23.01.2019 – Abschied

Nach den gestrigen Diskussionen war die Stimmung etwas gedämpft im Wagen, als wir um 06:20 Uhr auf unseren letzten gemeinsamen Game Drive aufbrachen. Nach 5 Minuten, wir erfreuten uns gerade an der schneebedeckten Kuppe des Mount Kilimanjaro, als Geoffrey eine Löwin mit 3 Jungen erspähte. Die kurze Zeit, bevor sie sich hinter den Büschen zurück zogen reichte gerade mal für zwei Fotos, aber die sind bezaubernd. Der wahrscheinliche Vater und eine weitere Löwin lagen in einem Busch am Straßenrand, fühlte sich aber von den anfahrenden Jeeps gestört und verschwand ebenfalls mit seiner Gefährtin im hohen Grün. Elefantenherden zogen über die Steppe, mit ihnen Gazellen, Zebras und Gnus. Heute waren die Flamingos zwar in der Sonne, aber leider weit vom befahrbaren Ufer entfernt. Unsere Fahrt ging in die trockene, flache Steppe, die an die Serengeti erinnert. Geoffrey hatte wohl Hoffnung Geparden zu erspähen, leider wurde sie nicht erfüllt. Einzelne Hyänen, Elefanten, Zebras und Büffel in weiter Ferne und viel flaches Nichts, jetzt sah es aus wie in den Salzwiesen der Nordseeküste. Eine Schakalfamilie mit spielenden Jungen unterhielt uns, während wir unser mitgebrachtes Frühstück im Wagen verzehrten. Auf dem Weg zum Tor zogen noch zwei Giraffen über die Ebene, dann war unser Game Drive beendet. Eine Gruppe Marabus auf dem Weg zur Lodge war uns noch einen Stopp wert. Ich sitze zum Schreiben am Kilimanjaro View Point und schaue auf das leergefegte Buschland, der Kilimanjaro ist wie ausradiert, einfach weg. Auf meiner langen Fahrt heute nach Arusha werde ich den mächtigen Berg ja fast umrunden, ich hoffe, er zieht nochmal sein Wolkenkleid aus.

45 Minuten dauerte die Fahrt bis zur Grenze in Tarakea, fast ebenso lange der Aus- und Einreiseprozess. Das Elektronische Visum wurde anstandslos akzeptiert, die Gelbfieberimpfung kontrolliert und schon konnte ich mit Fransisca, meiner Partnerin und Heriel unserem Fahrer im Jeep Richtung Arusha losfahren.

Der Abstieg von den Mädels war herzlich, der von unserem Fahrer etwas frostig – aus uns werden keine Freunde mehr.

In Tarakea haben wir kurz angehalten, Fransisca ist hier geboren und wir haben den Mann ihrer Tante besucht. Die Fahrt ging durch eine wunderschöne, sattgrüne, hügelige Landschaft mit kleinen Dörfern. Kurz vor Moshi zeigt sich auch die schneebedeckte Kuppe des Kilimanjaro in der Dämmerung. Nach 4,5 Stunden kamen wir im lauten, staubigen und quirligen Arusha an, wo Fransisca Mann Said uns mit einem Tintenfisch Eintopf erwartete. Auf dem Sofa lag der kleine Zayed – 5 Monate und Sizu begrüßte mich freudig, mit seinen 2,5 Jahren schon ein richtiger Mann;-)

Satt und müde fiel ich nach einem langen Tag ins Bett.