03.05.18 – Buschspaziergang und Eisenbahnfahrt

05:45 wurde ich freundlich geweckt und ein kleines Frühstück wurde serviert, bevor wir zu unserem Buschspaziergang aufbrachen. Unsere Gruppe hatte sich geteilt, 3 waren mit dem Jeep unterwegs, 3 gingen zu Fuß auf die Pirsch. Wir waren froh, dass die Sonne schien und die
Temperaturen langsam nach oben kletterten. Abends und morgens ist man in dieser Jahreszeit froh über warme Kleidung. Fleecejacken und Westen sind angebracht auch auf den Jeeptouren, da es ihm Wind ganz schön kühl ist. Unser Spaziergang führte uns vom Camp über die
Elefantenpfade zu wunderschönen Wasserstellen. Dichtes Buschwerk und hohe Gräser schränkten unsere Sicht sehr ein – ein komisches Gefühl, wenn man weiß, was alles hier lebt. Frische Leoparden- und Hyänenspuren, Elefantendung überall, (sagt man das so?) Zebraäpfel
und Büffelhinterlassenschaften haben wir entdeckt – da war es schon gut, dass wir von 2 bewaffneten Guides begleitet wurden. Merkwürdige Pfeile – im deutschen Wald würde man auf Schnitzeljagd als Kindergeburtstag tippen – haben sich als Spuren von Störchen oder Kronenkranichen entpuppt. Wildes Basilikum und alle möglichen Heilpflanzen wurden uns erklärt, aber größere Tiere haben wir leider nicht erspäht. Tröstlich für uns – die andere Gruppe hat auch nichts gesehen. Wir hatten wenigstens Bewegung, auch wenn der Spaziergang an die
Achtsamkeits-Spaziergänge der buddhistischen Mönche und ihren Seminarteilnehmern in meiner Nachbarschaft erinnerte. Eine ganze Stunde hatten wir nun zu unserer freien Verfügung – ich habe die Außendusche genossen, die Tasche gepackt, Emails gecheckt und schon war es an der Zeit mein wunderbares Zelt wieder zu verlassen. Nach unserem 2. Frühstück mit frisch bereiteten Eierspeisen, wurden alle Taschen wieder im Wagen verladen und wir wurden durch die Mitarbeiter der Nehimba Lodge herzlich verabschiedet. Sie haben uns wirklich in der kurzen Zeit verwöhnt und mit extremer Gastfreundschaft betreut. Die Pirschfahrt in Richtung Süden hat uns nicht allzu viele Tiersichtungen beschert. Allerlei bunte Vögel, Adler, ein paar Zebras und Gnus. Die Vegetation änderte sich, das Buschland wich größeren Bäumen und die ersten Akazien zeigten sich. Eigentlich gehören Giraffen dazu, doch die zeigten sich leider nicht. Eine Elefantenherde kreuzte noch unseren Weg, war aber leider nicht mit unserer Anwesenheit einverstanden, sodass wir uns genötigt sahen umgehend weiter zu fahren. Bis nach Dete haben wir 2,5 Stunden gebraucht, wo unser nächstes Transportmittel auf uns wartete. Der Elefant Express wurde von Imvelo Lodges gekauft und steht nun für den Transport der Gäste der Imvelo Lodges zur Verfügung. Ein köstliches Mittagessen wurde serviert, gekühlter Weißwein und später der obligatorische Gin Tonic – als Malariaprophylaxe versteht sich. Die kleine Dieseleisenbahn rumpelt mit maximal 40 km/h durch die Landschaft, jeder durfte mal fahren und wir kamen uns vor wie bei Jim Knopf und der Lokomotivführer. Auf dem Weg sahen wir Paviane, Impalas, Giraffen und die seltenen Säbelantilopen. 84 km ging es durch den Hwange Nationalpark, wie so oft in Afrika dauerte alles etwas länger als geplant und unsere Ankunft verzögerte sich. So sind wir am „Zielbahnhof“ ausgestiegen und gleich vom Zug in den Safarijeep gestiegen, um das restliche Tageslicht auszunutzen. Weise Entscheidung, denn Sibs unser Guide hat für uns eine Gruppe von 7 Junglöwen aufgespürt, die in der Abendsonne dösten. Endlich mal Raubtiere – wenn Sie auch wie kuschelige Steifftiere aussahen. Unser Bomani Camp erreichten wir erst im Dunkeln, hatten 20 Minuten, um die Zimmer zu beziehen und etwas frisch zu machen und haben uns dann mit Marc, dem Eigentümer der Imvelo Lodges getroffen. Bei gutem Wein gab es eine Präsentation über die Geschichte der Safari Lodges und das beeindruckende Engagement der Firma in den lokalen Communities. Es werden Schulen gebaut, die Menschen aus den Gemeinden werden ausgebildet und angestellt, Ein Zahnarzt und Brillenprojekt organisiert, und, und, und. Morgen schauen wir uns alles an. Zum Dinner erwartete uns ein schön gedeckter Tisch im Freien, guter Wein und köstliches Essen. Es ist immer wieder faszinierend, man ist scheinbar am Ende der Welt in großartiger Natur und wird fürstlich bewirtet und verwöhnt. Schreiben konnte ich nicht mehr, bis 22:00 dauerte das Essen und der Wecker am nächsten Morgen wird um 5:30 Uhr klingeln. Frühstück um 6:00 Uhr, bis dahin muss gepackt sein!

Kategorie: Aktueller Reiseblog | von: Martina Volk
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