27.01.2019 – Es grünt so grün…

05:40 aufstehen, 06:00 Frühstück, 06:30 Abfahrt – ok es wurde 06:40. Morgen sollen wir aber pünktlich sein – nix mehr pole pole, langsam langsam. Jetzt sind wir in Tansania auf Safari und hier sorgt unser lieber Heriel dafür, dass wir so viel wie möglich sehen. Nur 2 Minuten dauerte die Fahrt zum Gate und 5 Minuten später waren wir im Tarangire Park. Aufgrund der Regenfälle der letzten Zeit, war alles unglaublich grün. Die mächtigen Baobab Bäume haben dunkelgrüne Kronen, die Wiesen sind saftig grün und glänzten in der Morgensonne vom Tau. Blühende Gräser in beige und rosa zauberten im Gegenlicht eine unwirkliche märchenhafte Stimmung. Dazu ein paar Antilopen und man hätte sich kaum gewundert, wenn das Rotkäppchen um die Ecke gebogen wäre. Buschland wechselt sich ab mit flachen Grasebenen, aber fast allgegenwärtig sind die Jahrhunderte alten Baobab Bäume – was könnten sie für Geschichten erzählen. Wild wird der Park am Tarangire Fluss, der sich einen breiten Lauf gegraben hat, der jetzt allerdings nur mit einem Rinnsal gefüllt war. Es gibt mehrere Abbruchkanten, die der Landschaft etwas raues verleihen, dann wieder schlängelt sich der Fluss entlang von Palmenhainen und es sieht fast lieblich aus. Wofür der Park aber bekannt ist, ist seine hohe Elefantenpopulation – wir schätzen, dass wir heute an die 500 dieser mächtigen Tiere gesehen haben. Elefanten in allen Lebenslagen: wandernd und fressend, trinkend im Fluß, badend in den Wasserlöchern des Sumpfes, suhlend in den Matschlöchern und sich (und uns, da wir im Jeep direkt vor ihnen standen) mit Sand bewerfend.

Unser „Pflichtprogramm“ bestand in der Besichtigung von 2 Lodges und dem öffentlichen Zeltplatz. Letzterer war bereits verlassen, aber wir haben uns den Kochbereich (man muss jegliches Equipment mitbringen), die Toiletten (na ja…) und den erfreulich sauberen und komfortablen Duschbereich (hier gibt es auch eine schöne Toilette!) angesehen. Um das Camp herum waren Impalas und Affen, aber kein Zaun – jeder hat Zutritt, da überlegt man, ob man nachts wirklich noch mal vor die Tür muss… (Die Tarangire River Lodge, unweit des Maingates, besticht durch ihre einzigartige Lage. Von der Lobby aus erahnte man schon den Panoramablick. Durch die erhöhte Lage bot sich eine 180 Grad Sicht über den Fluss und die unendliche Weite des Parks, wieviele „Grüns“ gibt es eigentlich? Die Gäste schlafen in den 35 recht kleinen, aber komfortablen Safarizelten, die von Makuti Dächern (die afrikanische Variante von Strohdächern) vor der größten Hitze geschützt werden. 5 Bungalows runden das Übernachtungsangebot ab. Es gibt einen Pool und eine große Terrasse, ein hervorragender Platz für einen Sundowner.

Die Tarangire Sopa Lodge besteht aus 75 Zimmern, die in mehreren Rundbauten untergebracht sind. Die Lobby und das Restaurant sind entsprechend groß, dass sie bis zu 150 Gäste aufnehmen kann. Als wir die Lodge mittags besucht haben wirkte alles sehr idyllisch: am wunderschön gestalteten Pool (mit einer Insel, auf der auch Liegen standen) waren die Tische gedeckt und die Grillmeister warteten auf die Mittagsgäste, Klippschliefer und Affen turnten über das Gelände, aber es ist eine große Lodge, die sicherlich nicht mehr so idyllisch wirkt, wenn sie gut besucht ist.

Zu unserem Mittagspicknick sind wir zum großen Sumpf gefahren. Eine Spiegelglatte Ebene in grün mit großen Elefantenherden, die die Wasserlöcher zum trinken, baden und spielen nutzten und wir guckten vom Picknickplatz zu. Lunch with elefants – wie herrlich! Ach ja, vor lauter Elefanten ganz vergessen – Löwen haben wir auch gesehen, einer lag (wie gebucht) malerisch im Baum. Dann gab es da noch den ganz, ganz, ganz kleinen Elefanten – vielleicht 2-3 Tage alt, der noch ganz wacklig auf den Beinen war und zwischen Mutter und Tante (oder großer Schwester) Schutz und Halt suchte. Wie rührend die Beiden das Kleine mit ihren Rüsseln geleitet haben und wie fürsorglich auch der Rest der Herde beim Weiterziehen dem Zwerg begegnete. Was für großartige Tiere das sind. Hoffentlich gelingt es, sie zu schützen vor dem irrsinnigen, sinnlosen Töten für den lukrativen Elfenbeinhandel. Ein Straußenkindergarten querte unseren Weg, bestimmt 20 Kleine und 5 große Straußen flitzten, von unserem Jeep aufgetrieben, durch das Gras, ein sehr lustiger Anblick, da sie im Zickzack zu „entkommen“ versuchten.

Die eleganten Giraffen zeigten sich zahlreich, aber Gnus und Zebras blieben von der Bildfläche verschwunden, sie befinden sich derzeit weiter östlich, außerhalb des Parks, dabei hatte Anna sich so sehr auf die gestreiften Tiere gefreut. Aber Heriel, wäre nicht Heriel, hätte er ihr diesen Wunsch nicht erfüllt. Kurz vor Ausfahrt aus dem Park standen sie mit einigen Impalas im tiefstehenden Sonnenlicht zum Fototermin bereit. Einziger Wermutstropfen beim Tarangire sind die Tse Tse Fliegen, die an einigen Stellen massiv auftreten und zu manch einem verwackelten Foto verleiten.

Bislang hat ja nur Heriel gearbeitet, jetzt war es an uns, sich einer körperlichen Herausforderung zu stellen. Wir erklommen den Berg – ok Hügel unserer Lodge bis zur Spitze, um den Sonnenuntergang zu erleben. Der fiel zwar, aufgrund einiger tiefstehender Wolken unspektakulär aus, die Aussicht da oben war aber genial. Über das endlose grün des Tarangire Parks, den Burunge und den Manyara See bis zur Bruchstufe des Rift Valley auf der einen Seite und das Acker und Weideland der M auf der anderen Seite. Pro Strecke sind wir ungefähr eine halbe Stunde gelaufen, teilweise steil und auf losem Schotter, hier war definitiv wieder pole pole angesagt. Unser Führer hatte uns Mbugwe ber mit einem Wanderstock ausgerüstet, den wir auch gut gebrauchen konnten. Alles in allem eine schöne, schweißtreibende Abendaktivität. Den Pool zu nutzen hatten wir wieder keine Zeit, wir wollten ja frisch geduscht beim Abendessen erscheinen. Das war übrigens an beiden Abenden sehr lecker und wird aus großen Schüsseln am Tisch serviert.