05.02.2019 – Hoch hinaus

Heute hätte ich mal ausschlafen können, wurde aber um 05:40 Uhr von den Hühnern geweckt. Habe mich dann mit Anna um 06:20 Uhr auf die Terrasse gesetzt, dem Sonnenaufgang zugeschaut und auf das Personal gewartet. Ich brauchte Kaffee und Internet, damit ich vor dem Frühstück und unserem Tagesprogramm noch ein bisschen arbeiten kann. Das servierte Frühstück war herrlich -Obstsalat mit Melone, Papaya, Ananas und Maracuja, dazu selbstgemachtes Joghurt und Müsli, gebratene Eier nach Wunsch, Toast und Pancakes – hmmm! So gestärkt machten wir uns mit Honest, unserem Guide für die Kilimanjaro Besteigungen auf den Weg zu Afrikas höchstem Berg. Die Simba Farm liegt strategisch günstig zum Londorossi Gate, dort wird man registriert, wenn man die Lemosho oder Shira Route besteigen möchte. Wir machten es uns einfach und fuhren bis zum Morum Picknickplatz am Rande des Shira Plateaus auf 3.407 Metern Höhe. Was für eine fantastische Aussicht! Auf der einen Seite sieht man auf den Mount Meru und ins Tal, auf der anderen Seite auf den Kibo (auch Uhuru genannt), dem höchsten Gipfel des Kilimanjaro. Shira war ebenfalls ein Vulkanberg, der bei der Explosion des Kibo in sich zusammengesunken ist und das große Plateau gebildet hat. Die dabei entstandene Lava ist nach Westen abgeflossen und hat dort fruchtbare Böden geschaffen. An der Vegetation kann man die Höhe nicht erkennen, an sich selbst schon. Ein leichter Kopfdruck machte sich beim Wandern breit, und bei Bergaufphasen bemerkten wir einen deutlich erhöhten Puls und eine leichte Kurzatmigkeit. Kein Wunder, wenn man so durch die Klimazonen rast wie wir. Gestern morgen auf ca. 700 Metern bei tropischen Temperaturen losgefahren, wandern wir heute bis zum Shira Camp 1 auf 3.610 Metern Höhe. Hier oben wehte ein stürmischer Wind und als sich die Sonne hinter den Wolken verzog (wie übrigens der Kibo auch) wurde es auch ganz schön frisch. Bunte Blumen, ginsterartige Pflanzen und kleine Büsche wuchsen zwischen den Steinbrocken, die der Vulkan vor langer Zeit durch die Luft gespuckt hat. Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir das Shira Camp – eine sehr entspannte und einfache Etappe und schauten dem bunten Treiben zu. Zelte wurden abgebaut, es wurde gespült, Wanderer kamen an, bepackte Träger liefen los, Schlafsäcke und Isomatten wurden verschnürt. Wir haben dort oben unser Picknick gemacht und sind dann wieder abgestiegen. Wir haben uns sehr gefreut, dass es auf „Farmhöhe“ von 1.700 Metern wieder schön warm war. Auch wenn es nur ein Tagesausflug auf Afrikas höchsten Berg war, es war beeindruckend! Den Rest des Tages rätseln wir jetzt, ob wir mal die ganze Tour wagen wollen;-) Morgen früh wartet ein neues Abenteuer auf uns. Mit kleinem Gepäck fahren wir mit dem öffentlichen Bus in die Usambara Berge. Auch dort werden wir in traumhafter Umgebung wandern. Heriel bringt unser restliches Gepäck zum Flughafenhotel, wo wir am 10.2. vor unserem Abflug nochmal duschen und umziehen können, bevor es wieder in das kalte Deutschland geht. Ich werde mich nur kurz aus Usambara melden, da der Laptop mit Heriel reist und ich nur noch das Handy zum Schreiben habe. Und wer mehr wissen möchte, oder selber mal in dieses faszinierende und unglaublich abwechslungsreiche Land fahren möchte, der ruft mich ab dem 11.2. einfach an!