Reise Kenia – Tansania 2019

13.01.2019 – Anreise nach Nairobi/Kenia

Wie schön, dass ich das auch mal berichten kann: Astrid, Jana und ich hatten eine völlig reibungslose und unproblematische Anreise nach Nairobi. Pünktlicher Abflug im Regen in Berlin, Paris erreicht im grauen Niesel und dann ebenfalls pünktlich mit Kenya Airways weitergeflogen. Der Sitzabstand ist auch in Economy erfreulich großzügig, das Essen was ok – der Wein besser und Flug ruhig. Teilweise haben wir schneebedeckte Berge gesehen, aber einen Großteil des Fluges haben die Wollen die Sicht zu unserem schönen Planeten versperrt. Die Schlangen bei der Einreise in Nairobi waren recht lang, dafür waren dann aber die Koffer schon auf dem Band, nachdem wir alle unseren Einreisestempel bekommen haben. Der Fahrer erwartete uns am Flughafen und Staufrei erreichten wir das Haus unserer Freundin Severine in Nairobi. Hier wird es dann etwas afrikanisch – die Wasserpumpe ist kaputt, der Eigentümer des Hauses will nicht zahlen, aber es gibt noch etwas zu Essen. Und wenn es kein Wasser gibt, dann darf es zur Feier des Tages auch ein Glas Wein sein. Um 01:00 Uhr nachts sind wir hundemüde in die Betten gefallen.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

14.01.2019 – Nairobi Sheldrick Foundation – Besuch bei unseren Elefanten Waisenkindern

Astrid hat von uns Freundinnen eine Elefantenpatenschaft zum Geburtstag bekommen. Für Jana und mich habe ich dann auch gleich noch einen „Pateneli“ finanziert. Um die Kleinen zu besuchen, mussten wir einmal Nairobi durchqueren, was zu den Stoßzeiten ein ziemliches Unterfangen ist. Früh aufstehen war also die Devise! Frühstück im Garten am Pool. Tomate -Avocado, Obstsalat mit Mango, Himbeeren und Maracuja, frischer Orangensaft und kenianischer Kaffee – so kann der Tag beginnen. Die Fahrt zur Sheldrick Foundation, einem Elefantenwaisenhaus am Rande des Nairobi Nationalparks führte uns nach Karen, ein Stadtteil Nairobis (für die Schönen und Reichen) der nach Karen Blixen benannt ist die hier ihre Farm hatte. Um 11 Uhr werden die Elefantenkinder – derzeit sind es 19 – dem geneigten Publikum vorgestellt. Die Foundation finanziert sich zum großen Teil von den Eintrittsgeldern, Patenschaften und Spenden. Der Finanzbedarf ist hoch, denn die Elefanten vertragen keine Kuhmilch, so muss teures Milchpulver für die Riesenbabies finanziert werden, die ganze 3 Jahre an der Flasche hängen. Im Alter von 3 Jahren siedeln die Elefanten in den Tsavo Nationalpark um, wo der lange Prozess der Auswilderung beginnt. 5 Jahre dauert es im Schnitt, 5 lange Jahre in denen die Tiere mit ihren Pflegern immer wieder auf Elefantenherden treffen, bis sie endlich von einer Gruppe adoptiert werden und ein eigenständiges Leben in der Wildnis beginnen. Der heimliche Star des Morgens war Maarifa, ein kleiner weißer Nashornjunge, der im Oktober geboren wurde. Er wurde von Rangern entdeckt und war in einem Wasserloch (oder ähnlichem) steckengeblieben. Die Mutter versuchte das Kleine zu befreien, scheiterte aber, sodass Ranger zuhilfe kamen und den Kleinen aus seiner misslichen Lage befreiten. Glück gehabt – dachten sie, aber die Mutter lehnte ihr Junges, aufgrund des Menschengeruchs der jetzt an ihm haftete, ab. Zwei Tage wurde gehofft, dass die Lady es sich noch anders überlegt, als der Kleine immer schwächer wurde, ist er bei Sheldricks aufgenommen worden. Es gibt noch ein Black Rhino bei Sheldrick, der ebenfalls von seiner Mutter abgelehnt wurde, da er blind geboren wurde. Operationen scheiterten und er wird bis zu seinem Lebensende bei Sheldricks bleiben. Die kleinen Elefanten kamen mit Ihren Pflegern aus dem Busch und jeder Einzelne wurde mit seiner Geschichte vorgestellt. Mutter verhungert, gewildert, im Konflikt mit Bauern getötet oder einfach alleine aufgefunden. Abends durften wir als Paten noch einmal wieder kommen und zuschauen wie die Kleinen in den Stall kommen, noch ein Flasche Milch in wenigen Sekunden entleeren und langsam zur Ruhe kommen. Manche bekommen eine Decke auf den Rücken gebunden, das gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit, die sie sonst unter dem Bauch der Mutter suchen. Ihre Pfleger haben Pritschen in den jeweiligen Boxen und verbringen die Nacht mit ihren Schützlingen. Wie kleine Menschenkinder schlafen auch Elefantenbabies nicht durch und verlangen alle 2-3 Stunden nach Ihrer Milch. Zwischendurch haben wir das Giraffenzentrum besucht. Hervorgegangen durch 2 Giraffen, die sich eine reiche Familie als Haustiere hielt, werden hier jetzt die gefährdeten Rothschild Giraffen gezüchtet. Der einzige Giraffenmann im Zentrum hat gut zu tun und macht seinen Job als Herzensbrecher sowohl bei seinen Artgenossinnen als auch bei den menschlichen Besuchern gut. Keine der Giraffen nimmt die Leckeren, mit denen man sie füttern darf so zärtlich und vorsichtig wie er und auch beim Giraffenkuss (man/Frau steckt sich das Leckerchen zwischen die Lippen und Eddy holt es mit seiner langen antiseptischen Zunge gekonnt heraus) beweist er seine Fähigkeiten. Ein sehr beliebtes Fotomotiv und ich wette er hat mich nach meinem letzten Besuch vor gut 2 Jahren wieder erkannt. Im Hintergrund mit Blick auf den Nairobi Nationalpark liegt das Luxushotel Giraffe Manor, dort kann es schon mal passieren, dass ein Giraffenkopf über dem Frühstückstisch erscheint. Man kann jetzt sagen, dass wilde Tiere nicht vorgeführt werden sollten und sich nicht an Menschen gewöhnen sollten. Anders ist dieses private Projekt der Familie Sheldrick aber nicht zu finanzieren. Eine weitere Herzensangelegenheit der Familie Sheldrick ist auch, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu schützen und wie geht das besser, als eine große Fangemeinde zu bilden, die für das Wohl der Tiere eintritt. Wer einmal diese entzückenden Kleinen und auch die beeindruckenden großen Elefanten hautnah erleben konnte, wird auf Elfenbein verzichten können und vielleicht bewegt auch der ein oder andere asiatische Besucher in seinem Heimatland etwas zum Wohle der sozialen Riesen. Unser Mittagessen haben wir gleich in der Nähe in einem wunderschönen Garten im Schatten großer Bäume bei angenehmen 26 Grad genossen – einfach herrlich! Ein Besuch in einer Töpferei hat unsere Freundin noch vorgeschlagen, da sie gleich in der Nähe war. Wir haben eine Führung bekommen und konnten sehen, wie hier in mühevoller Handarbeit Schmuck aus gebrannten Tonperlen hergestellt wird. Der Ton wird angerührt, gekocht, gepresst, mit der Hand geformt und gebrannt. Die gebrannten Perlen werden kunstvoll bemalt und glasiert, bis wunderschönen Perlen, Steine oder auch kunstvoll gestaltete Tiere entstehen. Darüber, dass der Schmuck bis nach Harrods in London oder die Galerie Lafayette in Berlin geliefert und dort teuer verkauft werden, die Arbeiterinnen aber nur € 4,50 verdienen (nein, nicht in der Stunde, sondern an einem 8stündigen Arbeitstag!) darf man auch nicht drüber nachdenken. Wer streikt gerade in Europa noch für was???

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

15.01.2019 – Safari im Aberdare Nationalpark – Rechtzeitig aus Nairobi raus

07:30 Uhr Abfahrt. In einem Minibus mit Pop up Dach starten wir pünktlich und verlassen Nairobi in nördlicher Richtung. Lang ziehen sich die Vororte, teils modern, teils ärmlich und dreckig. Märkte mit (meist europäischen) Second Hand Klamotten, aber auch Obst und Gemüse, Kleinhandwerk, Schulen, Kirchen und Restaurants liegen am Straßenrand. Vorbei an Polizeisperren – mit Nagelbrettern gesichert, wird hier alles mögliche kontrolliert. Bei uns waren es die Lizenzen unseres Safariveranstalters. Nachdem wir Nairobi County verlassen haben, wurde es ländlicher und sauberer. Wie schön das frische grün in seinen vielen Farbnuancen ist, besonders wenn man aus dem grauen Berliner Winter kommt. Der Aberdare Country Club liegt auf ca 1800 Metern und ist ein nobles Hotel in wunderschöner Lage. Mit Blick auf die Aberdares und (wahrscheinlich auch den Mount Kenia) liegt es in einem wunderschönen Park und bietet seinen bis zu 90 Gästen ein koloniale Kulisse. So werden die vornehmen englischen Kolonialisten einst residiert haben. Ein hervorragendes 4 gängiges Mittagessen auf der Terrasse (leider mittlerweile im Regen) hat uns reichlichst gestärkt für die nachfolgende Tour in den Aberdares Nationalpark. Jetzt klaue ich mal bei Wikipedia: Der Nationalpark hat eine Fläche von 766 km². Er liegt in der unmittelbaren Umgebung der Nyandaruaberge und besteht aus der Aberdare Range, einer Bergkette vulkanischen Ursprungs, die sich von Norden nach Süden erstreckt, sowie deren östlichen, dicht bewaldeten Vorgebirgen. Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Zwischen den beiden größten Erhebungen, Ol Donyo Lesatima (auch Ol Doinyo La Satima; 3999 m) und Kinangop (3906 m), verläuft auf einer Höhe von über 3000 m ein Sattel alpiner Heidelandschaft. Neben den hoch gelegenen Moorgebieten kommen Buschland und Bergwald einschließlich Bambus vor. Schluchten mit Bächen und Wasserfällen durchtrennen bewaldete Hänge im Osten und Westen. Es ist ein wichtiges Wassereinzugsgebiet für den Tana- und Athi- River. Es grünt so grün, wenn Kenias Blüten blühen. Wow – wie beeindruckend, selbst im leichten Nieselregen, der später erfreulicherweise aufhörte. So sah wohl die undurchdringliche grüne „Hölle“ aus, durch die manch Entdecker sich vor langer Zeit durch den afrikanischen Dschungel kämpfte. Unzählige Gänge der kleinen und großen Bewohner des Parks konnten wir von der „Buckelpiste“ wie ich unsere Fahrbahn eher bezeichnen würde, sehen. Weiter als 5 Meter konnte man aber nirgends in das Dickicht blicken. Die Vegetation änderte sich ständig – von Urwald, wie wir uns den so vorstellten, zu dichten, hohen Bambuswäldern zu oben beschriebener alpinen Heidelandschaft – übrigens mit sehr kühlen Temperaturen da oben. Wir konnten gar nicht glauben, dass wir uns auf über 3000 Metern befinden sollten, da es nirgends steil bergauf ging und wir die Höhe fast unbemerkt erklommen. Wunderschöne weite Blicke in die Ebenen und die Ausläufer des Mount Kenias, der seine Spitze leider in Wolken verhüllten. Eine Ficus Art mit langen „Fäden“, die wie Luftwurzeln aussahen, erinnerte an einen Zauberwald. Diese „Fäden“ dienen dazu, andere Pflanzen zu erwürgen, die sich den Bäumen nähern. So stehen die Bäume als Solitäre in der Landschaft und sehen aus als hätten sie tausende von Bärten. Einige Elefanten, mehrere Gazellenhaften und viele Büffel – letztere schießen einfach plötzlich über die Fahrbahn, erst in der letzten Sekunde zu erkennen. Viel zu spät traten wir die Fahrt zu unserer Lodge – Ark Lodge – auf, die wir um 19:00 Uhr erreichten. Eigentlich ist bis 18:00 das Fahren erlaubt. Belohnt wurden wir mit vielen Hyänen, die die frei Sicht der „Straße“ zur „Nahrungssuche“ nutzten. Leider waren wir aufgrund unserer Verspätung so schnell unterwegs, dass wir den Leoparden, der nah an unserer Piste lag aufschreckten, sodass das Foto nicht wirklich gelungen ist. Das Ark liegt wie eine Arche auf einem Plateau und bietet eine tolle Sicht auf ein Wasserloch, das Nachts beleuchtet ist. Besondere Mineralien im Boden locken die Tiere an, die sich hier mit den lebenswichtigen Salzen versorgen. Einige Büffel und Hyänen waren zu sehen, sowie Wasservögel wir Kraniche und Gänse. Es gibt einen Weckservice, wenn nachts etwas spannendes zu sehen ist. Ein Buzzer erschallt 1 x für Elefanten, 2 x für das schwarze Nashorn, 3 x für Katzen und 4 x für irgendwas anderes Spektakuläres, wie einen Tag vor unserer Ankunft der Angriff von Hyänen auf einen Büffel. Wir sahen beim Abendessen (4 Gänge – wir kommen als Mops zurück!) Ginsterkatzen, die vor dem Fenster hin und her hüpften und erfreuten uns an unserem schönen Tag, bis wir das Wlan nutzten und ich die Warnmeldung des Auswärtigen Amtes lasen. Terrorangriff in Nairobi – an dem Gebäude sind wir tags zuvor noch vorbei gekommen. Wie furchtbar, dass immer wieder unschuldige Menschen Opfer von fanatischen Extremisten werden und eine Warnung, wie schnell dieses wunderbare Leben vorbei sein kann. Nutzt jeden Tag – wir tun es!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

16.01.2019 – Safari im Samburu Nationalpark – Safari mit einer Legende oder wie wir Heidi Hetzer trafen

Vier – fünf Stunden waren für die Fahrt von den Aberdares zum Samburu Park veranschlagt. Um 08:00 Uhr brachen wir im Sonnenschein auf. Ausgeschlafen waren wir nicht wirklich, weil jede von uns ständig aufwachte und dachte, der Buzzer ertönt, um uns zu Tiersichtungen zu rufen. Der erste „Weckruf“ bestand aus vier Tönen – es musste also etwas Spektakuläres sein, aber die Töne gingen weiter, bis uns bewusst wurde, dass die Töne nicht unser Weckruf, sondern eine Hyäne vor der Lodge waren. Ist blöd, wenn man vorher nicht abklärt, wie sich der Buzzer anhört. Ich wachte noch von dem Signal des fertig geladenen Handys auf und diversen anderen Geräuschen. Den anderen erging es nicht anders, lohnenswerte Tiersichtungen gab es leider nicht während der Nacht. Mit viel Geschaukel ging es zur Hauptstraße – mittlerweile sind alle Verspannungen im Rückenund Nackenbereich gelöst – und dann Richtung Norden. Am Äquator hatten wir den obligatorischen Fotostopp und eine Demonstration der Corioliskraft . Auf der nördlichen Halbkugel dreht sich das Wasser, wenn es durch einen kleinen Trichter läuft, im Uhrzeigersinn, auf der südlichen entgegen. Direkt auf dem Äquator läuft das Wasser ohne Drehung gerade aus dem Trichter. Weiter ging die Fahrt – die Dörfer wurden etwas muslimischer, Männer in Kaftanen, Frauen mit Kopftüchern und Kamele die über die Straße getrieben wurden. Endlich erreichten wir das Buffalo Springs Reservat, das wir durchqueren mussten um zum Samburu zu kommen. Gleich am Anfang begrüßten uns die Netzgiraffen, die sich von den Massai und Rothschild Giraffen durch einen höheren Braunanteil auszeichnen. Giraffengazellen, Busch- und Wasserböcke und Elefanten haben wir auf dem Weg zur Samburu Game Lodge gesichtet. Auf der Brücke über den Ewaso Nyiro Fluss, der das Buffalo Spring und das Samburu Reservat trennt, wurde eine große Kamelherde (oder sind es Dromedare) getränkt. Durch einige Fotostopps war es dann gegen 14 Uhr als wir die wunderschön gelegene, etwas in die Jahre gekommene Lodge erreichten. Kurzer Stopp in unserem Dreibettzimmer, ein kleiner Bungalow mit Blick auf den Fluss, köstliches Mittagessen, Kaffee und los ging es wieder. Unsere erste Sichtung mutete etwas merkwürdig an:
Pink Lady – ein Toyota Landcruiser in pink. Berliner Kennzeichen B-HH-2500 und Werbung für ein Buch, irgendwas mit 77. Eine ältere Dame saß am Steuer und ich rief nur: „Heidi!?“ In der Tat, in the middle of nowhere treffen wir auf Heidi Hetzer, die bei ihrer Weltumrundung mit dem Horch auf den Afrika Geschmack kam. Sie ließ sich den Toyota umbauen, 3 Betten, Allrad, Heizung, Kühlschrank, Wassertank mit Außendusche und einem 300 Liter Tank. Aus Angst vor Carjacking sollte das Auto eine Farbe bekommen, die 1. einen hohen Wiedererkennungswert hat und 2. Männern nicht gefällt. So ist sie, nicht gerade in Tarnfarben von Alexandria bis nach Kenia gefahren. Tiersichtungen hat man Bessere, wenn man mit einem erfahrenen Guide unterwegs ist, so bat sie, uns folgen zu dürfen. Sehr gerne! Sie, ihre portugiesische Beifahrerin, die Heidi in Äthiopien aufgeladen hat und wir kamen auf unsere Kosten! Elefanten direkt vor unserem Auto, Antilopen, ein wunderschöner Somalia Strauß – das sind die mit den pinken Beinen – passend zum Toyota, 4 Geparde und Löwen bekamen wir vor die Linse. Und natürlich wir mit Heidi, als Gruppenfoto vor der Pink Lady! Frau Hetzer genoss es sichtlich ein Gespräch auf deutsch zu führen und das auch noch mit Berlinerinnen. So kam sie gleich noch mit zum Essen in unsere Lodge und wurde nachts von einem Guard unserer Lodge in ihrem Toyota auf den Campingplatz begleitet. Was für eine coole Frau, fährt mit 81 Jahren alleine quer durch Afrika!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

17.01.2019 – Safari im Samburu Nationalpark – Mit Heidi Hetzer on Tour

06:30 Uhr Aufbruch zum Game Drive. Trotz meines „Betthupferls“, eine große Kakerlake in meinem Bett, die Jana heldenhaft nach draußen beförderte, habe ich die erste Nacht wie ein Baby geschlafen und wurde erst vom Wecker um 06:00 Uhr geweckt. Heidi erwartete uns bereits am Parkplatz und wir starteten wieder gemeinsam ins Buffalo Springs Reserve. Hier sehen die Zebras ganz anders aus, als die in der Serengeti, statt Blockstreifen, schmale schwarze und weiße Streifen – sehr elegant. Die Grevyzebras leben in kleinen Verbänden mit ca 5 Stuten und einem Hengst und beanspruchen ein großes Terrain. Diese Art zu leben, sorgt leider für kleine Bestände, aber wir haben immerhin 3 entdeckt. Der Tag stand unter dem Motto: „wir gehen auf Leoparden Pirsch“, aber leider haben sich die eleganten Katzen nicht kooperativ gezeigt. Auch der nachmittägliche Versuch mit meinem Leo-shirt die Katzen anzulocken schlug fehl. Aber ist ja nicht so, als gäbe es nichts anderes zu sehen. Eine riesige Pavian Gruppe zog aus dem Wald kommend an uns vorbei. Wir schätzten sie auf 150 – 200 Tiere, ein großer Wächter vorne, einer hinten und dazwischen die ganze Affenbande. Babies auf dem Rücken sitzend, laufend oder unter dem Rücken hängend. Großes Kino! Und meine Lieblinge, die Elefanten! Es ist einfach faszinierend sie aus der Nähe betrachten zu können. Heidi haben wir zwischendurch verloren, aber fast wie verabredet haben wir uns auf der Brücke zwischen den Parks wieder getroffen. Dort gab es gleich zwei Programme – rechts kam eine Elefantenherde zum Trinken und überquerten den Fluss, links wurden die Dromedare ins Wasser getrieben. Kaum vorstellbar, welche Kraft dieser Fluss, der an manchen Stellen eher an ein Rinnsal erinnert, in der Regenzeit entwickeln kann. Ganze Camps wurden hier schon am Flussufer weggespült. Um 10 Uhr waren wir zurück in der Lodge zum späten Frühstück, bevor wir zu einem Birdwalk auf dem Lodgegelände aufbrachen. Jonathan hat uns viele verschiedene Vögel gezeigt und dem jeweiligen Gesang zugeordnet. Es war so interessant, dass der Spaziergang 1,5 Stunden dauerte, trotz unserer kochenden Füße in den hohen Wanderboots. Zurück im Camp kam Heidi Hetzer vorbei, um sich von uns zu verabschieden, sie will heute weiter in Richtung Nairobi. Wir freuen uns auf unser Treffen in Berlin! Auch der Game Drive am Nachmittag galt der Katzenfindung – aber leider hatten wir auch diesmal kein Glück. 4 der Besonderheiten des Samburu haben wir aber gesehen: Sudan Strauß, Netzgiraffe (3 im Abendlicht), Gazellen Antilope, Grevyzebra; die Oryxantilope blieb genauso unsichtbar wie der Leopard. Unser Fahrer Jeffrey hat am späten Nachmittag (nach dem Fotostop bei den Giraffen) eine Präsentation des Pragratismus deutscher Frauen erhalten. Der Minibus war im feinen Sand am Flussufer steckengeblieben. Rückwärts ging es nicht, da wir direkt an einem kleinen Abhang standen, vorwärts ging es auch nicht. Sein letzter Versuch hat Astrid und Jana komplett eingesaut, da der Sand rechts und links in den Wagen geschleudert wurde – wie gut, dass ich vorne stand. Jeffrey machte sich auf die Suche nach irgendwelchen großen Ästen und ignorierte unser „Geschwafel“ von Aussteigen, Fußmatten und schieben. Was hat er gestaunt, als wir ausstiegen, die Fußmatten platzierten und uns zum Schieben bereit stellten. Erstaunlicherweise folgte er dann unseren Anweisungen und war sichtlich erleichtert, als die deutsche Variante – erfolgreich auf eisglatten Straßen getestet – funktionierte. Auf der großen, runden, überdachten Terrasse der Samburu Game Lodge sitzen wir jetzt, unter uns der Fluß, die tolle afrikanische Geräuschkulisse um uns rum und genießen unseren Gin Tonic – Malariaprophylaxe versteht sich. Ein Wort noch zur Lodge: wunderschön gelegen, die Zimmer teilen sich auf in die Bungalows und einen größeren zweistöckigen Holzbau. Die Lodge war die erste im Samburu Park und das sieht man auch – charmant, aber im Style nicht up to date. Es könnte etwas sauberer sein, aber die Kakerlaken, an die ich mich fast schon gewöhnt habe, nachdem ich sie im Bett, auf meiner Hose und auf den nackten Beinen hatte, sind (laut Jeffrey) auch in anderen Camps stark vertreten. Abends wird ein Krokodil mit Knochenresten gefüttert, gestern konnten wir beobachten, wie es langsam – pole pole – über den Fluss kam. Die Präsentation der Gebissstärke war beeindruckend, in sekundenschnelle waren die dicken Rinderknochen mit einem lauten Geräusch geknackt. Eine Ginsterkatze wartet abends am Restaurant auf Essensreste und die Affen sind allgegenwärtig und werden von den Guards in Schach gehalten, sonst wäre das Essen schneller vom Teller als der Gast gucken kann. Jetzt ist wieder Zeit zum Essen zu gehen – diese regelmäßige Fütterung schadet der Figur, aber das Essen hier ist wirklich gut. Besonders schön finde ich, dass es zu jeder Mahlzeit auch ein keniasches Gericht gibt. Kwa heri – bis morgen!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

18.01.2019 – Ol Pejeta, Besuch im privaten Naturschutzgebiet – Ein Auf und Ab

Gestern Abend hatte Jana die Kakerlake im Bett – muss ja gerecht zu gehen. Dieses mal, haben wir sie aber nicht zu fassen gekriegt und haben dann erstmal das Zimmer ein bisschen umgeräumt, dass wir sicher stellen konnten, das kein Krabbeltier Zugang zum Bett erhält. Morgens ab 5 Uhr wurde vor unserer Tür gefegt, die Handmade Palmenblattbesen sind ganz schön laut. Irgendwann bin ich auch mal ausgeschlafen, aber hier in dieser tollen Natur, bleibt man trotzdem wach! Bei unserem Frühstück kam uns ein toller Beruf für das heitere Beruferaten mit Robert Lemke in den Sinn: „Ich arbeite in einer schönen Umgebung, ich sorge für entspannte Gäste, mein Arbeitswerkzeug nutzen Kinder in Deutschland gerne als Spielzeug.“ Wer errät es? Vorschläge bitte an Facebook oder WhatsApp! Der Weg aus dem Park war eine Pirschfahrt, die uns auch die letzte besondere Tierart des Samburu vor die Linsen brachte. Endlich haben wir die beeindruckenden Oryxantilopen gesehen, mit 250 – 300 kg stattliche Tiere. Natürlich gab es auch wieder Elefanten, andere Gazellen, Kronenkraniche, Giraffen… Unser Beifahrer heute war ein Samburu, den wir in sein Dorf mitgenommen haben, welches wir besichtigen wollten. Wie schon im November 2017 bei den Massai in Tansania kann ich dieses Erlebnis unter Nepper, Schlepper, Bauernfänger verbuchen. Wird nicht! ins Programm aufgenommen! Für ein stattliches Eintrittsgeld wurde für uns gesungen, getanzt und gehüpft, wir durften Fotos machen und haben uns eine der Hütten von innen ansehen dürfen. Im Gegensatz zu den Massaihütten waren diese aber nicht auf traditionelle Weise errichtet (Kuhdung) sondern aus Pappen und Müll. Vereinzelt war das „Baumaterial“ auch verstreut im Dorf zu finden;-) Was ich gar nicht wollte und unserem Fahrer auch gesagt hatte, war eine „Verkaufsveranstaltung“. Eintritt zahlen finde ich ok, obwohl der Preis mit $ 25 pro Person sehr üppig berechnet war, aber dann noch auf dem schnell aufgebauten „Kunstmarkt“ zum Kaufen gedrängt zu werden, hat einen schalen Beigeschmack. Schnell haben wir uns dann verabschiedet und fuhren wieder Richtung Äquator. Recherchieren muss ich noch, warum es so schwierig ist, 3 deutschen Damen eine Möglichkeit zur Blasenentleerung zu verschaffen. Wir fuhren auf einer guten Fernstraße durch kleine Städte und Dörfer. Unbesiedelte Gegenden gab es kaum und wenn, waren keine Büsche in der Nähe. In 40 Minuten gibt es eine Möglichkeit, hieß es. Nach 50 Minuten, sollte es in einer Minute soweit sein, doch der Wagen fuhr und fuhr. Unser Vorschlag bei einem Restaurant zu halten wurde abgewiesen, Jeffrey meinte, er dürfte mit Touristen in dem Dorf nicht halten!? Ist das ein Gesetz? Ist es sooo gefährlich? Nach einer gefühlten Ewigkeit fuhr der Wagen dann auf einen Parkplatz von einem kleinen Restaurant und wir durften das übel riechende Hockklo, mit Loch im Boden nutzen. Aber in dem Moment war uns das allen wurscht! In dieser Angelegenheit, aber nur in dieser, hätte ich gerne mal männliche Eigenschaften!;-) Gegen 13:30 Uhr erreichten wir Ol Pejeta, ein privates Naturschutzgebiet, das sich dem Schutz von Nashörnern und Schimpansen verschrieben hat. Ein riesiges Gehege beherbergt Schimpansen, die als Haustiere gehalten, missbraucht oder misshandelt wurden. Da sie nie gelernt haben alleine zu leben, hat die fantastische Jane Goodall ein Affenschutzgebiet in Burundi aufgebaut. In den Kriegsjahren der 90 Jahre, mussten die Affen in Sicherheit gebracht werden und sie fanden ein neues Zuhause in Kenia, wo sie eigentlich nicht heimisch sind. Die Geschichten der einzelnen Tiere zu lesen stimmte uns traurig – zu was ist der Mensch alles imstande? Genauso bedrückend war der Besuch auf dem Nashornfriedhof, wo auch Sudan, das letzte männliche nördliche Breitmaulnashorn der Welt, letztes Jahr seine letzte Ruhestätte fand. Hat der Mensch das auch geschafft – einfach eine ganze Art ausgerottet, weil das Horn sooo großartige Kräfte und Fähigkeiten verleiht. Erschütternd! Das Naturschutzgebiet bot uns Elefanten vor großartiger Kulisse – der Mount Kenia mit 5.195 Metern der zweithöchste Berg Afrikas bildet einen schönen Hintergrund – Zebraherden, Thomson Gazellen, Störche, Büffel und kurz vor der Dunkelheit Löwinnen. Wir wohnen in der Serena Sweetwater Lodge. 52 Zelte, teils mit Blick auf ein Wasserloch oder in die Steppe. Impalas und andere Gazellen, Zebras, Unmengen Vögel und beim Abendessen 2 Nashörner waren dort zu Besuch. Wie schön, dass der Tag mit diesen Highlights endet und wie schön, dass es Orte gibt, wo gefährdete Tierarten geschützt werden.

Lala Salama – Gute Nacht!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

19.01.2019 – Ol Pejeta Safari im Auto und zu Pferd – Ol Pejeta – es gibt viel zu tun

Ein herrliches Fleckchen Erde, genau auf dem Äquator auf 1800 Meter Höhe. Von der Terrasse unserer Luxuszeltes gucken wir in die Steppe, rechts von uns der Mount Kenia mit seinen Eisfeldern auf der Spitze. Während es im Samburu sehr heiß und abends immer noch angenehm warm war, sind die Nächte hier ziemlich kühl. Wie schon in den Aberdares lagen Wärmflaschen in den Betten, ein Zelt zu heizen funktioniert ja eher schlecht. Ich fand die Temperatur super, Astrid hat ziemlich gefroren und brauchte morgens um 06:00 – unsere Aufstehenszeit (ich habe nie gesagt, dass Safari Erholungsurlaub ist – zumindest nicht für den Körper, für Geist und Seele kenne ich nichts Besseres) lange, bis sie aufgetaut ist. (Während ich hier schreibe, sitze ich im Wind auf der Terrasse und habe mehrere Zebras, Impalas und Nashörner im Blick – es gibt schlechtere Arbeitsplätze) Für unseren Early Morning Game Drive haben wir uns dick eingemummelt und sehnlichst auf die Sonne gewartet, die noch über den Mount Kenia kommen musste. Eine Nashorn Familie wärmte immerhin unsere Herzen – was für beeindruckende Riesen, die wirken als kommen sie direkt aus der Urzeit. Ich wurde bei dem gesondert gesicherten Bereich der letzten beiden Exemplaren des nördlichen Breitmaulnashorn abgesetzt, hier erwartete mich Samuel und ein gesatteltes Pferd. Ride the wilde heißt das Programm und führte mich erst durch den gesicherten Nashornbereich und von da aus in die Steppe, wo wir gestern Elefanten, Nashörner und Löwen gesehen haben. Auf den Zebra Plains, einer weiten Ebene durften die Pferde mal richtig Gas geben, was sie sichtlich erfreut auch taten. Wie herrlich neben den Zebras galoppieren zu können. Leider ist Samuels Steigbügel gerissen und wir mussten unsere Pferde zügeln. Aus mit Galopp, aber so wird mir ein arger Muskelkater erspart bleiben. Unsere durchgeschwitzten Pferde durften sich im Wasser eines kleinen Dammes abkühlen. Ich wusste nicht was mich erwartete, als Samuel mich fragte, ob es ok für mich ist, wenn wir ins Wasser reiten. Man wir ganz schön nass, wenn das Pferd bis zum Hals im Wasser verschwindet, aber mittlerweile war es wieder angenehm warm und der Wind trocknete die Hosen schnell, das Wasser aus den Schuhen habe ich aber erst im Stall ausgeschüttet. Ein schönes Erinnerungsfoto von mir, dem schönen Pferd (Importware aus Südafrika;-) und Giraffe konnten wir noch kurz vor Ende des 2stündigen Ritts schießen. Zurück am Stall wurden wir von den letzten beiden nördlichen Breitmaulnashörnern begrüßt (schnell noch ein Foto) die sich gerade genüsslich im Schlamm wälzten. Ein drittes Nashorn (südliches Breitmaulnashorn) war mit im großen Bereich und soll den beiden, aus einem Zoo stammenden nördlichen Verwandten beibringen, wie man sich so in der Wildnis verhält. In ganz Ol Pejeta gibt es über 50 Ranger, die mit Autos, Motorrädern und zu Fuß den Busch durchstreifen, die beiden „Raritäten“ werden rund um die Uhr von jeweils 4 Rangern extra bewacht. In Gesprächen mit den Rangern und Pflegern merkt man immer noch die Betroffenheit über Sudans Tod, dem letzten männlichen Vetreter der nördlichen Art. Alle Hoffnung ruht nun auf den Versuchen, mit Sudans konserviertem Erbmaterial Nachkommen zu erzeugen, die von einem südlichen Nashorn ausgetragen werden. Sonst wird die Art in einigen Jahren von der Erde verschwunden sein, wie so viele andere auch. Ein neues Gesetz in Kenia scheint Früchte zu tragen, seit 2 Jahren werden Menschen, die bewaffnet in einem Nationalpark oder Reservat gesehen werden, ohne Vorwarnung erschossen. Während ich reiten war, setzten Jana und Astrid ihren Game Drive fort und trafen auf einen jungen Löwen, der ein Warzenschwein fest im Griff hatte. Der Todeskampf des wörtlich „armen Schweins“ dauerte wohl über 20 Minuten. Als es endlich erlegt war, zerrte es der Löwe die Böschung hoch und verschwand in den Büschen. Nach dem Mittagessen bekamen wir an der Lodge 3 Spitzmaulnashörner zu Besuch. Nachdem sie ihren Durst gestillt und Hautpflege im Matsch betrieben haben, kamen sie ganz nah an den Zaun und wir konnten sie eingehend studieren. Die Unterschiede der Breit- und Spitzmaulnashörner sind auf die Distanz schwer erkennbar, lediglich die Kopf- und vor Allem die Lippenform ist unterschiedlich, die erinnern mich beim Spitzmaulnashorn an eine Schildkröte. Die auf englisch verwirrende Bezeichnung white und black rhino kommt wohl von einem Übermittlungsfehler. Frühe holländische Siedler in Südafrika nannten das Breitmaulnashorn weit rhino (weit für breit), daraus wurde white. In logischer Konsequenz wurden die Spitzmaulvertreter Black genannt. Beide haben aber die gleiche Farbe. Am Verhalten kann man sie besser unterscheiden als am Aussehen, die „Whites“ leben in kleinen Gruppen und fressen Gras, die „Blacks“ sind Einzelgänger und fressen Blätter. Unser Wildnis Ausflug am Nachmittag bescherte uns noch eine Gepardensichtung, leider verschwanden die Beiden bald im hohen Gras, genauso wie eine Löwin, die wir für ca. 15 Minuten begleitet haben, im Dickicht. Nach dem üppigen Abendessen haben wir uns einen Night Drive gegönnt, preislich kein Schnäppchen (wir hoffen, dass die $ 90 pro Person gut investiert werden), aber ein tolles Erlebnis, da der Jeep eine Genehmigung hat, ins Gelände zu fahren und somit die festgelegten Wege verlassen darf. Wir sahen eine große Büffelherde, unzählige Antilopen, Zebras, Hasen, Perlhühner, die auf den offenen Flächen grasten oder was auch immer suchten. Auch Nashörner und einen stattlichen Elefanten bekamen wir zu sehen und zwei wunderschöne Löwenmännchen mit prächtigen Mähnen, so schicke Jungs – wieso waren sie ohne Damenbegleitung? Vier Damen fanden wir 10 Minuten später, vollgefressen und müde lagen sie auf einem Erdwall und schafften es gerade mal die Augenlider zu bewegen – mehr war nicht drin. Highlight, auch für unsere Fahrer, war die Sichtung einer Streifenhyäne, die in einem Graben vor sich hindöste. Netterweise stand sie wenigstens für uns auf und zeigte sich in ganzer Schönheit, ja Hyänen können auch schön sein! Ein sehr langer Tag ging zu Ende, durchgefroren freuten wir uns auf unser Bett, dass bereits von den Wärmflaschen vorgeheizt war.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

20.01.2019 – Ol Pejeta Safari – Ich bin müde und mir ist kalt – aber es ist toll!

23:30 Uhr im Bett und für 05:55 war der Wecker gestellt – gar nicht nötig, denn ab 05:00 Uhr hallten die Geräusche eines Gottesdienstes zu uns herüber. Ob ein Lautsprecher nachhalf, oder die Live Übertragung durch den Buschfunk zu uns drang, wissen wir nicht, aber Jana und ich waren wach! Gefühlte 10 Grad waren im Zelt und das Anziehen geht bei den Temperaturen zackig, nur bei Astrid dauerte es etwas länger – unter der Bettdecke ist man nicht so flott. Nach einem schnellen Kaffee ging es schon wieder los auf Pirschfahrt, eingemummelt wie die Eskimos. Katzen und Hyänen blieben im Verborgenen, dafür traten erstmals die Giraffen (in größerer Anzahl) in Aktion. Wunderschön zeigten sie sich in den ersten Sonnenstrahlen und gaben ein tolles Fotomotiv. Den Abschluss bildete eine Szenerie, wie sie wohl ein Schulkind malen würde, wenn es ein Afrika Bild malen sollte. Ein großer Elefant am Waldrand, Nashörner, Zebras und Giraffen, davor 3 Straußenvögel und ein Paar Gazellen dazwischen. Wunderschön! Danach ein ausgiebiges Frühstück, eine warme Dusche und bei Allem was man tut, wird man immer wieder unterbrochen, weil man einfach nach draußen schauen muss. Kämpfende Impalas, spielende Zebras, „oh, die Nashörner kommen zum Wasserloch“, „ich laufe mal eben nach vorne und fotografier den Elefanten“. Auch die Frage, wie die Buschböcke immer auf das Lodgegelände kommen, wo dieses doch eingezäunt ist, wurde durch aufmerksame Beobachtung gelüftet: mit Anlauf über den Graben und den Drahtzaun, nur etwas für die Mutigsten und Fittesten! Apropos Frage: Ich muss ja noch das Rätsel aufklären, welchen Beruf ich Euch in der Samburu Game Lodge beschrieben habe. Es handelte sich um einen hauptberuflichen Affenvertreiber. Den ganzen Tag stand er im Bereich des Restaurants und hinderte die Affen daran uns das Essen vom Teller zu klauen, das geht nämlich so schnell, dass man es selbst gar nicht verhindern kann. Mit einer Fletsche (oder auch Zwille genannt) bewaffnet, wurde jeder potentielle Mundräuber in seine Schranken verwiesen. Zum Abschied aus der schönen Serena Sweetwaters Lodge kamen noch drei Giraffen zum Trinken – immer wieder ein Erlebnis und schon hieß es wieder mit gepackten Taschen in unseren Minibus, mit dem heutigen Ziel Nairobi. Lieber Papa, auf diesem Wege noch mal meinen allerherzlichsten Glückwunsch zu Deinem Geburtstag, den Du leider dieses Jahr ohne mich feiern musst. Aber wir holen das nach – feiern geht immer!

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

21.01.2019 – Fahrt zum Amboseli Nationalpark – 7 Stunden und 3 Heiratsanträge später oder Almabtrieb auf kenianisch

Nach einem schönen Abend mit unseren Freunden haben wir uns morgens um 08:30 in den Verkehr von Nairobi gestürzt. Mit Sandwiches ausgestattet machten wir uns mit unserem Fahrer auf den Weg nach Amboseli. Wir haben mit einer langen Fahrt gerechnet, aber sooo lange haben wir auch nicht eingeplant. Den ersten Stopp machten wir nach 90 Minuten, wir haben ja gelernt und uns einen Toilettenstopp von unseren Freunden empfehlen lassen und bei der Gelegenheit auch gleich unsere Wasservorräte aufgefüllt. Das war mit 10 Minuten unsere kürzeste Unterbrechung. Der nächste Halt erfolgte auf freundliches Winken der Polizeikontrolle, soweit wir verstanden haben ging es um unerlaubtes Überholen. Nach längeren Diskussionen musste unser Fahrer zur nächsten Polizeistation fahren, um seine Strafe zu zahlen und seinen Führerschein wieder zu bekommen. Auf dem Weg wurden wir gebrieft, welche Geschichte wir zu erzählen haben: Unser Auto hatte eine Panne, er kam als Ersatzfahrer, wir wollten nach Tahita Hills und einer von uns geht es nicht gut. Jana hat ihre Rolle als „Magen-Darm-Leidende“ überzeugend gespielt und wir fuhren mit Polizeibegleitung zum nächstgelegenen sauberen Klo in einem kleinen Hotel. Der Polizist erklärte uns, dass sie kontrollieren, dass die werten Gäste des Landes nicht der riskanten Fahrweise der einheimischen Fahrer zum Opfer fallen und so müsse man ein Zeichen setzen und das Fehlverhalten unseres Fahrers ahnden. Ob die Strafe zu recht verlangt wurde können wir nicht beurteilen, aber die ganze Geschichte erschien uns recht merkwürdig.

Der nächste Stopp war ein Platten, sehr zur Freude der Mannschaft der kleinen Autowerkstatt am Wegesrand. Während der Reifen von der Felge befreit und von innen geflickt wurde, belagerten uns die übrigen Autoschrauber. Nachdem die „Fakten“ geklärt waren, fielen gleich die Worte Scheidung, Mann verlassen, was kostet ein Flug nach Deutschland?

Alle 3 hätten wir in Kenia ein neues Leben beginnen können, die Vorzüge der kenianischen Männer wurden uns allesamt aufgezählt, aber wir lehnten dankend ab. Der Reifen war erfreulich flott repariert und wir erreichten nach sieben Stunden endlich den Amboseli Park. Wie gut, dass wir entschieden hatten, nicht in der Lodge zu Mittag zu essen und unsere Sandwiches dabei hatten.

Das Anmeldeprozedere dauerte auch endlos und wir wurden von den Massai Frauen belagert, die uns ihr Kunsthandwerk verkaufen wollten. Zwei Kleinigkeiten haben wir gekauft, Kaugummi verschenkt und uns weiterer Kaufangebote erwehrt.

Der Park erschien auf den ersten Blick sehr trocken und leer und der Kilimanjaro versteckte sich hinter dicken Wolken. Die ersten 90 Minuten hat wohl jede von uns insgeheim überlegt, ob das denn die Strapazen der Anreise wert war. 

Aber dann kamen die Elefanten! Die erste Gruppe bestand aus etwa 50 Tieren, die direkt vor unserem Wagen auf die andere Wegseite liefen. Auf unserem weiteren Weg sahen wir Antilopen, Zebras, Kraniche und andere Vögel und weit entfernt wieder Elefanten. Ein Blick ins Fernglas verriet wiederum eine große Anzahl. Auf unserem Rückweg in Richtung Lodge, waren die Elefanten näher gekommen und Richtung Kilimanjaro unterwegs in ihr Nachtquartier. Sie mussten sich einen Weg durch die vielen Jeeps und Wagen bahnen, um die Piste zu queren und kamen sehr, sehr nah an uns vorbei. Es waren schätzungsweise 200 dieser imposanten Tiere und es erinnerte wirklich an einen Almabtrieb. Ein unglaubliches Gefühl, inmitten dieser riesigen Herde zu stehen, aber ohne die vielen Motorengeräusche der rangierenden Fahrzeuge und der kreischenden Menschen darin, wäre es noch schöner gewesen.

Unser Bungalow in der Sentrim Lodge, 3 km außerhalb des Amboseliparks ist einfach, aber sauber und mit Blick ins Grüne. Tiere sind hier (außer vielen Vögeln) leider nicht zu sehen und auch der Kilimanjaro kam bis abends nicht aus seiner Wolkendecke.

Fotos folgen, wenn ich mal wieder gutes Internet habe.

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk

22.01.2019 – Safari im Amboseli Nationalpark – Störung im Paradies

In einem traumhaften Sonnenaufgang, der Kilimanjaro allerdings immer noch in Wolken, brachen wir zu unserem Morning Drive auf. Die Tiere waren offensichtlich fitter als wir und zogen wieder in großer Zahl durch die Steppe – was wären das für Fotos, wenn die Elefanten vor dem schneebedeckten Kilimanjaro und nicht vor einer Wolkenwand stehen würden?

Ein großer See hat sich seit meinem letzten Besuch vor gut 2 Jahren gebildet und wir konnten die wunderschönen Flamingos aus direkter Nähe betrachten, dahinter eine Elefantenherde – ein Traum! Leider war die Sonne noch etwas hinter den Wolken versteckt, aber wir hofften auf eine weitere Möglichkeit für gute Fotos am Nachmittag. Weiter ging die Fahrt auf einer Piste zwischen den Wasserflächen, unzählige Wasservögel rechts und links. Kraniche, Ibisse (schwarz und weiß), Pelikane, ein jagender Eisvogel, Enten, Gänse…..

In der Ferne sahen wir 3 parkende Autos und schlichen uns von der Seite an. Hyänenimbiss! ca 20 Hyänen verspeisten ihren Morgenfang – den Resten nach zu urteilen ein Nilpferd. Unschwer zu erkennen, wer alles zum Rudel gehörte – eingematscht von oben bis unten waren die erfolgreichen Jäger, sauber und hungrig die Schmarotzer. Mit lautem, fast dämonischem Hyänenjaulen wurden die Schmarotzer vertrieben und mit ebenso lauten Knacken die Knochen mühelos zermalmt. Was für eine Szene und das vor unserem Frühstück, das wir auf dem Observation Hill einnehmen wollten. Auf dem Weg dahin sahen wir noch tiefer gelegte Elefanten, die bis zur Hälfte im Wasser des Sumpfes standen. Der Weg zu unserem Picknickplatz führte über eine Treppe hinauf auf den Hügel, unterwegs als Verschnaufpause verteilte Infotafeln über den Park. Frühstück mit Aussicht! – was für ein Blick! Vom Kili war immerhin der Mawenzi zu sehen, einer der kleineren Gipfel.

Fast eine Stunde waren wir da oben und haben die Aussicht genossen. „Wer zuerst ein Nilpferd im Sumpf entdeckt ,gewinnt“, aber es waren keine zu sehen. Erst als wir wieder los fuhren, zeigte sich eine Nilpferdmutter mit ihrem Kalb – maximal eine Woche alt, ein Winzling. Die Mutter muss sehr ausgehungert gewesen sein in der Mittagssonne das schützende Wasser zu verlassen, hoffentlich haben die Beiden den Ausflug gut überstanden. Wind kam wieder auf und die für den Amboseli typischen Windhosen waren zu sehen. Hier noch ein Fotostopp, da noch mal ausführlich geguckt –  ein schöner und gemütlicher Game Drive. Um so überraschter waren wir, als unser Fahrer bei unserer Ankunft in der Lodge um 12:20 sagte, dass der Game Drive so lang war und er soviel Kilometer zurück gelegt hat, dass wir nur noch heute von 16 – 18:00 Uhr oder morgen früh einen Game Drive machen können. 😳 😳 😳

Häh? Was ist das denn für eine Nummer? Von Kilometerbegrenzung war bei der Buchung nie die Rede und die Zeiten für die Game Drives sollten wir mit dem Fahrer absprechen. Die Gesprächsbereitschaft seinerseits war aber gering, ist ihm der Gin Tonic, den wir ihm gestern Abend spendiert haben, zu Kopf gestiegen? Dazu kam noch das Problem, dass er mich nicht zu dem verabredeten Grenzpunkt, von wo aus ich weiter nach Tansania fahren wollte, bringen könne, da die Straße/Sandpiste in einem zu schlechten Zustand sein soll.

Wir wurden also in der Lodge abgesetzt, kein weiterer Game Drive, keine Flamingos in der Sonne, kein Strom, kein Internet – sonst hätte ich ja wenigstens arbeiten können. Wir haben dann ein bisschen am Pool gelegen, auch schön, aber dafür sind wir nicht nach Amboseli gefahren. Die deutsche Dame am Pool hatte ein ähnliches Problem mit ihrem Fahrer – noch ein bisschen krasser, da er sich wohl gar nicht im Park auskannte und keiner Tiere fand. Liegt es daran, dass Frauen alleine nicht respektiert werden (waren die Versprechungen der kenianischen Monteure von gestern alle nur Fake news?;-))

Als wir am späten Nachmittag unser Duschprogramm ausführlich (wir hatten ja Zeit) zelebrierten, klopfte es an der Tür. No, no sagte Jana und schaute nachdem sie sich schnell was angezogen hatte aus der Tür – niemand da, dafür guckte unser Fahrer durch die Terassentür😳 😳 😳.

Weitere Diskussionen, viel bla, bla, bla. Braucht kein Mensch!!!

Meine liebe Fransisca schickt mir morgen meinen Lieblingsfahrer Heriel zu Grenze (nicht die, die verabredet war, sondern für Heriel mit einer 7 Stunden längeren Fahrzeit verbunden) und ich freue mich auf weitere Erlebnisse in Tansania – mit einem Fahrer, der nicht auf die Uhr und die Kilometer schaut, sondern den Reisenden ein unvergessliches Erlebnis verschaffen will.

Kenia hat uns mit wunderschöner Natur und herzlichen Menschen berührt, mir aber gezeigt, dass eine Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen schwierig sein kann. Ich bin froh über meine Partnerschaft mit Fransisca in Tansania – hier kann ich meine Kunden mit bestem Gewissen und Gefühl in die Wildnis schicken!

PS: Der Kili hatte Mitleid mit uns, abends zog er seinen Wolkenmantel aus und zeigte seine weiße Spitze

Kategorie: Reise Kenia - Tansania 2019 | von: Martina Volk
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