26.08.20 Ngorongoro – Karatu – Lake Manyara

Als der Wecker klingelte war es windig, wolkig und ungemütlich – wie im Urlaub an der Nordsee, wenn das Wetter mal wieder nicht mitspielt;-)
Im Esszimmer brannte der Kamin und wir genossen ein tolles und entspanntes Frühstück in unserem privaten Entamanu Camp. Der heutige Tag war für Besuche von Lodges reserviert, sodass wir uns schweren Herzens von dem tollen Team des Camps verabschieden mussten. Die Mitarbeiter von Nomad schaffen es innerhalb kürzester Zeit, eine sehr verbindliche und freundschaftliche Atmosphäre herzustellen, so dass jeder Abschied schwer fällt. Das ist das Besondere an diesem Unternehmen, dass seinen Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, sich buchstäblich vom Tellerwäscher zum Campmanager hochzuarbeiten. Jeder ist mit Leidenschaft und Hingabe dabei. Nochmals ein riesiges Dankeschön für den wunderschönen Aufenthalt im Entamanu Nomad Camp.


Unsere Fahrt ging um den Ngorongoro Krater herum, mittlerweile kam die Sonne ein bisschen heraus und wir genossen wieder den „Zweiseiten Ausblick“. Links der Krater, rechts die Ebenen der Serengeti. Am Eingangstor zum Krater hatten wir unseren ersten Fotostopp und die erste Lodge die wir besichtigten, war die Krater Lodge von &Beyond. Auch hier, weit und breit kein Gast zu sehen und die Freude beim Manager und der Rangerin, die uns durch die Lodge führten, war groß – jede Abwechslung und Unterhaltung ist sooo willkommen. Ein Jammer – eigentlich ist Hauptsaison. Den Amerikanern mag die Lodge gefallen, für mich viel zu dunkel, viel zu überladen. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Die Aussicht in den Krater ist allerdings großartig! Das nächste Camp ist eher mein Geschmack. Das Pakulala Camp, das ebenfalls direkt am Kraterrand liegt, ist zwar derzeit geschlossen, aber ein Zelt durften wir sehen.


Die Ngorongoro Wildlife Lodge besticht durch ihre Aussicht, nicht durch ihr Design und die über 80 Zimmer mit super kleinen Badezimmern. Die Aussicht in den Krater aber gehört zu den Besten. Kein Wunder, die Wildlife Lodges wurden vor langer Zeit (die Ngorongoro Lodge wurde vor 49 Jahren gebaut) an den schönsten Plätzen der nördlichen Parks errichtet. Seit dem hat sich dann auch nicht viel verändert – sehr schade, denn die Lage und der Blick sind super.


Die letzte Lodge auf der Liste am Krater ist die Rhino Lodge, die preisgünstigste am Kraterrand, die Aussicht auf Mount Oldeani aber nicht in den Krater, bietet 24 Zimmer, einfach aber zweckmäßig eingerichtet, alle mit einem Balkon oder Terrasse.


Nach unserem Mittagspicknick – ohne Bohnen! – im Garten der Rhino Lodge wollten wir das Kratergebiet verlassen. Am Aussichtspunkt haben wir nochmal den Blick in den auch heute ruhig unter uns liegenden Krater genossen. Von oben konnten wir zwei Nashörner und eine größere Büffelherde erspähen, sogar ohne Fernglas.


Je weiter wir bergrunter fuhren, umso wärmer wurde es, die Höhe macht ganz schön was aus. In Karatu führte uns unser erster Weg zur Tabasamu Foundation, der Partnerorganisation von „Kinder in Tansania e.V“., zu Suzy und Ihrer Schwester. Sie gaben uns einen kurzen Bericht über ihre Arbeit, den Fortschritt mit der Installation der Solaranlagen im Kindergarten und im Familienhaus und die Notlage einiger Familien, die sich durch Corona weiter verschärft. Wir wollen an unserer Spendenaktion festhalten und versuchen Extragelder für die Coronahilfe zu generieren. Damit können wir dann Lebensmittel an kinderreiche Familien in akuter Notlage verteilen. Spenden an www.kinder-in-tansania.de können steuerlich geltend gemacht werden und ab einer Spendenhöhe ab € 40,- versenden wir ein handgenähtes Etui für Stifte oder Schminkpinsel aus afrikanischen Stoffresten. Wichtig ist auf der Überweisung Corona Hilfe zu vermerken. Die Famiien und besonders die Kinder werden es Euch danken!!!
Ein weiteres Vorhaben ist, alleinstehende Frauen mit Kindern zu unterstützen ein eigenes kleines Unternehmen aufzubauen, um zukünftig den Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten zu können.


Weiter ging es mit unserer Besichtigungstour: die Pamoja Lodge mit ihrem wunderschönen Gemüse und Blumengarten. Der Besitzer hat die Lodge erst vor zwei Jahren übernommen und viel Arbeit reingesteckt und im Februar sein Camp in der Serengeti eröffnet. Jetzt wird – wie überall – auf Kundschaft gewartet. Es ist unfassbar traurig, die Menschen in diesem Zustand zwischen Verzweiflung und Hoffnung zu sehen. Notfall- oder Überbrückungshilfe sind hier Fremdworte, jeder muss sehen wie er irgendwie klar kommt.


Unsere letzte Station war die Coffee Lodge, die neueste Unterkunft der Bougainvillea Gruppe. Ein großer Pool mit Aussicht auf die Ngorongoro Wälder, ein wunderschöner Blumengarten, ein weitläufiges Restaurant mit großer Terrasse davor und 26 Bungalows mit sehr großzügigen und schönen Zimmern.


Jetzt lagen noch gut 30 Minuten Fahrt vor uns bis wir unsere heutige Unterkunft, die Escarpment Luxury Lodge erreichten, die auf der Abbruchkante des Grabenbruchs oberhalb des Lake Manyara Nationalparks liegt. Wir erreichten unser Ziel pünktlich zum Sonnenuntergang und verlegten das Briefing kurzerhand auf die Terrasse am Pool, von wo aus wir einen schönen Blick über den See und die Wälder hatten. Danach bezogen wir unsere Zimmer, die sehr großzügig und schön sind. Leider bieten nur einige wenige der 16 Zimmer einen freien Ausblick auf den See, bei den meisten ist viel „Grün“ im Weg, dass teilweise schon im Nationalpark wächst und nicht beschnitten werden darf. Lounge und Restaurant erinnern eher an ein schickes Hotel, als an eine Safari Lodge, aber alles ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Beim Abendessen – 4 Gänge für den, der es schafft – saßen wir wieder mal alleine auf weiter Flur. Köstlich bewirtet waren wir alle recht müde und verzogen uns auf unsere schönen Zimmer. Lala Salama – Gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk
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