10.05.18 Auf zu neuen Ufern

Eine Nacht im Busch hat immer etwas magisches. All die Geräusche, die man nicht zuordnen kann und man liegt alleine in einem Zelt und fühlt sich in dieser Kulisse ganz klein. Obwohl das Grundstück unseres Camps eingezäunt ist, glaubt man, die Elefanten stehen neben dem Bett und brechen lautstark Äste ab, Löwengebrüll schallt aus der Ferne herüber und alle möglichen Pfeif- und Surrgeräusche wiegen einen in den Schlaf – Buschkonzert statt Abendnachrichten. Tlouwana Camp liegt einige Kilometer südlich vom Chobe River und grenzt an das Matetsi Reservat in Simbabwe. Es steht kurz vor der offiziellen Eröffnung und wir dürfen sozusagen als Testkunden den Service und die Zelte prüfen. Die Zelte lassen nichts vermissen, ein paar Kleinigkeiten könnten noch verbessert werden, aber es ist definitiv ein Ort zum Wohlfühlen. Ein offener Essbereich, eine Lobby mit gemütlichen Sesseln und funktionierendem Internet und 7 Geräumige Zelte, eines davon behindertengerecht. Ein Familienzelt und ein Pool sind noch geplant, Fahrräder für Buschtouren und Besuchen im naheliegenden Dorf sollen noch angeschafft werden. Die Zelte haben eine große Holzterrasse, ein massives Holzbett mit Moskitonetz, ein großzügiges Bad mit Holzfussboden, Kleiderschrank und Nachtschränke bieten ausreichend Stauraum. Strom gibt es 24 Stunden am Tag und warmes Wasser wird über Solaranlagen bereitgestellt. Die Belegschaft ist sehr herzlich und bemüht und braucht noch etwas Sicherheit bei ihrer Arbeit, für einige ist es der erste Job überhaupt – eine große Chance! Auf dem Weg zum Flughafen von Kasane haben wir noch verschiedene Antilopen, Zebras und Giraffen gesehen und uns noch 3 Lodges/Guesthouses angesehen. Unser Flug ins Okavango Delta dauerte 1,5 Stunden und war mit 5 Passagieren ausgebucht. Die Flughöhe war recht niedrig und wir hatten schöne Sicht auf das endlose grün unter uns – es gibt übrigens sehr viele Grüntöne. Manchmal habe ich sogar Elefanten an einem der zahlreichen Wasserstellen erkennen können. Auch wenn die Regenzeit schon vorbei ist, der Höchstand des Wasserpegels ist noch nicht erreicht. Wie der Sambesi, wird auch der Okavango durch die Regenfälle in Angola gespeist und die Wassermassen kommen zeitversetzt im Delta an. An der Flugpiste wurden wir von Rams unserem Guide begrüßt und ins 5 Minuten entfernte Pom Pom unserem Camp für diese Nacht. Die Mitarbeiter begrüßten uns singend und wir wurden auf die Zelte verteilt. Unsere Gruppe der Inforeise von „Under one Botswana Sky“ besteht aus Claudia und mir, einer weiteren Deutschen und 2 Belgierinnen, die seit 17 Jahren in Südafrika leben. Nach den CheckIn Formalitäten bezogen wir die Zelte. Die Zeit reichte gerade zum Duschen, aufgrund der kalten Temperaturen morgens und abends verschiebe ich das gerne auf die Mittsgszeit, bevor es nach einem schnellen Tee oder Kaffee wieder los ging. Zum Gamedrive kamen noch 2 Schweizer dazu, sodass der Jeep mit 7 Gästen ganz schön voll war. Üblicherweise wird allerdings versucht die Zahl auf 6 Gäste zu beschränken, sodass keiner auf einem Mittelplatu sitzen muss. Highlight unserer nachmittäglichen Fahrt waren eine Gruppe junger, männlicher Löwen, die Ihre Langeweile mit Kampf- und Fangenspielen vertrieben. Einer kletterte auf einen Baum und gab ein wunderbares Fotomotiv in der Abendsonne. Die Steppen ähnliche Landschaft hier ist sehr offen und gut für Tiersichtungen. Das Gras steht allerdings sehr hoch und von den Antilopen guckten oft nur die Köpfe heraus. Warzenschweine, Impalas, Kudus und Paviane kreuzten unseren Weg und viele, teils wunderschön gefärbte Vögel, deren Namen ich mir nie alles merken werde. Zum Sonnenuntergang konnten wir vorab unsere Getränke bestellen, sodass jeder seinen Lieblingsdrink in der Abendstimmung genießen konnte. Das Abendessen nehmen alle Gäste (maximal 20) an großen Tischen ein, vorher und nachher sitzt man gemütlich am Campfeuer und schaut Busch TV Im Okavango Delta gab es übrigens kein Internet, deshalb auch keine Berichte.

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk
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