Reise Kenia / Tansania 2016

Es geht wieder los!

Es geht wieder los!

Die erste Etappe auf unserer Reise nach Nairobi haben wir schon geschafft. Wir sitzen in Istanbul (vornehm diesmal) in der Lounge von Turkish Airlines – hat halt doch Vorteile, wenn der Mann so viel in der Weltgeschichte rum düst und mit den entsprechenden goldenen Karten ausgestattet ist. Gerne erinnere ich mich aber auch noch an unseren Aufenthalt im Februar hier, als Jana und ich die 4 Stunden Aufenthalt bei Starbucks zugebracht haben und sich ein netter deutscher Tisch zusammen gefunden hat.

Während unser Benji Abenteuer in China erleben darf, machen Flo, Basti und ich uns auf den Weg zu unseren Freunden Severine und Travis, die im August nach Nairobi gezogen sind. Diese Tatsache musste ich einfach sofort ausnutzen!

Der Plan für die nächsten Tage lautet: Amboseli (hoffentlich bei strahlendem Wetter mit Blick auf den schneebedeckten Kilimanjaro), Tsavo und Diani Beach.

Wir sind gespannt! Ihr auch?

 

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Amboseli – oder von 100 auf 0

War das ein langer Tag. Um 02:20 sind wir heute (Sonntag) in Nairobi gelandet und von John dem persönlichen Taxifahrer von Severine und Travis zu deren Haus gefahren worden. Was wir nachts erkennen konnten hat uns sehr positiv überrascht, aber die Tatsache, dass der Container mit ihren Möbeln noch immer nicht angekommen ist, war unschwer zu übersehen.

Pole, pole – langsam, langsam wie es auf Suaheli heißt!

Nach 3 Stunden Schlaf haben wir den Pool bewundert, ein schnelles Frühstück genossen, wurden von Diana und Richard (die Safariunternehmer) und ihrem Fahrer (auch) John begrüßt und machten uns um 08:00 Uhr auf den Weg nach Amboseli.

Durch die schicken Vororte Nairobis, Downtown, ein paar Slums waren aus der Ferne zu sehen, ging es auf die Fernstraße, die von Südafrika bis nach Ägypten führt – einspurig versteht sich. Wir dösten und schlummerten ein bisschen vor uns hin, bis ein Wagen vor uns ins schlingern kam, von links nach rechts vor uns her rutschte und dann im Staub verschwand. Als dieser sich gelegt hatte, sahen wir, dass der Wagen auf der Seite neben der Fahrbahn lag. Die beiden Insassen wurden mithilfe unseres Fahrers und anderen wie aus dem Nichts erschienenen Männern aus dem Wagen gezogen und sind (Gott sei Dank) glimpflich davon gekommen. Es sah nach einem (fast) gelungenen Partywochenende aus.

Wir waren jetzt wieder wach, bewunderten die im Bau befindliche neue Eisenbahnlinie, die die 500 km zwischen Mombasa und Nairobi in 2 Stunden bewältigen soll, hier und da ein Gnu oder eine Giraffe und kamen nach 4,5 Stunden in Amboseli an. Ein, in dieser Jahreszeit sehr trockener Park, mit salzhaltigen Böden, der aber von Sumpflandschaften durchzogen ist, die vom Wasser des Kilimanjaro gespeist werden. Der majestätische Berg auf der tansanischen Seite hat sich im Dunst und Staub leider ein bisschen versteckt. Es war heute so windig, dass sich immer wieder Windhosen gebildet haben, die Basti fast mehr fasziniert haben als die Tiere.

Gegen 13:00 Uhr kamen wir in unserer schönen Lodge an und konnten erst einmal das Lunchbuffet mit Blick auf Zebras, Gnus und Elefanten genießen, dahinter die Schatten des Kili –

not bad. Eine kurze Runde im Pool – mit Blick auf Zebras, Gnus und Elefanten, Fotosession, Kaffee und los ging´s wieder.

Strauße, Thomson Gazellen, Giraffengazellen, Hippos, “tiefergelegte“ Elefanten und Hippos im Sumpf, Zebras, Gnus, Störche, Ibisse, verschiedene Gänse, Adler, Kraniche, Pelikane und Flamingos und natürlich die Clowns der Tierwelt – Affen. Bis auf unsere Terrasse begleiteten uns die Alleinunterhalter.

In der untergehenden Sonne noch ein paar Löwen, mit dem Auto noch eine Hyäne von der Straße

gejagt und zurück in die Lodge zu hervorragendem Essen und gutem südafrikanischem Rotwein.

Meine Männer sind jetzt schon auf dem Weg ins Bett und ich bin auch hundemüde (sind wir wirklich noch keine 24 Stunden hier? Die Ferien beginnen offiziell erst morgen?) aber versprochen ist versprochen – Ihr bekommt Euren Bericht und vielleicht klappt es auch mit den Fotos.

Der Afrikablues hat mich schon wieder – in 10 Stunden von 100 auf 0 – Ein Traum!!!

Kwa Heri – auf Wiedersehen und bis morgen

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

African Massage

Wer jetzt glaubt, so eine Safari sei eine gemütliche Sache, der hat sich getäuscht. Der Wecker klingelte um 5:40. Die Sonne ging langsam auf, die 1. Büffel begrüßten uns direkt an der Lodge und der Kili hatte sich von Dunst und Wolken befreit.

Um 06:00 wartete John auf uns und wir starteten unsere Morgentour. Viele Gnus, Zebras, Affen und Elefanten sind ebenfalls Frühaufsteher. Die Steppe hatte in der niedrig stehenden Sonne ein wunderschönes Licht und die Tour endete mit 3 Löwen und endlich – Frühstück!

Ganze 50 Minuten hatten wir für die Köstlichkeiten des Buffets, inklusive Packen und Auschecken! 8:50 saßen wir wieder im Toyota und bekamen eine 4 stündige African Massage. So nennt man es, wenn man auf ausgewaschenen Schotter oder Sandpisten durchgeschüttelt wird. Wenn man Glück hat, löst sich die ein oder andere Verspannung im Rückenbereich – oder es wird schlimmer! Es gibt sogar Menschen (meistens Kleine) die dabei schlafen können – aber wenn man am 1. Ferientag um 05:40 raus muss….

Wir nahmen die Abkürzung, die „Straße“ wurde noch schlechter, jetzt konnte sogar Basti nicht mehr schlafen. Die kleinen Dörfer kündigen sich immer ein paar Hundert Meter vorher an – mit viel Plastikmüll – schade. Bunte Wellblechhütten, bunt gekleidete Frauen, viele Rinder-, Schaf- und Ziegenherden am Straßenrand. Das Holen von Wasser ist immer noch ein großes Thema – Prinz ist, wer über einen Esel (am Besten noch mit Karren) verfügt, König, wer ein Moped hat. Die anderen müssen schleppen – Männer, Frauen und auch Kinder (jünger als Basti). Die staubige Savanne, wechselte mit tief rotem Sandboden und fruchtbarer dunkler Erde. Feldarbeit wie bei Urgroßmutter, mit Hacke und (noch seltene Fortschrittsmethode) mit Ochsengespann.

Die Abkürzung verkürzte unseren Weg um 100 km, ließ uns viel Staub schlucken, offenbarte aber viel Lokalkolorit.

13:30 kamen wir in Voi an, ein größeres Dorf am Rande des Tsavo Ost Nationalparks. Unsere Lodge liegt kurz hinter dem Dorf in einer unschönen Gegend, die uns etwas zweifeln ließ. Aber wie das Sprichwort sagt: „außen pfui, innen hui“ oder so ähnlich. Durch den Eingang eingetreten, offenbarte sich eine neue Welt. Blick auf die Steppe und ein Wasserloch 10 m von der Bar – habe ich schon erwähnt, dass ich total gerne in Bars rumhänge – zu jeder Tages- und Nachtzeit?

Bei Ankunft tummelten sich Büffel im Wasserloch. Als wir gerade in den Pool hüpfen wollten, sahen wir von der Liege aus, dass Elefanten die Szenerie enterten. Trinken, nass spritzen und sich im Matschloch wälzen. So werden aus den berühmten roten Tsavoelefanten ziemliche Dreckspatzen.

Viele der Elefanten hier sind rot, da sie sich immer wieder mit der roten Erde bedecken, um die Haut zu kühlen und Parasiten abzuhalten. Leider konnten wir den „Trinkprozess“ der Giraffen nicht mehr verfolgen – dass dauert mindestens 2 GinTonic lang, da sie sich immer wieder vergewissern, dass sie sich auch wirklich gefahrlos „herablassen können“.

16:00 Uhr ging es wieder los, um zu einer (leider) relativ unspektakulären Nachmittagsfahrt aufzubrechen – wenn man von mehreren Elefantenherden einmal absieht. Kein Leopard, kein Gepard, keine Löwen – armer Basti, hat sich so sehr einen Leoparden gewünscht.

Der Aperitif (wieder die Bar – nur der Aussicht wegen!) wurde wieder von Elefanten begleitet, die bei einem traumhaften Mondaufgang am Wasserloch erschienen. Nach dem Essen sitze ich wieder hier, schreibe für Euch, genieße guten Rotwein und habe die nächste Truppe vor mir. Der Kleinste ist ein richtiger Milchbubi, während die Große Mama am Wasserloch ihren Durst löscht, hängt Junior an der Brust. (Heißt das bei Elefanten eigentlich so?)

Morgen dürfen wir ausschlafen! Abfahrt nach Frühstück erst um 07:30!

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Frühstücksfernsehen und Leopardenjagd

Zum Frühstück, direkt neben der Bar zogen Büffel, Zebras, Affen, Perlhühner und Langusten an dem Wasserloch vorbei. Besser als ZDF Morgenmagazin! Wir wissen zwar nicht, was in der Welt geschieht, aber es geschieht auch ohne uns.

Unsere Safaritour führte uns erst zu drei Löwen, die leider hinter einem Busch chillten und nur schwer zu erspähen waren. Dummerweise ließen sie auch ein herrliches Frühstück vorbei ziehen – vier Zebras, die seelenruhig die Löwen betrachteten, als wollten sie diese auf eine Runde Fangenspielen einladen. Weiter ging es durch die trockene, staubige Landschaft. Abwechslung boten die verschiedenen „Bodenbeläge“. Mal tief roter Sand und entsprechend gefärbte Walzenschweine, mal fast weiß schimmernde Savannenböden mit trockenen Grasbüscheln. Viel zu sehen gab es in dieser Dürre nicht, außer einigen Digdigs. Diese kleinste Antilopenart (ca 5 kg) lebt in einer absolut treuen Partnerschaft. Stirbt einer, begeht der andere Selbstmord, indem er das Fressen aufhört.

Unsere Mission heute hieß aber auch: Leoparden finden! Wir fuhren an einem ausgetrockneten Flussbett entlang, in den letzten Pfützen suhlten sich die Elefanten im Schlamm und ein Nilpferd hatte unter einem Felsvorsprung eine Lache gefunden, in die es gerade rein passte. Wenn es nicht bald regnet, wird es eng für ihn.

Nach gut einer Stunde habe ich es eigentlich schon aufgegeben, bis ich tatsächlich einen Leoparden am sandigen Ufer sah. Leider war meine Mitteilung an die anderen wohl etwas laut ausgefallen. Schneller als ich mit der Kamera, war der Leopard in den Büschen verschwunden. Aber immerhin – Basti hat seinen ersten Leoparden in freier Wildbahn gesehen! So viel trockene Steppe haben wir schon durchfahren und dieser Leopard findet so viele grüne Büsche, dass er für uns nicht mehr sichtbar war. Doch unsere Geduld wurde belohnt: nach ca 30 Minuten erschien ein weiterer, Kleinerer zum Fototermin. John meint, es waren Mutter und Kind – vielleicht, egal, es gab heute ein Foto für mich!

Viele Elefanten, Große und ganz Kleine (unter 2 Wochen), graue und rote, ganz nah oder in der Ferne. Unser Fahrer nähert sich Ihnen sehr vorsichtig, die tollen Dickhäuter haben in diesem riesigen Park (über 22.000 qkm) leider häufig Begegnungen mit Wilderern und können dementsprechend aggressiv auf Menschen reagieren.

Picknick Pause gab es an den Lugards Falls, einer tollen Landschaft, die der Fluß in die Felsen gefräst hat.

Gazellen der unterschiedlichsten Art, Giraffen, Zebras, zeigten sich nur selten, da sie in der heißen Sonne lieber den Schutz der wenigen Büsche suchen. Eine Straußenfamilie mit 4 Küken konnten wir noch beobachten und Gazellen, die auf 2 Beinen fressen.

Zurück in unserer Lodge bezogen wir unser neues Quartier. Vom richtigen Zimmer mit Blick auf das Wasserloch gehen wir jetzt zum Glamping über. Ein Zelt mit richtigen Betten und Bad mit schöner Terrasse und eigenem Pool mit Blick über die Steppe.

An meinem Lieblingsplatz der Bar am Wasserloch ist heute nicht viel los. Erzähle ich noch kurz eine Begebenheit von gestern, die einem die Elefanten noch näher bringen. Abends kam eine Gruppe von ihnen, Mütter mit Kindern zum Trinken. Die Damen standen am Rande des recht steil abfallenden Wasserlochs als der Kleinste vom Rand ins Wasser rutschte. Er machte ein quikendes Geräusch und alle Damen zuckten zusammen und drehten sich unglaublich schnell um und halfen dem Kleinen aufs Trockene zurück. Tolle Reaktion und Zusammenhalt der sanften Riesen.

Gleich geht es zum Abendessen und morgen an den Indischen Ozean – endlich die Füße hochlegen!

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Auf zu Neuen Ufern

Heute haben wir uns den Luxus gegönnt, erst um 09:00 Uhr los zu fahren. Trotzdem war die Nacht um 06:20 zu Ende, da Basti vom Bett aus die ersten Tiere an unserem Zelt vorbeiziehen sah und mich geweckt hat. Also raus aus den Laken, angezogen und zu meinem Lieblingsplatz gewandert – unser Glamping Zelt war 500 m von der Bar entfernt -in der ich dann den ersten Kaffee getrunken habe.

Das Frühstücksfernsehen hatte folgende Programmpunkte: verschiedene Gazellen von denen ich nur die englischen Namen kenne (und auch nicht weiß, ob ich sie richtig schreibe): Waterbuck, Grand Gazelle, Harterbeast, Elan, dazu Zebras, mehrere rote Elefantenfamilien, Perlhühner, Affen und unzählige Büffel. Dazu ein schönes Omelett, Obst und Pancakes. Fast schon lästig, dass die Szenerie immer wechselte und ich immer wieder zum Fotografieren aufstehen musste.

Schnell die Sachen gepackt, Abschied von der Wildnis und ab in den Toyota, der schon fast unsere zweite Heimat geworden ist. Unseren Plan, über die Shimba Hills (ein Regenwaldgebiet, schon von Ernest Hemingway für einen Romantitel verwendet) nach Diani Beach zu fahren, konnten wir leider nicht in die Tat umsetzen. Unser lieber John kannte die Route nicht und auf einer der endlosen Baustellen haben wir wohl die Abfahrt verpasst. Wir haben zwar mehrfach unterwegs gefragt und die Auskunft bekommen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und bald die Abfahrt kommt, aber wie sagte Basti heute so schön: „Die sind total nett die Afrikaner. Sie helfen einem immer weiter, aber meistens stimmt´s nicht.“

So blieben wir weiter auf Kenias Highway No 1 – wie schon gesagt, einspurig in jeder Richtung.

Die Müllberge an den Ortschaften wuchsen an, je weiter wir uns Mombasa näherten. Da hat noch keiner was von Mülltrennung und -recycling gehört, oder verstehen sie unter Recycling, dass die Kühe und Ziegen den Müll fressen, die Menschen dann die Tiere essen und der, der´s in die Natur geschmissen hat, es am Ende wieder kriegt? So toll, dass Kenia so große Gebiete unter Naturschutz gestellt hat, jetzt müsste für den Rest aber auch noch was getan werden.

Die Menschen und vor allem die Kinder erscheinen aber zufrieden und fröhlich, die Frauen sind sauber und bunt gekleidet und die Kleinen leuchten in Ihren weißen oder bunten Schuluniformen. Der Schulbesuch ist übrigens kostenfrei und verpflichtend! Es ist zwar oft ein weiter Fußweg für die Kinder, aber der wird immer gut gelaunt gemeistert.

Da Mombasa der größte Containerhäfen Ostafrikas ist, wurde der LKW Verkehr immer schlimmer und in den Baustellen staute sich alles. Nach 5 Stunden kamen wir endlich am Hafen an, wo wir auf die Fähre warten mussten. Man fährt vom Festland nach Mombasa, das auf einer Insel liegt. Um auf der anderen Seite wieder runter zu kommen, muss man mangels Brücke eine Fähre nehmen. Sie fahren alle 10 – 15 Minuten und es herrscht ein wildes Treiben – ich meine wirklich wild. LKW, Busse, Taxis, die kleinen dreirädrigen Tuktuks (Hersteller Piaggio), Fahrräder, Autos, handgeschobene bis oben hin beladene Karren und Fußpassagiere. Wieder einmal lief alles nach darwinschen Regeln, survival of the fittest, ab. Wieso rechts anstellen, wenn man links trotz Gegenverkehr und Fußpassagieren auch durchkommt? Man darf nur keine Hemmungen haben und einfach draufhalten, dann ist man 10 Minuten früher auf der anderen Seite.

Drüben ging es durch einen langen Straßenmarkt und weiter in ländlichen Gebieten (müllfrei!)  in Richtung Ozean. Nach 20 Minuten haben wir auch unser Hotel gefunden, wo wir jetzt ein Haus mit Blick auf den Indischen Ozean bewohnen. Wir scheinen die Anlage mehr oder weniger für uns alleine zu haben – die Bedienung des Restaurants kam gerade zu Flo an die Liege und fragte, ob wir zum Abendessen in das Strandrestaurant kommen, sie würden sonst schließen. Also werden wir gleich mal die 50 Meter rüber „wandern“ und heute ohne Elefantengebrüll, aber dafür mit Meeresrauschen „dinieren“.

Gut geht´s uns – morgen geht´s weiter!

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Chillen

Kein Wecker, kein Termin, kein Toyota. Sonnen, Baden, kühle Drinks. Unbewusst haben wir ein richtiges Schnäppchen gebucht. Eine Villa mit drei Schlafzimmern mit eigenen Bädern, großem Wohn- Esszimmer, Küche, Terrasse mit Sofa und Liegen, Balkon. Der Blick zu 2 Seiten auf den Indischen Ozean und auf den großen Poolbereich. Das ganze für ca. 70,- die Nacht. Flo konnte sogar gestern über Sky Fußball gucken und auch das WLAN funktioniert einwandfrei – alle sind zufrieden!

Der Strand ist wohl 25 km lang (habe ich nicht überprüft) und mit feinem, weißen Sand. An unserem Abschnitt ist es leider etwas steinig und auch die abgebrochene Korallen sind sehr spitz und unangenehm. Vorgelagert ist ein Riff, welches Wellen teilweise und Haie komplett abhält. Die Beachboys fangen einen ab, sobald man die Hotelanlage verlässt, ein ignoranter Blick und zielstrebiges Weitermarschieren bringt sie aber zum Rückzug. Manch eine Dienstleistung nimmt man auch gerne an, Flo hatte heute eine supergünstige und gute! Massage, Basti und ich haben ein paar Souvenirs gekauft.

Den Weg zur Bank haben wir im Tuktuk zurückgelegt (ca 1 Dollar für die drei Kilometer), was auch eine Erfahrung ist. Später machen wir mit unserem Tuktukpiloten noch eine kleine Sightseeingtour, bevor wir uns auf die Suche nach einem guten Restaurant und  vielleicht auch Bar machen. Mal sehen, wie die Kondition von Basti ist.

Morgen geht es wieder zurück nach Nairobi, damit wir Travis Geburtstag mit ihm feiern können.

Bis dahin – Hakuna Matata

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Colobus Shade im Nirwana und erneuter Szenenwechsel

Nach einem relaxten Tag am Meer wollten wir uns noch ein kleines Gästehaus ansehen und in dem (von TripAdvisor) empfohlenem Restaurant Colobus Shade zu Abend essen. Ein Tuktuk an der Straße angehalten und schon ging es los. Leider haben wir das Gästehaus auf Anhieb nicht gefunden, aber den Hinweis auf eine Strandbar, the fourty thieves, gesehen. Also sind wir dort ausgestiegen und haben den Sonnenuntergang gechillt bei einem guten Cocktail erlebt. Zu dem Forti Thieves gehört auch noch das Ali Baba, ein sehr gutes Restaurant in einer 10 Meter tiefen, noch oben hin geöffneten Korallenhöhle. Wunderschön!

Unser Ziel aber war das Fischrestaurant Colobus Shade, dass wir mit dem nächsten Tuktukfahrer zu finden hofften. Zunächst starteten wir einen Versuch mit dem Gästehaus. Viele Leute kannten es, keiner zeigte den richtigen Weg (wie gesagt, Basti O-Ton: die sind total hilfsbereit, aber was sie sagen stimmt meistens nicht) und wir haben es in der Dunkelheit nicht geschafft es zu finden.

Auch die Restaurantsuche entpuppte sich als scheinbar hoffnungslos, hin und her ging es auf der Straße, mit vielen Leuten wurde gesprochen und am Ende landeten wir in einem Colobus Shade, dass zwar nicht dort war, wo es laut Plan sein sollte, dass auch nicht so aussah wie es sollte, aber die Fischplatte und der Wein waren ok und bezahlbar.

Dank des Nationalfeiertags in Kenia sind gestern jede Menge Einheimische aus Mombasa angereist um ein Partywochenende am Strand zu verbringen. Mit der Ruhe war es jetzt, zumindest in der Anlage, vorbei. Ab 8:00 Uhr morgens wurde Ball im Pool gespielt, Abends bis 1:00 Uhr gefeiert. Anlass genug noch einen langen Strandspaziergang zu unternehmen. Schnell hat sich ein Bachboy gefunden, der uns eine Stunde lang begleitet hat. Wir haben schnell klare Fronten geschaffen, indem wir gesagt haben, dass wir kein Geld dabei haben, nichts kaufen wollen und auch keine weiteren Dienste in Anspruch nehmen wollen, da wir um 12:00 Uhr zum Flughafen Mombasa aufbrechen mussten. Hat geklappt – geblieben ist er trotzdem, wir haben viel über Land und Leute erfahren, ich habe seine email bekommen und er wird bestimmt ein neuer Facebook Friend.

Alle mit denen wir gesprochen haben, bitten uns in Deutschland Werbung für einen Urlaub in Kenia zu machen. Die Touristenzahlen sind nach den blutigen Wahlen 2007 und mehreren terroristischen Anschlägen immer noch niedrig und den Menschen in den Touristenzentrum fehlt eine wichtige Einnahmequelle.

Unsere Fahrt zum Flughafen verlief problemlos, wir bekamen gleich die nächste Fähre und wir konnten vor Abflug noch eine richtig gute Pizza (zu europäischen Preisen) genießen. Taxi John erwartete uns in Nairobi und wir konnten diesmal die Umgebung während der Fahrt zu Severine und Travis betrachten. Großzügige Parkanlagen, Hochhäuser, Slums und herrschaftliche Villen.

Bei unseren Freunden angekommen erwartete uns ein leichtes Chaos, der sehnlichst erwartete Container war heute, pünktlich zu Travis Geburtstag angekommen und der Inhalt breitete sich im ganzen Haus und Garten aus. Da ist noch ganz schön was zu tun.

Der Koch Mickael bereitete ein gutes Abendessen, wir feierten Geburtstag und das Chaos blieb Chaos.

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Alltag in Nairobi

Morgens eine Runde durch den kühlen Pool, danach Frühstück im Garten – das ist schon sehr praktisch mit so einem Koch, der nicht nur kocht, sondern auch noch die Küche aufräumt. Das Familienprogramm hat uns heute in den Monkeypark geführt, ein Ausflugsziel, das von den Einheimischen als Erholungs- und Picknickpark genutzt wird. Die dort lebenden Affen werden von den Menschen gut versorgt und sind so zutraulich, dass sie für einen Leckerbissen auf die Schulter springen. Dumm nur, wenn man mit der einen Hand füttert und in der anderen die restlichen Erdnüsse festhält. Buchstäblich vom wilden Affen gebissen musste ich ihm die Tüte überlassen und er war so schnell unten, wie er noch oben gekommen ist – für ein Foto hat es dennoch gereicht und das Tier war erfreulicherweise auch nicht tollwütig.

Nach diesem erlebnisreichen Auftakt fühlten wir uns gewappnet für das nächste Abenteuer – der lokale Markt, wo wir geröstete Maiskolben und Zuckerrohrsaft mit Ingwer probierten und Severine ihre Einkäufe erledigte. Erstaunlich, wie schnell sie sich an das obligatorische Handeln gewöhnt hat und ihre Preisvorstellungen durchsetzt. Normalerweise wird telefonisch bestellt und ein Matatu – ein Mofataxi – liefert die Sachen nach Hause. Finde ich gut!

Abends kamen einige deutsche Freunde zum Essen, um Travis Geburtstag zu feiern. Der Koch hat seine Bewährungsprobe bestanden und wir hatten einen sehr unterhaltsamen Abend bis spät in die Nacht.

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Vom Planen und Ändern

Der Plan für heute war ein Ausflug zum Elefantenwaisenhaus und Giraffenpark. Da die Fütterung der Babyelefanten von 11:00 bis 12:00 Uhr stattfindet und die Tiere nur dann zu sehen sind, war Abfahrt für 09:30 anberaumt. Typisch deutsch standen wir um 8:00 Uhr mit leichtem Schädel auf und beseitigten erstmal die Partyreste, um einen Tisch für das Frühstück zu haben. Um 9:00 Uhr dämmerte uns, dass unsere Gastgeber die vereinbarte Abfahrtszeit nicht einhalten würden. Es wurde diskutiert, die Kinder hatten dann doch keine Lust mehr, da sie lieber mit ihren Freundinnen, die über Nacht geblieben waren, spielen wollten, Severine war sehr müde und das Frühstück stand um 9:00 auch noch nicht auf dem Tisch, dafür waren die Kinder alle im Pool.

Die anderen Eltern, die ihre Kinder abholen kamen, hatten sich extra früh aus dem Bett gepellt und wurden mit Kaffee und Frühstück belohnt. Alle saßen jetzt im Garten und bemühten sich um ein Alternativprogramm. Um 13:00 Uhr hatten wir es dann immerhin bis zum nah gelegenen Karura Forrest geschafft, einem großen Waldgebiet mit Wasserfall und Fledermaushöhlen. Alle Kinder freuten sich sehr auf eine Wanderung und waren glücklich, dass wir den Abzweig zurück nicht gefunden haben und die Wanderung so auf 3 Stunden ausgedehnt werden musste. Zur Belohnung gab es dann aber noch einen schönen Aufenthalt in einem netten Lokal mit Brownies und Eis und die Männer durften später zum Nachbarn Fußball gucken.

Da die Nacht kurz war und wir für den nächsten morgen um 6:00 Uhr einen Fahrer bestellt hatten, endete der Abend früh und alle fielen erledigt in die Betten.

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk

Durch das Rift Valley zum Hells Gate

wie gesagt, Abfahrt um 06:00 Uhr – ich hoffe Ihr versteht jetzt, dass ich mit dem Schreiben nicht nachkam!

Von Nairobi bis zum Hells Gate Nationalpark sind es nur 80 km, dank des Verkehrs und der Straßenverhältnisse dauert so eine Strecke aber gut 2 Stunden. So eine Überlandfahrt ist nichts für schwache Nerven. Wir mussten über die „Hauptstraße“ nach Uganda, die scheinbar zu 80 % von Lastwagen genutzt wird. Die Straße ist einspurig pro Richtung, die Ränder sind sehr ausgefranst und fallen auch gerne mal 20 cm ab, sodass Ausweichmanöver schwierig sind. Lastwagen überholen ohne Rücksicht auf Verluste und ich wundere mich immer wieder, dass die Kühe, Esel, Ziegen und Schafe am Wegesrand alle gut beieinander sind.

Schnell kamen wir aus Nairobi hinaus und der Weg führte uns durch sattgrüne Teeplantagen, nach unseren Tagen in der ausgetrockneten Steppe eine Wohltat für die Augen. Die Straße ging stetig bergauf zum Rand des Rift Valleys – dem großen afrikanischen Grabenbruch. Durch das Auseinanderdriften der Erdplatten ist das Land auseinandergebrochen und hat zwischen den Vulkanbergen ein Tal von mittlerweile 50 km breite geschaffen. Eine fantastische Landschaft.

Unser Ziel, der Hells Gate Park, liegt in diesem Tal und ist der einzige Nationalpark, wo man mit dem Fahrrad, dem eigenen Pferd oder zu Fuß (unsere Variante) an den Tieren vorbei durch eine großartige Landschaft wandeln kann. Der Name entstand durch eine tragische Begebenheit vor tausenden von Jahren – Der Vulkanausbruch des Mount Longonot vernichtete die Massai Ansiedlungen im heutigen Nationalpark und die Überlieferungen sagen, dass niemand überlebte und keine Überreste der Menschen in Lava und Asche gefunden wurden.

Im Park findet man hohe Felswände mit beeindruckenden Steinformationen, davor Zebras, Gazellen, Walzenschweine, Paviane und Giraffen. Die Schlucht im Hells Gate wurde vom Wasser in tausenden von Jahren in den Fels gegraben und bietet eine wirklich faszinierende Wandertour. Aus den Felsen kommt Wasser aus heißen Quellen, an denen man sich fast verbrennt. Ich war froh, dass wir so früh losgefahren sind, denn die Sonne brannte auf dem Rückweg gnadenlos auf uns herab.

Gegen mittag bezogen wir Quartier im Naivasha Sopa Resort, wunderschön am Lake Naivasha gelegen. Das Resort besteht aus einem runden Haupthaus und mehreren kleinen Cottages, die sich im Halbrund um eine große Wiese aneinander reihen. Die Wiese wird von Wasserböcken, verschiedenen Affenarten, Büffeln und Nilpferden bevölkert, die nachts zum Grasen ans Ufer kommen. Aus Sicherheitsgründen darf man sich deshalb nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr unbegleitet über das Gelände begeben. Das Wetter wurde etwas gewittrig und wir machten statt Faulenzen am Pool einen Ausflug nach Naivasha, dem kleinen Provinzstädtchen. In einem afrikanischen Kaufhaus erstanden wir für Basti einen Zirkelkasten, Malsachen und eine mit Ziegenleder bezogene Trommel – Heinz unser Gitarrenlehrer wird sich über den neuen Begleitsound sicherlich freuen!

Wir bestaunten, dass Milch und Eier in kleinen Frühstücksbeuteln verkauft werden – wie kriegen die das bei den Straßenverhältnissen heil nach Hause? Kitschige Sofas, viel stinkendes Plastik aus Chinaproduktion, künstliche Haarteile in allen Varianten, Singer Nähmaschinen, wie vor 100 Jahren mit Fußantrieb, frisches Popcorn für 10 Cent, aber auch Nivea und Ariel – es gab nichts was es nicht gibt. Nach unserem ausgiebigem Shopping folgte dann die Erkundungstour durch „Downtown“. Autos, Mopeds, Lastwagen und Busse kreuz und quer. Dazu Matsch, der einen kleinen Ausblick auf die Verhältnisse in der Regenzeit lieferte, Menschenmassen, kleine Geschäfte, Metzger (schon weitaus schlimmere gesehen), Obst- und Gemüsestände, Kinder in Schuluniformen, schicke Businessfrauen und mittendrin mein kleiner Basti, an meine Hand geklammert, immer wieder angestarrt werdend, so schöne blonde Haare hat hier halt sonst niemand.

Abends saßen wir zum Aperitif am großen Kamin in der Hotelbar und genossen anschließend das herrliche Buffet. Die kenianische Küche bietet viel Salat und Gemüse, Linsen, Bohnen, Spinat und verschieden Kohlsorten stehen hoch im Kurs, dazu Reis und Kartoffeln, sowie Fisch, Huhn, Lamm und Rindfleisch. Toller Nachtisch – mein Favorit Ananas Crumble, zuviel Auswahl, zuviel gegessen, ab in´s Bett!

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk
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