30.10.17 – Was für ein Tag!

Der verpasste Flug von Bibi und Babu, der Strand in Jambiani und der Regen in Stone Town, alles vergessen. Bei dem was wir hier erleben, wird die Festplatte täglich neu beschrieben. Den Bericht für gestern habe ich heute erst geschrieben, da wir im Buschcamp, weder Internet noch regelmäßig Strom hatten. Musste erstmal auf den Fotos nachsehen, was wir alles erlebt haben. Die heutigen Eindrücke haben alles von gestern überlagert.
Um 6:15 Uhr ging unsere Safari los, während die Jungs weiter im Zelt schlummerten. Die Begrüßungselefanten erwarteten uns am Camprand, weiter ging die Fahrt zu der großen Gnu Herde. Auf der Piste lagen einige Löwen, die sich ein Tier der Herde zum Frühstück gegönnt hatten. Die Reste wurden von Hyänen und Schakalen verspeist. Eine weitere, einsame Löwin brachte die Gnuherde in Bewegung. Einem Vogelschwarm gleich rannten die Gnus hin und her. Mal vor dem Löwen davon, mal hinterher. Einzig die eingemeindeten Zebras behielten den Überblick und blieben cool. Das Frühstück wartete im Camp und wir wollten einen heißen Kaffee. Wieder wurden wir aufgehalten und haben einen kapitalen Mähnenlöwen bei der Brautschau beobachtet – leider machte sich die potentielle Braut davon. Kaffee! Wir wollten doch zurück. Kurz vor dem Camp spazierten noch vier Geparden, eine Mutter und ihre drei Pubertiere über die Piste und zeigten ihr schönes Fell im Sonnenlicht. War wieder ein Stopp wert. Genauso wie die Elefanten mit den entzückenden Babys. Immerhin haben wir es geschafft, noch rechtzeitig zum Frühstück zu kommen. Da wir die letzten Frühstücksgäste waren, hatte das Personal viel Zeit für uns und Bibi konnte mit dem Koch ihr gelerntes suahelisches Kirchenlied singen. Herzliche Abschiedsszenen folgten und wir fuhren wieder in den Busch. Beziehungsweise versuchten es. Unsere Elefantengruppe wurde von einem „brünftigen“ Elefantenbullen begleitet, der uns nicht passieren lassen wollte. Unser Fahrer Heriel reagierte blitzschnell und schaltete den Rückwärtsgang ein. Es kam nur ein Rückspiegel zu Schaden, die Besatzung des Jeeps blieb unversehrt. Leichte Panik machte sich unter einigen Mitfahrern breit, als der Bulle nachsetzte und uns verfolgte. Gefühlte Ewigkeiten später, ließ er uns, durch das frische grün gnädig gestimmt endlich passieren. Puh – noch mal gut gegangen und weiter ging die Fahrt. Große Staubwolken ließen auf viel Bewegung schließen und wir durften ein weiteres Highlight erleben, mit dem ich nicht mehr gerechnet habe. Mein Traum, die Gnus bei der Überquerung des Mara Flusses zu sehen erfüllte sich nicht, aber auch der Seronera Fluß war für tausende von Gnus heute eine Herausforderung. Nicht für viel Intelligenz bekannt, nutzen die Gnus nicht etwa die Autopassagen oder die flachen Stellen über den Fluss, sondern schienen willkürlich irgendwo zu queren. Sobald einer die Passage wagt, kommen hunderte hinterher, was einige Todesopfer fordert. Nicht so spektakulär wie beim Mara Fluss, wo die Krokodile ihren Tribut zollen, sondern einfacher Schlamm, der die Tiere scheitern lässt. Ein unglaubliches Spektakel, leider durch den aufgewirbelten Staub nicht sehr fotogen, aber faszinierend. Immer wieder stoppte die Prozession, sobald etwas unvorhergesehenes passierte. Ein totes Gnu im Schlamm, ein LKW, der den Laufweg blockierte oder eine Echse (über 1 Meter lang) brachte die Herde zum Stehen oder Umdrehen, wobei ein ziemliches Chaos durch die nachrückenden Tiere entstand. Wer es über den Fluss geschafft hatte, galoppierte schlammverschmiert an uns vorbei. Ein paar dösende Löwen begegneten uns auf unserem Weg zum Picknickplatz, auf dem wir uns redlich bemühten, keinen Müll in die Serengeti wehen zu lassen. (Hansi schätzte die Windstärke auf 6) Unser Ziel, die Kubu Kubu Lodge wollten wir gegen 15:00 Uhr erreichen, Löwen im Liebesrausch und 2 Leoparden im (leider entfernten) Baum sprengten unseren Zeitplan wieder etwas. Als wir nachmittags wieder an die Stelle am Seronera Fluss ankamen, waren immer noch Gnus und mittlerweile auch Zebras bei der Flußüberquerung. Heriel schätzt die heute gesehenen Gnus auf 600.000. Ist vielleicht übertrieben, aber es war gigantisch! Bibi und Babu sind froh, die Strapazen der Reise auf sich genommen zu haben und können gar nicht glauben, was sie hier zu sehen kriegen.
Unsere Lodge ist ein Traum, Pool und Dusche mit Aussicht auf die Serengeti, open Bar und gutes Essen lassen keine Wünsche offen. Wir sind glücklich!

Kategorie: Reise Tansania 2017 - northern circuit | von: Martina Volk
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