03.02.2019 – Wandertag

05:50 Uhr – der Wecker klingelt. Immer noch ist es stockdunkel und sehr warm. Keine von uns traut sich das Licht anzuschalten, aber irgendwie müssen wir ja in die Klamotten kommen. Welch freudige Überraschung, dass unsere Mitbewohner anscheinend in irgendwelchen Ritzen schlafen – wir konnten uns „unbekrabbelt“ waschen und anziehen. Nach einem Kaffee im Sonnenaufgang – die schmale, liegende Mondsichel und der Morgenstern leuchteten im purpurfarbenen Himmel – wanderten wir in Massaibegleitung zum See. Obwohl er von der Lodge zu sehen ist, dauerte unsere Wanderung durch den feinen Lavasand 70 Minuten. Natürlich blieben wir ab und an stehen, um Fotos zu machen, die Landschaft ist großartig und die Giraffen posierten für uns in der Morgensonne. Die letzten 20 Minuten ging es über die getrockneten Salzflächen und es knirschte unter unseren Füßen wie bei Firnschnee. Je näher wir kamen, umso deutlicher sahen wir die Flamingos, die Großen, die sich von Insekten und Fischen ernähren und die Kleinen, die die Blaualgen fressen. Die Vögel boten eine geräuschvolle und farbenfrohe Kulisse, dazu die schroffen Felsen, die Hänge des Grabenbruchs und der mächtige Berg in der Ferne. Es war wunderschön und wer früh aufsteht, hat dieses Paradies noch ganz für sich alleine.

Wir waren nicht unfroh, dass Heriel uns mit dem Jeep erwartete und wir nicht die ganze Strecke wieder zurück laufen mussten, mittlerweile wurde es ganz schön warm. In der Lodge wartete das Frühstück auf uns, frisches Obst, gebratene Eier, Toast und Pancakes. Bis 14:30 Uhr konnten wir entspannen, Wäsche waschen, Taschen sortieren – mittlerweile lebe ich 3 Wochen aus der Reisetasche, aber bin mittlerweile gut sortiert. Natürlich habe ich immer noch zu viel dabei, aber es hält sich im Rahmen. Was ich vermisse, ist meine dünne Daunenjacke – nicht hier in Lake Natron, aber am Ngorongoro und beim Ballonfahren wäre sie super gewesen (habe aber eine Jacke von Anna bekommen). Ich stand noch vor dem Kleiderschrank und wollte sie einpacken, dachte dann aber: hei JAN/FEB ist die heißeste Zeit in Tansania, brauchst Du nicht. Doch, brauche ich wohl – nächstes mal bin ich schlauer.

Für den Nachmittag war die Wanderung zu dem Wasserfall geplant, 14:30 Uhr warteten Heriel und unser Massai auf uns. Immerhin wird es ja zum Nachmittag kühler;-) – es waren nur noch 36 Grad.

2 Km waren es mit dem Auto, dann ging es zu Fuß weiter. Bergauf in eine Schlucht, deren Wände  steil aufstiegen. Unterwegs sahen wir die aus einfachen Kunststoffrohren zusammengesteckten Wasserleitungen, die die Lodges mit Wasser aus dem Fluss versorgen, an dem wir jetzt entlang und durch wanderten. Bestimmt 10 mal pro Wegstrecke haben wir den Fluss durchquert und stiegen immer weiter in die Schlucht. Vorbei an einem kleinen Wasserfall, der aber schon für etwas Abkühlung sorgte, wie natürlich auch die Flussquerungen, die unsere Shorts schon nass werden ließen. Nach ca 40 Minuten haben wir dann den großen Wasserfall erreicht, teils mussten wir die Hände benutzen, um über die Felsen zu klettern und die waren ganz schön heiß – sehr heiß, um genau zu sein. Wir hatten zwar Bikinis eingepackt, als wir ankamen waren unsere Hosen aber schon recht nass und die Shirts durchgeschwitzt, dass wir kurzerhand mit Klamotten zum Baden gingen. War das herrlich und wir sahen mindestens so gut aus wie Anita Ekberg einst im Trevi Brunnen. Der Rückweg war etwas beschwerlicher für Anna – ihre Trekkingsandalen waren einfach zu rutschig und sie meisterte eine große Wegstrecke barfuß und das durch das Flussbett und die immer noch sehr sehr heißen Steine, reife Leistung. Meine Trekking Sandalen waren nicht so rutschig, dafür war der Klettverschluss mittlerweile so durchgeweicht, dass die Schuhe immer lockerer wurden und dadurch der Fuß hin und her rutschte. Martina hatte Turnschuhe aus Stoff – definitiv die beste Wahl für diese Kletterwanderung. Unser Massai hat uns mit seiner helfenden Hand aber sicher wieder nach unten gebracht. Insgesamt ein tolles Erlebnis in beeindruckender Landschaft. Martina und Anna belohnten sich noch mit einer Fußmassage, die zwar zu europäischen Preisen angeboten wurde, ihren strahlenden und entspannten Gesichtern zufolge aber hervorragend war. Jetzt heißt es für uns noch einen Abend schwitzen, bevor wir uns morgen (mehr oder weniger) Offroad zum West Kilimanjaro durchschlagen – diesmal natürlich nicht zu Fuß, sondern mit unserem lieben Heriel.