African Massage

Wer jetzt glaubt, so eine Safari sei eine gemütliche Sache, der hat sich getäuscht. Der Wecker klingelte um 5:40. Die Sonne ging langsam auf, die 1. Büffel begrüßten uns direkt an der Lodge und der Kili hatte sich von Dunst und Wolken befreit.

Um 06:00 wartete John auf uns und wir starteten unsere Morgentour. Viele Gnus, Zebras, Affen und Elefanten sind ebenfalls Frühaufsteher. Die Steppe hatte in der niedrig stehenden Sonne ein wunderschönes Licht und die Tour endete mit 3 Löwen und endlich – Frühstück!

Ganze 50 Minuten hatten wir für die Köstlichkeiten des Buffets, inklusive Packen und Auschecken! 8:50 saßen wir wieder im Toyota und bekamen eine 4 stündige African Massage. So nennt man es, wenn man auf ausgewaschenen Schotter oder Sandpisten durchgeschüttelt wird. Wenn man Glück hat, löst sich die ein oder andere Verspannung im Rückenbereich – oder es wird schlimmer! Es gibt sogar Menschen (meistens Kleine) die dabei schlafen können – aber wenn man am 1. Ferientag um 05:40 raus muss….

Wir nahmen die Abkürzung, die „Straße“ wurde noch schlechter, jetzt konnte sogar Basti nicht mehr schlafen. Die kleinen Dörfer kündigen sich immer ein paar Hundert Meter vorher an – mit viel Plastikmüll – schade. Bunte Wellblechhütten, bunt gekleidete Frauen, viele Rinder-, Schaf- und Ziegenherden am Straßenrand. Das Holen von Wasser ist immer noch ein großes Thema – Prinz ist, wer über einen Esel (am Besten noch mit Karren) verfügt, König, wer ein Moped hat. Die anderen müssen schleppen – Männer, Frauen und auch Kinder (jünger als Basti). Die staubige Savanne, wechselte mit tief rotem Sandboden und fruchtbarer dunkler Erde. Feldarbeit wie bei Urgroßmutter, mit Hacke und (noch seltene Fortschrittsmethode) mit Ochsengespann.

Die Abkürzung verkürzte unseren Weg um 100 km, ließ uns viel Staub schlucken, offenbarte aber viel Lokalkolorit.

13:30 kamen wir in Voi an, ein größeres Dorf am Rande des Tsavo Ost Nationalparks. Unsere Lodge liegt kurz hinter dem Dorf in einer unschönen Gegend, die uns etwas zweifeln ließ. Aber wie das Sprichwort sagt: „außen pfui, innen hui“ oder so ähnlich. Durch den Eingang eingetreten, offenbarte sich eine neue Welt. Blick auf die Steppe und ein Wasserloch 10 m von der Bar – habe ich schon erwähnt, dass ich total gerne in Bars rumhänge – zu jeder Tages- und Nachtzeit?

Bei Ankunft tummelten sich Büffel im Wasserloch. Als wir gerade in den Pool hüpfen wollten, sahen wir von der Liege aus, dass Elefanten die Szenerie enterten. Trinken, nass spritzen und sich im Matschloch wälzen. So werden aus den berühmten roten Tsavoelefanten ziemliche Dreckspatzen.

Viele der Elefanten hier sind rot, da sie sich immer wieder mit der roten Erde bedecken, um die Haut zu kühlen und Parasiten abzuhalten. Leider konnten wir den „Trinkprozess“ der Giraffen nicht mehr verfolgen – dass dauert mindestens 2 GinTonic lang, da sie sich immer wieder vergewissern, dass sie sich auch wirklich gefahrlos „herablassen können“.

16:00 Uhr ging es wieder los, um zu einer (leider) relativ unspektakulären Nachmittagsfahrt aufzubrechen – wenn man von mehreren Elefantenherden einmal absieht. Kein Leopard, kein Gepard, keine Löwen – armer Basti, hat sich so sehr einen Leoparden gewünscht.

Der Aperitif (wieder die Bar – nur der Aussicht wegen!) wurde wieder von Elefanten begleitet, die bei einem traumhaften Mondaufgang am Wasserloch erschienen. Nach dem Essen sitze ich wieder hier, schreibe für Euch, genieße guten Rotwein und habe die nächste Truppe vor mir. Der Kleinste ist ein richtiger Milchbubi, während die Große Mama am Wasserloch ihren Durst löscht, hängt Junior an der Brust. (Heißt das bei Elefanten eigentlich so?)

Morgen dürfen wir ausschlafen! Abfahrt nach Frühstück erst um 07:30!

Kategorie: Reise Kenia / Tansania 2016 | von: Martina Volk
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