18.08.20 Von Arusha zum Lake Natron

Mit einer halben Stunde Verspätung – alleine die Verabschiedung bei so vielen Familienmitgliedern dauert ja schon – sind wir um 08:00 Uhr zum Lake Natron aufgebrochen. Die ersten 107 Kilometer Strecke auf Asphaltstraßen hatten wir nach gut 1,5 Stunden hinter uns gebracht. Die weiteren 100 dauerten dann 3,5 Stunden.


Kurz hinter Arusha tauchen die ersten Viehherden der Maasai auf, die morgens von den Bomas in die weite Steppe getrieben werden.
Hinter Mto wa Mbu wurde die Straße zur Schotterpiste, die zum Ende immer mehr zur Buckelpiste wurde. Menschen wurden hier immer weniger, lediglich einige kleine Dörfer haben wir durchfahren. Die Fahrt geht an der Klippe des afrikanischen Grabenbruchs entlang und ist mit den Felsen und den größeren und kleineren Vulkanbergen wieder wunderschön. Der Ol Doinyo Lengai, der heilige Berg der Massai begleitete uns die letzten zwei Stunden der Reise mit seiner imposanten Erscheinung. Fransisca hatte früh schon unser Mittagessen vorbereitet – Reis, Hähnchen und Spinat – das wir in der tollen Kulisse eines trockenen Flusses mit Blick auf den mächtigen Berg genossen haben. Durch die heftigen Regenfälle in diesem Winter/Frühjahr war die Fahrtpiste in keinem guten Zustand und wir wurden ganz schön durchgeschüttelt. Auch wurde es zusehends staubiger und ich war erstmals froh über die Klimaanlage im Jeep, sodass wir die Fenster geschlossen halten konnten. Wie schon beim letzten Mal finde ich es unglaublich, dass der klapprige öffentliche Bus auf dieser Strecke unterwegs ist.


Der in der Gegenrichtung hat es allerdings nicht geschafft und die Fahrer winkten uns zu, als wir ihnen entgegen kamen. Sie freuten sich über zwei Flaschen Wasser und ich hoffe, dass sie den beiden Fahrgästen, die noch im Bus saßen ebenfalls damit versorgt haben. Den anderen Passagieren begegneten wir dann etwas später, eine Gruppe mit 5 Personen hätte ich ja gleich mitgenommen, aber das ist hier nicht üblich. Wenigstens die 3 Frauen? Nein, wir können die Männer doch nicht stehen lassen und die Frauen mitnehmen. Als ich das kleine Baby auf dem Rücken einer Maasai entdeckte, durfte sie mit uns mitfahren. Wir haben abends noch lange diskutiert, wie alt sie wohl war – das Gesicht schon älter, die Stimme wie eine 8jährige, aber das Baby war ihr viertes.


Unser Camp, das Moivaro Lake Natron Tented Camp ist eine grüne Oase in der staubtrockenen Gegend am Sodasee. Die Zelte sind neu und schön (die Hütten wurden „ausgemuster“ und stehen jetzt als Unterkunft für die Fahrer zur Verfügung), teils mit Blick zum See und der Naturwasserpool, gespeist vom Wasserfall zu dem man eine schöne Wanderung machen kann, war zu verlockend. Wir gönnten uns also eine Pause – es war auch zu warm für weitere Aktivitäten und schwammen ein paar Runden. Gegen 16 Uhr starteten wir wieder, erst zur Maasai Giraffe Lodge – wir wollten mal sehen, ob sich etwas geändert hat oder es etwas Neues gibt (gab´s aber nicht) und dann zum Lake Natron Camp, welches aufgrund des Hochwassers direkt am See liegt. Die letzten 12 Monate hatte es in Tansania erheblich mehr geregnet als sonst, was nicht nur den Viktoriasee über die Ufer treten ließ, sondern auch den Lake Natron erheblich ansteigen ließ. Vier Zelte mussten abgebaut werden. Nun aber konnte man das Spektakel der Pelikane und Flamingos gleich von dem schönen Camp aus betrachten. Was für ein schöner und besonderer Ort dieser Lake Natron!
Das Abendessen im Camp haben wir auch hier als einzige Gäste eingenommen und sind früh ins Bett – Abfahrt morgen um 06:00 Uhr. Lala Salama – Gute Nacht!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk
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