel sind auf ein großes Boot und habe im Nationalpark neidische Blicke aus voll besetzten Jeeps geerntet. Von wegen „ wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ Hier heißt es: „there is no rush in Africa!“ Die Elefanten, die uns heute sehr nahe kamen, sahen das Gott sei Dank genauso. Ab morgen geht es wieder in den weiten Busch – Hurra!

Kategorie: Reise Simbabwe - Botswana 2018 | von: Martina Volk

09.05.18 Chobe Nationalpark

Das war ein schönes Erlebnis – ganz alleine mit meinem Guide bin ich heute morgen auf dem Chobe gefahren. Es waren nur wenige andere Boote unterwegs und man konnte in Ruhe dem Busch beim Aufwachen zusehen. Kingfisher, Kormorane, Fischadler, Nilpferdfamilien, Wasserböcke, Büffel und ein Krokodil fanden sich am Ufer ein und posierten für die Kamera. Das frische Grün auf den teils gefluteten Inseln im Chobe sind ein schöner Kontrast zu dem blauen Wasser des majestätischen Flusses. Wunderschöne Wasserlilien lassen die Oberfläche wie eine Blumenwiese erscheinen. Zurück in der Lodge habe ich mein Frühstück genossen und die ein oder andere Reisegruppe an mir vorbei ziehen lassen. Ich würde die Chobe Safari Lodge nur Gruppen empfehlen, Einzelreisende werden hier wohl nicht so glücklich. Das Schwesterhotel, die Chobe Bush Lodge ist kleiner und etwas ruhiger. Die Zimmer sind moderner und geschmackvoller, haben aber keinen Blick auf den Chobe Fluss. Zum Mittagessen ging es per Boot zu einem schwimmenden Restaurant, was sich wohl auf namibischem Staatsgebiet befindet. Auf dem Bootstransfer habe ich Claudia wieder getroffen, die mit in Simbabwe war und ab heute wieder mit mir gemeinsam reist. Nachmittags hatten wir wieder (fast) hautnahe Begegnungen mit Elefanten im Chobe Park, bevor wir in unser Zeltcamp außerhalb des Parks gefahren wurden. Nur noch tierische Geräusche, keine schnatternden Reisegruppen.

Kategorie: Reise Simbabwe - Botswana 2018 | von: Martina Volk

10.05.18 Auf zu neuen Ufern

Eine Nacht im Busch hat immer etwas magisches. All die Geräusche, die man nicht zuordnen kann und man liegt alleine in einem Zelt und fühlt sich in dieser Kulisse ganz klein. Obwohl das Grundstück unseres Camps eingezäunt ist, glaubt man, die Elefanten stehen neben dem Bett und brechen lautstark Äste ab, Löwengebrüll schallt aus der Ferne herüber und alle möglichen Pfeif- und Surrgeräusche wiegen einen in den Schlaf – Buschkonzert statt Abendnachrichten. Tlouwana Camp liegt einige Kilometer südlich vom Chobe River und grenzt an das Matetsi Reservat in Simbabwe. Es steht kurz vor der offiziellen Eröffnung und wir dürfen sozusagen als Testkunden den Service und die Zelte prüfen. Die Zelte lassen nichts vermissen, ein paar Kleinigkeiten könnten noch verbessert werden, aber es ist definitiv ein Ort zum Wohlfühlen. Ein offener Essbereich, eine Lobby mit gemütlichen Sesseln und funktionierendem Internet und 7 Geräumige Zelte, eines davon behindertengerecht. Ein Familienzelt und ein Pool sind noch geplant, Fahrräder für Buschtouren und Besuchen im naheliegenden Dorf sollen noch angeschafft werden. Die Zelte haben eine große Holzterrasse, ein massives Holzbett mit Moskitonetz, ein großzügiges Bad mit Holzfussboden, Kleiderschrank und Nachtschränke bieten ausreichend Stauraum. Strom gibt es 24 Stunden am Tag und warmes Wasser wird über Solaranlagen bereitgestellt. Die Belegschaft ist sehr herzlich und bemüht und braucht noch etwas Sicherheit bei ihrer Arbeit, für einige ist es der erste Job überhaupt – eine große Chance! Auf dem Weg zum Flughafen von Kasane haben wir noch verschiedene Antilopen, Zebras und Giraffen gesehen und uns noch 3 Lodges/Guesthouses angesehen. Unser Flug ins Okavango Delta dauerte 1,5 Stunden und war mit 5 Passagieren ausgebucht. Die Flughöhe war recht niedrig und wir hatten schöne Sicht auf das endlose grün unter uns – es gibt übrigens sehr viele Grüntöne. Manchmal habe ich sogar Elefanten an einem der zahlreichen Wasserstellen erkennen können. Auch wenn die Regenzeit schon vorbei ist, der Höchstand des Wasserpegels ist noch nicht erreicht. Wie der Sambesi, wird auch der Okavango durch die Regenfälle in Angola gespeist und die Wassermassen kommen zeitversetzt im Delta an. An der Flugpiste wurden wir von Rams unserem Guide begrüßt und ins 5 Minuten entfernte Pom Pom unserem Camp für diese Nacht. Die Mitarbeiter begrüßten uns singend und wir wurden auf die Zelte verteilt. Unsere Gruppe der Inforeise von „Under one Botswana Sky“ besteht aus Claudia und mir, einer weiteren Deutschen und 2 Belgierinnen, die seit 17 Jahren in Südafrika leben. Nach den CheckIn Formalitäten bezogen wir die Zelte. Die Zeit reichte gerade zum Duschen, aufgrund der kalten Temperaturen morgens und abends verschiebe ich das gerne auf die Mittsgszeit, bevor es nach einem schnellen Tee oder Kaffee wieder los ging. Zum Gamedrive kamen noch 2 Schweizer dazu, sodass der Jeep mit 7 Gästen ganz schön voll war. Üblicherweise wird allerdings versucht die Zahl auf 6 Gäste zu beschränken, sodass keiner auf einem Mittelplatu sitzen muss. Highlight unserer nachmittäglichen Fahrt waren eine Gruppe junger, männlicher Löwen, die Ihre Langeweile mit Kampf- und Fangenspielen vertrieben. Einer kletterte auf einen Baum und gab ein wunderbares Fotomotiv in der Abendsonne. Die Steppen ähnliche Landschaft hier ist sehr offen und gut für Tiersichtungen. Das Gras steht allerdings sehr hoch und von den Antilopen guckten oft nur die Köpfe heraus. Warzenschweine, Impalas, Kudus und Paviane kreuzten unseren Weg und viele, teils wunderschön gefärbte Vögel, deren Namen ich mir nie alles merken werde. Zum Sonnenuntergang konnten wir vorab unsere Getränke bestellen, sodass jeder seinen Lieblingsdrink in der Abendstimmung genießen konnte. Das Abendessen nehmen alle Gäste (maximal 20) an großen Tischen ein, vorher und nachher sitzt man gemütlich am Campfeuer und schaut Busch TV Im Okavango Delta gab es übrigens kein Internet, deshalb auch keine Berichte.

Kategorie: Reise Simbabwe - Botswana 2018 | von: Martina Volk
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