29.01.2019 – Schöner Wohnen

Der heutige Vormittag war für Lodge Besichtigungen reserviert. Die erste Unterkunft war das St. Cathrine Monastery. Strategisch günstig, gut 5 Minuten von der Ngorongoro Conservancy  entfernt. Von der Hauptstraße fährt man 2 Minuten in das bäuerlich geprägte, fruchtbare Hinterland, bis man an einem wunderschönen Blumengarten ankommt. Wir wurden von Schwester Noella, die für den Betrieb des Gästehauses zuständig ist herumgeführt. Was für ein Gegensatz zu einem Klosterbetrieb in Deutschland – soviel Freude und Warmherzigkeit! Die Zimmer liegen im Kreuzgang des Klosters, in dessen Mitte der Kräuter- und Gemüsegarten liegt. Sie sind sehr einfach, aber sauber und mit eigenem Bad und können bis zu 100 Personen aufnehmen. Es gibt einen großen Speisesaal – die Unterkunft wird mit Vollpension angeboten – wo  es auch Bier und Wein zum Essen gibt. Ein wunderschöner Ort, der mit soviel Liebe gestaltet und geführt wird.

Die zweite Unterkunft ist die Rhotia Valley Lodge, wie die Endoro Lodge abseits gelegen und etwas mühsamer erreichbar. Die Fahrstrecke bis zur Ngorongoro Conservancy dauert ebenso um die 35 Minuten. Die Lodge und das angrenzende Kinderheim, das derzeit 70 Kinder (vor Ort und im Internat) betreut, ist das Projekt zweier holländischer Ärzte, die nach ihrer Pensionierung nach einer Aufgabe suchten, die sie erfüllt und die etwas bewegt. 15 Safarizelte auf einem Hügel bieten tolle Aussichten, auch hier ein wunderschön angelegter Garten, der die Lodge mit biologisch angebautem Gemüse, Salat und Kräutern versorgt. Das Restaurant mit großer Außenterrasse ist ebenfalls wie ein großes Safarizelt gestaltet und bei gutem Wetter können die Seitenwände hochgezogen werden, sodass man wie auf einer überdachten Terrasse sitzt. Ein schöner Pool mit traumhafter Aussicht auf Felder und Wälder rundet das Angebot ab. Hier kann man gut ein paar Tage verweilen, einfach nur ausruhen und genießen, oder eine geführte Wanderung zur 90 Minuten entfernten Coffee Lodge, an der Hauptstraße von Karatu machen und dort das Mittagessen einnehmen. Die Coffee Lodge ist ebenfalls ein Projekt der beiden engagierten Holländer, hier können die Jugendlichen aus dem Kinderheim erste Arbeitserfahrungen sammeln. Es wird hier gebacken, die Lunchboxen für die Lodge und Kleinigkeiten zum direkten Verzehr zubereitet und natürlich bester tansanischer Kaffee serviert. Auch dieses Kleinod hat einen schönen Ausblick und ist liebevoll gestaltet.

Weiter ging es zur nah gelegenen Marera Lodge, wieder nah an der Hauptstraße gelegen und somit verkehrsgünstiger als die Endoro und Rhotia Valley Lodge. Wer statt grüner Wildnis einen super gepflegten Garten mit einem Blumenmeer bevorzugt, ist hier richtig aufgehoben. In 14 Bungalows sind 28 großzügige Zimmer untergebracht. Besonders schön fanden wir das große Moskitonetz, dass den gesamten Schlafbereich abtrennt. So kann man mit den Kindern Händchen halten, auch wenn sie in einem separaten Bett liegen. Auch hier ein Kamin mit gemütlichen Sesseln und eine Veranda mit Schaukelstühlen und Blick in den parkähnlichen Garten, in dessen Mitte der gepflegte Pool liegt. Unglaublich, wie die Pflanzen hier gewachsen sind, von der Erstellung der ersten Marketingbilder der neuen Lodge im August letzten Jahres bis heute liegen Welten.

Die letzte Lodge auf unserem Plan ist Gibb´s Farm, 1929 im Besitz eines Deutschen, wird hier immer noch eine Kaffeefarm betrieben. Der Ausblick dieses Kleinods geht über die Kaffeeplantage, den Ngorongoro Wald und den tropischen Garten oder besser gesagt Park. Die Zimmer hier sind ebenfalls in Cottages mit viel Privatsphäre untergebracht. Ein bisschen Laura Ashley Stil, großzügige Badezimmer, Kamine, wunderschöne Bilder und viele Dekoelemente schaffen ein besonderes Wohlfühlambiente. Der Restaurantbereich mit den riesigen Fenstern schafft den Eindruck inmitten der Natur zu sitzen, aber auch draußen sind kleine Tische liebevoll eingedeckt. Die Einladung zum wunderschön angerichteten und köstlich aussehenden Lunchbuffet haben wir ausgeschlagen, da unsere, ab heute mitreisende Freundin Martina 2, auf dem Weg zur naheliegenden Endoro Lodge war. Gibb´s Farm kann maximal 50 Personen beherbergen, die Gäste sind, wie der jetzige Eigentümer zu 90 % betuchte Amerikaner, die sich diesen Luxus leisten.

Alle Lodges, die wir besichtigt haben, sind eine Reise wert. Überall sind wir auf nette, teils sehr fröhliche Menschen gestoßen, je nach Vorliebe und Budget, sollte für jeden das Richtige dabei sein.

Zurück in unserer Lodge, Martina 2 war gerade angekommen, haben wir erstmal unser Mittagessen genossen und uns dann für eine Wanderung zu den Elefant Caves aufgemacht. Einen Kilometer von unserer Lodge beginnt die zweistündige Wanderung, auf der ca. 200 Höhenmeter gemeistert werden müssen. Durch den Ngorongoro Wald, auf den Trampelpfaden von Elefanten und Büffeln (die uns aber nicht begegneten) ging es mit leichter Steigung bergauf bis wir an einen Wasserlauf kamen, an dem die Elefanten Höhlen liegen. Bis vor 2 oder 3 Jahren waren es wohl wirklich noch Höhlen, die die Elefanten gegraben haben, um an die mineralhaltige Erde zu gelangen. Der steile Berg ist dann irgendwann abgerutscht und jetzt sieht es eher aus, als würde hier Erde abgebaut. Die Elefanten haben wieder neue Löcher gegraben, die ich aber nicht als Höhlen bezeichnen würde. Hunderte von weißen und ein paar gelbe Schmetterlinge kamen zum Trinken an den kleinen Fluss. Weiter ging die Wanderung zu einem Wasserfall, der über 40 Meter in die Tiefe stürzt, von oben betrachtet ganz schön hoch! Etwas weiter durch den Wald sahen wir den Wasserfall nochmal in seinem ganzen (schmalen aber tiefen) Ausmaß.

Es tat gut, sich mal wieder ein bisschen zu bewegen – ein schöner Ausflug, aber ohne Tiersichtungen, dafür viel Grün und tolle Aussichten auf die Kaffeeplantagen und ins Tal.

Ein weiterer schöner Tag geht zu Ende in einem wunderschönen Land.