04.02.2019 – Klimawandel

Puh! Die Nacht war ganz schön heiß, aber immerhin ohne das große Krabbeln vom Vortag. Wir haben die Beleuchtung auf der Terrasse vor unserer Tür ausmachen lassen, als wir beim Essen waren, dadurch habe sich erst gar keine Insekten angesammelt. Dafür sind die neu angekommenen Chinesen umgezogen, vor deren Bungalow brannte die Beleuchtung und sie hatten wohl ein ähnliches Treibt im Zimmer, wie wir einen Tag vorher.

Den Sonnenaufgang bewunderten wir wieder mit einer Tasse Kaffe vor dem Restaurant Bereich. Um kurz vor 8:00 waren wir wieder auf der staubigen Piste unterwegs. Den Oldonio Lengai umrundeten wir halb und konnten den heiligen Berg in seiner ganzen Schönheit bewundern, den Natronsee konnte man kaum erkennen in dem diesigen Morgenlicht. Anfangs fuhren wir durch schwarzen Lavasand, mit ein paar kleinen Büschen bewachsen – erinnert an Lanzarote sagt Anna. Kleine Canyons und Flussbetten lassen erahnen, wie es hier in der Regenzeit aussieht. Weiter vom See entfernt waren wieder weite Grasflächen, teil mit Zebras und Gazellen geschmückt. Eine halbe Stunde sahen wir keine Menschenseele, dann einige Massai und noch etwas später deren Herden. Unsere Fahrstrecke war diesmal weit aus besser und wir kamen, zwar mit viel Geruckel, recht flott voran. In einem kleinen Ort besuchten wir einen Massaimarkt, fanden aber nichts lohnenswertes zum Kaufen. Das Obst und Gemüse sah toll aus, aber wir wollten ja nichts zum Kochen einkaufen. Die Gegend erinnerte danach wieder an das hochsommerliche Spanien – rotbraune trockene Erde und kleine Bäume und Dornensträucher. Nach knapp 4 Stunden hatten wir endlich eine Asphaltstraße erreicht, leider fuhren wir auf dieser nur knapp 5 km, danach ging die African Massage weiter. Nach knapp 5 Stunden wurde der Boden wieder schwer und fruchtbar, die Vegetation üppig und die Luft hatte wieder eine angenehme Temperatur – wir hatten unser Ziel erreicht, die Simba Farm. 1921 gegründet, seit den 80ern in Händen einer holländischen Familie, die hier Ackerbau und Viehzucht betreibt. Wir bewohnen einen wunderschönen Bungalow mit 2 Schlafzimmern, inmitten eines großen Gartens, der eine Mischung aus tropisch und mitteleuropäisch ist. Riesige Bäume – Mango, Avocado und Macademia – Bougainvillas und daneben Geranien und Hortensien. Ein großer Gemüse- und Kräutergarten bietet alles, was das Herz begehrt: Karotten, Kartoffeln, Tomaten, verschiedenste Salate, Spinat, Brokkoli, Kohlrabi, Salbei, Rosmarin, Basilikum…

2 Pferde, Schafe und Rinder werden hier gehalten und große Getreidefelder liegen um den Hof. Von der großen Terrasse hat man einen wunderschönen Blick in den gepflegten Garten, den Swimmingpool und den Mount Meru, mit 4.565 Metern der zweithöchste Berg Tansanias.

Zum Sonnenuntergang fuhren wir ca. 1 Kilometer an den Feldern entlang, bekamen drei Klappsessel und ein Tischchen an den Feldrand gestellt und hatten einen tollen Blick ins Tal, den im Dunst leider nur schlecht sichtbaren Mount Meru und den Kilimanjaro. Angeblich soll man seine schneebedeckte Spitze auch von diesem Ort aus sehen, wir konnten aber nur den westlichen, nicht so hohen Teil erkennen. Die Landschaft hier ist hügelig, die gelblichen Wiesen und Felder, die Bäume dazwischen – da war es wieder dieses vertraute Gefühl – ein bisschen wie in der Uckermark. Die Lodge hatte uns kaltes Serengeti und Kilimanjaro Bier eingepackt und selbstgemachte Tacochips mit scharfer Salsa. Dazu das magische Licht des Sonnenuntergangs – was haben wir für ein Glück das alles erleben zu dürfen!

Ab 18:30 Uhr wird der große Boiler mit Feuer angeheizt und wir konnten nach unserer Rückkehr warm duschen und den Staub des Tages abwaschen. Strom gibt es auch erst ab dieser Uhrzeit.

Wir waren die einzigen Gäste der Lodge und hatten die Terrasse für uns alleine. Hier wurde uns ein hervorragendes Abendessen serviert, das mit frischen Erzeugnissen der Farm zubereitet war. Der Abend war angenehm kühl und versprach eine entspannende Nachtruhe.Müde nach dem langen Tag, wollten wir in die Betten fallen, mussten aber leider feststellen, dass sie nicht frisch bezogen waren, da ist wohl was durcheinander geraten, bei der Zimmerbelegung. Die Hausdamen und die holländische Managerin kamen mit frischer Wäsche und bezogen die Betten ruck zuck neu. Heute Abend gibts einen Drink auf Kosten des Hauses – Hakuna Matata!